Bebraer Bahn mit Hülfe der Verbindungsbahn schreitet ihrer Beendigung entgegen. In etwa vier Wochen wird das Verbindungsgeleise voll. ständig fahrbar sein. Wegen des unglücklichen Zustandes jedoch, in welchem sich zur Zeit noch die Hanau-Bebraer Bahn in Folge der Damm⸗-⸗ rutschungen befindet, dürfte vorerst von einer Er⸗ öffnung dieser neuen Bahn für die Zwecke des Personenverkehrs abgesehen werden. Die Beamten der Frankfurt⸗Hanauer Eisenbahn haben die Weisung erhalten, sich die Uniformen der Hessischen Ludwigsbahn-Veamten anfertigen zu lassen, woraus zu entnehmen ist, daß das Eigen— thum der Frankfurt⸗Hanauer Bahn demnächst auch formell auf die Hessische Ludwigsbahn über—
gehen wird.
— Die„Frankf. Zeitung“ wurde in 17 fl. 30 kr. Geldbuße wegen Beleidigung der Generale der Main Armee im Jahre 1866 verurtheilt; wegen Verläumdung derselben wurde sie frei— gesprochen. 8
Bayern München. Die„Bayerische
Landeszeitung versichert, im Gegensatz zu anders, lautenden Zeitungsnachrichten, daß Bayern einen Antrag gestellt habe, bezüglich Ableistung der Militärpflicht bayerischer Unterthanen im nord⸗ deutschen Bundesheere und umgekehrt. — Würtemberg. Stuttgart. Die durch die Tagesblätter wandernde Nachricht von der Verhaftung eines aus Würtemberg gebürtigen Bildhauers Namens Kopf in Rom macht einiges Aussehen und man erfährt nun über den Hergang dieser Angelegenheit durch ein Schreiben Kopf's an einen Bekannten in Stuttgart Folgendes: Ein berüchtigter, in Stuttgart wie in Frankfurt und anderen Städten bekannter Bildhauer Schäffer aus Trier, der sich gegenwärtig in Rom befindet, batte gegen Kopf bei der römischen Behörde die Anschuldigung erhoben, derselbe babe päpstliche Soldaten zur Desertion verleiten wollen, und sich für diese Aussage auch mittelst Bestechung einen Zeugen zu verschaffen gewußt. Daraufhin wurde dann Kepf, einige Tage vor dem Christfest, im vergangenen Jahr, plötzlich Nachts um 10 Uhr in seiner Wohnung verhaftet und in ein Gefäng⸗ niß geführt, wo er die Nacht in Gesellschaft von 7 oder 8 Individuen des verdächtigsten Aus- sehens zubringen mußte. Inzwischen bot der Herrn Kopf persönlich befreundete würtembergische Consulatsverweser Nast, der glücklicher Weise sich an jenem Abend im Kopf'schen Hause befunden hatte, Alles auf, die Befreiung desselben zu er⸗ wirken, und seinen energischen Bemühungen hatte Kopf auch zu danken, daß er am andern Morgen um 10 Uhr, nachdem er also 12 Stunden in Haft gewesen und noch ein kurzes Verhör mit ihm vorgenommen worden war, wieder auf freien Fuß gesetzt wurde.
— Vor dem Gerichtshof in Eßlingen wurde Karl Mayer wegen Beleidigung der preußischen Staatsregierung zu 6 Wochen Gefängniß und 100 fl. Geldbuße verurtheilt.
Baden. Freiburg. Dem biesigen Ober- bürgermeister Fauler ist nun auch von Seiten der Curie eine Verwarnung wegen dessen angeb⸗ licher Theilnahme an der in Offenburg beschlossenen Agitation gegen die katholische Kirche zugegangen. Der Gemeinderath hat im Einverständniß mit Fauler beschlossen, das betreffende Schriftstück während der Dienstdauer des Genannten in dem städtischen Archive uneröffnet niederzulegen.
Konstanz. Schon seit einigen Sonntagen erwartet man hier die Excommunication des Bürgermeisters Stromceyet und ist deßhalb die Stefanskirche jedesmal überfüllt von Menschen. Es ist his jetzt jedoch nicht dazu gekommen, offen- bar wagt man nicht den entscheidenden Schritt zu thun, im Hinblick auf die Gegendemonstration der Bürgerschast, die nicht ausbleiben würde.
Oesterreich. Wien. Die„N. fr. P..“
meldet, daß zwischen dem hier eingetroffenen
Prinzen Alexander von Hessen und dem Kaiser
eine AUrterredung stattgefunden habe. Auch den Minister Grafen Beust habe Prinz Alexander,
aus friedliche Politik Rußlands ausgesprochen. — Das„Tagblatt“ berichtet, in politischen Kreisen werde erzählt, daß Rußland erklärte, im Falle eines Krieges zwischen der Türkei und Griechen land eine unbedingte Verpflichtung zur Neutralitäts— beobachtung nicht übernehmen zu können.
— Die„N. fr. Pr.“ bezeichnet die Nachricht des„Observer“, daß die Conferenzmächte beschlossen hätten, keine Zwangemaßregeln behufs Durch- führung des Resultates der Verhandlungen zu er— greifen, für unwahr und meldet: Die Conferenz werde, sofern Griechenland sich ihren letzten Be— schlüssen nicht fügen sollte, zu einer neuen Sitzung zusammentreten, um über Sicherstellung der Aus; führung der Conferenz-Beschlüsse und Verhinderung eines Ausbruches des Confliktes zu berathen und zu beschließen. Die Mächte seien geneigt, event. Frankreich die Exekution zu überlassen.
Schweiz. „Die Sapeurcompagnie Nr. 3 wurde vom Bun— desrath in den Canton Tessin geschickt, um Brücken und Wege nach den großen Wasserverheerungen rasch herzustellen. Sie leistete diesen Dienst, in— dem sie bis zum 31. Oktober etwa 2 Kilometer Wege und Brücken im Bleniothal schuf. Der Bericht der Hauptleute der Compagnie schließt mit den Worten:„Dieser sogenannte Hülfsdienst im Canton Tessin wird uns noch lange in an— genehmer Erinnerung bleiben. Wir hatten dies- mal keine Gewässer abzulenken, um Terrain un— gangbar zu machen, und keine Brustwehren noch Minen zu bauen, von denen aus Tod und Ver— derben in die Reihen von Mitmenschen gesendet wird,— wir hatten diesmal den Befehl, unglück— lichen Brüdern beizuspringen!“ Man sieht, diese Herren Sapeurs haben das Herz am rechten Fleck.
Frankreich. Paris. Die„France“ sagt von der Thronrede: Nie waren die Worte des Kaisers klarer und entsprachen mehr dem Gefühl der Würde nach Außen und den liberalen Be— strebungen bezüglich des Innern Nach Außen will Frankreich den Frieden, aber einen Frieden, der seiner würdig ist; es fühlt sich stark genug und ist auf alle Eventualitäten vorbereitet, um im Concert der Völker die Gcundsätze aufrecht zu erhalten, auf welchen es mit Sicherheit seine eigenen Interessen und die Ruhe von ganz Europa begründen kann. Wir sind für den Krieg be— waffnet, wenn die Umstände uns zu einem solchen zwingen sollten, aber unsere Bewaffnung darf dir andern Mächte nicht beunruhigen, wenn sie selbst von friedlichem Geiste beseelt sind.
— Der„Gaulois“ äußert in Bezug auf die kaiserliche Rede:„Der erste Eindruck, den die auswärtigen Kanzleien von derselben empfangen haben, ist ein kriegerischer. Die öffentliche Meinung verhehlt sich dies nicht mehr; der Kriegsminister wird sich übrigens nicht bemühen, die Gemüther von dieser Richtung abzuziehen, denn die Ernen⸗ nungen zu den Lieutenants- und Unterlieutenants- stellen in der Garde mobile, die erst im März stattfinden sollten, werden binnen acht Tagen im offiziellen Journal erscheinen.“ Der„Gaulois“, von dem jedoch in Erinnerung zu bringen ist, daß er von jeher zur Minorität der französischen Kriegsorgane gehört hat, fügt hinzu:„Ungeheure Munttionsmassen sind nach Osten hin unterwegs.“ Wie die„Patrie“, so glauben auch „Public“ und„France“, daß an Stelle des früher angenommenen Modus, die Deklaration durch die einzelnen Unterzeichner selbständig in Athen über⸗ reichen zu lassen, man jetzt wahrscheinlich die Er- klärung der Mächte durch einen einzigen gleichsam internationalen Specialbevollmächtigten in Athen präsentiren zu lassen gedächte. Alle drei Blätter geben auch zu verstehen, daß halboffizielle Depeschen aus Athen andcuteten, daß das griechische Cabinet, und namentlich König Georg, sehr günstige Dis- positionen für die sofortige Lösung des Conflikts im Sinne der Declaration der Mächte besäßen.
— Die letzte Zusammenkunft der Conferenz war der Erledigung von Formalitäten gewidmet. Charles Walewski wird am Freitag Marseille
bekanntlich Schwager des Zaren, gesprochen und verlassen, um die von der Conferenz angenommene
sich dabei in berubigendster Weise über die durch- Deklaration nach Athen zu bringen.
Die Con-
Die„Berner Tagespost“ sagt:
serenz wird bis zum Eintreffen der Antwort Griechenlands versammelt bleiben.
— Ein eigenthümlicher Vorfall ereignete sich bei der Eröffnung der Kammern. Ein neuer Secretär der amerikanischen Gesandtschaft, der im Hotel du Louvre wohnt und sich nach dem Stände— saale begeben wollte, wurde von zwei Polizei⸗ dienern angehalten, die ihn fragten, wohin er wolle. Er antwortete auf Englisch einige Worte, worauf dieselben ihn festnebmen wollten. Der Amerikaner wurde aber wild und nahm die beiden Agenten am Kragen, indem er ihre Köpfe gegen einander stieß. Ein Offizier, der dieses sah, sprang herbei und fragte den Amerikaner nach seiner Karte. Derselbe zeigte diese nun vor, worauf der Offizier sowohl als die beiden Agenten tiefe Bücklinge machten und ihn passtren ließen. Für den Amerikaner war es ein Gluck, daß er kein Franzose war, es würde ihm sonst schlecht ergangen sein.
Belgien. Brüssel. Im Befinden des Kronprinzen ist Verschlimmerung eingetreten. Der— selbe nimmt keine Speise mehr zu sich und leidet an starker Dissenterie. Dr. Jenner ist nach London zurückgereist. Der Graf von Flandern hat wegen des herannahenden Todesfalles die gewohnten Soireen abbestellt.
Großbritannien. London. Nachrichten aus Calcutta vom 18. Januar schildern das Erdbeben zu Silchar als ein fürchterliches. Es seien viele Menschen dabei ume Leben gekommen und große Werthe verloren gegangen.
Spanien. Madrid. Die Regierung hat Telegramme aus Havanna empfangen, welche die Einnahme Bagamos und anderer wichtigen Punkte melden. Die Insurgenten seien zerstreut und man hoffe, daß die Insurrektion, nach Eintreffen der erwarteten Verstärkungen, ein Ende nehmen werde.
— Aus Madrid meldet eine Depesche, daß von den 352 gewählten Cortes-Deputirten, 300 der monarchisch-demoktatischen, 35 der republi- kanischen und 15 der bourbonischen Parteirichtung angehören. Eine andere Depesche besagt, daß sich etwa 50 Republikaner, 15 bis 18 Anhänger der Bourbons und etwa 280 Freunde der pro— visorischen Regierung unter den Gewählten befänden.
Türkei. Konstantinopel. Der„Levant Herald bestätigt die Annahme der Conferenz seitens der Pforte.
Nußland. Petersburg. Das„Journal de St. Petersbourg“ bezeichnet die Wiener Mel“ dungen über die Unterredungen des Prinzen Alexander von Hessen mit dem Kaiser von Oester⸗ reich und dem Grafen Beust als unglaubwürdig.
IL. Friedberg. Die bereits mehrsach in diesen Blättern erwähnten Vorlesungen nehmen ihren regelmäßigen Fortgang. Wir haben nunmehr drei derselben gehört: den Vortrag des Herin Professors Köhler über die Propheten des alten Testamenis, des Herrn Direktors Möller über das Orakel zu Delphi und den des Herrn Seminarlehrers Soldan J. über Pestalozzi.— Zeigle der erste das Walten jener begeisterien Gottesvoten an das israelitische Volk, wie sie lehrten, mahnten, straften und inmitten leiblicher und geistiger Noth lrösteten mit der Hoffnung auf kom⸗ mendes Heil, so wies der zweite auf ein interessautes Stück geiechischer Mythologie hin in seinem Einfluß auf Sitten und Leben im alten Hellas, während der letzte ein anziehendes Bild entrollte von dem Leben und Wirken eines Propheten der Neuzeit, des Reformators der Unter⸗ krrichts⸗ und Erziehungskunst Heinrich Pestalozzi.— Die rege Theilnahme eines zahlreichen Zuhörerkreises aus allen Schichten der Bevölkerung und die sichtliche Befriedigung, womit diese Vorträge aufgenommen wurden, zeigen am besten das Verdienstliche eines solchen Uaternehmens.— Nur dürfte die Heizung des Saales dabei eine durch⸗ greifendere sein; kalte Füße siören die Andacht.
§ Friedberg. Im Jahre 1869 tritt der höchst seltene Fall ein, daß Ostern schon auf den 28. März, Himmel⸗ jahrt auf den 6. Mai und Pfingsten auf den 10. Mai⸗ fallen wird, mithin jedes dieser drei Feste 14 Tage früher als im Jahr 1868 und 3 Wochen früher als im Jahr 1867. Durch den frühen Eintritt von Ostern kommt in diesem Jahre der eben so seltene Fall vor, daß Mariä Verkündigung und grüner Donnerstag auf einen und denselben Tag, nämlich auf den 25. März fallen.
D. Friedberg. Zur Wetterauer Chronik oder Urgeschichte gar uscht uninteressant sind die Reste von römischen Gebäuden, welche ebes bei dem benachbarten Ober⸗Wöllstadt in dem Theile der Gemarkung auf⸗ gesunden werden, welcher„Am Ilbenstädter Weg“ und „Hinter den Steingärten“ genaunt wird und sehr nahe am Orte in süsdöstlicher Richtung von demselben sich be⸗
findet. Nach den Missen von Mauerwerken und römischen
—
—
zuu
1 d Mad wolk f fn Nac nach Wi fan


