— die Einnahmen der Ludwigsbahn beliefen sich im verwichenen Monat Februar auf 261,155 fl. gegen 249,723 fl. im selben Monat des Vorjahres, mithin ein Plus von 11,432 fl.
— Es wird gemeldet, der Fürst Karl zu Isenburg wolle ein„rein deutsches Regiment“ in Rom errichten und babe bereits ein bezügliches Circular erlassen.
„Friedberg. Das neueste Bundesgesetz⸗ blatt des norddeutschen Bundes enthält das zweite Verzeichniß derjenigen höberen Lehranstalten, welche zur Aufstellung giltiger Zeugnisse über die wissen⸗
schaftliche Qualification zum einjährig freiwilligen
Militärdienst berechtigt sind. Es befinden sich darunter aus dem Großherzogthum Hessen als Realschulen zweiter Ordnung die Realschule zu Alzey, Worms, Michelstadt und Alsfeld. Worms. Auf den 31. Mai ist hierher ein
Protestantentag für Südwestdeutschland aus⸗
geschrieben.
Preußen. Berlin. Im Reichstage sprach sich bei der Verhandlung über den Lasker'schen Antrag auf Redefreiheit der Mitglieder der Ein- zellandtage, welcher mit 140 gegen 51 Stimmen zur Annahme kam, der Bundeskanzler Graf Bismarck dahin aus: Ich habe Dem, was ich im verflossenen Jahre zur Sache bemerkt habe, nichts hinzuzufügen. Ich habe damals gesagt, daß ich meinen Einfluß im Sinne des Antrages verwenden würde. Ich habe das gethan, aber ohne Erfolg. Für die preußische Regierung, wenigstens für die gegenwärtige, ist es moralisch unmöglich, die Verfolgung eines Abgeordneten noch zu gestatten. Es ist populär, einem Minister zu widersprechen und ihn unter Umständen auch zu beleidigen; aber es gehört gar kein Muth dazu, und ich werde Alles aufbieten, um die ver kehrte Ansicht, die darüber im Lande noch ob⸗ waltet, mit Stumpf und Stiel auszurotten. Handelt es sich um große nationale Ziele und Zwecke, so wird Preußen das volle Gewicht seiner Stimme zur Geltung zu bringen suchen. auf die Bundesregierungen werden wir aber im vorliegenden Falle nicht ausüben.
— Die„Prov. Corresp.“ sagt, der Gesetz— Entwurf, betreffend die Redefreiheit der Einzel— landtage, werde schwerlich Seitens des Bundesrathes angenommen werden.
— Der Reichstag nahm in der dritten Lesung den Nachtrag zum Bundesetat an.
— Eine demnächst zu erwartende Vorlage, welche zur Einbringung in den Bundeerath bereits fertig liegt, hat die Aufhebung aller Portofrei heiten ohne Unterschied, also auch der Pertofreiheit der Correspondenz der Staatsbehörden, zum Zweck. Nur die Correspondenz der souveränen Häuser
wird eine Ausnahme von der allgemeinen Regel machen, doch wird dies eben auch die einzige Ausnahme sein. L Im Reichstage wurde der Antrag Lasker's auf Redefreiheit nach kurzer Discussion in dritter Berathung mit großer Majorität angenommen. Der Gesetzentwurf betreffend die gegen die Rinder- pest zu treffenden Maßregeln, wurde ebenfalls ge. nehmigt. Ueber den Gewerbeordnungsentwurf wurde die Generaldiscussion eröffnet. 1 Von Seiten der Fractionen der Linken des Reichstages wird der Antrag auf Gewährung von Diäten an die Reichstagsabgeordneten er- Intuert werden. %— Wie das Armee- Verordnungsblatt meldet, haben das erste und das zweite Armeecorps große Herbstübungen vor Sr. Majestät dem Könige; bon den übrigen Armertcorps halten die Divisionen unter Theilnahme der disponibeln Feldartillerie Herbstübungen ah. Die im Sommer 1866 ein- gestellten Infant erie-Mannschaften werden in der ersten Hälfte des Juni zur Reserve entlassen. e— Eine bon Pastor Hübner zu Neumarkt
erlassene Bekanntmachung, weiche ein eigenthüm⸗
lichts Licht auf das Volksschulwesen in einzelnen Theilen Preußens wirft, sagt:„Zum 1. März e. wird die Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Lampersdorf, Kreis Neumarkt, verbunden mit einem Einkommen von eg. 20 Thalern vacant Qualificirte Bewerber wollen ihre Meldungen bis
Eine Pression
zum 10. März c. bei dem Unterzeichneten ein reichen.“ b
Kassel. Die„Hess. Volksztg.“ schreibt: Die Ausführung der Beschlagnähmeverordnung beginnt. Am 5. April d. J. werden in Beberbeck aus dem kurfürstlichen Leibgestüt 11 ältere Zucht- stuten, zum Theil mit Fohlen, 21 junge Stuten und Stutfohlen(darunter zwei vierjährige Jsabell stuten), S junge Hengste, 9 Wallachen, 1 Maul- thier und am 8. April d. J. auf dem Schloßhofe zu Hanau 15 Stuten, 2 Isabellhengste, 14 Wallachen, sämmtlich 5. oder 6 jährig, und 1 Maulthier öffentlich meistbietend verkauft.
Bayern. München. Die„Correspondenz Hoffmann“ meldet, daß die Bundes⸗Liquidations- Commission am 4. April in München zusammen—- trete und an derselben Preußen, in Vertretung des Nordbundes, ferner Bayern, Württemberg. Baden und Hessen Theil nehmen werden, Baden. Freiburg i. Br. Die päpstliche Curie hat bezüglich der Erzbischofswahl die Ansicht der Capitelmehrheit, welche sich im Sinne der Regierung für eine Ergänzung der Candidaten— liste ausgesprochen, verworfen, indem sie sich auf das päpstliche Breve vom 6. Juli v. J. beruft, welches dem Capitel eine Abänderung der Liste untersagt.
Oesterreich. Wien. zufolge läßt das neueste Stadium der belgisch⸗ französischen Eisenbahnfrage eine baldige befriedi— gende Lösung erwarten. In Folge einer Conferenz Frͤre-Orbans mit Laguexonniere sind die Aus— sichten auf ein der Empfindlichkeit Frankreichs Rechnung tragendes Abkommen entschieden gestiegen. Von großem Einfluß auf die beruhigendere Wen- dung war Englands Verhalten L Bei namentlicher Abstimmung nahm der Reichsrath das Landwehrgesetz mit 75 gegen 61 Stimmen nach den Anträgen des Ausschusses an, nachdem alle unwesentlichen Abänderungsanträge verworfen worden waren.
Der„N. fr. Pr.“
gefunden, welcher Frankreich nicht fern stehe. Dieselbe bezwecke die Sicherstellung friedlicher Situationen.
Frankreich. Paris. Der„Constitu⸗
tionnel“ sagt: Die Regierungen von Frankreich und Belgien haben sich über einen Ausweg ge— einigt, welcher alle Interessen befriedigt.
— Der„Patrie“ gehen aus Brüssel Nach- richten über-den Stand der französisch⸗belgischen Frage zu Sie besagen: Da in Belgien die öffentliche Meinung angefangen hätie, sich zu beunruhigen über die Wendung, welche die Sache nahm, so ließ das belgische Cabinet über diese Frage Eröffnungen nach Paris gelangen. Die⸗ selben fanden eine günstige Aufnahme; nur stellte man in Frankreich als wesentliche Bedingung auf, daß die alten Verträge mit der französischen Ost⸗ bahn im Princip angenommen würden. Die bel⸗ gische Regierung ging darauf ein, fügte aber gleichzeitig hinzu, daß einzelne Modificationen für nothwendig erachtet werden könnten. In Paris machte man durchaus keine Schwierigkeiten, auf eine Prüfung des Vertrag Entwurfes einzugeben, und es wurde beschlossen, daß erforderlichen Falls diese Prüfung einer internationalen Commission überwiesen würde.
Belgien. Brüssel Eine große Spannung herrscht in Bezug auf den weiteren Verlauf der Unterhandlungen mit Frankreich. Täglich finden zwar Ministerberathungen statt, allein in die Oeffentlichkeit dringt hierüber so viel als nichts. Nur das Eine scheint fest zu stehen: das jetzige Cabinet kann den Cessions vertrag der großh. Luxemburger Eisenbahn nicht gatheißen. Ja man 8 sehr, 8
daß vorkommenden Falles der König Leopold II. Männer finden könnte, um eine solche Staatsaction in Scene zu setzen, nach— dem die Legislatur mit einer an Einstimmigkeit
gränzenden Mehrheit das Eisenbahngesetz an— genommen hat. Spanien. Madrid. Das Ministerium
des Janern zeigte in der Abgeordnetenkammer an, daß in Keres und Moron(Andalusien) aus Anlaß
der Conseription Unruhen stattgefunden, bei welchen Barrikaden errichtet worden und es Todte und Verwundete gegeben. Die Ruhe sei zwar wieder hergestellt, es hertsche aber große Aufregung in Andalusien. Die Cortes nahmen einstimmig einen Antrag an, der darauf abzielt, der Executivgewalt eine größere moralische Kraft zu verleihen.
— Cortes. Prim theilt mit, daß die Mo⸗
narchisten einen Candidaten hätten, der seiner Zeit genannt werden würde. Die Constitution würde die Freiheit der Culten proklamiren, aber der Katholicismus Staatsreligion bleiben. — Aus Havanna wird telegraphirt: Die Insurrection ist im Abnehmen. Man hat die Bestätigung von det Niederlage der Insurgenten. Am 15. d. sind 30 Gefangene nuch Fernando Po abgegangen. Der Zucker kommt auf den Markt. Havanna ist ruhig.
— Die Washingtoner Regierung hat bisher in den Hafenstädten Wache halten lassen, um Freibeuter-Corps an der Einschiffung nach Cuba zu verhindern. Dennoch sind schon viele einzelne Freiwillige aus New-Aork, New- Orleans und anderen Städten nach der Insel abgegangen und, haben sich an dem Kampfe gegen die Spanier betheiligt. Auch Waffen finden den Weg nach
Cuba und amerikanischen Blättern zufolge sollen
schon 15 Kanonen hingebracht und gegen die
Spanier im Felde sein.
Italien. Die„Gazetta di Torino“ will aus Florenz erfahren haben, daß eine der Grund lagen, auf der sich das angebliche Schutz⸗ und Trutzbündniß zwischen Italien, Frankreich und Oesterreich stützen soll, wäre, den Status quo bei⸗ zubehalten, so lange der jetzige Papst noch lebe.
Amerika. Dem ftanzösisch-atlantischen Kabel
droht mit nächsler Zeit eine nicht zu verachtende
Coucurrenz zu erstehen. Das Repräsentantenhaus hat einer neuen Compagnie Corporationerechte gegeben zum Zwecke der Fabrikation, Legung und des Betriebs eines oder mehrerer atlantischer
— Die„N. fr. Pr.“ bestätigt, daß zwischen abel von Amerika über die Azoren nach der Oesterreich und Italien eine Annäherung statt⸗
französischen Küste. Die Gesellschaft gedenkt zwei Kabel zu legen, die je 2000 Meilen lang und 400 Meilen kürzer sind, als die jetzt arbeitenden Kabel. Auch soll eine ganz neue amerikanische Er⸗ findung zur Anwendung kommen, vermittelst deren zwei getrennte Strome gleichzeitig und nach ent⸗ gegengesetzter Richtung durch das Kabel gehen können.
Washington. Der Senat hat den auf Anerkennung der Unabhängigkeit Cubas lautenden Antrag dem Comite für auswärtige Angelegen heiten überwiesen. b
Franfurt. Die mit dem 18. d. begonnene Messe brachte fast keine Veränderung in dem Aeußeren der Stadt hervor. Die Messe war schlecht besucht. Hoffentlich werden warme Tage die Käufer zum Besuche der Messe verlocken. Die einzige Branche welche gestern zu thun halte, war die für Schuhwerk.— Dem von der Stadtverordneten Ver⸗ sammlung ausgesprochenen Wunsche, daß man während der Messe die Musikanten wieder auf den Straßen spielen lassen möge, zufolge, sah sich das Pollztipräsidium veran laßt, die betreffende Verordnung, wonach dies verboten war, zu suspendiren.
Darmstadt. Die bisher für die Provinz Starkenburg bestandene Viehversicherungs⸗Anstalt wird zufolge Bekaunt⸗ machung der großh. Ceniralstelle für die Landwirihschaft auf Grund der neuerdings reviduten und vestätigten Slatuten mit dem 1. April d. J. in eine Versicherungs⸗ Anstalt für das ganze Großherzogthum umgewandelt.
Aus Herrieden, 15. März, schreibt man der „Fränt. 3.7:„Noch sieht fast ganz Europa unter der
Neapel fiel das Thermometer vor einigen Tagen bei Schneegestöber unter den Nullpunkt— doch macht der Föhn immer mehr Versuche, uns über die Alpen her wärmere Temperalur zuzuführen. Am 11. besiegte er in Neapel den Passat nach heftigen Nampfe unter Hochge⸗ witter, am 12. brachte er in Rom die Temperatur Morgens 8 Uhr bei Regenwetter wieder auf(8.50) und Palermo(11.0), wo ei schon länger verweilte, die höchste zu dieser Zeit in Europa beobachtele Temperatur. Dabei stand der Barometer in ganz Europa unter dem Mittel (703mm). Ju Nordamerika steht dagegen der Barometer ungewöhnlich hoch, und es ist dort viel wärmer, als bei uns. München. Der Postbiener Becher befand sich bei seiner Verhaftung, der er nicht den geringsten Widerstand entgegensetzte, in angetrunkenem Zustande, sein Wagen barg außer einem reichlichen Vorrath an Wein Rum, Aepfeln, Confect ꝛc. die Summe ven 28,861 fl. 40 kr. in Werthpapieren und Baargeld. Mit ihm sind der Kulscher, der ihn von München wegsuhr, wie auch mehrere Genossen des Diebs in Haft gebracht.
Herrschaft' des kalten Polarstromes— selbst in Rom und


