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1869.
Samstag den 20. März.
N N 33
Oberhessischer Anzeiger.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Itiedberger Intelligenzblalt.
Eescheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Auf den wöchentlich dreimal erscheinenden„Oberhessischen Anzeiger“
kann man für das zweite Quartal l. J. bei allen Poststellen für 38 kr., mit Bestellgeld für 47 kr. abonniren.
Die verehrlichen Mitglieder der landwürthschaftlichen Section 3 Butzbach und sonstige Freunde der Landwirthschaft werden auf Dleastag den 23. März, Nachmittags 3 Uhr, zu einer landwirthschaftlichen Besprechung hierher auf das Rathhaus ergebenst eingeladen. 3. b 8 6 0 von Gülich und ist dieselbe auch für unsere Verhältnisse anwendbar? Vortrag über die verschiedenen Rindviehracen Deutschlands, von Herrn Dr. Henkelmann gehalten, der sich auch bei Beant— wortung der Fragen 2 und 3 wesentlich betheiligen wird.
Butzbach den 10. März 1869.
Gegenstände dieser Besprechung sind: 1. Der Hafer ist bekanntlich das
am Halme vorzeigen.
sicherste
lohnendste Sommergetreide, welche Regeln empfehlen sich bei seinem
Anbaue und welches sind die ertragreichsten Hafersorten? Herr Dr. Henkelmann wird etwa Is verschiedene Hafersorten
Amtlicher Theil.
Einladung.
einzurichten? Worin auch 4.
und wohl
besteht
Warum soll der Landwirth Buch und Rechnung führen und wie sind solche für mittlere und kleine Güter am zweckmäßigsten
die vielfach gerühmte Kartoffelbaumethode
See
Hessen. Darmstadt, 16. März. 2. Kammer. helfen.
Bei der Abstimmung wird nach Antrag
dahin zu wirken, daß die durch das gegenwärtige
Eingelaufen ist ein Protest des Kirchenvorstandes des Ausschusses die Regierungssorderung abgelehnt, Militärspstem des Norddeutschen Bundes hervor-
der Gemeinde Niederrosbach, Kreises Friedberg, gegen einen elwaigen Kammerbeschluß in der An— gelegenheit der Kirchenverfassung. Die Kammer fährt in der Berathung des Militärbudgets fort. Für Servis fordert die Regierung 187,483 fl. 15 kr. Von der Minorität des Ausschusses wird die Verwilligung von 162,065 fl. 58 kr. bean- tragt, wobei diese Minorität von der Ansscht aus- geht, daß der Bezug der Naturalienquart weg— fallen müsse. Regierungs-Commissär Niepoth erklärt, daß Naturalien und Servis nicht gleich seien; Servis könne nicht als ein Ersatz des Na— turalienbezugs angesehen werden. Der Minoritäts- antrag wird unter Ablehnung der Regierungsfor— derung gegen 8 Stimmen angenommen. Für das Lazarethwesen werden die einstimmigen Anträge des Ausschusses genehmigt, und zwar 1070 fl. und 46,909 fl. zu sachlichen Verwaltungsausgaben, 2700 fl. und 5800 fl. für bauliche Unterhaltung und 4700 fl. für Neubauten, insbesondere Laza— rethe in Offenbach und Butzbach. Zur Unter haltung des Traindepots bewilligt die Kammer 2700 fl. Die Verpflegung der Ersatz- und Re⸗ servemannschaften erheischt nach Bestimmung der Regierung 8750 fl. Bewilligt werden nur 8000 fl. Für Remonte werden jährlich ausgesetzt 55,770 fl. und sestgesetzt, daß sich ergebende Bestände nicht zur Verwendung über die Finanzperiode hinaus disponibel bleiben können. Dienst- und Ver— setzungsreisen, Vorspann- und Transportkosten sind von der Regierung veranschlagt zu 25,900 fl., werden jedoch nach Antrag der Minorität redueirt auf 18,000 fl. und die Bestimmung beigefügt, daß odne Bewilligung der Kammer kein Garni— sonswechsel stattfinden kann. Die Minorität des Ausschusses spricht sich gegen die Garnisonsschule aus und beantragt, die geforderten 4230 fl. nur noch auf 1 Jahr zu bewilligen. Dieser Autrag wird angenommen mit dem Zusatze, daß innerhalb dieses Jahres die Garnisonsschule aufzulösen sei und werden dann für 1870 und 71 jährlich 250 fl. Schulgeld bewilligt. Für den Militär— Med ieinalstab werden 2825 fl. in Anspruch ge— nommen, worunter der Gehalt für einen Divistons— Generalarzt mit 2025 fl. einbegriffen ist. Die Majorität des Ausschusses ist der Ansicht, daß eine Division keinen Generalarzt brauche, zumal da wir den Berliner Medieinalstab mitbezahlen
dagegen zur Remuneration eines die Geschäfte des gerufene übermäßige Belastung baldthunlichst ver— Divisionsgeneralarztes besorgenden Oberstabsarztes ringert werde, wird nach kurzer Debatte angenommen, 350 fl. verwilligt. Für Artillerie und Waffen- ebenso der weitere Antrag, die Kammer wolle wesen werden 5090 fl. persönliche Ausgaben und erklären, daß die Regierung nicht ermächtigt sei, 70,700 fl. allgemeine Verwaltungskosten gutgeheißen. andere Ausgaben als die verwilligten zu machen, Die Anforderung von 2800 fl. zur Unterstützung oder die Verwilligungssumme zu überschreiten.
für active Militärs und Beamte bei der Militär⸗— 17. März. Zweite Kammer. Fortsetzung Verwaltung wird nach dem Antrag des Ausschuß-[der Berathung des Militärbudgets. An außer⸗ Referenten genehmigt. Zu Tit. 57(Pensionen ordentlichen Ausgaben werden bewilligt für Neu- und Unterstützungen für Offiziere, Beamten, In- bauten 68,462 fl., dagegen die 100,200 fl. für validen, Wittwen und Kinder) verlangt die Re- den Bau eines Lazareths, verworfen; sür das gierung 1) Pensionen für invalide Soldaten vom Kriegsrechnungsamt bewilligt die Kammet als Unteroffizier an abwärts 45,000 fl., 2) Ver- Extraordinarium 2601 fl. Die eignen Einnahmen stümmlungszulagen 9500 fl., 3) Pensionen für der Militärverwaltung werden von der Kammer Offiziere und Beamten aller Grade 245,000 fl. auf 32,668 fl. 30 kr. festgestellt. Gegen die Die Höhe der letzteren Summe veranlaßt K. J. vom Präsidenten verlesenen Anträge der Abgg. Hoffmann, einige vergleichende Notizen zu K. J. Hoffmann und Wernher beantragen verlesen, nach welchen im Großherzogthum auf 6 Dumont und Gagern: Verwerfung der beiden pensionirte Generallieutenants 1 activer kommt, Anträge, und sollte einer angenommen werden: auf 20 pensionirte Oberste 7 active; ferner be. 1) Verwahrung einzulegen gegen Einführung der sitzen wir 5 pensionirte Genctalmajors und 22 preußischen Gagen, 2) mit Rücksicht auf die neuen
penslonirte Majors gegen Redner findet es unverantwortlich, in solcher Weise die Steuerkraft in Anspruch zu nehmen. Oberst Dornseiff erklärt, daß nur solche Offiziere pensionint würden, deren Unfähigkeit oder Feld— dienstuntauglichkeit erwiesen sei. Volhard ist der Ansicht, daß man die Schuldigen von 1866 vor Gericht hätte stellen sollen und absetzen, nicht aber die Mittel zu müßigem Leben noch dazu gewähren. Ebenso Dumont. Der Ausschuß beantragt die Verwilligung der Pensionen für in— valide Soldaten und der Verstümmelungszulagen, welche auch einstimmig ersolgt; bezüglich der dritten Anforderung beantragt die Majorität des Ausschusses als normalen Etat 180,000 fl. und für diese Finanzperiode vorübergehend jährlich weitere 50,000 fl., in Ganzem 230,000 fl. zu verwilligen. Auch diesem Antrag tritt die Kammer bei. An Pensionen und Unterstützungen von Wittwen und Kindern werden die geforderten 26,600 fl. verwilligt, für die Militärwittwenkasse als Staatszuschuß 13,000 fl., ebenso die Anfor— derung von 149,033 fl. 30 kr. als Beitrag zu den Generalkosten der Armeen des Norddeutschen Bundes und von 4950 fl. für verschledene Aus- gaben. Der Antrag des Ausschusses, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, mit allen Kräften
21 active Majors. Verhälinisse jedoch dem Kriegsministerium größere
Freiheit in der Verwendung der bewilligten Gelder zu lassen und 3) die Regierung zu ersuchen, mit Preußen in Vernehmen zu treten wegen Berich— tigung der streitigen Art. 5 und 14 der Conven- tion. K. J. Hoffmann zieht seinen früheren Antrag zurück und vereinigt sich mit Wernher zu folgendem Antrage: Als jährliche Ausgabe zu bewilligen pro 69/71 die Summe von 3,066,918 fl., welche den Bestimmungen des norddeutschen Bun- desetats entspreche, jedoch unter der Beschränkung, daß die von der Kammer adoptirten Bestimmungen über Striche für speciell hessische Einrichtungen in keiner Weise überschritten werden dürften. Oberst Dornseiff sieht sich genöthigt, den Standpunkt der Regierung dem Wernher-Hoffmann'schen An— trage gegenüber zu präcisiren. Um dem Lande einen schweren Conflikt zu ersparen und die Divi— sion aus der seitherigen schwankenden unsicheren Stellung zu ziehen, nehme sie den beantragten Mindersatz von 3,066,918 fl. an und verspreche, mit Rücksicht auf die finanzielle Lage des Landes, die äußerste Sparsamkeit eintreten zu lassen. Bei der Abstimmung wird der Antrag von Hoffmann— Wernher mit 25 gegen 22 Stimmen angenommen, der Antrag Dumont-Gagern mit gleicher Stimmen: zahl abgelehnt.


