Ausgabe 
19.8.1869
 
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protestantische Bevölkerung des Landes wird gleich- zeitig noch aufgefordert, sich in der gegenwärtigen Agitation nicht irre führen zu lassen, sondern mit Vertrauen dem ihr Interesse vertretenden genau unterrichteten Landesausschuß zu folgen.

Mainz. Die diesjäbrige Versammlung des volkswirthschaftlichen Congresses findet bier vom 1. bis 4. September statt. Auf der Tagesord⸗ nung stehen folgende Gegenstände: a. Jahresbericht der ständigen Deputation; b. Constituirung des Vorstandes; e. Entgegennahme etwaiger neuer Anträge von Mitgliedern, dergleichen statutenmäßig nur vor oder bei Eröffnung des Congresses gestellt werden können, über deren Berathung und den Zeitpunkt derselben der Congreß entscheidet; d. Berichterstattungen durch die von der ständigen Deputation bestellten Referenten; e. Berathungen, in der Regel sofort im Plenum, über folgende Gegenstände: 1) Prinzipien für Aufnahme von Staats- Anleihen, 2) Einfuhrzölle auf Twiste und Soda, und Ausfuhrzoll auf Lumpen, 3) Werth⸗ oder Gewicht⸗Zöfle, 4) Prinzipien der Armenpflege und Armengesetzgebung, 5) das Actiengesellschafts⸗ recht, 6) die Haftbarkeit der industriellen Unter- nehmer(Cisenbahnen, Bergwerke ꝛc.) für die durch den Betrieb veranlaßten Körperbeschädigungen, 7) die wirthschaftliche Seite des ehelichen Güter⸗ rechts, 8) über die Haftbarkeit der Transport unternehmer als Frachtführer; f. Wahl der stän- digen Deputation zur Geschäftsführung für das folgende Jahr.

Preußen. Berlin. Gegenüber einem den Fürsten Hohenlohe angreifenden Artikel derCorre spondance de Rome schreibt dieNorddeutsche Allg. Zeitung officiös:Das Einvernehmen aller deutschen Regierungen im Norden und Süden ist darüber gesichert, daß, wenn die Beschlüsse des Concils den Frieden zwischen der weltlichen und geistlichen Gewalt antasten, die Abwehr eine ge meinschaftliche und grundsätzlich übereinstimmende sein wird.

Hildesheim. Den glücklichen Findern des früher erwähnten Silberfundes am Galgen herge wurde ihr Finderlohn auf dem Regiments bureau ausbezahlt und damit die Sache definitiv erledigt. Der Finder selbst hat 10,000 Thlr., einer der betheiligten Unteroffiziere 200, ein an derer 300 und ein dritter 500 Thlr. erhalten.

Homburg v. d. H. Am 14. traf der König Wilhelm von Preußen hier ein und wird einen achttägigen Aufenthalt nehmen. Der Andrang von Fremden ist seit einigen Wochen so groß, daß beispielsweise nicht allein die gewöhn⸗ lich für Kurgäste eingerichteten Logis in dem neuen Stadttheile, den Anlagen und Promenaden, son⸗ dern auch die Altstadt und die umliegenden Dörfchen mit Fremden buchstäblich vollgepfropft find. Die letzte Kurliste zählt 12,767 anwesende Fremde.

Frankfurt. Der BernerBund bringt über unsere Aus weisungsdekrete eine Correspondenz, in welcher es heißt:Wir haben die schweizerischen Bürgerrechtsertheilungen an Solche, die nicht dic Absicht hatten, sich in der Schweiz niederzulassen, immer mißbilligt und begreifen es, daß Preußen es nicht gerne steht, wenn seine jungen Staats- bürger auswärtige Bürgerrechte erwerben, um dann doch das Domicil in Preußen beizubehalten; allein die preußische Regierung hat es ja in der Hand, durch eine Aenderung ihrer Gesetzgebung den Aus- tritt aus dem preußischen Staatsverbande zu er schweren, und war nicht genöthigt, zu einer Maß⸗ regel ihre Zuflucht zu nehmen, womit sie einem befreundeten Lande, mit dem sie soeben einen Handelsvertrag abgeschlossen hat, eine rücksichtslose Beleidigung zufügt. Der schweizerische Bundes- rath wird nicht umhin können, sich der Betroffenen, die nun einmal Schweizer Bürger sind, energisch anzunehmen, und dies um so mehr, als preußischer Seits hier das Gerücht verbreitet wird, die Maß regel sei im Einverständniß mit der schweizerischen Bundesregierung erfolgt.

Hamburg. Nach einem Kabel⸗Telegramm, welches die Hamburg-Amerikanische Dampfschiff⸗ fahrts⸗Gesellschaft erhalten hat, ist der Dampfer Cimbria am 14. d. Nachmittags um 5 Uhr mit den sämmtlichen Passagieren sowie der geretteten

gesammten Post des veruntlückten Dampfers Germania von St. Johns abgegangen. N

Würtemberg. Stuttgart. Auch ein Zeichen der Zeit. In Winzeln, Oberamts Obern⸗ dorf, sind alle Militärpflichtigen des nächsten Jahres ausgewandert.

Oesterreich. Wien. DasTagblatt meldet, die Antwort des Reichskanzlers Baron v. Beust auf die letzte preußische Note sei bereits in Berlin eingetroffen. Der Reichskanzler weise darin entschieden die preußischen Behauptungen zurück. Das Antwortschreiben, welches formell mäßig gehalten sei, betone nochmals das Streben der österreichischen Regierung, sich auf freundschaft lichen Fuß mit Preußen zu setzen; die Würde und Stellung Oesterreichs müsse jedoch geachtet werden.

Nach Mittheilungen aus Konstantinopel wäre der Confliet zwischen der Pforte und dem Vicekönig von Aegypten so gut wie ausgeglichen zu betrachten. Ueber einige Punkte von unterge ordneter Bedeutung ist eine weitere Vereinbarung vorbehalten, aber alle großherrlichen Fermane mit allen durch sie begründeten Rechten des Vicekönigs bleiben aufrecht, während andererseits der Vicekönig in einer eklatanten Kungebung das unveränderte Fortbestehen des Vasallen-Nexus von Neuem zur zweifellosen Erscheinung bringt. Von einer ferneren Einmischung, bezw. von irgendwelcher Garantie leistung der Mächte ist Abstand genommen.

Frankreich. Paris. Die Feier des Napoleonsfestes fand in herkömmlicher Weise statt. Eine ungeheure Menschenmenge betheiligte sich an derselben; ein Unfall ist bis jetzt nicht gemeldet. Kein Journal ist am 16. d. erschienen.

Das Amnestiedecret des Kaisers, welches das offizielle Journal vom 15. d. veröffentlicht, ist von sehr umfassender Ausdehnung, indem es sich auf Verurtheilungen wegen Verbrechen und Vergehen politischer Art, wegen solcher gegen die Polizei, wie in Preß- und Druckerei-Angelegen⸗ heiten, ferner wegen solcher in öffentlichen Ver sammlungen und Coalitionen bezieht, und zwar bis auf den heutigen Tag. Sodann wird auch für Verbrechen und Vergeben Amnestie bewilligt, die in Mauth-Angelegenheiten, bei indirekten Steuern, bei Gold und Silbersachen, gegen die Jagd-, Wege- und Fuhrwerks-Polizeigesetze wie im Nationalgardendienste begangen wurden. Die Amnestie ist weder auf die Prozeßkosten noch auf die Schadenersatzgelder, in Folge von in Kraft getretenen Urtheilen anwendbar. Auch kann die Amnestie nicht den Rechten Dritter entgegengesetzt werden, und bis zu diesem Tage ausgezahlte Geld summen werden nicht zurückgezahlt.

Das in allen Gemeinden Frankreichs ver öffentlichte Amnestiedekret ist mit großer Befrie digung aufgenommen worden. In St. Etienne wurden 56 Verurtheilte, größtentheils aus Rica marie(wegen des letzten Tumultes der Minen⸗ arbeiter verhaftet) entlassen. In Paris sind 153 politischer Vergehen halber Inhaftirte freigelassen worden.

Da ein rheumatisches Leiden den Kaiser von der Reise in das Lager von Chalons abhielt, beauftragte er den kaiserlichen Prinzen, ihn vor den Truppen des Lagers von Chalons zu vertre⸗ ten und denselben die Auszeichnungen zu über⸗ bringen, welche aus Anlaß des Festes vom 15. August vertheilt werden sollen. Die Truppen, welche auf Befehl des Kaisers nicht unter Waffen getreten waren, eilten in Menge herbei und be grüßten den Prinzen mit dem Ausdruck der wärmsten Sympathie und den Rufen: Es lebe der kaiserliche Prinz!

La France sagt:Da der Kaiser nicht am 15. August nach Chalons gehen konnte, so wird er wohl am 10. September bei Aufhebung des Lagers sich dahin begeben. Die Amnestie findet bei den Journalen ungetheilte Anerkennung.

Es ist unrichtig, zu behaupten, äußert die Presse, daß die Regierungen sich in Bezug auf das Concil jeder Betheiligung enthalten wollen. Die Frage wird augenblicklich erörtert und ist der Erörterung auch sehr werth. Gewiß ist, daß in unserer militärischen Stellung auf römischem Ge

biet keine Aenderung eintreten wird. Im U

ist die Entscheidung noch abzuwarten; allein es 0 liegt hinreichende Veranlassung vor, anzunehmen,

daß Frankreich bei dem wichtigen Akt, den die

mich diesce Jabr vollziehen soll, nicht glechgüllig

bleiben wird.

Ein Pariser Correspondent derKöln, Ztg. gibt über den vor einigen Tagen verstorbenen Feldmarschall Niel folgende Mittbeilung: In Niel verliert Frankreich einen seiner besten Generale und jedenfalls sein größtes organisatorisches Talent. Ob Niel das Zeug zu einem Oberfeldherrn hatte, weiß man nicht, da er nie ein selbständiges Com⸗ mando führte. vor den übrigen dort commandirenden Generalen

rühmlichst hervor; er führte aber dort nicht den

Oberbefehl, sondern commandirte nur das vierte Armeecorps. Er wußte zu verhindern, daß die

Oesterreicher den rechten Flügel der Franzosen

umgingen, und er entschied persönlich durch einen ungestümen Angriff gegen Abend das Schicksal der Schlacht. Für diese That wurde er auf dem Schlacht⸗ felde zum Marschall ernannt. Als Genie- Offizier zeichnete sich Niel vielfach aus, wie 1849 in Rom, 1853 auf Bomarsund und 1855 vor Sebastopol. Bei den übrigen Marschällen und Generalen stand Niel in keinem besonderen Ansehen. Man schätzte ihn zwar als Genie⸗Offizier und Organisator sehr hoch, man sprach ihm aber das Feldherrntalent ab, und es würde schwer gehalten habea, falls Krieg aus- gebrochen, ihn als Obercommandanten an die Spitze einer großen Armee zu stellen. Nach dem

Frieden von Villafranca ward er Inhaber des!

großen Militär-Commando's von Toulouse, bis ihn nach dem 19. Januar 1867 der Kaiser in's Kriegsministerium berief. Als Kriegsminister leistete er Außer ordentliches, wie auch die rasche Reor ganisation der französischen Armee beweist.

Spanien. Ueber die Dinge in Spanien wird aus Madrid 9. August geschrieben:Ob⸗ gleich die Zahl und die Stärke der carlistischen Banden bedeutend abgenommen hat und man diesen ersten Versuch als vollkommen gescheitert betrachten kann, dauert die Aufregung doch fort und die Regierung sieht sich noch immer genöthigt, die eifrigsten und strengsten Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Man spricht auch von dem Erscheinen neuer Banden auf Punkten, welche bisher von der Bewegung nicht berührt worden waren. Diese Nachrichten sind gewiß unbegründet oder doch mehr oder weniger stark übertrieben; gewiß ist aber, daß die Verhaftungen in Madrid täglich zahlreicher werden.

Nach offizieller Mittheilung wurde bei Andilla in der Provinz Valencia ein aus 500 Infanteristen und 50 Kavalleristen bestehender carlistischer Haufen von den Truppen geschlagen.

Amerika. Nach den letzten Nachrichten vom Kriegsschauplatze in Paraguay, die bis zum 9. Juli reichen, behauptet sich Lopez noch immer mit einem kleinen Corps, das noch immer eine ziemliche Zahl von Geschütz besitzt, im Ge birge. Die Truppe soll mit Proviant gut ver⸗ sehen sein, jedoch an Waffen und Munition Mangel leiden. Auch wird von einem mißglücklen Versuche gemeldet, den der General neulich gemacht habe, vermittelst einer Höllenmaschine einen Convoi feindlicher Soldaten auf der Eisenbahn in die Luft zu sprengen.

Frankfurt. Mit dem 15. d. begann die dreitägige

Feier des 400 jährigen Bestehens der Frankfurter Urschützen⸗

gesellschaft. Zur Feier desselben hatten sich Schützen aus Wien, Berlin, Schwerin, München, Offenbach, Mainz, Darmstadt, Hauau, Wiesbaden ꝛc. eingesunden. Das Banket war don etwa 200 Personen besucht. Des Nach⸗ mittags begann das Preisschießen und wurde viel und gut geschossen. Am Abend concertirten die verbündeten Männergesangvereine am Oberforsthaus. Eine außer⸗ ordentliche Menschenmenge hatte sich im Walde zur Fest⸗ feier eingefunden. N Offenbach. Am letzten Samstag Abend war das Polizeilokal von einer ungeheuren Menschenmenge belagert, Die Ursache des Zusammenlaufs war die Arrestation eines hiesigen verhesratheten Mannes, der sich am hellen Tage im nahen Walde und in der Promenade gegen er⸗ wachsene Frauenzimmer und kleine Mädchen höchst unsitt⸗ liche Geftikulationen und Angriffe erlzubt hat. Indessen

wird die Untersuchung herausstellen, wie stark derselbe in,

Betreff ber fraglichen Vergehen gravirt ist.

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