vorbehalten batte. Das Obertribunal hat erkannt, daß dieser Vorbehalt gänzlich einflußlos sei, mit der Firma gehen auch alle Verbindlichkeiten der- selben auf den neuen Besitzer über. Hiernach werden Geschäftsleute, die in eine alte Firma eintreten, mit mehr Vorsicht zu verfahren haben, als sie bisher anzuwenden pflegten.
Wiesbaden. Die Gesellschaft zum Betrieb der Kur-Etablissements in Wiesbaden und Ems hat für die Sommersaison des Jahres 1868 an den Staat 327,794 fl. 37 kr. und für die Winter- saison 102,542 fl. 34 kr., zusammen also 430,337 fl. 11 kr. zur Bildung eines Kurfonds als die Hälfte ihres Reingewinns einbezahlt. Die Homburger Vank lieferte vertragsmäßig als die Hälfie ihres Reingewinns von 1868 die Summe von 139,475 Thalern oder 244,099 fl. 15 kr. ab.
Vom Rhein wiederholen sich immer noch die Klagen über hohe Besteuerung im Allgemeinen, besonders aber über die enormen Gerichtskosten, die z. B. beim Auktionsverfahren erwachsen. So werden bei einer Klage auf 20 Thlr. 10 Procent des Auktionserlöses, also 2 Thlr. berechnet, während eine solche Auktion unter nassauischem Gesetze nur 30 kr. kostete. Selbst in dem Falle, daß eine Auktion widerrufen wird, ist ein Viertheil jenes Procentsatzes zu berechnen.
Bayern München. In der Sitzung der Abgeordnetenkammer fand am 14. d. die Be⸗ rathung über den Antrag auf Freigebung der Advokatenpraxis statt. Stauffenberg reproducirt den Antrag des Referenten; für ihn sprechen Karl Barth, Völk und Grafenstein; für den Ausschuß⸗ antrag Behringer und Stenglein; ersterer wird abgelehnt, letzterer angenommen.
Oesterreich. Wien. Das„Telegraphen- Correspondenz-Bureau“ meldet: Nach den neuesten Pariser Nachrichten dürfte sich die Conferenz durch den vom Berlreter Griechenlands hervorgerufenen Zwischenfall in ihren Arbeiten nicht aufhalten lassen und ist gegründete Hoffnung vorhanden, daß die Verhandlungen zu einem befriedigenden Resultat führen werden.
— Das„Tageblatt“ sagt: Frankreich, Oester⸗ reich, England, Italien und Preußen hätten sich direkt an die griechische Regierung gewendet, die⸗ selbe möge um ein friedliches Arrangement herbei— zuführen, auf der Formfrage nicht weiter bestehen. Rußland sei diesem Schritte bisher nicht bei⸗ getreten, weßhalb Unterhandlungen mit dem russi⸗ schen Cabinet im Gange seien.
— In der Sitzung des Reichsraths wurde die Regierung wegen der fortgesetzten Thätigkeit der geistlichen Ehegerichte interpellirt. Verschiedene Gesetzentwürfe wurden eingebracht.
— Die„N. fr. Pr.“ erfährt aus London, die englische Regierung habe eine Circularnote erlassen, worin sie erklärt: die Conferenz werde den Orient mit oder ohne die Mitwirkung Griechenlands pacificiren— Die„Presse“ meint, es scheine festzustehen, daß das Schlußprotokoll der Conferenz mehr den Charakter eines Gut- achtens als den bindender Verpflichtungen für Durchführung gewisser Maßregeln tragen werde.
Pest. Dem Wiener Correspondenz Bureau wird von hier gemeldet: Die griechischen Schiffe auf der Donau führen mit Genehmigung des russischen Consuls in Belgrad die russische Flagge.
Schweiz. Der aus den Zeiten des Sonder⸗ bundes bekannte Constantin Siegwart Müller ist am 11. d. in Altdorf bei Luzern gestorben.
Frankreich. Paris. Da die Pariser Blätter von der Conferenz soviel wie Nichts zu melden wissen, so scheinen sie sich durch allerlei kleine Sensationsnachrichten entschädigen zu wollen. So läßt die„Presse“ Türken und Griechen an der thessalischen Gränze sich schon in den Haaren liegen, die„Opinion nationale“, als besondere Freundin des Moskowiters, erzählt von grausam großen Truppenanhäufungen am schwarzen Meer und an der rumänischen Gränze. Polen und speciell Warschau sei mit Truppen und Munition angefüllt und bereits fange man an, sie nach dem schwarzen Meer zu dirigiren.
— Der„Moniteur“ bringt Näheres über die Conferenz und spricht seine Ansichten über das
durch seine friedliche Gesinnung sehr hervorgethan.
muthmaßliche Resultat der Verhandlungen aus. In der vorletzten Samstagssitzung hat sich dem „Moniteur“ zufolge der Repräsentant Rußlands
Er soll seine Collegen auf folgende Worte des Generals Grant, des erwählten Präsidenten der Vereinigten Staaten, aufmerksam gemacht haben: „Die ganze Welt verlangt nach Frieden; ent— fernen wir nicht allein den Krieg, sondern sogar die Krirgsgerüchte. Der Friede hat seine Siege, die glorreicher sind, als die auf dem Schlachtfelde davongetragenen. Möge der Himmel die heute in Paris versammelten friedlichen Gesandten be⸗ schützen. Mögen sie es wohl wissen, daß die Welt keinen Krieg mehr will!“ Diese Worte sollen einen gewissen Eindruck gemacht haben, zumal da man weiß, daß die amerikanische Re— publik und Rußland durch enge Freundschaftsbande miteinander verknüpft sind.
— Nach dem„Journal officiel“ fand am 15. d. die Fortsetzung der Conferenzverhandlungen statt. Der„Constitutionnel“ sagt: Die Sitzung dauerte beinahe drei Stunden Rangabe wohnte derselben nicht bei. Die Bevollmächtigten ver— pflichteten sich neuerdings zur absoluten Geheim— haltung. Der„Coustitutionnel“ meint, die Con- ferenz werde ihr Werk der Versöhnung und des Friedens beenden, trotz der Zurückhaltung Griechen- lands. Auch habe man allen Grund, zu glauben, daß Griechenland vor der Einmüthigkeit der Mächte seine Haltung den gefaßten Beschlüssen gemäß einrichten werde.
— Am 15 d. bat die vierte Conferenzsitzung stattgefunden.— Der„Constitutionnel“ sagt: Die Sitzung hat drei Stunden gedauert und die Berathungen haben eine so befriedigende Wendung genommen, daß die gewünschte Lösung der der Conferenz vorliegenden Frage einen guten Schritt vorwärts gemacht bat. Alles berechtigt somit zur Hoffnung, daß die Sitzung der Conferenz am 16. d. die letzte sein und daß die Bevollmächtigten das Werk der Einigung beenden werden.
— Neben der drientalischen Angelegenheit macht das plötzliche Verbot des Anlehens der Stadt Madrid viel von sich reden. Das Verbot ging vom Ministerium des Innern aus und gründete sich auf den angeblichen Hazardspiel⸗ charakter der mit Loosen verbundenen Operation, welcher Charakter indeß, wie der„Gaulois“ mit Recht einwendet, den mexikanischen Anlehen und noch neulich dem Anlehen der Simplon-Gesell- schaft nicht im Wege stand. Das Verbot hat also offenbar politische Motive.
— Die Conferenz hat am 16. d. von vier bis sechs Uhr getagt und ihre Arbeit vollendet. Die Förmlichkeiten werden eine letzte Sitzung, wahrscheinlich am 17. d. Abends, erheischen. Die aufgesetzte Erklärung, über welche die Mächte übereingekommen sind, nachdem sie das Ultimatum der Türkei und die Antwort Griechenlands geprüft haben, wird nächste Woche dem griechischen Ca. binette mitgetheilt werden. Nach der„France“ gibt die Erklärung dem Verhalten Griechenlands in einigen Punkten Unrecht, im Ganzen ertheilt sie ihm den freundschaftlichen Rath, sich mit dem Nachbar Türk zu vertragen und Frieden zu halten. Es gehört nur noch dazu, daß der gute Rath auch befolgt wird.
Großbritannien. London. Lord Cla⸗ rendon hat die englischen Agenten im Ausland benachrichtigt, daß die Conferenz mit oder ohne Griechenland beschließen und die Pacification des Orients sichern werde
— Die„Times“ meldet, daß Lord Clarendon und der amerikanische Gesandte, Reverdy Johnson, am 14. d. die Convention, die„Alabama“ An- gelegenheit betreffend, unterzeichnet hoben Es sei fast genau dasselbe Uebereinkommen in der„Ala⸗ bama“-Frage, wie es Stanley abgeschlossen habe. Die nuumehr definitive Convention wird dem Parlament vorgelegt.
— Der„Daily Telegraph“ erfährt, daß vor Kurzem abermals ein Anerbieten des päpstlichen Stuhles, einen Nuntius beim englischen Hofe zu
accreditiren, Seitens der britischen Regierung von
sie noch immer der Ernennung eines Klerikers zum Vertreter des Papstes ihre Zustimmung versage.
— Die allgemein gehegte Erwartung, daß der versprochene neue Postvertrag zwischen Eng— land und dem Norddeutschen Bunde mit dem 1. Januar d. J. in Kraft treten werde, hat sich nicht erfüllt und macht sich dieß durch den Sub- sidiarvertrag mit der Schweiz noch mehr fühlbar, da sonderbarer Weise fernerhin ein Brief über Ostende und Brüssel nach Deutschland 6 d., ein Brief über Ostende und Brüssel nach der Schweiz dagegen nur 3 d. kostet.
— Der„Observer“ sagt, der Vertreter Eng— lands bei der Conferenz setzte den Beschluß durch, daß Seitens der Conferenzmächte keine Zwangs— maßregeln behufs Durchführung des Resultats der Verhandlungen ergriffen werden sollten, weil sonst endlose Verwicklungen zwischen den bei der Conferenz betbeiligten Mächten und Griechenland entsteben würden.
Spauien. Zwei Damen der hohen spanischen Aristokratie, die Marquise Portugalete und die Marquise Santiago de Zugasti, haben dem Ministerpräsidenten eine von 15,000 Unterschriften bedeckte Adresse zu Gunsten der Einheit der kath. Kirche überreicht, in welcher das Gesuch aus— gesprochen wird, mit der Demolition der Kirche einzuhalten. Der Correspondent der Londoner „Times“ in Madrid legt dieser Petition kathol. Frauen gegen religiöse Freiheit und Toleranz mehr Wichtigkeit bei als einer gewöhnlichen De⸗ monstration, indem er sie als ein neues Zeichen für die verderbliche Wirkung des Zögerns auf Seiten der Männer hinstellt, welche gegenwärtig am Ruder stehen.
Italien. Der Correspondent der Londoner „Pall⸗Mall-Gazette“ in Rom berichtet, der Papst gehe mit dem Plane um, durch eine Gesandtschaft nach dem Otiente eine neue Anstrengung zu machen, um die griechische Kirche auf das öku⸗ menische Concil zu bringen. Außerdem seien auch Verhandlungen im Gange, um durch Sendung eines apostolischen Nuntius nach Berlin einen Schlag gegen den Grafen Beust zu führen. Gegen gewisse Concessionen an den römischen Stuhl würde nämlich Graf Bismarck in den Stand
gesetzt werden, einen großen Einfluß über die
Katholiken in Deutschland auszuüben.
Serbien. Belgrad. Die offiziöse„Ein⸗ heit“ fordert Ungarn auf, Serbien in Erfüllung seiner Aufgabe auf der Balkanhalbinsel faktisch zu unterstützen. Sonst würde die Freundschaft zwischen beiden Staaten für immer erlöschen.
Amerika. Newyork. Berichte aus Rio Janeiro vom 24. Dezember melden: Die Armee der Republik Paraguay wurde gänzlich zerstreut, Villetta am 11. Dezember genommen, 3000 Ge- fangene gemacht. Lopez enikam mit nur 200 Mann. Das Geschwader fuhr den Fluß aufwärts, um die Hauptstadt Assompcion zu besetzen. Man hält den Krieg für beenditzt.
— Die Regierung ist offiziell davon in Kennt⸗ niß gesetzt worden, daß die chilenische Regierung den Vorschlag einer Friedensconferenz mit Bolivia und Peru angenommen hat. Die Conferenz wird in Washington abgehalten werden.
— Die Sympathien für die Insurgenten in Cuba sind in Mexiko sehr laut und lebhaft und von vielen Seiten wird die Unterstützung der Re⸗ volution durch die mexikanische Regierung verlangt, die inoessen aus Mangel an Geld und Leuten unterbleiben dürfte. Auch fürchten Andere, daß die Insel, einmal unabhängig, bald den Vereinig- ten Staaten in die Hände fallen würde.
Asien. Mit der ostindischen Post tressen traurige Btrichte über die Hungersnoth ein, die im Laufe der nächsten Monate eine bedenkliche Höhe erreichen dürfte. Von Seiten der Behörden geschieht alles Mögliche, aber die Länderstrecken, welche betroffen sind, stehen in keinem Verhältnisse zu den vorhandenen Mitteln.
* Friedberg. Den Nachrichten aus Darmstadt über die in der Nacht vom 12. auf den 13. d. verspürte Erderschütterung sind die Mittheilungen über gleiche
der Hand gewiesen worden sei, und zwar weil Wahrnehmungen an verschiedenen Orten Starkenburgs
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