gefolgt, auch von Worms und Frankfurt wurden gleiche Beobachtungen gemeldet. Ebenso wird aus Büdingen berichtet, daß in der Nacht vom 12. auf den 13. d. M. und zwar 5 Minuten nach 12 Uhr auch dort mehrere starke Erdstöße verspürt wurden, so daß Betten, Oefen zc. schwankten. Gleich darauf war ein Getöse in der Luft gleich einem wimmernden Geheul vernehmbar. Die Erd, stöße dauerten etwa 2 Secunden, das Getöse etwa 2 Minuten.
Frankfurt. Dombaumeister Denzinger aus Regens— burg war dieser Tage hier, um die Verhandlungen wegen Uebernahme der Restauration des hiesigen Domes zum Abschluß zu bringen, was auch geschah Derselbe wird zur Leitung des Baues den größten Theil des Jahres hier verweilen, während er zum Fortbau des Regensburger Domes einen Vertreter substituiren wird. Mit Anfang des Frübjahres werden die nötbigen Vor— arbeiten begonnen werden. Daß Herr Denzinger, als eine der ersten Autoritäten für die neueste Gothik, das schwierige Werk der Wiederherstellung unseres Kaiserdomes im Geiste der alten Kunst leiten und vollenden wird, darf man mit
aller Sicherheit erwarten. Frankfurt. Zur Zeit findet in hiesiger Stadt große Jagd auf Spatzen statt. Dieselben werden nicht
geschossen, sondern lebendig gefangen und erhalten ein provisorisches Logis bei dem Vorstand der Grindbrunnen— Gesellschaft in der Mainzergasse. Bis jetzt sind eilwa 900 Stück daselbst einlogirt und bedarf derselbe noch 1100 Stück. Die armen Franksurter Spatzen sind nach Süd— Amerika(Peru) bestimmt, wo sie acclimatisirt werden
sollen. Eine Sendung ist bereits von hier dorthin ab— gegangen. i Lauterbach. Von hier ist abermals ein Verbrechen
und zwar ein Verbrechen gegen die Sittlichkeit zu berichten. Ein Mädchen aus dem nahen Angers bach wurde Abends von einem auf dem Nachhauswege sie begleitenden Manne aus demselben Orte noch ganz in der Nähe der Stadt plötzlich angepaat, mehrmals zur Erde geworfen und der Versuch gemacht das 15 jährige Mädchen zu schänden. Der Hülferuf des bedrohten Mädchens führte Leute aus der nahen Mühle berbei, durch welche das Verbrechen vereitelt wurde. Der Thäter, ein junger, noch nicht lange verheiratheter Mann, ist gefänglich eingezogen.
Aus Nassau. Nach einer Verordnung des Beunnen— comtoirs zu Selters dürfen von Neujahr an alte Krüge nicht mehr zur Füllung des Wassers an dieser weltberühmten Mineralquelle genommen werden, sondern es müssen siets neue Krüge à 7 kr. per Stück zur Ver⸗ wendung kommen. Wenn man auch nach Nachrichten von dort geneigt it, eine neue Besteuerung des Publi kums in dieser Verordnung zu erblicken, so dürfte doch tine gleiche Maßregel auch an andern ähnlichen Quellen bei den in den Handel kommenden Versendungen Nach ahmung verdienen. Wem es je passirte, daß er mit durstigem Verlangen nach einen frischen kühlenden Trunke lechzte und nach einem kräftigen Schluck zu spät gewahr wurde, den Inhalt eines alten Petroleumkruges sich ein— verleibt zu haben, der kann der erwähnten Anordnung nicht abhold sein.
Wiesbaden. Die Stadl Wiesbaden hat im Jahre 1868 eig schönes Quantum Fleischwaare verbraucht. Die dortigen Metzger haben ca. 46,000 Ctr. Fleisch geliefert, indem sie 3360 Stück Ochsen, 878 Kühe, 5979 Schweine, 12,232 Kälber und 6242 Stück Hämmel schlachteten. Der Im port an Fleisch läßt sich auch auf mindestens 1000 Tir.
anschlagen und wird sonach in Wiesbaden im Jahre 1868 eine Fleischmasse von ca. 47000 Ctr. verbraucht worden sein. Es kommen also auf den Kopf der Einwohnerzahl ca. 1½ Ctr.
Köln. Die Stadtverordneten haben beschlossen, das Carnevalfest mit 500 Thlrn. zu suboentioniren. Die große Carnevalgesellschaft beabsichtigt, den Kronprinzen und die Kronprinzessin zu dem diesjährigen Feste ein zuladen.
Schweiz. Aus dem Bade Ragatz kommen schlimme Nachrichten In Folge des anhaltenden Regens der letzten Tage har sich die ganze Gebirgsmasse herwärts der sog. Denktafel am Badwege, welcher Ragatz mit Bad Pfäffers verbindet, am 8. d. in Bewegung gesetzt. Die seither staitgehabten Erdabrutschungen sollen so groß sein, wie noch nie zuvor, und da noch immer ein Exrosturz auf den andern solgt, alles zu befürchten sein. Auf der einen Seite sei berits eine vollständige Thalsperre gebildet, welche den Lauf der Tamina gehemmt und dieselbe zu einem See aufgestaut hat. Die größten Tannen und Buchen sind mit den geklüfteten Erd. und Steinmassen von dem Bergabhange herabgerissen und liegen oder stehen kreuz und quer im Wege und an der Tamina. Wer je die enge Passage von Ragatz nach Pteffezs gewandelt und den ge— wöhnlichen Lauf des reißenden Bergflusses Tamina in der Tiese zwischen mächtigen Bergabbängen beobachtete, der kann sich eine Vorstellung machen, wie es nach obigen Nachrichten dort aussehen mag.
Bei Zürich sind unweit des Landungsplatzes der Dampfschiffe an einer seichten Stelle beim Ausbaggern Pfahlbauten und in denselben Steinbeile, Schleissteine, Werkzeuge von Knochen, 2 Töpfchen und viele Scherben! entdeckt worden.
Aus Schweden liegen übereinstimmende Berichte vor, daß das mehr erwähnte Nalurphänomen, ein starkes Dröbnen, begleitet von leichten Erderschünlerungen, auch in einem großen Theile des mittleren Schwedens beobachtet worden ist. In der Nähe von Upsala sollen die Bauern nach der Erschütterung Metrorsteine gefunden haben.
% Nach der neuesten Volkszählung enthält der norddeutsche Bund sieben Großstädtie mit mehr als 100,000 Einwohnern, und zwölf Mittelstädte mit mehr als 50,000 Einwohnern. Die Reihensolge der sieben Großstädtie nach ihrer Bevölkerungszahl ist folgende: Berlin 703.000, Hamburg 218,000, Breslau 167.000, Dresden 156,000, Köln 120,000, Königsberg 106 000, Magdeburg(der ganze Magdeburger Stadicomplex) 104,000 Einwohner. Die zwölf Mitielstädte sind: Leipzig 92,000 (obne t die Vorstadtsdörfer), Danzig 88.000, Frankfurt a. M. 78 000 Hannover 74,000, Stettin 74,000, Aachen 68,000, Bremen und Altona je 67,000, Barmen und Elberfeld 10 65,000, Dusseldorf 63,000, Chemnitz 59,000, Erefeld 54,000 Einwohner. Der Stadt Halle fehlten dei der Zahlung etwa 500 an 50,000 Einwohnern Am raschesten ven allen dicsen Städten ist Crefeld gewachsen. Dasselde zählte im Jahre 1806 erst 6000 Einwohner, hat also seine Bewobnerzahl seitdem um das Neunfache vermehrt; in Berlin bat sich dieselbe seudem mehr als vervierfacht.
„' Die deulsche Sprache in Amerika. Ueber das Siudium der deutschen Sprache unter den Anglo— Amerikanern bemerkt ein amerilanisches Blatt, der„West⸗ bote“:„Früher sand nur die franzssische Sprache vor den Augen der Amerikanerinnen Gnade. Es gehörte eben zur Mode, zum guten Ton, ein paar französische Brocken par⸗
lirenlzu können, beßhalb lernte man ein bischen Französisch. Die französische Sprache galt als die elegante Wellsprache. Die deulsche war noch vor 20 Jahren geradezu verpönt. Sie galt als eine grobe, eine barbarische Sprache, es war ja die Sprache der Einwanderer, die der Druck und die Noth über das Meer gejagt hatten, die arm und freund— los an unseren Ufern landeten, und die folglich nicht ele⸗ gant und nicht fashionable sein konnten, durch ihre starken Arme und ihre fleißigen Hände sich aber als ein besto größerer Segen für Amerska erwiesen. Heute ist dies anders geworden, und wer weiß, ob wir uns nicht der Zeit nahen, wo es Mode sein und zum guten Ton ge⸗ hören wird, eiwas Deutsch sprechen oder wenigstens die Werke Schiller's und Göthe's in der Ursprache lesen zu können.“
' Nachstehende Uebersicht der europischen Panzerschiffe enmehmen wir der Denkschrift des öste⸗ rrichischen Kriegsministeriums über bie Marine. Es be— sitzen: England 46(darunter 15 Fregatten und 8 Moni⸗ tors) mit 620 Kanonen; Frankreich 45(darunter 16 Fregatsen) mit 606 Kanonen; Italien 22(darunter 14 Fregatten) mit 408 Kanonen; Rußland 24(6 Fregatten und 18 Monitors) mit 169 Kanonen; Preußen 5(3 Fre⸗ aatten und 2 Monitors) mit 71 Geschützen; Ungarn⸗ Oesterreich 9(7 Fregatten und 2 Casemattschiffe) mit 105 Kanonen. Wird Preußen diese Differenz von 4 Meer⸗ ungeheuern und 34 Kanonen lange ertragen?
, Ein Getsilicher als Wunderdoktor. Nach dem„Schwäb. Merkur“ ist der Pfarrvecweser Schöttle in Erlahein als Wunderdoktor weit und breit berühmt, und täglich wallfahrten Schaaren von Kranken aller Art dort— hin, um sich den geiclichen Segen und ein Fläschchen Oel (zum äußcrlichen Gebrauch) zu holen. Doch soll nicht das Oel anscheinend Olivenoel, nach des Pfarrverwesers Versicherung Heilung bewirken, sondern der Glaube. Der Zulauf der Hülfesuchenden ist so groß, daß alle Wirths⸗ bäuser in den benachbarten Orten förmlich überfüllt sind; unlänast war an einem Tage die Zahl der Wallfahrer auf 1200 angewachsen. Solche„Patientenschaaren? hat gewiß der berübmtesie Profefsor nicht aufzuweisen.
Anhalt⸗Dessauer Scheine.
Mit dem 31. v. Mts. sind die Anhalt ⸗Dessauischen Staats cassenscheine von zehn Thalern vom 1. October 1855, die bisher in Circulation waren, verfallen; doch findet, wie wir bören, im Ganzen noch in ziemlich cou⸗ lanter Weise auf besonderen Antrag eine nachträgliche Einlösung der bisber noch nicht präfentirten Stücke statt. Im Publikum scheinen nun diese Dessauischen Staats⸗ cassenscheine vielfach mit den 10 Thaler-Noten der Dessauischen Landesbank verwechselt zu werden und ist deßbalb vielleicht die Bemerkung am Platze, daß die 10 Tbaler⸗Noten der Bank völlig unverändert wie bisher in Circulation verbleiben.
Eingesandt.
Die Frankfurter Zeitung spricht sich über den Schreib⸗ Unterricht des Herrn Wolf wie folgt aus:
Der achtstündige Schreibunterricht des Lehrers J. Wolf findet hier allgemeinen Beifall und dürfte Manchen zur Verschönerung und Verbesserung seiner Handschrift veran⸗ lassen, zumal man in demselden Gelegenheit hat in kurzer Zen dae zu erlangen, was sonst durch jahrelange Uebung bei ungenügendem Privatunterricht nicht etreicht werden kann.
Arbeits- Versteigerung. 128 Donnerstag den 21. d. M. Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem Ratbbaus zu Groß-Karben die An⸗ ferticung einer eisernen Wasserpumpe, von 36 Fuß Brunnentiefe, öffentlich an den Weniganebmenden ver— actorditt werden. VBildel den 14. Januar 1869. In Auftrag Großherzoglicher ee Groß ⸗Karben. 81. Bezirks Bauaufseher.
Holz-Versteigerung. 144 Donnerssag den 21. und Freitag den 22. d. M., jedesmal von Morgens 9 Übr ab, werden in biesigem Stadtwalde öffentlich an den Meistbtetenden versteigert: 47 Stecken Eichen-Scheitbolz, 9„Eichen Prügelholz, 43½„ Eichen Stockkbolz,
464309 Wellen Eichen Reiserbolz,
2677„ gemischtes Resserholz,
169 Stick Eichen⸗-Stämme, von 6— 547 Länge
und 5½— 30“ Düurchmesser, zusammen 5585 Cubikfuß und 70 Stück Eschenstangen.
Das Brennholz kommt den 21. und das Stamm- und Stangenholz am 22. zum Ausgebot und es wird der Anfang in der Ufinger Straße gemacht.
Nauheim am 15. Januar 1868.
Großherzogliche Bürgermetfleret Nauheim. Geber in ger. „dt. Schutt.
Unterzeichneter empfiehlt sich in der Anfertigung von
Cylinder-Blasebälgen
leder Art, für Messerschmlede von 36 fl. an. W. Burk fin Butzbach.
12
Holz-Versteigerung
in den Domantalwaldungen der Oderfösteret Eichelsdorf 147 Donnerstag den 28. Januar werden im Diflrtct Langebäume del Eichelsdorf nachstehende Holz sortimente verfteigert: A. Grennbolz: Holzart: Scheitholz. Prügelbolz Stockbolz. Reisbolz. Steden.
Buchen 61½ J. Classe 10 58½ 45 ..——— Eichen 8 41 100 65 f 75— 5 N Aspen——— 64
Allerleibolz 1½ Wagen. B. Bau-, Werk- und Nutz holz. 28 Eichen⸗Stämme von 21 bis 37“ Purchmesser, mit 3112 Cubikfuß
4 Stecken Eichenwerkscheitholz.
Das Elchenschettholz 1. Classe ist großentheils Werk bol für Glaser und Küfer.
Anfang der Verfleigerung Morgens präcis 9 Ubr. Zusammenkuaft im Dolhschlag bei den ersten Polzaummern.
Eichele dorf den 14. Januar 1869.
Grob berzogliche Oberförflerel Eichelsdorf Deyer.
Mobilien- Versteigerung.
148 Mittwoch den 20. d. M., Vormittage 9 Uhr, sollen in dem Gemeindebackdause dahier die Mobilten des ver— florbenen Kaspar Wulch, beslehend in Bettung, Kleidunge stücken, Tischen und Stühlen und sonst allerlet Hausgeräthe öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zablung versteigert werden. Fauerbach b. Fr. den 15. Januar 1869. In Auftrag Großberzoglichen Landgerichts Friedberg
Großtetrzogliches Ortsgericht Fauerbach b. Fr. Fehn
Herreuktagen
Holz⸗Versteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich.
153 Künftigen Montag den 25. d. W., Morgens 9 Ubr, sollen im Oistrict Fuchsstrauch an der Eisendahn⸗ linie versteigert werden:
59 Stecken Buchen⸗Scheitholz
10— Hainduchen Rundscheitbolz. 43 2 Eichen Schestbolz, wobei auch Werkholz. 1 Buchen und Eichen Prügelbolz.
129 5„„„ Stockbolz. 13250 Wellen 5 5„ Reis holz, Alsdann werden nächsten Dienstag den 28. d. M.
bierselbß versleigert:
92 starke Eichen Stämme bis zu 32“ Durchmesser = 7202 Cubikfuß. wobei auch einige Müdlwellen und Krummlüinge,
16 starke Buchen⸗Stͤmme bis zu 25“ Durchmesser = 1457 Cubikfuß,
684 Eichen⸗ und Buchen--Wagnerstangen.
Lich am 19. Januar 1869.
Fürflliche Oberförsterei Lich Eigenbrodt.
Holz-Versteigerung. 151 Die am 11. d M. im diesigen Gemeindewalde abgehaltene Dolzversteigerung bat die Genehmigung er— balten, und ist der erste Abfabrtstag guf Donnerfiag den 21. d M. beßimmt worden. Die ortofremden Steigerer können am ersten Absahrtstage die Scheine beim biesigen Gemeinde Eiynebmer in Empfang nehmen.
Ober Mörlen am 15. Januar 1869. Großbberzogleche Bürgermeisteret Ober-Mörlen Jeck e l.
bei K. Friedrich neben der Post in Friedberg


