Ausgabe 
18.9.1869
 
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breitetsten sind die Franziskaner. Sie haben allein 30 Klöster, in denen sich 182 Priester und 113 Novizen und Laien⸗Brüder befinden. Die Jesuiten haben 14 Klöster mit 123 Professen(die das Ordensgelübde abgelegt) und 10 Novizen und Laien-Brüdern. Den ibnen sehr nahe stehenden Kedemptoristen gehören 4 Klöster mit 63 Insassen. Die Dominikaner haben es erst auf 4 Klöster mit 21 Insassen gebracht. Sehr viel reicher ist der preußische Staat an Rounen⸗Klöstern. Deren gibt es nämlich 736 mit 5086 Ordens Frauen und 861 Novizen und Laien⸗Schwestern, im Ganzen also 5947 Personen. Sie vertheilen sich auf 31 Orden. Unter diesen besitzen die meisten Anstalten die Franziskanessen(barmherzige Schwestern), nämlich 95 mit 715 Ordens-Frauen und 53 Novizen und Laien⸗Schwestern. Nächstdem folgen die Borromäerinnen und 94 Anstalten, 511 Or⸗ dens⸗ Frauen und 137 Novizen und Laien⸗ Schwestern; die Vinzentinerinnen mit 84 Anstalten, 447 Ordens⸗Frauen und 21 Novizen und Laien⸗ Schwestern; die Schul⸗Schwestern mit 77 Anstalten, 394 Ordens⸗Frauen und 38 Novizen und Laien Schwestern; die Ursulinerinnen 29 Anstalten, 401 Ordens⸗Frauen und 129 Novizen und Laien- Schwestern. Letztere stehen in einem engen Zu⸗ sammenhange mit den Jesuiten oder sind vielmehr von denselben in ihren Gewissensangelegenheiten und Bestrebungen abhängig. Danach gibt's also im preußischen Staate 833 Klöster und klöster⸗ liche Anstaltin mit 5826 Priestern und Ordens⸗ Frauen und 1097 Novizen und Laien- Brüdern und Schwestern, im Ganzen 6923 Personen. Am zahlreichsten bedacht mit Klöstern und klösterlichen Anstalten ist die Diözese Breslau(12 Mönchs⸗ Klöster mit 125 Priestern, Novizen und Laien⸗ Brüdern; 150 Nonnen⸗Klöster mit 784 Ordens⸗ Frauen und 336 Novizen und Lajen⸗Schwestern);

dann Diözese Köln(28 Mönchs⸗Klöster mit 218

Priestern und 48 Novizen ꝛc., 142 Nonnenklöcer mit 1415 Ordens⸗Frauen und 206 Novizen ꝛc.), Diözese Münster(9 Mönchs⸗Klöster mit 65 Priestern, 143 Nonnen⸗Klöster mit 1001 Ordens- Frauen und 78 Novizen ꝛt.). Dies war der thatsächliche Stand vor etwa zwei Monaten. Frankfurt. Morgen, am 17. d., ist der sechswöchentliche Aus weisungstermin für die erste Serie der damit gemaßregelten jungen, hiesigen Leute abgelaufen. Eine nachgesuchte Verlängerung des Termins wurde nicht gestattet und soll ganz der angedrohten Maßregel gemäß gegen diejenigen,

welche nach dem gesetzten Termine sich noch auf

preußischem Boden betreffen lassen, vorgegangen

werden, d. h. sie werden polizeilich über die nächste Wie man ver⸗

Grenze bei Asenburg gebracht. nimmt, haben eine Anzahl junger Leute ihr Ge⸗

such um Auswanderungs⸗Erlaubniß wieder zurück

gezogen.

Bayern München.

Spanien; auch der

Hohenlohe wird zurückerwartet.

Würtemberg. Heilbronn. Am 5. d

wurde hier eine Gewerbe- und Industrie-Ausstellung eröffnet, welche auch in weiteren Kreisen Crwähnung Es ist eine Ausstellung, wie man sie in wenigen Städten von dem Umfang Heilbronns zu sehen Gelegenheit haben dürfte. Sie ist von 392 Ausstellern beschickt und gibt ein vollständiges

verdient.

treues Bild der Industrie im Großen und Kleinen

nicht ein nennenswerther Zweig ist unvertreten

geblieben. Die Gewerbetreibenden der Stad

haben es für eine Ehrensache und für eine soli- darische Verbindlichkeit erkannt, hier, wo es sich um Repräsentirung der Gewerbsthäligkeit handelt,

nicht zu fehlen.

Baden. Seit der Excommunikation de

Bürgermeisters Strohmeyer von Constanz durch

die erzbischöfliche Curie weigerten sich die deruge katholischen Geistlichen, denselben zu den Sitzunge des Stiftungsraths beizuziehen. Jetzt hat ihne

die Regierung dies energisch befohlen und sie im

Weigerungsfalle mit den gesetzlichen Strafen bedroh

Der Fürst Karl von Rumänien ist hier eingetroffen, ebenso Franz de Assisi, der Gemahl der Exkönigin Isabella von österreichische Reichskanzler Graf Beust kam hier an und setzte am Abend seine Weiterreise nach der Schweiz fort. Fürst

Oesterreich. Wien. Einiges Aussehen erregt eine neu erschienene Flugschrift über die Militärfrage, welche den Erzherzog Albrecht zum Verfasser haben soll. Die Hauptgrundzüge der⸗ selben sind: Regeneration im Innern, nur Ver⸗ theidigungskriege, aber Möglichkeit rascher Offen⸗ stostöße; Kriegsstärke 800,000 810,000 Mann, davon 620,000 Jufanterie, 50 55,000 Cavallerie, 60-65 000 Artillerie, mit Marine, Sicherheite⸗ truppen und dergl. 840-850 000 Mann, also fast Prozent der Gesammtbevölkerung. All⸗ gemeine Wehrpflicht(sehr warm und rechtschaffen befürwortet); Dienstzeit zehn Jahre, außerdem Landwehr und Miliz; von den zehn Jahren vier als Reserve,seche jährige Liniendienstzeit. Ueber den entscheidenden Punkt, die Dauer der Präsenz, ist aus den vorliegenden Auszügen Bestimmtes nicht zu ersehen; nur daß für die Jäger drei⸗ jährige, sür die Cavallerie vierjährige Präsenz unerläßlich sei, läßt für die Infanterie eine weniger als dreijährige vermutben. Gegen das Rekrutenbewilligungsrecht der Volksvertretung eifert der Verfasser lebhaft. So hat er Gutes mit Ueblem vermischt.

DiePresse enthält ein Pariser Privat Telegramm, demzufolge der König von Preußen der erste Souverain war, welcher Napoleon zu seiner Genesung beglückwünschte.

Schweiz. Bern. Am 15. d. Vormittage um 10 Uhr hat der Zusammentritt der Gott⸗ hardtbahnconferenz im Bundespalais unter dem Vorsitze des Bundespräsidenten Welti stattgefunden. Zu dem in Lausanne am 14. September eröffneten Friedens⸗Congreß hat sich Viktor Hugo in Begleitung seines Sohnes Frangois eingefun den. Der Congreß wurde durch Eytel unter Begrüßung Viktor Hugo's eröffnet, welch Letzterer den Frieden als das bezeichnete, wonach der Congreß strebe. Er sagte: Wir wollen sehnlichst und unbedingt den Frieden. Wir wollen ihn zwischen dem Menschen und dem Menschen, zwischen dem Volke und dem Volke, zwischen der Race und der Race, zwischen dem Bruder und dem Bruder, zwischen Abel und Kain. Wir wollen die ungeheuere Beschwichtigung aller Haß⸗ gefühle. Unter den sonstigen Anwesenden erwähnen wir Armand Gögg und Frau, welche beide

deutsche Reden hielten, und Ludwig Simon aus Trier. Frankreich. Paris. Nach den Nach⸗

richten vom 15. d. scheint es mit dem Kaiser abermals nicht zum Besten zu gehen, wenngleich die ossiziellen Berichte dahin lauten: Der Kaiser hat eine gute Nach: gehabt,die Kaiserin be⸗ schäftigt sich mit ihrer Orientreise; das Publikum glaubt weder das Eine noch das Andere. In Wirklichkeit leidet Napoleon III. nicht wieder, sondern noch immer, sehr. Um an seine Recon⸗ valescenz glauben zu machen, hat man ihm am letzten Freitage zu große Anstrengungen zugemuthet und man begreift kaum, wie man einem Manne, der nur auf seinen Stock gestützt und von Fleury am Arme so zu sagen gezogen, sich nach dem Wagen begeben konnte, zuzumuthen im Stande war, eben drei Stunden spazieren zu sahren. Der kaiserliche Wagen selbst durfte nur ganz langsam fahren. Die Jockeys, deren Pferde an den schärfsten Trab gewohnt sind, konnten diese kaum zurückhalten; einem derselben wurden von den Zügeln die Hände der Art aufgerissen, daß er sich ärztlich behandeln lassen muß. So berichtet ein Correspondent derKöln. Ztg.

7 Der Marschall Prim ist, wie derGaulois meldet, in Begleitung der Herren Olozaga und t Bantes, der spanischen Gesandten in Paris und London, von Vichy hier eingetroffen. Die letzten Nachrichten aus Cuba sollen den Marschall be⸗ si mmt haben, seine Badekur abzukürzen.

und Conjekturen.

s zahlreiche Gerüchte

t. in den Hintergrund gedrängt hat.

An die von Napoleon ihm ertheilte Audienz knüpfen sich Gewiß schrint so viel, daß Prim dem Kaiser eine von n Hin. Silvela, dem spanischen Minister des Aeußern, n ausgearbeitete Derkschrift über Cuba überreichen n sollte, wie denn diese Frage nach übereinstimmen⸗ den Berichten die spanische Thronfrage gänzlich

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DerAgence Havas wird ad aus Saint ⸗Eloud berichtet: Der Kaiser ha heute Morgen 8 ½ Uhr erhoben, sein 8 i zu sich genommen, etwas gearbeitet und dann der Kaiserin eine

gehört. DiePatrie sagt, nie anheischig gemacht, das Bestreben des Fürsten

Rumänien zu unterstützen. würde mit den Verträgen in Widerspruch stehen

Verwicklungen herbeiführen.

Lille begeben. tische Bedeutung.

Holland. Haag.

hier seine 7. Session abgehalten hat(die früheren

geschlossen worden. 27 Staaten Europas und Amerikas waren durch offizielle Delegirte vertreten, nämlich die Vereinigten Staaten, Baden, Bayern, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Hamburg, Hessen, Italien, Luxemburg, Mecklenburg-Schwecin, Nor- wegen, Oldenburg, Preußen, Rumänien, Rußland, Königreich Sachsen, Serbien, Schweden, Schweiz, Württemberg. Ungarn war diesmal zum ersten Mal als selbständiger Staat vertreten; Sachsen⸗ Weimar und Aegypten nur nominell, da ihre an gemeldeten Delegirten nicht eingetroffen waren, Fünf Staaten mehr waren vertreten als zu Florenz. Mit Aufmerksamkeiten und Gastfreundschaft wurd

Regierungen überschüttet.

Großbritannien. Die Aequinoetialstürme, welche sich am Sonnabend eingestellt haben, wüthen mit ungewöhalicher Heftigkeit durch das Land und ist der Schaden, den sie bisher schon ange

übersehen läßt. Es kommen aus den verschieden, sten Gegenden, zumal aber aus dem Süd westen, bereits Berichte über ungewöhnlich starke Beschä⸗ digungen zur See und auf dem flachen Lande. Spanien. Der Kriegeminister Prim hat telegraphirt, daß kein Opfer gescheut werden dürfe, um die Ehre Spaniens zu wabren und die In⸗ sarrection auf Cuba zu unterdrücken. In Folgt dessen wurde befohlen, bis zu Prim's Rückkehr mit den Ausrüstungen für Cuba eifrig fortzu⸗ fahren. Man kündigt an, daß dieGaceta von Madrid ganz ehestens drei Deerete vom Colonien⸗ minister veröffentlichen wird. Das eine derselben wird auf Cuba die Cultusfreiheit einführen, das andere wird die Formen feststellen, nach welchen die Wahlen der Deputirten zu den Cortes vor, genommen werden sollen, und das dritte endlich

Es gebt das Gerücht, daß die Candidakuf des Herzogs von Genua für den spanischen Thron fortwährend neue Anhänger gewinne.

Ein Telegramm aus der Havanna berichte, daß die Aufständischen von Cuba zwei ihrer Chef getödtet und ihre Unterwerfung angeboten haben, indem sie um ihre Gnade bitten.

Amerika. New⸗Nork.

nahme.

Ein Regierungsdampfer hielt ein Schis mit 900 Flibustiern an und brachte dasselbe nach New⸗ Bradford. Die von den Deutschen ver

Ein in S. Francisco veröffentlichtes Bulletih bringt die Nachricht, daß in S. Buenaventurt Documente gefunden worden seien, welche Franklin

am 11. Juni 1847 gestorben.

In dem internationalen statistischen Congreß, welcher in der vorigen Woche

Oesterreich,

der Congreß und namentlich die Abgesandten der

richtet haben, jedenfalls größer, als sich zur Stunde.

wird die Freiheit des Creditetablissements einführen.

Der Präsiden macht seine Rundreise durch verschiedene Theilt des Landes und findet überall eine herzliche Auf

Spazierfahrt im Park gemacht. 6

Die regelmäßigen Besuche der Aerzte haben 8* Frankreich habe sich

Karl zur Erlangung des Titels eines Königs von Ein solcher Plan!

und in den brientalischen Angelegenheiten schwert

Belgien. Brüssel. Der Prinz Napoleon ist hier angekommen und hat das Schlachtfeld von Waterloo besichtigt; er wird sich morgen nach Die Reise hat absolut keine poli⸗

waren in Brüssel, London, Paris, Wien, Berlin, Florenz), ist mit einem Ausflug nach Amsterdan

anstaltete Humboldtfeier ist glänzend ausgefallen.

Expeditionsschiffe beträfen. Nach denselben habe die Mannschaft in den Jahren 1846 und 184 auf Beechy Island überwintert und Franklin s

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