Ausgabe 
18.9.1869
 
Einzelbild herunterladen

brige Herbsiausstellung darin abhalten wird. Die Ve.

*

rankfurt. Die neue Halle des landwirthschaftlichen bereins wird kommende Woche zum ersten Male benutzt werden, indem der hiesige Gartenbau- Verein seine dies⸗

geiligung an derselben ist eine sehr rege und geben die Zönen Räumlichkeiten, in denen sich die mannichfaltigsten btzeugnisse der Gärtnerei zu einem hübschen Ganzen vereinigen lassen, Gelegenheit, das ganze Bild des Fleißes und der Thäligkeit unserer Gärtner und Freunde der bärtnerei dem Publikum vorführen zu können.

Aus Herrieden, 13. Sept., schreibt man der Fränk. Zig.: ‚Das letzterwähnte liefe Luftwellenthal hat ch dermalen über ganz Europa verbreitet und überall deturm und Regen gebracht, weßbalb nur allmählich wieder cuhe und Heiterkeit in der Atmosphäre eintreten wird. mit Ausnahme von Gibraltar, Neapel und Moskan staud zorgestern das Barometer überall unter dem Mittel. Ju ordamerika ist es bei mehr mittlerem Barometerstand nieder sehr heiß.

Humboldtfeier.

O Friedberg. Seine großen Männer soll nan ehren. Ihretwegen? Allerdings auch. Sie, nie wahrhaft großen Männer, haben ein Recht arauf. Ehre, dem die Ebre gebührt! Aber nöthig gaben sie dessen nicht, und ein Alexander von Fumboldt zumal bedarf unserer Ovationen nicht u seinem Ruhme. Sein Name ist groß, auch ihne Verherrlichung durch unsere Feste. Wie er inmal irgendwo sich äußert, daß das Leben be eulender Menschen aus ihren Werken zu erkennen zi, so wird auch sein Name in vorderster Reihe länzen, so lange es eine Wissenschaft und Men chen geben wird, die sie und das Streben nach wahrem Fortschritt zu höheren Stufen menschlicher Entwickelung hoch halten. Warum feiern wir nun enn aber eigentlich ein Humboldtfest? Vor allen Dingen unsertwegen.Es ist eine Wollust, einen zroßen Mann zu sehen. Es ist aber auch Ge winn! Darüber wäre mehr zu sagen, als hierher jehört. Darum nur Eins. Die gegenwärtige

.

waren Güter, die nicht mit der Waage gewogen, noch mit der Elle gemessen werden. An solcher Größe hinaufzuschauen und durch ihren Anblick in der Ueberzeugung befestigt werden, daß das Leben nicht bloße Materie ist, daß eine geistige Welt existirt mit Gütern, die weit erhaben sind über Sinnengenuß, das reißt heraus aus sinn⸗ licher Schlaffheit, kräftigt und ermuthigt, höheren Zielen nachzustreben, ist Gewinn!

Schon von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, war die auch für unsere Stadt vorbereitete Feier des 100 jährigen Geburtstages Humboldts freudig zu begrüßen. Dieselbe fand statt in dem hierzu geschmackvoll dekorirten Saale des Hotel Trapp und bestand, wie angekündigt, in der von Herrn Reallehrer Klein gehaltenen Festrede und einer darauf folgenden Abendfeier mit Gesang und Instrumentalmusik. Der Leser wird nicht erwarten, daß wir den reichen und umfassenden Inhalt einer 2½stündigen Rede auch nur im Auszug wiedergeben. Schon der hier gewährte Raum verbietet es, so in teressant es auch für diejenigen unter den Lesern, die den Vortrag nicht gehört haben und sonst das Leben des großen Gefeierten nicht kennen, sein muß, nur aus dem äußzeren Verlauf desselben zu vernehmen,

Schloß Tegel bei Berlin inmitten der Reize eines herrlich gelegenen Parkes eine glühende Sehnsucht empfindet nach den Wundern ferner Welttheile; wie der Jüngling auf den Universitäten zu Frankfurt a. d. O. und Göttingen, auf der Handelsakademie zu Hamburg und der Bergschule zu Freiberg umfassende Kenntnisse und hohe Bil⸗

Mann nach dem Tode seiner Mutter seine Stelle als Generaldirtktor der Minen zu Bayreuth und Anspach aufgibt und sein Erbgut verkauft, um eine große wissenschaftliche Reise nach Süd- und

Zeit hat bei all' ihren gewaltigen Vorzügen un⸗

vestreitbar eine schlimme Richtung: es ist der wälder durchwandert, die großen Ströme befährt, Berge besteigt, überall forscht und beobachtet, sammelt und mißt; wie er nach langjähriger Ab-

»raktische Materialismus weit mehr noch als der n der Theorie. Nun denn! In Humboldt sehen wir einen Mann, der reiche Mittel besessen, nach der sinnlichen Seite hin sich das Leben heiter zu gestalten. Und derselbe Mann verläßt Heimath und alle Behaglichkeit einer vornehmen Lebens- dellung, wandert hinaus in die Wildnisse fremder Welttheile, übersteht Entbehrungen und Anstren gungen, die auf sich zu nehmen die zwölffache Aufopferungsfähigkeit und Begeisterung gewöhn ischer Menschenkinder erfordert, und kehrt wieder geim, um ein langes Leben einem Schaffen zu widmen, gegen dessen Riesenhaftigkeit die Thätig eit des Strebsamsten und Fleißigsten unter uns uls eitel Müßiggang erscheint. Und all' dies etwa, um, von unersättlicher Habgier getrieben, udische Schätze zu erringen? Ach nein, der Mann, ver, wenn er das Seine in gewöhnlichem Sinn uur zu Rathe gehalten, hätte Hunderttausende lurücklassen können, hinterließ bei seinem Tode twas über 400 Thlr. baares Geld, und auf rinen literarischen Schätzen hafteten Schulden. Was er erwarb, waren Geistesschätze; woran er Jermögen, Genuß, Gesundheit und Leben setzte,

Durchsichtige Glycerinseise!

789 anerkannt bees Mittel zur Verschönerung der Haut, empfiehlt in Stücken zu 4. 6. 9. 10. 12. 18 kr. 5 Wilb. Fertsch.

2501 Ein sehserfreies, milnärfrommes Pferd, Fuchswallach, auch zum Fahren geesanet, fleht pretawürdig zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl.

2*

Zu vermiethen und gleich beziehbar ein freundlich möblirtes J. M. Steitz, Schneidermeister.

Spreu

Trapp& Münch.

V ederschürzen

2575

2580 verkaufen

2272 für Damen und Kinder bet

M. Seligmann, Weißgerber.

Central⸗Amerika anzutreten; wie er dort die Ur⸗

(weseuheit heimwärts zieht, um seine erforschten und gesammelten Schätze in Werken niederzulegen, die alsbald die Bewunderung der gesammten gelehrten Welt erregten; wie er als Greis von 60 Jahren noch Rußland, das Uralgebirg, Sibirien, das Altaigebirg bis an die Gränzen China's durch- reis't; und wie er endlich noch 30 weitere Jahre in rastloser Geistesthätigkeit, meist auf seinem stillen Studirzimmer in dem durch ihn berühmt gewor- denen Haus Nr. 67 Oranienburger Straße zu Berlin verweilend, umfassende Werke über die mannichfachsten Gebiete menschlichen Wissens und von einer Bedeutung derfaßt,daß 100 Seiten

machen könnte.

Wir müssen uns darauf beschränken in das Urtheil einzustimmen, daß dem Redner in meister hafter Weise die schwere Aufgabe gelungen ist,

3U

wie schon der Knabe Alexander v. Humboldt auf

dung sich erringt; wie der berangereifte junge

davon geschrieben zu haben einen Mann berühmt

ein fesselndes Bild zu entwerfen von dem Leben und Wirken eines Mannes, der13 Wissenschaften beherrschte und wesenklich bereicherte und erweiterte und drei neu schuf; der deutsch, französisch, eng

lisch und italienisch klassisch sprach und schrieb, in der lateinischen Sprache Werke verfaßte, in der russischen bedeutende und in orientalischen Sprachen nicht unbedeutende Kenntnisse besaß; dessen in- direkte Wirksamkeit durch von ihm ausgehende Anregung und Unterstützung zahlloser Forscher⸗ kräfte des In⸗ und Auslandes gar nicht hoch genug angeschlagen werden kann und dessen Be⸗ deutung, erhöhl durch seine humane Gesinnung und seinen edlen Charakter, erst von der Nachwelt wird vollständig gewürdigt werden können.

Die Abendfeier versammelte abermals eine große Zahl hiesiger und auswärtiger Humboldt- Verehrer und Verehrerinnen. Die mannichfachen Beziehungen, in denen sich das Leben des großen Mannes spiegelt, gaben Anlaß zu verschiedenen Ansprachen, die im Verein mit den musikalischen Produktionen die Anwesenden alsbald in die rechte gehobene Feststimmung versetzten. Herr Reallehrer Klein sprach über die Verdienste Humboldts als Beförderer der Humanität. Eine Blumenlese aus des Gefeierten Leben zeigte sein großes, edles Herz und seine begeisterte Hingabe an die göttliche Idee der Humanität. Herr Direktor Möller feierte das Doppelgestirn Alexander und Wilhelm v. Humboldt, das einzige Paar von Brüdern, die, der eine als Natur-, der andere als Sprach- forscher, in gleich gewaltigen, zwar verschiedenen, dennoch aber sich vielfach verschlingenden Bahnen sich bewegten, sich gegenseitig mit inniger Zärt lichkeit fördernd und von einander lernend. Herr Dr. Lorenz erwähnte des merkwürdigen Umslandes in Humboldts Leben, daß es dastehe ohne Beziehungen zur Frauenwelt, und brachte ein Hoch den anwesenden Humboldtfreundinnen, deren Enthusiasmus ein vollgültiges, weil unbe stochenes Zeugniß für seine Größe sei. Herr Klein machte noch einige Mittheilungen aus dem Leben des berühmten französischen Botanikers und Reisegefährten Alex. v. Humboldt, Bonpland. Herr Seminarlehrer Wahl und Herr Reallehrer Bender, letzterer in gebundener Rede, ließen den Haupifestredner hoch leben, was diesem Ver anlassung gab, der Bemühungen der übrigen Comite-Mitglieder und namentlich der beiden Ge sangvereineFrohsinn und Liederkranz und des Musikchors um das Zustandekommen und die ge lungene Ausführung der Festfeier zu erwäznen. Auch die Berichterstattung würde ein Unrecht be gehen, wenn sie nicht öffentliche Anerkennung zollte den sehr rein intonirten und vortrefflich ausgeführ ten Chören genannter Gesangvereine, sowie den Leistungen der hiesigen Militär-Kapelle, deren tüch- tiges Streben, wie in der letzten Zeit mehrfach zu beobachten Gelegenheit war, ihr bereits einen ehrenvollen Rang unter den Militär-Musikchören erworben hat.

Literarisches.

Denjenigen, die das Leben Alexanders von Humboldt näher keunen lernen wollen, ohne sich eingehender damit zu beschäftigen, ist das interessant und für Jedermann verständlich geschriebene Büchlein des berühmten Jugend schriftstellers Ferdinand Schmidt zu empfehlen, das unter dem Titel erschienen ist: Alexander von Humboldt. Ein Lebensbild für Jung und Alt von Ferd. Schmidt.

2578 Alle Sorten

Spazierstöcke,

Pieisen, empfehle bestene G Oppenheimer.

Billards zu verkaufen.

2573

Blousen, sind mit allem Zubebör billig abzugeden.

Einen scuerfesten Kasseschrank

2585 hat in Auftrag zu verkausen n Mayer Schwarz, Hoftaxator. 7 5 0 Ein Zimmer, 2581 mit oder ohne Möbel, ist zu vermiethen. Wo

ant die Exped. d. Bl.

Cigarrenspitzen, Portemonnates, Cigarrenetuig, zu billigen

Zwe! Billards älterer Construetion, mit neueren Pariser Gummibanden und Bronzebeschlägen zu

NäberesEiserne Hand 8, in Frankfurt o. M ·

5 0 0 5 Frisches Eigelb 2570 täglich dei Trapp 8 Münch. Ein Hausbursche,

2586 welcher mit Pferden umgehen kann und ein wenig Oeconomte versteht, wird zum sofortigen Einkritt ge⸗

sucht von. Friedberg. Heinrich Horn.

Ein Nuß baumstamm 2556 und ein dollländiges Schreinerwerkzeug hat zu

verkaufen C. Ehrhard.

* N:

Zwei möblirte Zimmer 2553 bat zu vermielben, auf Ver sangen kann auch Kost gegeben werden, Heinrich Gerth.

2

Ein Bimmer mit Cabinet,

2582 mit oder ohne Möbel, i zu vermietben. Wo jagt die Exped. d. Bl.

Ein gesitteter Junge 2555 kann in die Lebre treten bei Schuhmchermeister Klein in Wobnbach.

2