Ausgabe 
18.2.1869
 
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deten Zuges schon beschenkt hatten, steht nun in dringendstem erdachte, jene Ruchlosigkeit selbst ausgesonnen und ins Werk gesetzt zu haben, um hintendrein für seine scheinbare Aufmerksamkeit und die dadurch bewirkte Vereitelung des Bubenstücks Dank, Lob und Belohnung zu erhalten. Der Bahnwärter wurde verhaftet, mußte aber wegen Mangel hinreichenden Beweises wieder entlassen worden.

Berlin. Im vergangenen Jahre sind im norddeut⸗ schen Bund ca. 255 Millionen Briefe befördert worden von weschen ungefähr 55 Millionen portofreie waren. Von diesen bestanden zwei Drittel aus Dienstbriefen, d. h. aus solchen, welche portofrei von den Behörden, nament lich von den Gerichten, versendet wurden. Die Zahl der Postbeamten im norodeutschen Bunde belief sich auf ca. 34.000. Rechnet man die Postillone und Posthalter hin zu, welche nur in einem contractlichen Verhältnisse zur Postverwaltung stiehen, so besteht das Gesammtpersonal der norddeutschen Postverwaltung aus etwa 43,000 Personen. An Postanstalten zählt der norddeutsche Bund ca. 4400, so daß auf ungefähr 1 Quardratmeilen eine Postanstalt kommt.

Berlin. Die sich so häufig wiederholenden Ueber zieher⸗Oiebstähle in öffentlichen Localen, über die in letzter Zeit vielfach Klage geführt worden ist, sind ein beredtes Jeugniß für die Verzweigtheit des Diebgewerkes in Berlin.

Dieselben werden in der Regel von kleinen, wohlorgani⸗ sirten Diebsgesellschaften ausgeführt, die dabei mit solcher Schlauheit operiren, daß selbst im Falle der Entdeckung der Dieb selten überführt werden kann. Drei oder vier solcher Strolche treten z. B. in eine stark frequentirte Restauration, und zwar nicht gleichzeitig, sondern in kurzen Zwischenräumen und anscheinend, ohne sich zu er⸗ kennen. Ein paar von ihnen, Pelz versehen sind, hängen diese Kleidungsstücke möglichst nahe zu denen anderer Gäste. Ein anderer, ber ohne Winierhülle gekommen ist, nimmt sich nach kurzer Zeit ganz ungenirt eine solche, und zwar diejenige, welche der eines seiner Complizen am ähnlichsten ist, von der Wand und eutfernt sich damit. Wird er von dem rechtmäßigen Eigenthüwer dabei ertappt, so entschuldigt er sich höflich mit einer Verwechselung und bezeichnet den Ueberzieher oder Pelz seines Complizen als den seinigen. Glaubt man ihm nicht, so bittet er einsach zu constatiren, daß das Kleidungstück keinem der anwesenden Gäste gehört. Da der Complize wohlweislich keine Eigenkhumsansprüche erheben wird, so muß man ihn wohl oder übel ziehen lassen. Glückt der Coup jedoch von vornherein, so können die zursckgebliebenen Complizen natürlich nicht für den Diebstahl verantwortlich gemacht werden. Vielleicht trägt dieser Wink dazu bei, manchen vor dem Verlust seines Ueberziehers zu bewahtren.

die mit Ueberzieher oder

Jür die Wittwe des verungl. Jahnwärters Müllet in der Erzählung des Lahrer Hinkenden Boten kam uns weiter zu: Aus den Sparbüchsen von Joseph, Rosa, Emilie, Emanuel und Georg Hitrsch 15 fl. Die eingegangenen Gaben von 3 fl. 1 kr. haben wir dem Verleger des Lahrer Hinkenden Boten übermittelt. Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers.

ür die hülfsbedürftige Familie des verunglückten Friedrich Jung von Wisselsheim

gingen ferner bet uns ein: Von S. 36 kr. Mit dem

Bemerken: Louis, schaff den Bisser ab 1 fl. Von

Philipp Werner 1 fl. In der Gemeinde Steinfurth

gesammelt 7 fl.? Mit herz ichem Dank für die empfangenen Gaben sind

wir zur Entgegennahme weiterer Beträge gerne bereit.

Die Expedition.

DVerloosüungen. Darmstadt, 15. Febr. Bei der heutigen Ziehung der hessischen 25 fl. Loose wurden folgende Nummern mit Happfpreisen gezogen: Nr. 57350 mit 20000 fl., Nr.

12503 mit 4000 fl., Nr. 12218 mit 2000 fl. Nr. 44182 mit 1000 fl., 1555 mit 400 fl., Nr. 68336 mit 400 fl., Nr. 42839 mit 200 fl., Nr. 86020 mit 200 fl. Nr. 57265 mit 100 fl.

Nr.

Bekanntmachung.

414 Da wegen des bevorstebenden Umbaues eines Theils während

unserer Localitäten sämmtliche Seminaristen des 1. Quartals des kommenden Sommersemesters aus

quartitt werden müssen, so ersuchen wir alle hiesigen Einwohner, welche Wohnungen zu vermiethen haben, sich in den nächsten Wochen unter Angabe, wie viele

unserer Zöglinge sie aufzunehmen im Stande sind, ent⸗

weder persoͤnlich oder schriftlich bei ons anmelden zu

wollen. Friedberg am 8. Februar 1869. Großherzogliche Seminar- Direction. Si beig en

ea Holz⸗Versteigerung in den Domanialwaldungen der Oberförsterei

Ortenberg. 422 Es werden versteigert Montag den 22. Febr. im Distriet Hain:

Auch eigenthümlich 493 Volksblättern abgedruckten ArtikelAus der eine Beantwortung der darin aufgeworfenen diesen jedoch es ist eigenthümlich aber e und mag, da jener Artikel inzwischen von

Auf den, unter den Inseraten der letzt U

Und auch wahr!

ten Samstagsnummer d. Bl. aus den Hessischen Wetterau ist sosort am vorigen Freitag schon Frage an die Hess. Volksbl. eingesandt, don s ist wahr 5 stillschweigend übergangen worden, anderer Seite seine Abfertigung hier bereits

gefunden, die Mittheilung jener Beantwortung hier unterbleiben.

Das Verfahren der Hessischen Volksblätter aber polltische Gegner zu verdächtigen, unter der heuchlerischen Maske der Toleranz den Saamen der Zwietracht und des Glaubens

hasses auszustreuen und wahrheitsgetreue Berichtigungen zu unterdrücken war eben von jeher eine Eigenthümlichkeit der Reaction und ihrer Helfershelfer!

Vergebung von Bauarbeiten.

442 Die zur Erbauung eines Zwischenbaues zwischen dem Hauptgebäude und dem Schuttaus im Schullehrer⸗ seminar zu Friedberg erforderlichen Bauarbeiten und Lieferungen, veranschlagt:

Scheidholz. Prügelbolz. Stockholz. Reisholz 1 Holzart: rn. Mauterarbelt 163 8 Buchen 93 35 50 488 Backsteinlieferung 240 Eichen* 1 r 2 Kalklieferung 36 Kiefern 1 2 5 12 Sandlieferung 30 2 Eichenstämme von 10 und 13 Durchm., 20 und 30 Steinbauerarbeit 972. 14 Länge= 56 Cubtfsuß, Zimmerarbein 451 44 23 Hainbuche nstämme von 9 15 Durchm., 10-40 Dachdeckerarbeit 112 5 Länge= 480 Cubikfuß, Schreinerarbeit 125 37 19 Kieserustämme von 6 11 Durchmesser, 10 407 Schlosserarbeit 272 33 Länge= 281 Cubiffuß. Glaserarbeit 16 46 Dienstag den 23. Februar in den Distrtcten Weißbinderarbeit 176 52 Mann, Eschberg, Kohlplattenwald und Tannenwald: Spenglerarbett 27 12 Scheitholz. Prügelbolz. Reisholz. sollen auf dem Submtissionswege an dle Wenigstfordern Holzart Stecken. den vergeben werden. Plan, Voranschlag und Be Buchen 1 8 106 dingungen tegen vom 15. d. M. an auf dem Bürcau Eichen 2 2 4 der unterzeichneten Stelle offen, woselbst auch die Nadelholz 1 2 10 Offerten mit der Ausschrift: Aspen 2 22 26Submission zur Uebernahme der.... Arbelten

52 Fichten und Klefernstämme von 614 Durchm., 1075 Länge= 1479 Cubikfuß, dergleichen Stangen zu Sparren und Latten geeignet. Die Zusammenkunft ist am ersten Tage auf der Ranstädter Chaussee im Hain am alten Steinbruch, am zweiten Tag bei Gastwirth Ruppel zu Wallernhausen, jedesmal Morgens früh 9 Ubr. Ortenberg den 9. Februar 1869. Wesenzeassde Funker Ortenberg . ä

Holz-Versteigerung. 424 Freitag den 19. Febr l. J., Vormittags 10 Uhr, sollen im Walddistricte Jungfernwald:

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bei Erbauung eines Zwischenbaues im Schullehrer

seminar zu Friedberg veisehen, versiegelt und frankirt bis spätessens Donner stag den 25. d. M., Vormittags 11 Ubr, ein ereicht sein müssen.

zriedberg am 11. Februar 1869. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg

Schnitzel, Bauacceffist.

Arbeits-Versteigerung. 484 Kommenden Mutwoch den 24. Februar, Vor- mittags 11 Uhr, werden auf dem Rathbause zu Stader

nachfirhende Ardeiten an die Wenigfinchmenden in Accord gegeben, als:

dt. 1 1. Reparaturen im Schulhause betreffend 3 1 Nan Men e. a) Schlosserarbeit 11. Kostenüberschlag für 15 fl. 36 kr. 3 4 9 gichten⸗ 7 b) Schreinerarbeit N 35 40 1 w Kirschen⸗ 5 o) Weißbinderarbeit 15 7 54 50 2. Eichen Stockholz, 2. Unterhaltung der. Oetsstraßen und Vizinalwege: 7 808 7 Fichten⸗ a) Handarbeiten.. Nee Al O3 fl. 40 kr.

f 0 Stück Buchen Wellen, b) Brechen und Fahren von 4, Ebk. Klftr.

8) 3050 Eichen⸗ Unterdaltungssteine 1 9) 100 Eschen⸗ e) Aufsetzen derselben in ½0 Cbl.⸗Klstr. 18 0, 10) 300 Birken. d) Zerschlagen derselben 90 1) 300 Aaven. 3. Grabenarbeitin der Gemarkung Staden 40% 13 85 1 1 5 4. Fertigung eines Ortsgerichis Schrankes 5 4 65 50 3 rbeil 37 20, 14 4 Eichen⸗-Stämme von 11 16 mittlerem 5 eee 10 2 aDurchmesser und 1530 Länge, Friedberg den 15. Februar 1869. 41 rennen 5 Der Bezirks-Bauaufseher 16) 33 Fichten Stämme von 511 mittlerem Sd nel de.

Durchmesser und 30 70 Länge und 17) 150 Stück Kiefern-Bohnenßangen öffentlich an den Melstbietenden verflesgert werden. Schloß Ilbenstadt den 9. Februar 1869. Gräflich v. Leiningen-Westerburgssche Rentei Lo tz.

Zu vermiethen 487 ein Logis, Anfangs April beziehbar. K. Staubi.

Bekanntmachung, Holzversteigerung in dem Großberzoglichen Domanial⸗ wald Frauenwald der Oberförsterei Ober-Rosbach.

Donnerstag den 25. d. M. werden in dem oben gedachten, bei Nieder-Mörlen gelegenen Walddistriete an die Meistbietenden versteigert:

** Stecken Birken Prügeltolz, 6 Stecken Birken⸗ Stockholz, n

12110 Wellen Eichen- u. Birken⸗, 75 Wellen Weiden⸗ Reiserholz,

7 Stammabschnitte von Eichen, in 76 Cubiksuß.

Der Anfang der Versteigerung ist Morgens 9 Uhr im Schlag Nr. VII. an der Feldgrenze. 4592

Oder⸗Rosbach den 13. Februar 1869. Großherzogliche Oberförsterei Oder⸗Ros bach

Bing mann.

Holz- Versteigerung. 189 Montag den 22. d. M., Morgens 9 Uhr anfangend, sollen im hiefigen Gemeindewalde, District Langerderg, versteigert werden: 2 Stecken Fichten⸗Prügelbolz, 60¼ 2 Stockbolz. 1050 Eichen Wellen, 11300 Fichten⸗ 2 Eichen⸗Stämme, 2 Cubikfuß haltend, 332 Fichten⸗ 3670 3 1884 Fichten-Stangen, 3928 5 Die Stangen eignen sich hauptsächlich zu Gerüsten und als Nutzholz fur Wagner, theilweise auch zum Bauen. Die Zusammenkunft ist im Schlage. Gegen Burgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini l. J. gestattet. Oder-Mörlen am 15. Februar 1869. Großherzogliche eee Ober ⸗Mörlen NN

Haus» Versteigerung. 491 Auf freiwilliges Anstehen der Vormünder der minderjährigen Kinder des verstorbenen Georg Reich zu Nauheim weeden die denselben in hiesiger Stadt zu⸗ stehenden Immobdilten

P. M. B. 1240= 10¼½ R. Hofraltbe in der Fürsten⸗

straße und 1 1140 S 5%ü R. Garten dabei, Montag den 22. d. M., Vormittags 11 Uhr, auf hie⸗ sigem Rathhause öffentlich an den Meistbietenden ver⸗ steigert.

Das in bestem Zuftande befindliche Haus ist drei stöckig, bat 11 Zimmer, 3 Mansarden und 1 Küche und ist zur Aufnahme von Kurftemden eingerichtet.

Naubelm am 16. Februar 1869

Groß berzogliches Ortsgericht Naubeim J. E. d. V

Der dienssälteste Gerichtsmann Gebe ringer.

Ein kräftiger junger Mann

178 wird als Hausbdursche gesucht. Joh Bechstein II.