Ausgabe 
16.9.1869
 
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das schbe Weiter anhält. Der General Lepie, Intendant der kaiserlichen Peust wird heute Abend Paris verlassen, um die für die Aufnahme und den Aufenthalt Sr. Majestät daselbst nöthigen Vorbereitungen zu treffen. Man glaubt jedoch nicht, daß der Kasser sich vor Ende nächster Woche dahin begeben kann. DerPublik vernimmt mit Bedauern, daß den neuesten Entschließungen zufolge der gesetzgebende Körper erst Anfang Dezember, wo nicht gar Anfang Januar, ein- berufen werden soll, so zwar, daß das Ende der außerordentlichen Session von 1869 und die Session von 1870 in einander fließen würden.

Während der Telegraph die Nachricht brachte, daß Napoleon sich auch noch ein zweites Mal, am 11. den Parisern gezeigt habe, wird derKöln. Zig. positiv versichert, daß er weder in Paris, noch im Park von Villeneuve gewesen, einmal des ungünstigen Wetters halber, sodann weil die Aerzte jeden Ausgang untersagt hatten! Während die ofstziösen Berichte die Besserung des Kaisers täglich Fortschtitte machen lassen, sprechen dagegen die Oppositionsblätter mit der größten Ungenirtheit von dem baldigen Tode des Monarchen. So derReveil. Nachdem er eine Diagnose der Krankheit, die offenbar aus der Feder eines Sachverständigen berrührt, gegeben, schließt er den Arlikel mit den Worten:Und schließlich in einem, in drei, höchstens in sechs Monaten wird die Lampe erlöschen, da es ihr an Oel gebricht, es müßte denn sein, daß ein unvorhergesehener Zu fall, auf den man beim Verlaufe chronischer Krankheiten immer gefaßt sein muß, sie plötzlich auslöscht.

Wie verlautet, soll der Minister der ver- einigten Staaten von Nordamerika der spanischen Reglerung wirklich eine Note Belreffs Cuba's übergeben haben In derselben wird nicht an- gekündigt, daß die Washingtoner Regierung schon jetzt die Insurgenten dieser spanischen Colonie als Kriegsührende anerkennen will, aber nicht verheim⸗ licht, daß, wenn die Lage auf der Insel sich nicht binnen Kurzem ändere, sie genöthigt sein werde, eine solche Maßregel zu ergreifen.

Aus St. Cloud wird derAgence Havas unterm 13. d. berichtet: Der Kaiser befindet sich wohl; die gestrige Promenade hat ihn nicht er- mübet. Vor Verlauf von drei Tagen wird der- selbe seine gewöbnlichen Beschäftigungen wieder aufnehmen. Das Gerücht von einer Excurston des kaiserlichen Prinzen nach Nidvres und Allier ist unbegründet, ebenso die Angaben, der Hof werde sich nach Biarritz begeben.

Amerika. Newyork. In vielen Theilen der Vereinigten Staaten herrscht gegenwärtig bei tropischer Hitze große Dürre. Es gibt Gegenden, wo seit 80 Tagen kein Tropfen Regen gesallen, wie denn seit dem 1. August nirgends viel davon verspürt worden. Mais und andere Spätsaaten

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Friedberg. Ver mehrere Tage herrschende Sturm: wind hat auch hier und in der Umgegend vielen Obst⸗ züchtern das Einernten von Aepfeln, Birnen und Zweischen erleichtert. Ein großer Theil des Obstes ist, noch nicht völlig reif, zur Erde gefallen. An den Bäumen selbst ist vielsach Schaden angetichlet und wie gewöhnlich haben Dächer und Schornsleine, welche ihren Standpunkt nicht mit aller Enischiedenheit zu wahren wußten, mehr oder weniger Noth gelliten. Der in Begleitung des Sturmes sich eingestellte Regen kam für Kartosseln, Kraut und Rilben sehr erwünscht, und so hat sich die Hoffnung auf ein reiches Ergebniß dieser Gewächse um etwas vermehrt.

Butzbach. Der wegen des Diebstahles bei Postmelster Bender dahier in Untersuchungshaft befindlich gewesene Johann Luft aus Engelrod ist aucz dem Gefängniß durch gebraunt, ohne daß bis jetzt eine Spur pon seinem gegen- wärligen Aufenthalte aufgefunden werben kounte.

Aus dem Vogelsberg. Ein entsetzliches Verbrechen wurde vor einigen Tagen in Freiensteinau verübt. Schon längere Zeit herrschte zwischen Mann und Frau einer Fa milie daselbst ein beklagenswerthes Verhältniß, das aus der Goltlosigkeit der Trunksucht beider immer größere Nahrung sog. Schon einmal halte der Gatte der Gattin, sie zu erhängen, Arme und Hände gebunden; allein es wurde noch rechtzeitig bemerkt und der Frevelthat vorge beugt freilich nur vorgebeugt. Vor 14 Tigen war Kirmeß in Freiensteinau. Es ist Nacht geworden. Die drel Kinder, Töchter, sind beim Tanze, Vater und Mutter allein zu Haus. Da ergreift den Gatten, die Gattin vom Trunke taumeln sehend, abermals die alte Mordlust und diesmal wird sie gestillt; die Gallin wird erwürgt. Nach zehn erscheint der Galtinmöeder im Tanzlocale. Von seinen Töchtern nach der Mutter gesragt, gibt er zur An; wort!die liegt im Bett' und schläst. Er aber bleibt die Nacht bindurch unter wackrem Zuspruch des Glases bei Spiel und Tanz. Wohl um das Gewissen zu betäuben! Den andern Morgen 6 Uhr wird schleunigst der Arzt in des Verbrechers Haus gerufenüber Nacht sei plötzlich die Frau gestorben. Doch der erkeunt sosort eine unnatükliche, gewaltsame Todesweise an der Leiche. Auch das Volk hat gleich bei der ersten Kunde von dem plößlichen Tode jener Frau, rülckbaltlos sein Urtheil laut gefällt:die ist nicht gestorben, sie ist von ihrem Manne ermordet worden. Die Fluchtversuche des Missethäters mußlen ihn natürlich noch in höherem Grade verdächtigen. Alsbald festgenom men, wird er der gerechten Strase nicht entgehen.

Frankfurt. Die gegen den Schmußöbriesschreiber August Götz eingeleitete Untersuchung gewinnt, dem Ver⸗ nehmen nach, bedeutende Dimensionen und sollen dem selben durch gemachte Geständnisse noch andere Vergehen ur Last fallen, bei welchen keineswegs eine Verjährung hn vor Bestrafung schützen kann. Die Klauenseuche unter dem Rindvieh hat leider auch in der hiesigen Ge markung und in einigen benachbarten linksmainischen Orten Eingang gesunden.

Frankfurt. In piesigen Blättern findet man sol⸗ gende Notiz: Ein französischer Gelehrter hatte jüngst dehauptet, daß vor mehreren Jahrhunderten der Schädel; inhalt bei den Menschen geringer gewesen sei als jetzt. Um die Wahrheit dieser Behauptung zu prüfen, stellte ein hiesiger Arzt, da sich eben hierzu sehr günstige Gelegenheit biete, an einer großen Masse(120) mehrere Jahrhunderte aller Frankfurter Schädel Messungen an und es stellt sich wenigstens dei den Schädeln unserer Vorfahren keineswegs ein Anhaltspunkt heraus, von welchem aus man die These des französischen Gelehrten hälte gerechisertigt finden können.

leiden darunter sehr und Wassermangel droht vielen Städten. Am 21. August stieg das Thermometer in fast allen Theilen des Landes über 100 Grad Fahrenheit, ja 104 und 106 Grad werden aus manchen Gegenden berichtet.

Philadelphia. Am 5. d. hat sich in dem Kohlenbezirke Avondale, welcher bei Plymouth in Pennsylvanien liegt, ein großes Unglück zugetragen. Als die Leute am genannten Tage einführen, gerleth ein 300 Fuß tiefer Schacht auf dem Grunde in Brand, wie es scheint, weil das Ge bälke um den Ventilationsofen übermäßig trocken geworden war. In wenigen Minuten standen der Schlacht und die Gebäude oberhalb desselben in Flammen. Das Feuer wüthete mehrere Stunden, Trümmer und Asche stürzten in den Schacht hinein und füllten ihn. Drunten waren 202 Männer und Knaben; man kann nicht umhin, enzunehmen, daß sie sämmtlich umgekommen sind. Am 9 hat man mit unsäglicher Mühe 202 Leichen an die Oberfläche gebracht.

Vom Kriegsschauplatz in Paraguay liegen Mittheilungen bis Ende Juli vor. Es war nach denselben am Ufer des Tebicuary zum Kampfe gekommen, wobei die Paraguiten angeblich 200 Todte und 11 Gefangene verloren. Die Alltirten büßten 60 Mann an Todten und Ver-

Ein größerer Drang nach Fieiheit und Sclöostständigkein soll jedoch an den alt fretreichstädtischen Schädeln phreno⸗ logisch wahrnehmbar gewesen sein.

Frankfurt. Im Auftrag des Magistrats wurde von Seiten des Bauamts eine aus Technikern, Medieinern und Pädagogen bestehende Commission niedergesetzt, welche den Auftrag hat, mehrere Systeme für die Schultische und Schulbänke zu prüfen und edentuell das beste bel den be⸗ vorstehenden Neuanschaffungen in Vorschlag zu bringen. Es ist seyr ersreulsch, daß dieser bisher nicht genug be⸗ achteten Angelegenheit jetzt an vielen Orten eine wohlbe rechtigte größere Aufmerksamteit zugewendet wird.

Darmstadt. Nach einer Bekannimachung, Großher- zoglichen Kreisamts Dieburg siud unter dem Rindvieh zu Groß⸗Umstadt mehrere Todessälle an Milzbrand vorge kommen, und hat sich die Verwaltungsvehörde veranlaßt gesehen, bis auf Weueres Stall- und Ortosperre für die betreffenden Tyiergatiungen anzuordnen. Die Bürger meisterei Groß Umstadt macht zugleich bekannt, daß die nächsthin in dieser Stadt ausgeschriebenen Vlehmärkte nicht abgebalten werden.

Darmstadt. Letzten Freitag Abend gegen 7 Uhr wurde bei Major Kublmann, dem derzeitigen Vorstand der Einstandskasse eingebrochen. Den Dieben gelang es jedoch nicht, der in der Kasse vorhandenen Gelder hab bast zu werden, dieselben mußten sich vielmehr mit der Munahme einiger alten Kleidungsstücke begnügen.

Mainz. Das Indusirte-Ausstellungskokal in Mainz

erunter. Vier Personen wurden nicht uneth ädigt. Einem Manne schnitlen die Scheib n an der Hand. durch i 1 Wadi im Bereich des Unfalles placirten Gegenständ e be igt. ö* 0 Hanau. Aug dem benachborten Kesselstabt em dagFrk. J. folgende Vergiftung eines siebenmonatli Kindes inst Molphium; Das Kind war in Folge des Zahnftebers an Beusteutzündung erkrankt und bereits auf dem Wege der Besserung. Es sollte eine Verordnung d behandelnden Arztes wiederholt gemacht werden; der Apo

Morphium, slatt Calomel. Morphium enthaltend, führte den Tod des Kindes herbei,

gefallenen Irkthum. Das Geständniß des Gehülfen, eines jungen, sonst unbescholtenen Mannes aus Königsberg, erfolgte sogleich. Die gerichtliche Section der Leiche stellte alle Eischeinungen des Todes durch Opium außer Zweifel, sowie, daß die Brüstentzündung im Abnehmen war. Die Unz

suchungshast wurde wohl wegen reuigem Geständniß des Thäters nicht verfügt und blteb derselbde einßtweilen i Function; doch kann die Strafe um so weniger ausbleiben, als der erschwerende Umfland vorliegt, daß der Gehülse sich Calomel und Morphium mit Zucker gemischt sedes in ein Gläschen füllte und beide, um sie bequem zur Hand zu haben, in eine Schublade stellte, die ihm zunächst war. Das Gesetz verbietet solche erleichternde Vorarbeiten und bestimmt, daß Morphium nur im Giftschranke stehen dürfe. Unbegreiflich bleibt es nur, daß der Gehülfe nicht vorher die Gistbezeichnung beobachtele, die er selbst auf das Glase chen gezeichnet halte, da er doch wußte, daß er das gefahr; bringende Gift neben das gleichfalls weiße Farbe habende Calomel stellte. Da beide mit zehn Theilen Zucker von ibm gemischt worden waren, so war doch das Lesen der Ausschrift vor dem Abwägen durchaus erforderlich! Hoffent⸗ lich dient dieser Fall sträflichen Leichtsiuns allen biegen Pharmaceuten zur Warnung und den Chess der Apotheken als Mahnung zu verschärfter Aussicht.

Berlin. DerBörsen⸗Zeitung wird berichtet: In Wien ist ein Kaufmann aus Minnesota angekommen, ein geborener Oesterreicher, um heirathslustige Mädchen anzu⸗ werben, die er contractlich drüben in Amerika zu verhei · rathen verspricht. Bis letzten Sonnabend Mittag war der Bedarf von 215 Damen gedecktz daß er nicht die jüngste Waare exportiren wird, geht daraus hervor, daß die jüngste der Brautwerberinnen 26 Jahre zählt.

Luzern Am 9. Sept. d. J. wurde der Rigi, von Weggis aus bis zu seiner höchsten SpitzeRigi ⸗Kulm, welcher bekanntlich die respektable Höhe von 3800 Fuß repräsentirt, von einer jungen Dame, einer Madame Sell⸗ heim, der Gemahlin eines Hessen-Darmstädters, in der seit Jabren nicht vorgekommenen kurzen Zeit von 205 Stunden erstiegen. Wet die eminenten Steigungen des Rigi einmal persönlich näher kennen gelernt hat, wird gewiß nicht wenig erstaunen, wenn wir hinzufügen, daß genannte Dame in derselben kurzen Zeit noch am nämlichen Tage auch die Rücktour, ohne die geringen Beschwerden noch Unfälle zu erleiden, nach Luzern aus⸗ geführt bat.

Paris. DerGaulois entwirft nachstehendes Portralt von dem kranken Napoleon: In selnem Gemache der Kaiser mit einem blaugeblümten Schlafrocke aus Selden⸗ zeug bekleidet, der tief hinabgeht und, nur an der Brust eiwas offen, eine Flanelljacke als einziges Panzerhemd sehen läßt; gelbliche Hosen und Maroquin- Pantoffeln completiren den Spitalsanzug. Er trägt weder eine Schlafmütze noch einen Lorbeerkranz.

Der Häringsfang im großen Belte ißt, der Körför Avis zufolge in der verflossenen Woche unge⸗ wöhnlich günstig ausgefallen. Jeden Morgen sind eirca 50 Böte von den benachbasten Inseln alle mit reichem Fang hier eingelaufen. Die Ankäufer für Kiel, der beste Markt für die Waare, sind in reger Thätigkeit gewesen, Häringe zu verpacken und per Postdampfschiff am selbigen Abend sortzusenden; doch jetzt ist eine Stockung eingetreten, da von Kiel gemeldet wurde, die Räuchereien bei Ellerbeck

beseitigt werden. Es sind nämlich auch per Dampsschiff direet von Kopenhagen Häringe nach Kiel gesandt, da der Fang im Oeresund ebenfalls außerordentlich günstig ge⸗ wesen sei.

Ueber die Ursachen der Sommerkälte. Die Frage über die Ursache der auffallend kühlen Witterung im Juni und zu Anfang Juli dieses Jahres hat nicht allein enge 10e liche Kreise beschäftigt, sonbern auch das gro Publikum interessirt und zu Erörterungen in öffent⸗ lichen Blättern Veranlassung gegeben. Wie immer in solchen Fällen sacht man zuerst die Gründe in außerirdischen Sphären, in kosmischen Vorgängen baben die Gestirne ihren Einfluß über die Schicksale der Menschen eingebüßt, so beherrschen sie wenigsstens noch das Wetter! Der Mond, die Sonnenfinsternisse, endlich selbst die Sonnenflecken werden zuerst zu Rathe gezogen, wenn die Wit

wurde am' Sonntaß bei dem aus Westen in heftigen Stößen brausenden Sturm der Schauplatz einiger Ver wilstungen. Kurz nach Mittag hob der Sturm eines der großen Oberlichter in dem Bache der Fruchthalle aus und die dicken Glasscheiben slürzten die belrächtliche Höhe

terung sich nicht ganz in normalen Bahnen be⸗ wegt. Dies ist die Nachwirkung einer antiquirten Naturforschung. Vor kurzem veröffentlichte die N. Fr. Pr. eine Mittheilung, in welcher die

thekergehülfe nahm aber aus Fahrlässigkeit vier Gran 1 Das erste Pulver, ½½ Gran

Eine Untersuchung der übrigen Pulver constatirte den vor

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