Ausgabe 
16.9.1869
 
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kühle Witterung des heurigen Frühsommers mit der gegenwärtigen Zunahme der Sonnenflecken in

Berbindung gebracht worden ist. Man hat schon

öfter kühle Jahre und Perioden größerer Häufig⸗ beit der Sonnenflecken in causalen Zusammenhang zu bringen versucht, der Zahl der Sonnenflecken die Getreidepreise der einzelnen Jahre gegenüber⸗ gestellt. Allein man vergißk dabei, daß Einflüsse, die von der Sonne ausgehen, den ganzen Erdball reffen müfssen; daß z. B. durch weniger Wärme⸗ kahlen der Sonne(hervorgerufen durch Ver⸗ vunkelungen deren Oberfläche) die Gesammt- semperatur der Oberfläche eine Verminde⸗ ung erleiden müßte. Dies ist aber nicht der Fall. Im Gegentheile; die mühevollen Arbeiten unseres großen Meteorologen Dove in Berlin vaben nachgewiesen, daß die auf der nördlichen Halbkugel von dem Jahre 1729 bis 1865 ange⸗ tellten Temperaturbeobachtungen stets eine solche rusgleichende Vertheilung der Abkühlungen und Erwärmungen über einzelne Länderstriche ergeben, die Gesammttemperatur dadurch nicht ge indert wird. Er hat daraus auch die tröstliche Bersicherung abgeleitet, daß in einer Zeit der Sisenbahnen große Hungersnöthe, wie sie das

Mittelalter erlebte, nicht mehr eintreten können, denn eine Mißernze in dem innern Landstriche hat seitlich immer Gebiete mit günstiger Ernie liegen, wie das auch das Jahr 1867 neuerdings gezeigt. Woher kommen nun solche Abkühlungen und speciell die des heurigen Sommers. Es ist eine bekannte Erfahrung, daß im Sommer eine Zeit der Regen und der Abkühlungen bei vor⸗ herrschend westlichem und nordwestlichen Winden eintritt. Der Grund dieser Erscheinung liegt in der Wärmevertheilung auf der Erdoberfläche und dem Gegensatze von Land- und Wasserbedeckung gegenüber dem Empfange und der Abgabe der Sommerwärme. Im Winter erkaltet das Festland rasch, das Meer bleibt warm, und da wir das eine im Osten(den großen Länvercomplex Asiens im breiten Zusammenhange mit Europa), das andere im Westen(den großen atlantischen Ocean) haben, kommt uns dann die größte Kälte von Nordost, die größte Wärme von Südwest und West. Im Sommer kehrt sich das Verhältniß um: das Land erwärmt sich rasch, das Meer bleibt kühl, Winde, die vom Lande her wehen, bringen trockenes, sonniges und mithin warmes Wetter, Seewinde naßkaltes Wetter. Wenn nun im Frühsommer,

im Mai und Juni, das Festland von Güropg

und Asten rasch sich erwarmt, so bekommt bir schwere kalte Luft das Bestreben, in den erwärm⸗ ten Raum hineinzuströmen, und bringt Kühle und Feuchtigkeit über den Westen von Europa. Dieses Einströmen der kalten Luft von Nordwest her erfolgt um so rascher, deftiger, je plötzlicher sich die Wärme gesteigert hat. Eine solche plötzliche Wärme⸗Steigerung hatten wir schon im letzten Drittel des diesjährigen April und brachte einen solchen warmen Mat, daß die Mitteltem- peratur um 10. 6 den Durchschnitt von 90 Jah⸗ ren überstieg. Mit Beginn des Juni brach dann die kalte Luft mit Sturmeskraft in den hocher⸗ wärmten Raum. Dieses Einbrechen der kühlen West⸗ und Nordwestwinde, welche unsere Som⸗ merwitterung verderben, ereignet sich fast alljähr⸗ lich und ziemlich um dieselbe Zeit, um die der Sommerwende. Die 130 jährigen Beobachtungen in allen Theilen Deutschlands haben gezeigt, daß in der Zeit vom 13. 21. Juni stets ein auf⸗ fallender Wärmerückgang stattfindet. In den späteren Sommermonaten wird die Wärmever theilung über der ganzen nördlichen Halbkugel immer gleichmäßiger und die Witterung beständiger.

Edictalien.

889 Bei den Depostten der unterzeichneten Gerichts

elle befinden sich: I. Die nachstehend verzeichneten, noch zur Zeit nicht

chobenen letztwilligen älteren Dispositionen:

1) des Peter Liebmann von Nieder⸗Wöllstadt, deponirt am 28. December 1828 und 2. Jult 1829,

2) der Sopbie Katharine, Heinrich Hofmanns Wittwe und des Johannes Schäfer in Assenheim, deponict am 21. Februar 1801,

8) der Marse Katharine Müller Wittwe zu Bruchen brücken, deponirt am 9. Januar 1802,

) des Johann Jakob Lehr zu Bruchenbrücken, depensxt am 28. März 1809, 1

6) der Charlotte Ernesline Jost von Kaichen, später zu Bruchenbrücken, deponirt am 5. December 1818

5) der Zacharias Garde's Eheleute von Friedberg, deponirt am 24. Januar 1826,

7) der Franz Schmidts Wittwe und Wilhelm Damb⸗ 3 Wittwe in Friedberg, deponirt am 11. Febr. 1 5

8) der Heinrich Zimmers Frau, geb. Goll, zu Flor⸗

stadt, deponirt am 13. März 1832,

9) der Michael Vorkachs Ebefrau, geb. Lohfink, von

. letzt zu Florstadt, deponirt am 28. April

18325

0) der Johann Ludwig Rahns Ebefrau, geb. Windecker, in Friedberg, deponirt am 27. November 1834,

) des Johannes Göbel von Winnen, spater in Assen⸗ heim und nachher nach Amerika ausgewandert, depontrt am 14. Mai 1836,

1E) der Lorenz Majors Eheleute zu Belenheim, deponirt am 17. Februar 1837, 0

1) der Ludwig Pfeifers Eheleute von Melbach, deponirt am 18. September 1840,

10) der Anna Marie, Johannes Hofgesäß Wittwe zu Nleder⸗Wöllstadt, diponirt am 28. Auguft 1846,

15) des Johannes Rübsamen zu Ilbenstadt, deponirt am 4. Janxar 1850,

% der Wilhelm Fegkeutels Ehelcute zu Ockstadt, deponirt den 1. November 1850,

1) des Philipp Iffland sen. zu Bruchenbrücken, deponirt am 21. März 1822,

15) der Isaak Rülbs Wittwe, geb. Strauß, zu Assen⸗ beim, deponirt am 29. Juli 1830.

Da seitber im gewöhnlichen Wege theils über Leben uud Aufenthalt der Disponenten keine Auskunft zu er⸗ langen theils deren Intestaterben nicht zu ermitteln uren, se werden sowohl jene als diese sowie über⸗ suupt Alle, welche aus den genannten letztwilligen Ver⸗ icgungen Ansprüche für sich herleiten zu können glauben, hermit öffenteich aufgefordert, so gewiß im Termine

Mittwoch den 29. September l. J., Vormittags 9 Uhr,

aur Stellung geeigneter Anträge bezlehungsweise Er⸗

nung und Publication ener Testamente ꝛc ꝛc. fich

liumelben und gehörig zu legitimtren, als sonst nach

Ullauf dieses Termins die fraglichen Urkunden erhoben

ud geöffnet und insofern alsdann deren Inhalt ein

dulteres amtliches Vorschreiten nicht nöthig machen sollte, lediglich zu den Acten genommen werden sollen

II. Aufbewahrt sind ferner in der Depofitenkiste gende beide Obligauonen des vormaligen Schatzungs mes Friedberg:

) eine Schuld⸗ und Pfanb⸗Verschreibung vom 1. Jan. 1798, wonach die Gesammtdeputatlon des Stadt Fried berg'schen Schetzungsamtes zur Bestreitung von Kriegskosten ein zu 5% verzinstiches Anlehen von 800 fl.(Achthundert Gulden) bei Postmelsster Jakob Ludwig Helmold aufgenommen und dem Gläubiger die jährlich bel dem Schatzungsamte ein

gehenden Revenuen und Gefälle zum Unterpfand

beslellt hat

2 eine solche vom 1. Jult 1799 über ein zu 40%

verztusliches Anlehen von 375 fl.(Dreihundert und

Siebenzig Fünf Gulden), bei den Kindern des

Christopb Rübsamen dabier, Johann Heinrich, Anna

Margarethe und Dorothea Rädsamen, aufgenommen

und in gleicher Weise versichert, ohne daß ein gerichtlicher Act oder eine Notiz darüber vorliegt, welche über den Deponenten und den Grund der Depofition zureichenden Aufschluß ertheilte. Es ergeht deshalb an Jeden, welcher auf diese Urkunde Ansprüche zu haben oder aus ihnen oder dem Grund und Zweck ihrer Hinterlegung für sich herzulelten und nachzuweisen vermag, die Aufforderung, sich zu dem Ende in obigem Termine dabier einzufinden, als sonst deren Ausscheidung von den gerichtlichen Depofstten und Adregistrirung zu den Arten ebenfalls verfügt werden wird.

Friedberg den 19. Juni 1869.

Großherzogliches Landgericht Friedberg Rei.

Verloosung

von Partial Obligationen.

2475 Bet der am 26. August l. J. stattgefundenen Verloosung der Bleichenbacher Partial⸗Obligatlonen find folgende Nummern zur Abtragung gezogen worden: I. Am 1. Januar 1870 rückzahlbar: Lit. A. Nr. 12 und 58 1000 fl.

7. B.* 9 200 1. II. Am 1. April 1870 rückzablbar: Lit. A. Nr. 47 500 fl. B. 58 und 29 400 Inhabern dieser Obligattonen wird solches hierdurch

mit dem Anfügen mitgetheilt, daß vom 1. Januar und 1. April 1870 ab die Kapitalten bei der hiesigen Ge⸗ meindekasse, oder bei S. Lindheimer in Frankfurt a. M. und H. Lißmann in Büdingen eihoben werden können, und daß von diesem Tage an keine weiteren Zinsen vergütet werden. Bleilchenbach den 30. August 1869. Großherzogliche n Bleichenbach ck e l.

Vergebung von Schleußenbauarbeiten. 2532 Freiiag den 17, d. M., Nachmittags 1 Ubr, soll

auf dem Büreau Großberzoglicher Bürgermeifterel Nleder⸗Mörlen die Anfertigung mehrerer Stau schleußen für die Gemeindekunstwiese daselbst, ver⸗ anschlagt: Steinhauerarbeit 312 fl. Zimmerarbeit 2 Schlosserarbeit 35

öffentlich wenigstnebmend vergeben werden, und find Lusttragende hierzu eingeladen. Friedberg am 13. September 1869. In Auftrag Großherzoglicher Burgermeisterel Nieder-Mörlen Greb, Gr. Wiesen-Commissär.

Aepfel ⸗Versteigerung. 2544 Nächsten Freitag den 17. d. M., Nachmittags 1 Uhr, sollen die gemeingeitlichen Aepfel abtheilungs⸗ weise meistbietend versteigert werden. Bönstadt den 14. September 1869. Großherzogliche Bürgermeisterei Bönstadt Geibel.

Aepfel ⸗Versteigerung. 2547 Montag den 20. d. M., Vormittags 9 Uhr, werden die gemeinheitlichen Aepfel dahter in Abtheilungen an Ort und Stelle versteigert. Ossenheim den 14. September 1869. Großherzogli he We Ossenheim a ul.

Lieferung für das Landeszuchthaus. 2543 Freitag den 24. September J. J., Vormittags 10 Uhr, wird in dem Lan deszuchthaus Martenschloß zur Lleferung verffeigert:

1) 450 Malter Kartoffeln, 2) 25 Centner Koblraben, untererdige, 9* Zwiebeln.

Dienstag den 28. September l. J., Vormittags 10 Uhr, wird für 1870 im Soumissionswege vergeben, die Lieferung von:

1) circa 48 Centner Weißmehl, Jure 7 Waizengrütze, 335 114 5 Reis,

4) 9 geschälte Gerste, 5 7 14 1 Kaffee,

607 6 5 Nudeln,

777 21 7 gedörtte Zwelschen, 8) 70 Pfund Pfeffer,

9) 25 Maas Mohndt,

10) 6 Obm Efssig,

11)b 30 Maas Pellthran,

12 30* Lein

13) 40 Rüböt,

14) 7 Eentiner Kernseife 1. Qualtät(Muster

einzusenden),

155 1 Centner Schmierseife,

16) 25 Ohm Petroleum,

17) 29 Centner Bohnen,

180 22* Erbsen,

1* Linsen,

F Salz,

21) 160 Ohm süße Milch.

Die unter pos. 1 und 2, unter 3 bis 10, unter 11 bis 13 und unter 14 und 15 aufgeführten Gegenflände werden zusammen, die unter pos. 16, 17, 18, 19, 20 und 21 aber einzeln vergeben.

Bedingungen und Proben sind in dem Directortal⸗ Büreau einzusehen und müssen die Soumissionen bis den 28. September, Vormittags 10 Uhr, in den vor diesem Büreau befindlichenSoumissionskasten ver⸗ schlossen eingelegt sein.

Marienschloß am 13. September 1869.

W Landeszuchthaus⸗ Direction r

Aepfel ⸗Versteigerung. 2542 Montag den 20. d. M., Nachmittags 2 Uhr, sollen die der hiesigen Gemeinde zustehenden Aepfel, etrca 40 Malter, an Ort und Stelle meistbletend ver⸗ steigert werden. Betienheim am 11. September 1869. Großherzogliche n Belenheim ut b.

Db tre anenge ven ng. 2541 Dienstag den 21. I. Mis., Mittags 12 Uhr, soll das hiesige Gemeindeobst, bestehend in circa 200 Maltern Aepfel und 10 Maltern Birnen in Abthellungen meist⸗ bietend versteigert werden.

Fauerbach v. d. H. den 11. September 1860.

Großherzogliche Bürgermelsteret Fauerbach v. d. H. Philtyp ps.

Ein Logis

für eine kleine Famtlie ist zu vermlethen und kann

Joseph Geck.

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219 bes K. Friedrich, neben der Post in Friedberg.

2549 sogleich bezogen werden.