Ausgabe 
12.10.1869
 
Einzelbild herunterladen

A o

r

e

Königsberg. Bei einem am 6. d. statt⸗ gehabten Brande der Flachswaage sind 30,000 Ctr. Flachs durch das Feuer vernichtet worden. Die Vorräthe waren mit 500,000 Thlr., die Gebäude mit 18,000 Thlr. versichert; von ersteren ist fast nichts gerettet. Durch den Brand, über dessen Entstehung bis jetzt noch nichts bekannt ist, sind 100 Arbeiter brodlos geworden.

Frankfurt. Durch eine telegraphische Be⸗ nachrichtigung erklärte Dr. Guido Weiß in Berlin die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl zum Land⸗ tagsabgeordneten für Frankfurt. Derselbe hat bereits seinen Sitz im Abgeordnetenhause ein genommen.

Bayern München. Es bestätigt sich, daß die Regierung beabsichtigt, bei der demnächst bevorstehenden Anordnung der Neuwahlen für den Landtag mit einer Proklamation, welche das Programm der Regierung darlegen soll, vor das Land zu treten.

Baden. Karlsruhe. Bei Empfang der Deputation der beiden Häuser des Landtags, welche die Adresse auf die Thronrede überreichte, drückte der Großherzog seine Freude über die Uebereinstimmung der Adresse mit den Intentionen seiner Regierung und zugleich darüber aus, seine Hoffnung auf ein einträchtiges Zusammenwirken der Regierung mit den Ständen bestärkt zu sehen.

Oesterreich. Wien. Die Kaiserin empfing den Kronprinzen von Preußen bei seiner Ankunft auf der Treppe der Hofburg. Am folgenden Morgen stattete der Kronprinz dem Kaiser einen Besuch ab, weicher eine Stunde dauerte. Hierauf besuchte der Kronprinz die Kaiserin und die Erz⸗ herzoge, empfing sodann eine Deputation seines Regiments, sowie das diplomatische Corps. Abends fand ein Hofgaladiner statt und sodann Besuch des Hofoperntheaters.

Am 8. d. empfing der Kronprinz von Preußen außer dem Grafen v. Beust noch den Grafen Taaffe und Dr. Giskra; später besichtigte der Kronprinz die Stadt, Abends fand große Hof tafel statt. Die Abreise des Kronprinzen war auf den 9. d. früh Uhr festgesetzt.

DasFremdenblatt meldet: der Kaiser sei entschlossen der Eröffnung des Suezeanals per sönlich beizuwohnen, vorher jedoch dem Sultan einen Besuch in Konstantinopel abzustatten.

Der Kronprinz von Preußen ist am 9. d. nach Venedig abgereist. Den Morgenblättern zu- folge werden die Minister Beust, Plener und Gorove den Kaiser auf seiner Reise nach dem Orient begleiten.

Frankreich. Paris. Ein Brief des Abg. v. Keratry, der unlängst eine Demonstration für den 26. Okt. angeregt hatte, verzichtet jetzt auf eine derartige Kundgebung und erklärt, daß er von der am 26. d. beabsichtigten Manifestation abstehe; es sei Sache der Opposition, solche Maßregeln zu ergreifen, welche ihrer Würde so⸗ wie der Wiedererlangung der öffentlichen Freiheiten entsprechender seien; für das Land sei es wichtig, daß der Kampf zwischen dem persönlichen Regiment und den Repräsentanten der Nation nicht durch eine Emeute zur Lösung gelange. Wie die Opinion nationale meldet, hat die von Depu⸗ tirten der Opposition beabsichtigte Versammlung nicht stattgefunden. DemAvenir national zufolge hat auch Peyrat sich gegen jede Mani⸗ festation für den 26. d. M. erklärt und eine solche als unnütz, inopportun und verhängnißvoll erklärt, zumal die überwiegende Majorität der demokra⸗ tischen Partei diese Sache von demselben Gesichts punkte ansehe.

DasOffizielle Journal meldet den Ausbruch von Unruhen anläßlich des Strikes der Bergleute zu Aveyron. Die Meuterer, ungefähr 1000 an der Zahl, wollten den Ingenieur ertränken und steckten die Magazine an. Am 7. d. hatte der Aufruhr seinen Höhepunkt erreicht, es kam zu einem Zusammenstoß mit den Truppen, bei welchem es 14 Todte und 22 Verwundete gab.

Spanien. Madrid. Nachrichten vom 7. d. besagen, in Gandesa und Carolina sei die Republik proklamirt worden. Die Flucht der Insurgenten von Reus habe noch keine Bestätigung

gefunden. Es sind Truppen nach Carolina ge- schickt worden, wo die republikanischen Freischaaren einen heftigen Widerstand zu leisten scheinen und Barrikaden erbaut haben. Das Standrecht ist in Catalonien, Aragonien, Alt-Castilien, Andalusien und Valencia verkündet worden.

In Saragossa leisteten die Freiwilligen der Freiheit dem Befehl der Entwaffnung Wider stand. Sie gaben Feuer auf die Truppen und ein heftiger Kampf entspann sich, der durch das energische Vorgehen der Truppen beendigt wurde.

Die Insurgenten wollen sich dem General Baldrik unterwerfen, welcher jedoch die des Meuchelmords schuldigen nicht begnadigen will. In der Stadt Vallo entgleisten die Insurgenten einen nach Andalusien bestimmten Soldatenzug, wobei ein Hauptmann und drei Soldaten den Tod fanden und eine größere Anzahl verwundet wurde. Die Freiwilligen von Valladolid und Granada widersetzten sich der Entwaffnung und entkamen bewaffnet.

Frankfurt. Die Polizei hal dahier einen interessanten Fang gemacht. Auf der Post kam nämlich eine 200 Pfd. schwere Kiste an, welche an einen hiesigen Geistlichen adressirt war und angeblich Bibeln enthielt. Die Sache hatte an sich gar nichts Auffälliges, da an Frankfurter Seelsorger viel größere Büchersendungen kommen als diese. Die Revision war schon sast beendigt, als es doch den Aufseher gelüstete, einmal die große Schotter Buchhandlung kennen zu lernen, welche nach Frankfurt 200 Pfd. Bibein schickt, stait daß solche sonst von hier aus versandt werden. Der Sache wurde nun eiwas näher auf den Grund ge⸗ gangen, und es fanden sich statt Bibeln Schinken im Werthe des angegebenen Gewichtes vor. Daß auch die Adresse eine gefälschte war, stellte sich nachher heraus. An demselben Tage kam von Gotha eine angebliche Sendung gesalzener Därme. Das Gewicht schien für die geringe Quantität zu bedeutend, und es stellte sich heraus, daß die Därme prachtvolle Rindszungen deckten.

Frankfurt. Der hiesige Gemüsemarkt war am Samstag massenhaft mit Blumenkohl befahren. Ganze Wagensendungen gingen nach auswärts. Die Preise waren billig, billiger als die meisten anderen Gemüse. Die ärmste Familie konnte sich für 6 bis 8 kr. dies schmack⸗ hafte Gemüse kaufen.

Hanau. Der kürzlich in Wiesbaden verstorbene Schrift⸗ steller H. König, geb. zu Fulda, Verfasser des bekannten Romanesdie Clubisten von Mainz u. A., hat Hanau und Fulda, bezw. die in diesen Städten befindlichen milden Sliftungen, sowie Wiesbaden, wo er seine letzten Lebens⸗ jahre verbrachte, auf die freigiebigste Weise bedacht. Ins⸗ besondere hat er vermacht: 2000 fl. der Armenverwaltung in Fulda, 2200 fl. den Armen- und milden Stiftungen in Hanau, 350 fl. dem Gustav⸗Adolphs-Verein in Wies⸗ baden, 175 fl. der Blindenanstalt dortselbst, 175 fl. der dortigen Versorgungsanstalt für alte Leute und 87 fl. 30 kr. der Kleinkinderbewahrungsanstalt dortselbst. Seine sämmtlichen Bücher hat er der hiesigen Stadtbibliothek vermacht.

Darmstadt. An einem Uebergange in der Nähe der Stalson Griesheim wurde durch einen Eisenbahnzug ein Wagen Feldfrüchte überfahren und total zertrümmert. Der Fuhrmann und das Pferd entgingen glücklicherweise dem ihnen drohenden Untergang. Ersterer trägt an dem Unfall allein die Schuld, indem er nämlich, ohne auf den Haltepfahl zu achten, mit dem Pferde bis nahe an die Barriere heranfuhr; beim Herankommen des Zuges scheute dasselbe und setzte mit dem Wagen über letztere hinaus.

Von der Bergstraße wird gemeldet, daß die Qualität der diesjährigen Weincrescenz eine anerkannt sehr gute sei. In den meisten Gemarkungen hat mit Beginn dieser Woche das Herbsten seinen Anfang genommen.

Berlin. DieKreuzzeitung schreibt: Das zungen⸗ fertige und großsprecherische Wesen einer gewissen Sorte von Berliner Handelsleuten und Vergnügungsreisenden trägt belanntlich nicht dazu bei, uns auswärts Sympathieen zu erwecken. In Sachsen sagt man den Berlinern nach, sie hättenZündnadelschnauzen.

Paris. Zum Morde von Pantin. Am 6. d. wurden wieder mehrere Personen in Mazas Traupman gegenüber gestellt. Es waren Leute, welche den Mörder während seines Aufenthaltes in Paris gesehen hatten. Unter denselben befand sich auch der Nachtwächter einer der Fabriken von Pantin, welcher in der Nacht vom 19. auf den 20. Sept. furchtbares Jammergeschrei gehört haben will. Aus dessen Aussagen ist Folgendes zu entnehmen: Am Sonntag Abend gegen 10½ Uhr fingen die Hunde der Fabrik und der Nachbarschaft an zu bellen und hörten erst gegen 113⅜ Uhr auf. Wahrscheinlich trafen während dieser Zeit die Mörder ihre Vorbereitungen. Etwas vor Mitternacht hörte der Wächter deutlich Hülferufe in der Richtung des Feldes von Langlois. Sie schienen von einer Frau herzurühren. Der erste schien der Angstruf vor einer plötzlichen Gefahr zu sein, die übrigen waren Rufe der Verzweiflung. Der Wächter, welcher unruhig wurde, hörte aufmerksam hin, und er vernahm die Rufe: Mama! Mama! die von Kinderstimmen ausgestoßen wurden. Der Wächter, welcher sich über das, was vorging, Rechnung ablegen wollte, stieg rasch auf einen Speicher, aber er konnte nichts gewahr werden. Todesstille war

übrigens auf den Lärm gefolgt. Die Hunde bellten in

hatte sie Blutgeruch außer sich gebracht. Eine Ueberwachung wird auf allen Eisenbahnen, die nach häfen führen, ausgellbt, sich fünf Gendarmen, die jeden Reisenden scharf examinszen. In Pantin und Umgegend ist eine Masse des Gesinbels, welches sich dort herumtreibt, verhaftet worden. Es jedoch wenig Hoffnung vorhanden, daß man jetzt bort Mitschuldige auffindet. Die Polizei hat, wie in der ganzen Sache, ihre Maßregeln zu spät ergriffen.

Wie das BlattElsaß mittheilt, erstrecken sich zwischen Bollwiller und Cernay zahlreiche Sümpfe, die dis 7 Meter tief Schlamm haben und stark mit Schilfroh, bewachsen sind. Einem Mörder ist es daher leicht, sein Opfer hier hineinzuwerfen und es solcherweise den Blicken der Justiz zu entziehen. Mit der Durchsuchung dieser Sümpfe ist schon seit mehreren Tagen begonnen worden, Die Spur von Kinck Vater konnte bestimmt bis nach Bollwiller verfolgt werden, wo er mit Traupman zusam⸗ mentraf und im Gasthaus mit ihm trank. Von da an hörte jede bestimmte Nachweisung auf. Es sind auch Nachforschungen in der Nähe von Namur und in andern Theilen Belgiens angestellt worden und werden noch forl⸗ während angestellt, aber seit Auffindung des Traupmanni⸗ schen Briefes glaubt man bestimmt, daß Kinck's Grab zwischen Bollwiller, Sultz, Ollwiller und Cernay zu suchen ist. Nach demIndustriel alsacien hätte die Familje Traupmann letzten Sonntag ein anonymes Schreiben aus Arias erhalten, worin gesagt ist, daß der Sohn sehr wohl daran thue, seine Mitschuldigen nicht anzugeben. Der Schreiber des Briefs sügt hinzu, daß wenn Traupmann hingerichtet würde, daraus noch weit größeres Unheil als das bisherige hervorgehen würde. Der Brief ist in den Händen der Justiz.

diesem Augenblicke nicht mehr, sie heulten; e ö nge 1

** Weitervorzeichen durch Thiere. Gutes Welter steht zu erwarten, wenn beim Regenwetter die Eulen schreien, Lerchen und Rothkehlchen hoch fliegen und dabei viel singen, Nachtigallen bis gegen Morgen flöten, Weihen, Reiher und Rohrdommeln mit lautem Geschrei fliegen, Kibitze und Sperber hochansteigen und laut schreien, Ferner ist auf gutes Wetter zu rechnen, wenn die Fleher⸗ mäuse Morgens früh und Abends spät fliegen, wenn die Johanniswürmer ungewöhnlich hell leuchten, Laubfrösche im Freien hochsitzen, Schafe auf der Weide hoch und munter springen, Roßkäfer Abends häufig fliegen, Hornisse und Wespen Abends noch reichlich fliegen, und Blutegel ruhig am Boden der Wassergefäße liegen. Schlechtes Wester steht dagegen in Aussicht, wenn die Finken vor Sonnen⸗ aufgang sich hören lassen, Krähen hoch über Felsen, Thürme und Gebäude fliegen, die Köpfe aufrecht tragen, und nach solchem Fluge Wasser aussuchen und die Köpfe eintauchen, Schwalben nahe an Mauern dorüberfliegen und dabei in nahe Gewässer tauchen, wenn sich die Tauben baden, spät Abends vom Felde heimkehren und die Störche ihre Jungen im Neste bedecken, wenn die Kraniche und Geier dei schönem Wetter schreien und das Haus⸗ Federvieh sich im Staube wälzt. Wenn die Hunde Gras fressen und die Katzen allzulange mit der Pfote sich putzen, Haushähne zur ungewöhnlichen Zeit und häufiger als sonst rufen und Regenwürmer in großer Anzahl aus der Erde kriechen, folgt bald anhaltender Regen. Vorübergehender Regen steyt bevor, wenn die Laubfrösche rufen und dabei niedrig sitzen, ins Wasser gehen und untertauchen, Kröten hervor⸗ kriechen, Mäuse laut pfeifen, Maulwürfe hoch aufwerfen, Mücken im Schatten spielen, sehr hartnäckig Menschen und Thiere verfolgen, und wenn die Flöhe stechen. Regen folgt bald, wenn das Hornvieh die Schnauze leckt, Schweine das Futter zerstreuen. Schafe bei der Rückkehr vom Weidengange sich das Grasfressen nicht wehren lassen, ungern in den Stall hineingehen, und Blutegel in den Wassergefäßen auf der Oberfläche des Wassers sich halten. Häufiges Fliegen der Roßkäfer am Morgen bringt am Mittag Regen; Gewitter entstehen binnen 24 Stunden, wenn der Schlammpeizker (Wetterfisch) unruhig wird und aus dem Wasser empor⸗ schnalzt, Blutegel aus dem Wasser wollen, convulsidisch sich bewegen und Bienen sich schon in der Früh nicht vom Bienenstocke entfernen, oder wenn sie Mittags schaarenweise heimkehren. Im letzteren Falle steht Sturm in Aussicht. Sturm sieht in Bälde zu erwarten, wenn die Drosseln, Finken und Ziemer sehr unruhig flattern, die Fische springen und das Wasserhuhn untertaucht. Stürme legen sich bald, wenn der Eisvogel während des Sturmgebrauses zur See fliegt, Spatzen fröhlich schwirren, See- und Flußfische nahe an der Oberfläche schwimmen, Delphine während des Sturmes Wasser spritzen und Maulwürfe aus ihren Gängen hervorkommen. Aber auch anerkannte Thalsache ist es, daß die Thiere nicht allein 12 bis 24 Stunden zuvor die Witterungsveränderung verkünden, sondern daß sie sich für längere Zeitabschnitte ob der kommenden Witterung vor sehen und so für uns bei richtiger und aufmerksamer Be obachtung auch die Jahreszeiten nach ihrem Vorgefühle voraus verkünden, ob kalt oder gelind, regnerisch ober trocken, warm oder heiß, Frühling, Sommer, Herbst und Winter werden. In dieser Hinsicht sind uns die Zug⸗ oder Wandervögel vortreffliche Leiter. Viel Mäuse im Herbst und spät in den Winter hinein bockende Schase lassen mit Wahrscheinlichkeit auf einen gelinden Winter schließen. Guten Grund, einen gelinden Winter zu er⸗ warten, geben uns die Finken, wenn sie im December noch bei uns in unseren Gärten und Hainen weilen. Strenge und andauernde Kälte im Winter steht zu er warten, wenn die Vögel im Herbste fett sind, wenn die Zugvögel, namentlich die Störche, Schwalben, Kraniche und Schnepfen, ungewöhnlich frühe fortziehen und die heimischen Waldvögel im October und November ihre

Nahrung in der Nähe menschlicher Wohnungen suchen.

Auf jeder Hauptstation befinden g

ö 0

ian

O 29 conel Bade des Masse

dahier

3 sucht, gewä imm Forde und Bezit werd als!

2 gesor widr Petso don!

8 wesel qus anhei pillse anzu don Schu

2

wesse laden

3 walst deff

829