Ausgabe 
12.10.1869
 
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in fast untrügliches Merkmal ist aber für einen sehr

er Nord- und Osisee erscheinen und lief in das Land hin⸗

Alten Winter, wenn die nordischen Zugvögel an den Küsten,

unziehen, Moor-Elstern, Staare, Krametsvögel und Schnec⸗ zänse früb schon erscheinen und die Saatkrähen schon im Oktober wandern. Ungewöhnlich hohe Ameisenhaufen im Sommer und hochaufgebaute Mäusenester lassen einen alten Winter erwarten, und wenn der Fuchs bei strenger älte bellt, wird die Kälte zunehmen. Hornisse und Despen in großer Anzahl im Oktober noch, prophezethen nen kalten Winter. Rauhe Frühjahre verkünden uns is frühe Erscheinen der kleineren Vögel in Schwärmen u der Nähe der Häuser, namentlich der Rothkehlchen und Meisen.

Arbeiter und Soldaten.

zus der Schrift von Dr. Hegewald: DieFriedens-Union.

Der effektive Militärstand in Europa beträgt ber vier Millionen Soldaten! Die jährliche Ver nusgabung für dieselben ist über drei und eine zaalbe Milliarden Franken! So kommt auf sechs undsiebenzig Menschen ein Soldat. Ein Drittel er Steuern wird verschlungen vom Unterhalt der Urmeen. Daraus folgt, daß die Steuerpflichtigen, ie nur hundert Franken jährlich dem Staate

ahlen, nur sechzig jährlich zu zahlen hätten, wenn e Rationen nickt Männer besoldeten, die sich nander das Leben nehmen sollen! Und die Re-

P

duktion in den Ausgaben würde noch größer sein, wenn man die Summen erwägen wollte, die dazu bestimmt find, die individuellen und materiellen Verluste des Kriegs einigermaßen auszugleichen! Ja, man würde eine fabelhafte Summe als Ge winn erzielen, wenn man außer dem ersparten Gelde auch noch das Kapital in Veranschlagung brächte, welches durch die Thätigkeit von mehr als vier Millionen junger, starker Männer dem Staate fruchten würde, das aber seither für ihn verloren ging!

Die Unprodukt vität ist schon groß in der Werkstätte des Weltverkehrs. Man denke an die Frauen, an die Kinder, an die Greise, an die Siechen und die Schwachen, die nichts verdienen, und man findet, daß Ein Arbeiter vier Personen unterhalten muß. Mit andern Worten: Die Arbeit von 25 muß 100 Menschen ernähren. Das sind Thatsachen. Unter solchen Umständen wundere man sich noch, wenn bei der Vervoll kommnung in der Industrie, bei der Vertheilung der Arbeit, bei dem Gewerbfleiß der arbeitenden Klasse die angewandte Thätigkeit dennoch nicht ge nügt, auch das Nothwendigste, Unentbehrlichste gleichmäßig zu vertheilen.

Und nun bedenkt, welches Elend entstehen muß,

wenn man die an sich schon kleine Zahl Arbeiter noch verringert, indem man die kräftigsten Männer dem Pfluge und der Werkstätte entreißt; die Arbeit ihrer besten Jahre der menschlichen Gesellschaft entzieht; noch mehr, wenn man sie einer gesetzlich produktiven Arbeit entfremdet, um sie zu einem unfruchtbaren Handwerk zu verwenden.

Der Kanal von Suez hat bis er fertig war, etwa vierhundert Millionen gekostet. Gerade so viel beträgt das Militär-Budget in Oesterreich. Zehn Milliarden Franken wurden seit fünfzehn Jahren in Frankreich von der Armee verschlungen; hätte man nicht diese Summe verwenden können um ein Eisenbahnnetz über das ganze Land aus⸗ zubreiten, die Urbarmachung der Landen und Moräste zu verwirklichen, den periodisch wieder kehrenden Ueberschwemmungen Einhalt zu thun und endlich die Schulen zu vermehren, die selbst zur Vertheidigung des Vaterlandes einen weit höheren Werth haben als die Kasernen. Man könnte diese Beispiele vervielfältigen, doch wozu? Der Satz steht fest: Die großen, stehenden Armeen und der Krieg sind die Hauptursachen des Elends und der Unwissenheit; schafft den Krieg ab und Ihr erweist der Menschheit eine der größten Wohl⸗ thaten die man ihr je erweisen kann!

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Oeffentliche Aufforderung.

279 Forderungen und Ansprüche feder Art an das oncursfällige Vermögen des hiefsigen Bürgers und

adewärters Wilhelm Kirchner sind bei Vermeidung 28 stillschweigend erfolgenden Ausschlusses von der Nasse, im Termine Freitag den 5. November d. J., Morgens 9 Uhr,

uhier anzumelden und zu begründen.

Zugleich soll im nämlichen Termine die Güte ver cht, in deren Entstehung aber ein Gläubiger Ausschuß wählt, sowie ein Massecurator bestellt und sollen Be Emmungen über die Richtigkeit der angezeigt werdenden korderungen und Ansprüche, sowie über die Veräußerung und Vertheilung der Masse getroffen, und die in diesen beztehungen von der Mehrbeit der Gläubiger gefaßt nerdenden Beschlüsse auch für die übrigen Gläubiger us bindend angesehen werden.

Der abwesende Schuldner wird gleichzeitig auf (ordert, im nämlichen Termine seine Rechte zu wahren, zädrigenfalls nach den Anträgen des für ihn in der serson des Runde⸗Gradirers Johannes Kirchner nen hier bestellten Curators verfahren werden wird.

Schließlich wird insbesondere noch der ebenfalls ab- wesenden Ehefrau des Schuldners, Adele, geb. Martini, als Cressier im Schweizer⸗Canton Neufchatel hierdurch biheimgestellt, ihre Ansprüche an die Masse, dei Meidung füllschweigenden Ausschlusses, damit im obigen Termine izuzeigen, resp. nachzuweisen, welches Alles hler auch won den zum Theil abwesenden Kindern erster Ehe des echuldners gilt.

Bad Nauheim am 4. August 1869.

Großberzogliches Landgericht Bad Nauheim rei ch.

Dietel lad ung.

Den Concurs über das Vermögen des Gustav Vogt von Reichels heim im Kreise Friedberg betr.

88 Nachdem dem Arrangement vom 5. Juli l. 3. die gerichtliche Beslätigung nicht ertheilt werden konnte ud Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen ter das Vermögen des Rubrikaten den förmlichen Hencurs erkannt hat, werden dessen sämmtliche Gläu ger zur Anmeldung und Begründung ihrer Forderungen, pie zur Geltendmachung etwaiger Vorzugsrechte auf Mittwoch am 24. November l. J., Vormittags 9 Uhr,

iter dem Rechtsnachthelle des stillschweigend eintreten zm Ausschlusses von der Concursmasse und beziehungs visse des Verzichts auf vorzugsweise Befriedigung, ge⸗ en.

In der cewähnten Tagfahrt soll sodann über Ver⸗ bvaltung der Masse, Wahl eines Gläubiger Ausschusses, fänttive Bestellung eines Massecurators verhandelt, züth nochmals die vergleichßweise Erledigung des Con u ses versucht werden, was unter dem Anfügen bekannt macht wird, daß in Ansehung der weder in Selbst on erscheinenden, noch durch gehörig bevollmächtigte Handatarien vertretenen Gläubiger der ftillschweigende Jaltritt zu dem von der Mehrheit der Erschlenenen auch üglich eines etwa zu Stande kommenden Arrange umts gefaßt werdenden Beschlüssen unterstellt werden vurde.

Friedberg am 12. September 1869. Großherzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor.

Ein Ladentisch

Kg ist zu verkaufen. Näheres bei der Exped. b. B.

Be ka- n n-tm al ch uu. g.

2730 Die Ehefrau des Krämers Heinrich Koh lbepp Margarethe, geb. Lenz, zu Kiltanstädten hat ihre Ueberschuldung bei Gericht angezeigt. Zur summartschen Anmeldung der Forderungen an dteselbe und zum Güle versuch behufs Abwendung des förmlichen Concurses ist Termin auf den 26. October d. J., Vormittags 9 Uhr, in das Lokal des unterzeichneten Gerichts Schloß siraße Nr. 26. anberaumt. Die Gläubiger werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß die nicht Er scheinenden als dem Beschlusse der Mehrheit beitretend angesehen werden, und der ergehende Vergleichsbescheid nur durch Anschlag im Gerichtslokal veröffentlicht werden wird. Hanau am 28. Seplember 1869. Königliches umtsgecicht Abtheilung II. C ster. dt. Strohmeper.

Mobiliar-Versteigerung. 2772 Mittwoch den 13. October, Vormittags 9 Uhr anfangend, werden auf freiwilligen Antrag in der Behausung des Bäckermeisters Wilhelm Rumpf dahier verschiedene Mobiliar gegenstände, als: Betten, Bettstellen, Tische, Stühle, Kleider schränke, Commoden, Waschtische, Nachttische, Portraits, Weißzeug, Vorhänge, Glas, Por zellan und sonstige Haus, und Kuͤchengeräth schaften öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung ver steigert. Friedberg den 6. October 1869. Geoßherzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar.

Steinkohlen⸗ Lieferung.

2839 Mittwoch den 13. October d. J., Vormittags 11 Ubr, soll im hiesigen Rathhause die Anlieferung von 200 Ceniner Steinkohlen I. Sorte für die städlischen Schulen dahier öffentlich an den Wenigstfordernden in Accord gegeben werden. Friedberg am 11. October 1869. Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg Foucar.

Bekauntmachung.

Betreffend: Die Verloosung der Stadt Alzeyer Obligattonen.

2830 Bei der diesjährigen Verloosung der Stadt

Alzeper Obligationen wurden folgende Nummern

ver dritten Serie gezogen, als: 64, 68, 79, 84, 93,

102, 106, 136, 193, 199 und 225.

Den Inhabern dieser Obligattonen wird vom 1. Januar 1870 an gegen Aushändigung der Original Obligationen und der nicht fälltgeu Zinscoupons der Nenynwerth durch die Gemeindekasse zu Alzep oder das Handlungs⸗ haus S. Lindhelmer Söhne, seither in Friedberg fetzt in Frankfurt a. M., sogleich bel Anmeldung ausbezahlt.

Vom 1. Januar 1870 an hört der Zinsenlauf der gezogenen obigen Nummern auf.

Alzey am 6. October 1869.

Großherzogliche Bürgermeisteret Alzey .d.

Gg. Maper, I. Beigeordneter.

Bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg in zu haben:

Der Lahrer hinkende Bote

für das Jahr 1870 Preis gestempelt: 1 kr.

Steinkohlen-Liefetung. 2832 Freitag den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Büreau des Garnsson-Lazareihs dahier 600 Ctr. Steinkoblen, Ruhrer Feitschrot 1. Qualität, durch Submission vergeben werden.

Die Bedingungen können täglich auf dem genannten

Büreau eingesehen werden.

Friedberg den 10. October 1869. Großherzogliche Garnison-Lazareth⸗Commission Stock, Dr. Stein häuser. Dauptmann und Compagniechef. Veersst eig er und

2827 Mittwoch den 3. November, Vormittags 11 Uhr

sollen auf dem Gemeindehause zu Reichelsbeim, Kreis

Friedberg, die in dem Orte gelegenen, dem Großberzogl.

Fiscus gehörigen Immobilien öffentlich an den Messt bietenden verstetgert werden.

1) Die frühere Amtshofraithe Nr. 6854 und

6856 des Stockbuchs, am südlichen Ende des Orts,

an der Chausse nach Dornassenheim, zwischen Georg

Stephans II. Witwe und der Straße gelegen,

bestehend aus:

a. Einem zweiftöckigen Wohnhaus 74 lang und 39 breit, aus Holz, mit Lehm und Baasteinfach⸗ werk erbaut, mit Ziegeldach und zwei gedielten Fruchtböden.

b. Zwei rechtwinklich aneinander gebauten Scheuern; die eine 94 lang und 38,5 breit, enthält Pferdeställe, einen Holzstall, einen Schweinestall und zwei übereinander liegende gedielte Frucht⸗ böden.

Die andere Scheuer 62 lang und 38,5 breit,

enthält zwei Barren, eine Tenne und einen ge

wölbten Keller.

e. Den mit Mauer umschlossenen Hofraithegrund 180,4[] Klitr., nebst Brunnen. 5

Garten an der Hofraithe 8 1 Morgen 37,4 Klftr.

Gr. Hess. Maaßes, ringsum eingefriedigt, mit

Gartenhäuschen 13 lang und 137 breit, Nr. 6859

und 6860 des Stockbuchs an der Straße neben

dem Hause gelegen.

Einen Ackerder Stammgarten zwischen Heinrich

Vogt und Friedrich Groß 20288 Klftr. groß.

Das sowohl zum Betriebe einer Oekonomie, als eines Geschäfts gut gelegene Haus kann jederzeit be sichtigt werden, und wolle man sich deßhalb, sowte wegen der weiteren Steigbedingungen an Herrn Schmied⸗ meister Wilhelm Heß zu Reichelsheim oder an das unterzeichnete Rentamt wenden. Friedberg den 10. October 1869. Großberzogliches Rentamt Friedberg Lin deck.

Oeffentliche Aufforderung. 2828 Fo derungen an das euratorisch verwaltete Ver⸗ mögen des Konrad Diehl J. von Friedberg sind innerhalb drei Wochen, vom ersten Erscheinen dieser Aufforderung an gerechnet, bei dem unterzeichneten Ge⸗ richte anzumelden, widrigenfalls sie bei der Regulfrung der Vermögensverhältnisse nicht berücksichigt werden.

Friedberg am 7. October 1869. Groß herzogliches Landgericht Friedberg Hofmann, Landgerichts Assessor.

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