Ausgabe 
12.1.1869
 
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kinderlos ist, der Prinz Napoleon und die Prin- zessin Clotbilde auf dem spanischen Thron folgen.

Prinz Napoleon soll auf die Frage, ob er an das Zustandekommen der Conferenz glaube, geantwortet haben:Sie ist zu überflüssig, als daß sie nicht stattfinden sollte.

Nach derIndependance belge würde der Kaiser bei Eröffnung der französischen Kammern erklären, daß das Mimnisterium geändert worden sei, um den Forischritt der Freibeit zu begünstigen und die Anarchie niederzudrücken.

die Falle mehren sich immer noch, in welchen der französische Richterstand der Regierung gegenüber eine bedeutsame Selbstständigkeit zeigt. In den letzten Tagen macht die Affaire Séguier viel von sich reden., Der Baron Séguier, der Abkömmling einer altberühmten Beamtenfamilie und Inbaber des Kreuzes der Ebrenlegion, hat sich, nach der Ansicht des Justizministers, als Staatsanwalt ven Toulouse bei der Anklage gegen dieEmaneipation wegen Verläumdung eines Maire von Labouguière in Beziebung auf dessen Amtsführung zu lau gezeigt, obgleich die Unter- suchung ergeben, daß die demVerläumdeten schuld gegebenen Vergehungen auf Wahrheit be rubten. Dies führte zur Einreichung der Demission Seitens des Staatsanwaltes, welcher Schritt na türlich wiederum zu verschiedenen Betrachtungen in den Tagesblättern Veraulassung gibt, die der Regierung Ueberlegungen der ernstlichsten Art ein- zugeben geeignet sind.

Die Studirenden dee Juristenfacultät von Touleuse bacen an Herrn v. Séguie: folgende Adresse gerichtet:Mein Herr! Eingedenk der edlen Worte, welche Herr Grévy bei der Exöff nung der Conferenz der Pariser Advocaten ge- sprochen bat, durchdrungen von den Vorschriften

und hoffe, binnen Kurzem die spanische Krone auf sein Haupt zu setzen. Wenn man die füngste Anleihe des Prätendenten in Erwägung zieht, die er ausschließlich für Revolutionszwecke zu verwen- den gedenkt, so muß man allerdings den Spaniern Recht geben, wenn sie nach und nach etwas ängst- lich werden.

Nach den Mittheilungen derFrance gestalten sich die Zustände in Spanien immer kedenklicher. In Madrid selbst droht ein Con⸗ fliet auszubrechen zwischen der Nationalmiliz und der Regierung, was viele wohlhabende Familien bereits veranlaßt haben soll, die Stadt zu ver lassen. In Andalusien gährt's fort und fort, und die strengste Handhabung des Belagerungs⸗ zustandes bleibt wirkungslos. In Cadix hat die repablikanische Partei bei den Municipalwahlen gesiegt; in Sevilla, Xeres und Malaga wird casselbe Ergebniß sich zeigen. Dahei wird die Regierung zwischen zwei Feuer genommen: im Süden der republikanische Aufstand, im Norden die cartistischen Verschwörungen. In Barcelona will die Polizei ein furchtbares carlistsisches Com- plot entdeckt haben. An vielen andern Punkten von Catalonien und Aragonien gewahrt man eine dumpfe Bewegung.

Italien

hält die Antwort des Papstes auf dae Schreiben Victor Emanuels zu Gunsten Arani's und Luzzi's die Bemerkung, daß die königliche Verwendung Beweis ablege von dee Sympathie desKönigs von Sardinien für die Rebellton, welche von den genannten Verräthern veranstaltet worden sei. Der Papst erklärt im weiteren, er werde dem Beispiele seiner Vorgänger in ißrer Milde folgen, aber auch wie sie keinen Eingriff in seine Hoheite

des Richts, dessen Studium den Sinn für Unab- hängigkeit und Freiheit einflößt, sprechen wir unseren Beifall zu dem muthigen Akt aus, welcher

Ibnen Ihr Gewissen eingegeben hat und zu den steuktionen erhabenen Gesinnungen, die Ihr Vechalten be⸗

stimmt haben.

Der General Cialdini ist wieder abgereist Man berichtet demIrurac Bat aus Madrid vom 5., daß die 600 Gefangenen von Malaga begnadigt worden sind. Der Marschall Espar⸗ tero hat auf den Brief, den ihm die Königin Isabella geschrieben, nicht geantwortet.

DusJournal officiel meldet: Die Con- ferenz hieit am 9. d. ihre erste Sitzung. Die nächste findet am Dienstag statt. Djemil Pascha ist auf der Conferenz der einzige Vertreter der Turkei. DerEtendard widerlegt die Nach richt von Ruüstungen Rußlands und sagt, das Cabinet von St. Petersburg habe seit dem Beginn des Couflikts stets eine friedliebende und versöhn⸗ liche Haltung eingenommen. Die Regierungs- blätter sagen, die Ernennung Lavalette's habe in

den Beziehungen Frankreichs zu I'alien nichts geändert.

Großbritannien. London. Prinz Ludwig von Batjenberg, Sohn des Prinzen

Alexander von Hessen, ise nach abgelegtem Examen zum Sercadetten ernannt worden und steht gegen- wärtig in dieser Eigenschaft auf der Liste der FregatteAri dne, welche zur Yacht für die Reise des Prinzen don Wales umgeschaffen wor⸗ den ist

Spauien. DieIgualidad sagt in ihrer Nummer vom 3. Januar, daß die Cortes sich nicht vrreinigen werden und daß, wenn dieß doch geschehe, man sie nicht als die Meinung des Landes repräsentirend betrachten werde. Dasselbe Blatt berichtet, daß die Gefangenen von Malaga sich an Ber derVaragoza befinden und man noch nicht wisse, was in Bezug auf sie beschlossen worden sei nt, daß die Verluste der Truppen fehr ich sind, man schlägt die⸗ selben auf das Dreifache derer der Insurgenten on, was beweist, daß der Kampf hartnäckig und 5 ist Don Carlos bat sich dahin ausgesprochen, sich von der Thätigkeit seines Agenten den besten Erfolg verspreche: er werde Alles aufbieten, um seine guten Rechte zur Geltung zu bringen,

erbittert geweser

daß er

rechte dulden.

Türkei. Konstantinopel. hat ihrem Gesandten Djemil Pascha seine In auf telegraphischen Wege zugehen Nach demselben soll die Diskussion auf

Die Pforte

lassen,

sich der Gesandie, im Falle einer Abweichung der Conferenz von diesem Programme, mit Protest zurückziehen.

Rußland. Petersburg Der von Montenegro ist dahier angekommen.

Fürst

2 * Friedberg. Dem Vernehmen nach wurde der weten Nothzut und Mord angeklagte Peter Feuerbach

verurthe ili.

[Mainz Nach demM. J. langte am 5. d. der vo den vereinigten Staalen Nordamerikas ausgeiseserte Schäfer von Bretzenbeim hier an. Derselbe, bekanntlich

der Ermordung seiner Ehefrou beschuldigt, wurde von

einem Bremer Gendarmen escortürt.

Aus Rheinhessen meldet derRbeinh. Beob.: Aepfel und Pfirsichelüsnhen, Veilch n, Schmenerlinge und sousti es mehr wurden uns sa gen, wenn wir's nicht selost empfänden, daß der mitunter so srenge HerrscherWinter? diesmal bis jetzt sehr milde auftrat. Zu den größten Seltenheiten, welche wir diesem milden Regemente verdanken, gehört, daß ein Huhn(des Herrn Joh. Gräff zu Sponeh im) vom Dezember an 12 Eier legte und si⸗ ausbiüseie; seit dem 6. d. laufen 12 muntere junge Hülnerchen hum.

Nürnberg. Im Jahte 1868 wurden in 3 bicsigen Pferdeschlächtereien 795»ferde geschlachttt. Im Jahre 1867 betrug die Zahl der geschtachieten Pferde 348 Saück. Es bat also im Jahre 1868 der Consum des Psferde fleischee sich um 247 Stück vermehrt..

, Der Dampfer Stary Banner ist am 20. De zbr. o. J. untergegangen und mit ibm 122 Menschen. Die Wogen zertrümmerten das site Schiff und rissen die Mehr- zahl der Passagiere in die Tiese; 42 Menschen zimmerten in fliegender Eile ein Floß und schwawmen 2 Nächte und

Schiff sie aufnahm und rettete.

% Wetter für das Jahr 1869. Der Wetter⸗ prophet Scycek sendet den Blättern fol ende Welter⸗ prophezeiung für das Jahr 1869 zu: Der Jar uar wird durchaus feucht, trübe sen und bäufizen Rezen mit Schneeflocken vernascht bringen. Am 4., 5., 6. 9. und 10. Februar sonnig des Tages, eisfzostig des Nachts, in

lerisch. Der März durchaus müde, feucht, stark nebelig und regnerisch, am 26., 27., 28., 29. und 30. starker mit Regen untermengter Schrersall. Im Viertel des Aprils ist in tieferliegenden Gegenden Hochwasser zu gewärtigen. Den Landwirthen aber glaubt Her Scycek eine unge wöhnlich reich esegnete Ernte an Get eide, Obst, Heu, Nartoffeln und Kraut prophezeien zu können.

die bekannten fünf Punkte beschrankt bleiben und

von Otawöllrad: durch das Schwurgericht zum Tode

3 Tage auf dem tobenden Meere, bis ein srauzösisches

den übeigen Tagen und Nächten trübe, feucht und reg-

Von den Ansbach⸗Gunzenhauser Loosen war einer der Haupttrefser mit 18 000 fl. seit 4 Jahren nicht reclamirt worden und hatte sich in der jüngsten Zeit, wie es scheint, eige förmliche Industrie, diese 18,000 fl. flüssig zu machen, zu bilden begonnen, in dem bald dieser, bald jener die betreffende Nummer in Besitz gehabt zu haben vorgab. Nun hat aber in diesen Tagen bie Stult⸗ garter Rentenanstalt die glückliche Nummer an die hiesige Bank eingesendet, und stellt sich als Gewinncrin ein Dienst⸗ mäß chen in Stuttgart heraus, das von dem Erfolge seines Looses bisher nichls geahnt hatte. Von Seiten eines in der Nähe Nürnbergs wobnenden Bauersmannes wird in⸗ deß derselben der rechtmäßige Besitz der Nummer bean standet, da ihm das Lros entwendet worden sei. Ob es ibm gelingt, den Nachweis seines Eigenthumsrechis zu führen, wird die Zeit lebren.

Falsche preußische Banknoten.

Wie Seitens des preußeschen Hauptbank-Directoriums bekaunt gemacht wird, ist eine Nachbildung der pr ußilchen Banknoten à 10 Thaler neucster Emission vom 18. Juni 1867 zum Vorschein gekommen die zwar nach ibrem Ge⸗ aumleindruck den ächten ähnlich erscheint, bei einiger Aufmerksamkeit jidoch von denselben durch die gröbere Aussübrung des Guillochses auf der Vorderseite und der auf beiden Seiten befindlichen Manervaköpfe sowie durch den weniger scharfen Abdruck des königlichen Wappens

und des Conlrolstempels leicht zu unterscheiden ist.

Eingesandt. Friedberg. Die Gebrüder Matula und Gesellschaft, deren Leistungen in Jongleurkünsten und physikalischen Pre⸗

Dem Correspondenten der Lon- duktionen auf dem sich immer neu regenerienden Gebiete donerPall Mall Gaze'te in Rom zufolge ent- der natürlichen Magie vollkommen Anerkennung verdienen,

werden, wie wir bören, mehrere Vorstellungen im Saale des Hötel zu den drei Schwertern dahier geben, worauf wir besonders a' smerksam machen. Staunenswerth und zu⸗ gleich ungemein ansprechend ist die Fertigkein und Präe sion, mit welcher Herr S. Matula seive Künste dem Publikum vorführt und überaus nett und geschmackvoll das Arrange ment daber, sowohl in Rücksicht auf die Auswahl der ein⸗ ze nen Stücke, als auf die Art und Weise der Darstellung welbst und noch bemerkenswerth die Eleganz der Costüme, sowie das bescheidene und elegante Auftreten der Künsiler ulbst. Ganz besonders aber verdienen die Leistungen der beiden Gladiatoren auf dem rollenden Globus ungetheiltes Lob Leistungen, die wir in dieser Art bisher noch nie ge eben haben. Und dann die eleganten Valancierübungen, wel e in jeder Beziehung staunenerregend waren und von Kraft und Geschick ichkeit des Künstlers zeugten. Auch wird, wie wir hören, in der letzten Vorstellung der asia⸗ lische Freue önig auftreten.

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Das mir zugekommene Schreiben des ru. Lendraths von Strauß zu Biedenkopf Namens des Gesammtcomites ür die Brandbeschädignen in Laisa, bringe ich nachstehend im Abdrucke zur Kenntniß aller derjenigen Angehörigen und Ortsvorstände des Kreises Friedberg, welche deren Unglück durch milde Gaben zu lindern so freundlich waren.

Friedberg, den 8. Januar 1869.

. Trapp, Regierungsrath. Biedenkopf, 2. Januar 1869.

Ew Hochwohlgeboren den Empfang des mittelst ge jäbhisen Schreibens vom 23. v. Mis. übersandten Betrags von 98 fl. 13 kr. ergebenst anzeigend, wonach nunmehr im Ganzen 623 fl 13 kr. aus dem Kreise Friedberg für die Abgebrannten in Laisa gespendet worden sind, sage ich allen edlen Gebern aus diesem Kreise für die so reiche Lüebesgabe' im Namen der schwer Betroffenen den waͤrm⸗ steu Dank.

Ich erlaube mir an Ew. Hochwohlgeboten die ergebensie Bitte zu lichten, dieses zur Kenntmiß Ihrer Kreisein⸗ geless nen beingen zu wellen, sowie auch selbst noch den besonderen Dank der noch mit Liebe Ihrer gedenkenden Bewohner Laisa's entgegenzunehmen für die bekannten (dlen menschenfreundlichen Gesinnungen und die Mähe, mit welcher Sie sich der Unglücklichen angenommen haben.

Namens des Gesammt-Comise's: Der Landraih v. Strauß.

5 Theater in Friedberg. Im Gashaus zu den drti Schwertern.

Mittwoch den 13. und Honnerstag den 14. Januar 1869.

0 Ii 5 Große Poistellungen 0 1 U der anglo amerikanischen Künstler⸗ Gesellschaft, unter Direktion der Gebrüder Matula, k. k. russische

und k. schwedische Holthnfiler. Die Vorstellungen bestehen in phpsikalischen Experi⸗ menten, magischen und(quilibristischen Produkttonen, Gymnaffik, Ballet ꝛc.

Preise der Plätze:

E' ster Platz 30 kr. zweiter Platz 18 kr., Galerie 9 kr. Kinder unter 10 Jabren zahlen auf dem ersten Platz 18 kr und guf dem zweiten Pletz 12 kr. Tages-Billete zum ersten Platz à 24 kr., zum zweiten Platz à 15 kr. sind vorher im Theaterlocal zu haben. Billets sind nur an dem Tage gültig, an welchem sie

gelöst werden. 5

Kasseöffnung Uhr. Anfang 7 Uhr. Das Nähere der Tage szettel.

Dc Es finden nur 4 Verstellungen statt. Gebrüder Matula.

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