Ausgabe 
12.1.1869
 
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N 4.

Beilage zum Oberhessischen Anzeiger

Preußen. Berlin. bause wurde schon wiederholt auf das seit einigen Jahren eingetretene Sinken der Erträge der Mahl- und Schlachtsteuer und die aus diesem Umstande zu ziehenden wichtigen socialen Folgen aufmerksam gemacht. Auf den Antrag der Commissarien des Hauses ist jetzt eine Nachweisung dieser Erträge von 1835 bis Eade 1867 in den mahl und schlachtsteuerpflichtigen Städten der alten Provinzen dem Hause der Abgeordneten mitgetheilt worden, welche dieses so auffallende Sinken fast ausnahms los in der frappantesten Weise bestärigt. Es ist diese Abnabme um so auffallender, als die Be völkerung sich überall doch vermehrt bat, woraus man zu folgern geneigt sein möchte, daß mehr als früber verzebrt werden und demgemäß auch mehr als früher an Steuer aufkommen müßte. Statt dessen tritt aber das Gegentheil ein, trotz der vermeörten Bevölkerung wird weniger verzehrt.

Gegenüber den pesitiven Behaupkungen der beiden WienerPressen, daß eine alsAcker geräthschaften declarirte Sendung von 80 Ge schuͤtzen unterwegs von der österreichischen Bebörde mit Beschlag belegt worden sei, bemerkt die Kreuzzeitung: Die abenteuerliche Zahl von 80

österreichischen Meldung. Nachdem wir uns näher erkundigt, können wir aufs Bestimmteste versichern, daß sich auch nicht eine Kanone bei jener Sendung befunden hat, daß dieselbe vielmehr aus Wagen rädern bestanden hat, die von Schlesien durch die Bukowina nach Rumänien geben sollen, und daß der Begleitschcin die vollständig richtige und genaue Declaration der Frachtstücke entbalten bat.

Im Abgeordnetenbause wurde am 9. d. die Beratbung des Etats der allgemeinen Cassen verwaltung vorgenommen. Der Antrag Twestens auf Heranziehung Lauenburgs zur Verzinsung und Tilgung der durch das Gesetz vom 23. März 1868 übernommenen Staatsschuld für 1868 und 1809 wird abgelebnt. Gegen den Antrag er klaͤrten sich besonders Graf Bismarck und der Finan mtnister. Graf Bismarck ersuchte das Haus, keine Pression auf die Einverleibung Lauenburgs auszuüben, dieselbe werde von selbst kommen.

Der Prinz und die Prinzessin von Wales werden im Laufe dieses Monats hier eintressen und im kronprinzlichen Palais ihr Absteigquartier nehmen.

DieNordd. Allg. Ztg. setzt ihre pole mische Kritik des österreichischen Rothbuches fort und sagt: Das Verhalten des Reichskanzlers, Verläumdungen Preußens enthaltende Depeschen, welche in Berlin nicht amtlich mitgetheilt worden, zu veröffentlichen, muß im weiteren Verfolge zum Abbruche der diplomatischen B ziehungen führen.

Insterburg. Nach Berichten des Chefs des Georgenburger Zollbezirks hat an der Gränze ein blutiger Zusammenstoß zwischen Schmugglern

und russischen Gränzsoldaten stattgesunden. Bei demselben wurden zwei Schmuggler getödtet, mehrere verwundet und gefangen genommen. Er

beutet wurden fünf Schlitten mit Waaren und 13 Faß Spiriius. Die Schmuggler gehören sämmtlich der russischen Nationalität au. Schleswig⸗Holstein. Nachdem schon vor einiger Zeit von Flensburg aus Petitionen von Lebrern und Schulinspectoren an das Abgeord netenhaus gegangen sind, welche sich gegen die jenigen Vorlagen erklären, die zur Regelung der materiellen Verhältnisse der Volksschullehrer, ihrer Wittwen und Waisen bestimmt sind, hat sich dieser Tage der Lehrerverein in Kiel enischlossen, eine Petition nach Berlin zu richten, welche um Ablehnung des I., III. und IV. des Mühler'schen Schulgesetz⸗Entwurfs bittet und die Annahme des II. nur nach sehr wesentlichen Verbesserungen anräth Das anhaltende Regenwetter der letzten Wochen, verbunden mit den aus Westen wehenden Stürmen, welche den Abfluß der Wassermengen nach der Nordsee verhindert haben, bedroht die Marschdistricte mit schwerem Schaden. Alle

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niedriger gelegenen Ländereien daselbst stehen] gierung verurtheilt) zuschickte, ein Dankschreiben

unter Wasser und zwar so, daß vielfach nur die Kronen der Bäume und die Hecken aus der Flut hervorragen.

Wiesbaden. Der Cultusminister bat be⸗ schlossen, die Aufsicht über sämmtliche hiesige Schulen nicht mehr einer geistlichen, sondern einer vom hiesigen Magistrat gewählten Schuldeputation zu übertragen.

Im Regicrungsbezirk Wiesbaden haben sich die direkten Steuern für das eben begonnene Jahr gegen die des verflossenen erheblich vermehrt. Für die Stadt Wiesbaden sollen die Einkommen steuern ec. 3000 Thlr., die Gewerbsteuern circa 2000 Thlr. und die Klassensteuern ca. 2000 Thlr. mehr betragen Die Hoffnung auf eine Minderung der Steuern ist darnach nicht in Erfüllung gegangen.

Schaumburg⸗Lippe. Nicht leicht wird es bessergeartete Wähler geben als in Bückeburg. Ein Verein solcher eriäßt bine öffentliche Auffor derung, Männer als Landtagsmitglieder zu wählen, die nicht wäbnen dem Fürsten gegenüber etwas durchbeißen zu müssen, ihm bier und da noch etwasabzuringen und abzuzwacken. Inmitten

de parlamentarischen Kämpfe unserer Zeit findet Kanonen ergab uns sofort die Unrichtigkeit jener

sich doch in Bückeburg politischer Unschuld.

Bayern. München. Der König hat der Neueintheilung der Armee, im Anschluß an die Organisation des norddeutschen Bundesheeres, in zwei Armeecorps und vier Armeedivistonen, seine Genehmigung ertbeilt.

noch die reinste Joylle

Die erblichen Reichsräthe Fürst Wrede und Graf Deroy, die Enkel bayerischer Heer sührer, welch letztere dereinst für ihre dem

Staat geleisteten Dienste mit verschiedenen Gütern belehnt wurden, werden demnächst ebenfalls mit den ihnen von ibren Vätern vererbten Staats leben durch den Minister des königlichen Hauses belehnt werden.

Sicherem Vernehmen nach hat der König das vom Militärgerichte gegen einen Soldaten eines in Ingolstadt garnisonirenden Infanterie Regiments, welcher vor einiger Zeit aus Rache von einem Verstecke aus scinen Unteroffizier meuch lerischer Weise von hinten erschoß, gefällte Todts⸗ urtheil bestätigt, so daß die Vollstreckung des Urtbeiles durch Ecschießen demnächst in Jngolstadt erfolgen wird.

DerFränk. Kur. läßt sich von bier mittheilen, daß dem Reichs rathspräsidenten von Stauffenberg eine am Schluß des Jahres erbetene Audienz beim König, die den ausgesprochenen Zweck hatte, den Monarchen über die Gefahren der Hohenlkohe'schen Politik aufzuklären, nicht be willigt wurde.

Würtemberg. Stuttgart. DerStaats- Anzeiger bestätigt die Mittheilung, daß Prinz Wilhelm von Würtemberg nach Beendigung seiner akademischen Studien auf der Landesuniversität zu seiner weiteren wisseaschaftlichen Ausbildung und insbesondere zu Erlernung des Militärdienstes sich nach Berlin begeben wird. Das offiziöse Organ fühlt sich gedrungen, dies durch die gleich sam entschultigende Bemerkung zu commentiren: wie diez auch von anderen württembergischen Offizieren geschehen. Prof. Dr. V. v. Bruns in Tübingen, der berühmte Oparateur von Kehl, kopfkranken, hab in letzter Zeit für sein Werk über Laryngoskopie von der medleinischen Akademie in Turin den großen Preis von 20,000 Fr., der für das beste chirurgisch-medieinische Werk aus gesetzt war, erhalten.

Oesterreich. Wien. Seine päpftliche Heiligkeit Pius IX ist von der Staatsanwalt schast und dem Criminalgericht zu Wien der Gutheißung ungesetzlicher Handlungen beschuldigt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat näm lich eine Sendung von hundert Napoleonsd'or, die ihm der geistliche Redakteur desTyroler Volksblatts aus dem Gefängniß(er wurde wegen mehrfacher Beleidigung der constitutionellen Re

gerichtet, worin dem Gefangenen außer dem apo stolischen Segen folgende Trostworte gespendet werden:Von Seite Derjenigen, welche von dem Wege der Wahrheit abgewichen sind, bast Du Dir Haß und Strafe zugezogen, weil Du für die heiligen Rechte und für die Freibeit der Kirche gekämpft hast.

DieWien. Ztg. publicirt die kaiserliche Bestätigung der von dem Gesammtrath der hiestgen Akademie der bildenden Künste beschlossenen Er nennungen zu auswärtigen Ehrenmitgliedern. Es fällt auf, daß unter den 30 zu Ehrenmitgliedern ernannten Malern, Bildbauern, Kupferstechern und Architekten kein einziger Deutscher zu finden ist; es sind Franzosen, Engländer, Belgier, Ilaliener, 1 Russe und 1 Spanier.

DiePresse theilt mit: Die Frage wegen Zulassung des griechischen Vertreters auf der Conferenz ist dabin entschieden, daß derselbe nur zur Ertheilung von Auskunft und zur Vertheidigung des Verhaltens der griechischen Regierung gehört werden solle. Derselbe kann keine Anträge stellen. Der Wunsch Rußlands, ihn als stimmberechtigtes Mitglied zuzulassen, ist somit verworfen

Am 29. Dez. v. J. wurde Warschau und, wie aus den Zeitungsberichten zu ersehen, der größte Theil des Königreichs Polen, von einem so hestigen Orkane beimgesucht, wie sich die ältesten Leute nicht erinnern. Der rasende Sturm, der fast den ganzen Tag bindurch tobte, bat nicht nur viele der ältesten und stärksten Bäume ent wurzelt oder abgebrochen, sondern auch von zahl reichen Häuscra die Zinkdächer und Schornsteine

abgerissen und weit hinweggeschleudert. Mindestens

ein Dutzend Menschen sind auf der Straße theils erschlagen, theils mebr oder weniger schwer ver letzt worden.

Graf Beust hat den schweizerischen Mit- gliedern der internationalen Conferenz, welche in Genf das Uebereinkommen in Betreff der Behand lung der Verwundeten ꝛc. im Kriege vereinberte, österreichische Orden zukommen lassen. Der greise General Dufour wurde mit dem Orden der eisernen Krone 1. Klasse bedacht. Der schweizerische Bundesrath hat aber die Orden nach Wien zurückgeschickt, mit der Bemerkung, daß der Art. XII. der Bundesverfassung den Bürgern der Eid genossenschaft verbiete, Orden anzunehmen.

DerPester Llopd weist die Vermuthung einiger Wiener Blätter, Graf Andrassp trachte danach, die Stelle des Reichskanzlers einzunebmen, mit der ironischen Vergleichung zurück, das beiße gerade so viel, als wenn man von dem kräftigen Tannenbaum im Walde behaupten würde, er sehne sich danach, ein Christbäumchen za werden.

Man will die Absendung mebrerer Batterien von Gebirgskanonen nach Siebenbürgen bemerkt haben; ferner wurde die Herstellung eines befestigten Lagers bei Hermannstadt und eines andern bei Eperies zur Deckung der Karpathenpaässe, sowie die Armirung der Festungswerke von Krakau in nächste Aussicht gestellt.

Unter den Naturforschern, welche die von der österreichischen Regierung befoblene ostasiatische Expedition mitmachen, befindet sich auch der be kannte Darwin.

Vor einigen Nächten wurde aus der Kirche in Hietzing bei Wien die mit 21 Brillanten und anderen Edelsteinen verzierte Monstranz und noch zwei Cultusobjekte geraubt. Die Königin von Hannover soll sich erboten haben, den Schaden zu ersetzen. Zum Neujahr haben sämmtliche in Wien anwesende Mitglieder des babsburg⸗lothrin gischen Kaiserbauses der königlichen Familie der Welfen ihre Glückwünsche dargebracht.

Frankreich. Paris. DerGaulois berichtet, daß die französische Regierung in ganz entschiedener Weise die Candidatur des Prinzen von Carignan für den spanischen Thron unter stützt. Nach seinem Tode würden ihm, da ner