— Anläßlich der 50 jährigen Jubelfeier des Hoftheaters wurde Inspektor Ernst Pasqué und dem Hoftheater⸗ Dramaturgen Dr. Carl Dräxler⸗Manfred die goldene Verdienstmedaille für Wissenschaft, Kunst it., dem Hofmaler und Hoftheatermaler Ernst Schnittspahn und dem Hofmusikmeister Wilhelm Niederhof das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen
verliehen. Theater-Direktor Tescher wurde zum Geheimen Hofrath ernannt. — Dem„Fr. J.“ wird von hier berichtet:
Nunmehr ist auch die Penstonirung des Obersten Laue, Commandeurs des 3. Infanterieregimentes, und des Oberstlieutenants in der Feldartillerie Scholl erfolgt. Ersterer hat gleichzeitig den Charakter„Generalmajor“ erhalten, wodurch der Zufriedenheit mit den von ihm geleisteten Diensten — wenigstens auf Seiten seines groß herzoglichen Kriegsherrn— Ausdruck gegeben ist.
— Der Abg. Goldmann ist zum Referenten über das Gesetz, den Ausschlag der Communal⸗ steuern auf die Einkommensteuerkapitalien betreffend, bestellt worden.
Preußen. Berlin. In der vom Abg. Löwe(Calbe) für letzten Sonntag einberufenen Versammlung zur Berathung der Entwaff⸗ nungsfrage waren circa 2000 Personen er— schienen. Nach einer kurzen Ansprache des Abg. Löwe sollte zur Wahl des Büreaus geschritten werden, allein fortdauernde tumultuarische Störun⸗ gen durch zahlreich anwesende Mitglieder des Lassalle'schen Arbeitervereins, welche auf eine Stunde später im gleichen Lokale eine Versamm⸗ lung anberaumt hatten, ließen es dazu nicht kommen. Löwe sah sich deßhalb genöthigt, die Versamm⸗ lung zu schließen, ohne daß die beabsichtigte Re— solution: An unserer Volksvertretung ist es, mit der Forderung auf Abrüstung voranzugehen und den Parlamenten anderer Völker zuzurufen:„Wir wollen den Frieden, lasset uns gemeinsam wirken für den Frieden“, zur Verlesung kommen konnte. Die Störung der Versammlung ist um so mehr zu bedauern, da dem Löwe'schen Antrage ein Gedanke zu Grunde liegt, dessen sich alle Cultur⸗ völker bemächtigen müssen, um aus eigener Ktaft und Initiatise durch die Macht der Ueberzeugung eine solche Pression auf die Regierungen zu üben, daß sie allmahlich unwiderstehlich wird, und in⸗ sofern hat man es hier nicht mit einer Parteifrage zu thun, sondern mit einer Frage, die alle freiheit- lichen Elemente des Volkes ohne Unterschied im innersten Lebensnerv berührt.— Unmittelbar nach Auflösung obiger Versammlung tagten in dem⸗ selben Lokale die Lassalleaner und nahmen folgende Resolution an:„Die Abgeordneten der Fort⸗ schrittspartei haben durch die Agitation für eine tdeilweise Abrüstung, und zwar auf diplomatischem Wege, eine Halbheit begangen. Die Abgeord— neten der Fortschrittspartei verdienen das Ver— trauen der Arbeiterklosse wegen des erwähnten Vorgehens in der Abrüstungefrage, sowie wegen ihrer Haltung in der Frage der direkten Wahlen nicht, sind vielmehr sammt der ibnen anhängenden Bourgevisie aufs entschiedenste zu bekämpfen.“ Die Berichte über diese Versammlungen sprechen von stattgehabtem großem Tumult, sebr ausgedehnten Hinausschmeißere ken und heftigen Prügeleien, welchen die Polizei ruhig zugesehen habe.
— Die Commission des Landtags für Handel und Gewerbe genehmigte die Regierungsvorlage, betreffend die Aufbehung der in Frankfurt be⸗ stehenden Feuerversicherungsanstalt, mit unwesent⸗ lichen redaktionellen Aenderungen in der Vorab— stimmung. 5
— Den„H. N.“ wird von hier telegraphirt, daß im Ministerium des Innern demnächst eine Novelle zum Preßgesetz zur Berathung kommen wird, welche den Preßgewerben Erleichterungen, u. A. im Punkte der Cautionen, gewähren soll.
— Wie die Blätter berichten, ist von Seiten der preußischen Regierung in den letzten Tagen eine Aufforderung an die übrigen zum Norddeut⸗ schen Bunde gehörigen Regierungen ergangen, vorläufig keine Prämienanleihen zu coneessioniren, da Angesichts der angestrebten gesetzlichen Regelung
dem Hoftheater Oeconomie- deutschen Regierungen sich empfehle.
der Frage ein gemeinsames Verhalten aller Nord- Die„B. B. Z.“ glaubt, daß diese Aufforderung keinen praktischen Erfolg haben werde, da man in be— stimmter Weise aus Dresden berichte, daß die sächsische Regierung unter Vorbehalt der Zustim⸗ mung ihrer Landesvertretung bereits eine ganz bestimmte Zusicherung Betreffs einer Prämienanleihe von 6¼ Millionen Thalern zur Beschaffung des Kapitals füt die Bahn Chemnitz Aue Adorf er⸗ theilt habe.
Königsberg. Ein heftiger Orkan hat be⸗ deutenden Schaden angerichtet. Ein großer Theil der niederen Stadt ist überschwemmt; die Wiesen vor der Stadt sind meilenweit unter Wasser gesetzt und der Verkehr nach dem Lande zu bedeutend gehemmt.
Hannover. Zur Celler Denkmals-Angelegen⸗ heit wird der„Ztg. f. Nordd.“ aus Berlin ge— schrieben:„Wie ich aus sicherer Quelle erfahre, sind sowohl der Generallieutenant v. Schwartz koppen in Hannover als auch der Oberstlieutenant v. Rex in Celle vom Könige versetzt worden. Außerdem soll die Herstellung des Denkmals auf Kosten des Königs bereits angeordnet sein.“
Fulda. Am 8. d. ist der Zug 9 mit dem Güterzuge bei Neukirchen zusammengestoßen. Zwei Maschinen, zwei Waggons zertrümmert, einige Passagiere verwundet.
Frankfurt. In Betreff der Besteuerung der Branntweinbrennereien wird demnächst dahier wieder eine größere Versammlung abgehalten werden. In den maßgebenden landwirthschaft— lichen Kreisen ist man nämlich der Ansicht, daß bei einem etwaigen Stillschweigen die gesetzgeben— den Faktoren sehr leicht zu der Ueberzeugung kommen könnten, man habe sich mit den neuen Einrichtungen ausgesöhnt, finde sich wohl unter dem übermäßigen Steuerdruck und sei von der früheren Anficht, die neue Branntweinsteuergesetz— gebung werde den Ruin des Brennereigewerbes nach sich ziehen, zurückgekommen(die meisten um⸗ liegenden Oeconomen haben zu brennen aufgehört); daß von alledem eben das Gegentheil der Fall sei und man den nach wie vor gerechtfertigten Wunsch hege, dieser außergewöhnlichen Ueberbür— dung entgegen zu treten und dem gemäß diesem Wunsche einen energischen Ausdruck geben müsse. Die desfallsige Versammlung fladet zu Anfang des nächsten Monats statt.
Wiesbaden. Die Regierung ist nun auf den Vorschlag, für Wiesbaden eine Kurtaxe zu erheben, eingegangen und hat in dieser wichtigen Angelegenheit fast durchweg die Anträge des Gemeinderaths genehmigt. Die Erhebung der Taxe beginnt wahrscheinlich schon vom nächsten Jahre an, damit ein Kurfonds gebildet ist, wenn das Spiel eingeht, was in drei Jahren erfolgen wird. Innerhalb dieser Zeit soll ein Fonds ge⸗ bildet werden, welcher die zu Kurzwecken erforder— lichen Mittel deckt.
Baden. Wie man der„Bad. Landesztg.“ schreibt, ist die Unterhandlung mit Hrn. Dupressoir zu einem glücklichen Ende geführt worden und ist derselbe auf die ihm von der Regierung gestellten Bedingungen betreffs der Verlängerung des Spiel pachtes auf weitere zwei Jahre eingegangen.
Oesterreich. Wien. Die italienische Re- gierung soll sich in der süddalmatinischen Angelegen⸗ heit besonders freundlich für Oesterreich erwiesen haben; auf die Anfrage, ob die Beförderung von zwei Bataillonen des Tyroler Kaiserjägerregiments auf der Eisenbahn durch Venetien nach Triest ge⸗ stattet würde, sei sogleich eine bejahende Antwort erfolgt.
— Von dem Einmarsch österreichischer Truppen auf türkisches oder montenegrinisches Gebiet ist nicht mehr die Rede. Oesterreich hat erklärt, daß es von der bezüglichen Bewilligung der Pforte keinen Gebrauch machen werde, da es keinen An- laß zu Differenzen geben wolle, die aus den ver⸗ schiedenen Auffassungen des Pariser Tractats von 1856 hervorgehen könnten.
— Die colossalen Schwierigkeiten, welche die
österreichischen Truppen bei dem dalmatinischen
Correspondenz der„N. Fr. Pr.“ wie solgt ge⸗ schildert:„Man muß dieses struppige Stiefkind der Natur sehen, um einen Begriff von der Schwierigkeit militärischer Operationen zu bekom. men. Am Meere zieht sich ein schmaler Saum hin, der einige Städtchen und Dörfer trägt, hundert Stunden von der Meeresküste hört die gewöhnliche Weltordnung auf und es beginnt ein Felsenchabs, als ob die Erde an diesem Pune zusammengestürzt wäre und ihre Trümmer— us, wirthbare Felsenzacken und feuchte Weitungen— zur Pein und Qual der Menschheit übrig gelassen bätte. Diese Erdtrümmer haben keinen grünenden Baum, keinen sastigen Grashalm, Alles ist düster und kärglich. Das ist die Bocca bei schönem Wetter. Denke man sich aber einen Regen, der in civilisirten Ländern Wolkenbruch genannt wird und sich von diesem nur dadurch unangenehm unterscheidet, daß er tagelang währt— und man bat die Berge Süddalmatiens im schlechten Weller, Und unter solchen abscheulichen klimatischen Ver hältnissen begann der Aufstand. Seit Menschen⸗ gedenken erinnert sich Niemand eines so zeitlichen Beginnens der Regen- und Windschauer des Herbstes.“.
— Wie die„Wiener Abendpost“ schreibt, ist am 6. d. der internationale Congreß zu Kairo eröffnet worden. Dreißig Mitglieder waren an⸗ wesend, darunter die Vertreter von Oesterreich, England, Frankreich und dem Nordbunde. Die Repräsentanten wurden von dem Vicekönig empfangen.
— Der steckbrieflich verfolgte Kassier der Züricher Bank ward bei seinem Uebertritt auf das österreichische Gebiet verhaftet. Es wurden 38,000 Francs bei ihm vorgefunden.
Cattaro. Am 5. d. trafen die Truppen, ohne auf großen Widerstand gestoßen zu sein, vor Pobori ein, welches beschossen wird. Die Jusurgenten haben Fort Stanjewitsch in die Luft gesprengt. Die Zuppa unterwarf sich bis auf drei Ortschaften.
Budua. Eine Truppencolonne unter Oberst Fischer nahm am 7. nach einem mehrstündigen
Kampfe Pobori, während eine vom Oberst Schön ⸗
feld befehligte Abtheilung über Maina, ohne Widerstand zu finden, vorrückte. Die Insurgenten unterwarsen sich oder wurden zersprengt. Bei diesen Operationen wurden die Orte Pobori und Maina, deren Bewohner sich bei der verrätherischen Ueberrumpelung des Forts Stanjewitsch betheilig! hatten, theilweise niedergebrannt. Der bewaffnete Widerstand im Gebirge zwischen Cattaro und Budua ist nunmehr gebrochen.
Frankreich. Paris. Seit der Ankunft Henri Rochefort in Paris ist überall nur von ihm die Rede, alle anderen noch so wichtigen Ereignisse treten in den Hintergrund. In den öffentlichen Versammlungen, in welchen er erschien, wurde er mit großem Enthusiasmus begrüßt. Eine Versammlung zu La Chapelle hat ihn zum einzigen Candidaten des ersten Wahlbezirks er— klärt. Nach Beendigung der Versammlung haben etwa 500 Personen Rochefort bis zur Chaussee von Clignancourt begleitet, wo er in einen Wagen stieg. Es gab einige Rufe, viele Stadtsergeanten waren da, Unordnungen fielen nicht vor.
— In Paris ist Ledru-Rollin trotz seiner anfänglichen Weigerung als Wahlcandidat auf— getreten und wird höchst wahrscheinlich gleich Henri Rochefort mit ungeheurer Majorität gewählt werden; auch wird die Regierung schwerlich den gegen Ledru-Rollin ertheilten Verhaftsbefehl auf recht erhalten. Was Rochefort betrifft, so hal derselbe auf den„Geleitsbrief“ des Kaisers fol, gende drastische Antwort im„Rappel“ veröffen— licht:„Das freie Geleit ist eine Einbildung, Naß hat mir nicht von einem freien Geleit gesprochen, ich hobe ein solches nie gesehen. Wenn die Re- gierung den schlechten Geschmack gehabt hätte, mir ein solches anzubieten, so hätte ich wahrschein⸗ lich geantwortet, daß ich mir nichts daraus mache, frei zu sein, und daß ich nicht geleitet sein wolle, und ich hätte ihr nicht minder wahrscheinlich ihr freies Geleit in's Gesicht geworfen. Diese Er-
klärung war, wie ich glaube, nothwendig, um
Aufstand zu überwinden haben, werden in einer meine Undankbarkeit zu entschuldigen, welche heute
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