welcher es beklagt, daß die Spielbank noch bis 1872 ihr Wesen treiben soll. Der Ausschuß⸗ antrag wird angenommen, hingegen verschiedene Anträge des Abg. Curtman, welche sich auf die Verwaltung des noch zu bildenden Kurfonds be⸗ ziehen, zur Zeit als verfrüht abgelehnt. Als Jabres Einnahme der Forstdomainen werden 1,388,957 fl. ins Budget aufgenommen und zu⸗ gleich die Regierung nach dem Antrag des Forst⸗ meisters Hoffmann ersucht, den den Holzkäufern zu gewährenden Kredit von 25 auf 50 fl. zu er- höhen und längere Fristen wie seither zu bewilligen. Die Kammer nimmt noch fast ohne Debatte die Erträgnisse aus den Eisenbahnen ꝛc. nach den Voranschlägen der Regierung an.
— 29, Juni. Die 2. Kammer setzt die Be⸗ rathung des Einnahme-Budgets fort. Nach kurzer Debatte wird für die Finanzperiode 1869/71 die Gesammt⸗Summe von 10,772,730 fl., bestehend aus 3,432,108 fl. Grund-, Gewerb-, Personal⸗ und Einkommensteuer für 1899, ferner 4,756,882 fl. Grund- und Gewerbsteuer und 2,583,740 fl. Einkommensteuer für die Jahre 1870 und 1871 in den Voranschlag mit 36 gegen 1 Stimme aufgenommen. Es berechnet sich mithin der Durchschnittsertrag obenerwähnter Steuern für ein Jahr auf 3,590,910 fl. Ferner wird an die Regierung das Ersuchen gestellt, bis zum zweiten Zusammentritt dieser Ständeversammlung eine Gesetzesvorlage ausarbeiten zu lassen, die den Zweck hat, das Steuerprivileg der Pfarr- und Schulgüter in geeigneter Weise in Wegfall zu bringen. Der Antrag des Ausschusses, 1,200,000 fl. als Einnahme aus Tranksteuer, wird ebenfalls einstimmig angenommen.
— Durch Entschließung vom 24. Juni haben des Großherzogs Königliche Hoheit den wegen Ermordung des Adolph Borst von Offenbach zum Tode verurtheilten Schreinergesellen Philipp Gru— nert von Rumpenheim zu lebenslänglicher Zucht- hausstrafe zu begnadigen geruht.
Preußen. Berlin. Dem Vernehmen nach macht der Bundeskanzler Graf Bismarck den Tag seiner Abreise nach Varzin von dem Eintreffen des Reichskanzlers Gortschakoff abhängig, den er persönlich zu begrüßen wünscht. Gort— schakoff wird auf seiner Badereise in den nächsten Tagen hier erwartet.
— Am 28. Juni erschien vor einer Criminal— Deputation des Stadtgerichts der Abgeordnete Dr. Löwe-Calbe, unter der Anklage der Schmähung obrigkeitlicher Anordnungen durch eine am 28. März d. J. in einer Wahlversammlung gehaltene Rede. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldbuße von 100 Thlrn. Der Gerichtshof sprach den An- geklagten srei.
— Der Kurfürst von Hessen hat, wie der „Sächs. Ztg.“ berichtet wird, nun auch gegen die Beschlagnahme seines Privatvermögens Seitens der Krone Preußens protestirt.
— Einen Begriff von der entsetzlichen Höhe des ostpreußischen Nothstandes erhält man jetzt erst aus einer Zusammenstellung der Ge⸗ burte- und Sterbelisten für den Regierungs- bezirk Königsberg. Der durchschnittliche Ueber— schuß der Geburten über die Sterbefälle betrug bis zum Kriegsjahre 1866 jährlich 16.572, und zwar im Jahre 1865 volle 16,641 Köpfe. Im Jabre 1866 sank er auf 3072 Köpft herab; hatte doch der Krieg, außer den Verlusten auf dem Schlachtfelde, noch 9055 Menschenverluste durch die Cholera im Gefolge. Im nächsten, durch auffällig zahlreiche Eheschließungen ausge⸗ zeichneten Jahre stieg der Ueberschuß der Geburten nur auf 11,672 Köpfe. In Folge der Trau⸗ ungen dürfe man für 1868 einen Ueberschuß von wenigstens 20,000 Geburten erwarten; in Folge des Nothstandes aber starben 2329 Menschen mehr, als geboren wurden. Das Kriegs- jahr hat also dem einen Regierungsbezirke etwa 14,000, vas Notbjahr gegen 20 000 Menschen— leben gekostet. Nun ist der Königsberger Bezirk nicht so schwer betroffen worden, wie der Gum— binner, und die Hungersnoth hat sich bis nach Westpreußen und Pommern ausgedehnt. Wir dürfen darum annehmen, daß der Nothstand der
einen ae den rebtug fünfzigtausend Menschen⸗ leben gekostet hat. E Oesterreich. Wien. Die clerikalen lätter verlangen jetzt selbst die gänzliche Auf⸗ ebung des Concordats, denn es widerspreche den einfachsten Grundsätzen der Gerechtigkeit und
Billigkeit, daß die Regierung aus dem zwischen
dem Kaiser Joseph I. und dem Papste Pius IX. abgeschlossenen Vertrag einseitig die ihr nicht eon⸗ venirenden Artikel streiche, dagegen diejenigen aufrecht erhalte, welche Concessionen der obersten kirchlichen Autorität an die Staatsgewalt enthielten, zum Beispiel in Bezug auf die Ernennung der Bischöfe ꝛc. und die Verwaltung der Kirchengüter. Die tatholische Kirche müsse jetzt das von der Dezemberverfassung jeder Religionsgenossenschaft zuerkannte Recht, ihre Angelegenheit„selbständig zu ordnen“, unverkürzt in Anspruch nehmen und ihrerseits jede Einmischung des Staates in ihr Gebiet entschieden zurückweisen.
— Der Landespräsident von Krain fordert in einem Rundschreiben an die Bezirkshauptmann— schaften zu besonderer Wachsamkeit gegenüber den klerikalen Agitationen auf, da es zur Anzeige gekommen sei,„daß dit Kanzel mißbraucht werde, um unter der Maske des bedrohten Glaubens und der gefährdeten Kirche theils verkappte, theils direkte Ausfälle auf die Verfaffung zu unter— nehmen“. Gegen die Geistlichen, welche künftig die Kanzel in dieser Weise mißbrauchen, solle sofort das strafgerichtliche Verfahren eingeleitet werden.
— Ein Privattelegramm des„Wanderers“ aus Konstantinopel meldet: Die Pforte hat eine in entschiedener Sprache abgefaßte Note an alle Vertreter der Türkei gerichtet, in welcher sie erklärt, daß der Vicekönig von Aegypten nicht berechtigt sei, bezüglich der Neutralisirung des Suezeanals Verhandlungen mit fremden Mächten anzuknüpfen, noch wegen Handelsverträgen mit dem Ausland zu pactiren. Die Pforte habe kraft des Fermans an Mehemed Ali das Recht, den Khedire abzusetzen, wenn derselbe die Hoheitsrechte des Sultans verletze.
— Professor Moriz Ballagi, Verfasser eines vortrefflichen ungarischen Wörterbuchs, hat einen in 10,000 Exemplaren verbreiteten Aufruf an die Protestanten Ungarns(drei Millionen) gerichtet, worin dieselben aufgefordert werden, sich dem Wormser Manifest anzuschließen l
Luxemburg. Man schreibt von hier: An der Demolirung der Festungswerke wird jetzt nur wenig gearbeitet; die nach der Ostseite gelegenen Fortificationen steben noch unversehrt da, ein Um⸗ stand, der leicht die nochmalige Inspieirung eines preußischen Offiziers zur Folge haben könnte.
Frankreich. Paris. Die Ansprache des Kaisers Napoleon im Lager zu Chalons hat in Paris, und zwar nicht blos in Börsenkreisen, einen sehr beunruhigenden Eindruck hervorgebracht, ohne daß irgend Jemand eine bestimmte Meinung sich darüber zu bilden vermag, ob Napoleon mit jener Rede wirklich eine kriegerische Politik zu verkünden beabsichtigte, oder ob dieselbe nur in das Gebiet der Gelegenheitsphrasen gehört. Die Verhältnisse der Gegenwart sind nun einmal so gestaltet, daß Europa in jedem beliebigen Augen— blick in Flammen gesetzt werden kann, während es sich im tiefsten Frieden wähnt. Der„Figaro“ macht bezüglich dieser Rede die treffende Bemerkung: „Für Denjenigen, der die Regularität und die Discsplin der Gewohnheiten des Lagers— und zumal eines vom Staatsoberhaupte besuchten Lagers— kennt, ist es unmöglich, anzunehmen, daß die ehemaligen Soldaten von Italien sich aus freien Stücken versammelt haben, um aus freien Stücken vor das kaiserliche Quartier zu ziehen, wo, ihre Gegenwart unerwartet war. Der Dienst war bestellt und die Rede ist nicht im⸗
provisirt worden.“— Der„Gaulois“ indeß meint;
u. A.: Die Pessimisten sehen in der Rede ein ernstes Symptom und ein Mittel, der öffentlichen Meinung an den Puls zu fühlen. Wir ant— worten: Was das letztere betrifft, so ist das schon geschehen. Am 24. Mai und am 7. Juni
hat die Regierung sehen können, daß, wenn Frank—
reich am Fieber leidet, es jedenfalls kein krie⸗
abi. — Bei Eröffnung der Sitzung des gesetz⸗
gebenden Körpers verliest der Sta 1 an ärtige auße
Erklärung, nach welcher die gezen ordentliche Sesston nur den Zweck vollmachten zu beglaubigen. In!
erscheinen, um den Wünschen des Landes gerecht
zu werden.
— Das„Journal offitiel“ veröffentlicht einen
Brief des Kaisers an den Präsidenten des gesetz⸗
gebenden Körpers, Schneider, der ein Entlassungs⸗
gesuch eingereicht hatte, welches seinen Grund in
der Ernennung Jerome Davids zum Großoffizier Schneider hat in dessen
der Ehrenlegion hat. Ernennung eine Schädigung seiner Würde und eine Abschwächung seiner moralischen Autorität als Präsident des gesetzgebenden Körpers erblickt. Der Kaiser gibt in seiner Antwort nicht zu, daß
die Ernennung diese Bedeutung habe, was den
Präsidenten Schneider zur Zurücknahme seines Gesuches veranlaßte. — Henri Rochefort ist wegen Theilnahme an
der Verbreitung einer verbotenen Druckschrift und
im„Hinblick auf den Rückfall“ zu drei Jahren Gefängniß, 10,000 Francs Strafe und Unter⸗ sagung seiner bürgerlichen Rechte für die Dauer der Strafe verurtheilt worden Mit Henri
Rochefort wurden die eigentlichen Schmuggler der
„Laterne“ Robert de Myarle zu einem Jahre und Courbelois zu sechs Monatens Gefäng⸗ niß und ein Jeder noch zu einer Geldstrafe von 500 Fr. verurtheilt. Man hielt die demnächstige Wahl Rochefort's im ersten Pariser Bezirke für eine ausgemachte Sache, allein das vorstehende Uriheil beseitigt Rochefort vorläufig von der Wahl.
Großbritannien. London. Die Worte des Kaisers der Franzosen im Lager von Chalons erscheinen der„Times“ aus verschiedenen Gründen trotz des militärischen Klanges in derselben nicht beunruhigend. Man finde, bemerkt das Blatt,
unter den Franzosen viele, die, ohne Kaiser oder Feldherren zu sein,„die Geschichte der französischen
Kriege für die Geschichte der Civilisation“ halten. Selbst der Republikaner Michelet habe von den „heiligen Bajonetten Frankreichs“ geredet, und eine gewisse Vorliebe für militärische Schwärmerei sei allen Franzosen, selbst den bürgerlichen Ele⸗ menten, gemein. Im übrigen gehe die Zeitströ⸗ mung jedoch darauf hinaus, auch in Frankreich diese Redensarten zu formellen Phrasen zu machen. Italien. Rom. Eine vom Papste an das päpstliche Consistorium gebaltene Allocution tadelt das Gesetz, welches den Clerus Italiens der Con- scription unterwirft und bedauert die der Religion von der Leiden; die Nachrichten aus Spanien findet der Papst entmuthigend; die Behandlung der Bischöfe in Rußland beklagt er und bclobt die Bischöfe und den Clerus Polens ihrer Festigkeit halber.
Amerika. Newyork. Achthundert Mann, unter dem Oberbefehl des Obersten Ryan, ist es
gelungen, trotz der Wachsamkeit der Behörden
ihre Einschiffung zu bewerkstelligen und am Samstag in der Nacht nach Cuba abzusegeln. Der spanische Gesandte in Washington drohte, seine Pässe zu verlangen, wenn dem cubanischen Abgesandten eine offizielle Unterredung gewährt werdet. ö
Washington. Nach dem Ausweis des Schatzamts beträgt die Verminderung der Schuld im laufenden Monat 6 Millionen Dollars. Die Einnahwen übersteigen die Ausgaben bei Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni um 83 Mill. Dollars.
— Aus Südamerika ist die Nachricht ein⸗ getroffen, daß die Präsidenten von Chili und Peru, indem sie die Cuban als kriegführende Macht anerkannten, ihre Sympathie für die von denselben verfochtene republikanische Sache aus- gedrückt haben. Aus Rio de Janelro wird unterm 8. Juni gemeldet, daß dort Nachrichten über eine in Montevideo in Folge der Finanz⸗ frage ausgebrochene Revolution eingetroffen seien. General Carraballo habe sich gegen die Regierung
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österreichischen Regierung zugefügten
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