240 Mill. Fres. gedeckt werden möge, wie den Räubern in den Abruzzen das Handwerk zu legen sei, und ob sie sich den Gedanken an Rom ab- oder noch besser angewöhnen sollen; der heilige Vater seinerseits, ob noch weitere Todesurtheile nöthig seien, um einen heilsamen Schreck vor weiteren Angriffen auf das Reich der Liebe ein- zuflößen, und welchen Erfolg das ausgeschriebene Concil für die katholische Christenheit haben werde.
Am goldnen Horn ist der alte Türke endlich in hellem Zorne aufgefabren gegen die Keckheit des kleinen griechischen Wichtes, der ihm um jeden Preis sein Kandia wegnehmen möchte und sonst noch allerlei Schlimmes gegen ihn im Schilde führt. Der Alte wüthtt, der Kleine zeigt die Zähne(er hat Connexionen), Beide aber werden sich von dem Tribunal der„Freunde“ zur Ruhe müssen verweisen lassen, vorausgesetzt nämlich, daß die„Freunde“ nicht selbst sich in die Haare gerathen, denn die haben auch so gar Manches mit einander auszuknöcheln. Als günstiges Zeichen dürfen wir es betrachten, daß in Engiand, das die irische Angelegenheit allmäblich in besseres Geleise bringt und sich mit den vereinigten Staaten in freundliche Beziehungen gesetzt hat, bereits Stimmen laut werden, die vor einer westmächt⸗ lichen Allianz aus Anlaß der orientalischen Frage warnen, unter dem Hinweis, daß dieselbe alsdann gegen den englischen Volkswillen zum Nachtheil Deutschlands ausgebeutet werden möchte— und daß Preußen auch bei dieser Angelegenheit, nord— deutschen Bläitern zufolge, seine Friedensliebe documentirt. In der deutschen Frage hat Preußen seine Stellung neuerdings dahin präcisirt: es kann. und will Süddeutschland nicht gewaltsam annec⸗ tiren, hegt überhaupt gegen die staatlichen Exi— stenzen Süddeutschlands keine feindseligen Plane, wird aber, falls dasselbe aus freien Stücken dem Nordbund beitritt, es aufnehmen und mit dem Aufgebot seiner ganzen Macht schützen. Dieser Zeitpunkt scheint freilich noch nicht allzu nahe, obgleich die Idee eines Südbundes, nach den Erklärungen des Ministers v. Varnbühler, als beseitigt angesehen werden kann. Die Worte: „Wir sind zu libtral!“ wollen immer noch nicht überall verfangen.
Eine Fülle von, theilweise recht erhebenden, Ereignissen zeigt das Jahr 1868 auch auf andern Gebieten menschlicher Strebungen. Da ist vor Allen das Fest der Enthüllung des Lutherdenkmals in Worms, ein Fest des protestantischen Geistes, der mächtig umgestaltend seit 300 Jahren das deutsche Volk bewegt und der in dem herrlichen Denkmal einen würdigen Ausdruck gefunden. Wohl haben wir dabei doppelt peinlich die religiöse Spaltung empfunden, die mit der Reformation in Deutschland eingetreten; doch wird Niemand läugnen können, daß die deutschen Völker trotz dieser, allerdings in gewissem Sinne beklagens · werthen Spaltung unvergleichlich besser daran sind, als andere Nationen mit ihrer ungestörten Glaubenseinheit. Als passende Nachfeier des Lutherfestes darf die festliche Begehung des 100. jährigen Geburtstags Schleiermacheis betrachtet werden. Man ehrte in ihm die gerade dem deutschen Geiste eigene fromme Gemüthstiefe und Schärfe der wissenschaftlichen Forschung. Lassen wir uns den Rückblick darauf nicht trüben durch allerlei Knakereien, hoffen wir vielmehr, daß auch derartige Bestrebungen ihr Scherflein beitragen werden zur Weckung und Förderung eines mit der Bildung des 19. Jahrhunderts im Einklange stehenden religiösen Bewußtseins und Lebens.
In wissenschaftlicher Beziehung verdienen die Expeditionen zur Erforschung des Nordpols und zur Beobachtung der in Asien sichtbar gewesenen totalen Sonnenfinsternig erwähnt zu werden. Obgleich die Ausrüstung der einen in keinem Verhältniß stand zur Schwierigkeit der Aufgabe, und ein wolkenbedeckter Himmel in den entschei⸗ denden Augenblicken die Erfolge der anderen be⸗ einträchtigte, so haben doch beide recht schätzens— werthe Resultate für die Kenntniß dee Polarmeeree und die Natur des Sonnenkörpers mit nach Hause gebracht.
So stünden wir denn an der Schwelle des
neuen Jahres. Das verflossene war für uns ein Jahr des Friedens, und doch konnten Handel und Wandel nicht den rechten Aufschwung nehmen, doch sind wir des Friedens nicht recht froh ge⸗ worden. Unter Hangen und Bangen, unter Fürchten und Hoffen haben wir es verlebt. Was wird das neue uns bringen?
Neben uns liegen zwei Brillen, eine tiefblaue, dunkelgefärbte und eine hellgrüne, freundlich aus · sehende. Probiren wir die letztere. Wir erblicken die deutschen Stämme von Nord und Süd, wie sie sich vertrauensvoll die Hände reichen zu einem großen Bunde. Sein Name ist geehrt in allen Landen, seine Flotte bietet Schutz seinen Ange— hörigen in den fernsten Meeren. Deutsche Kolonien blühen auf in fernen Welttheilen, unterstützt und gefördert vom mächtigen Heimathlande. Eine weitgehende Entwaffnung vollzieht sich allmählich, die kräftigen Arme der Jugend werden der pro- duktiven Arbeit zurückgegeben, die Desicite ver- schwinden, und die Millionen der Staatsein⸗ nabmen finden Verwendung im Interesse der Verkehrs- und anderer wohlthätigen Anstalten, der Kunst und Wissenschaften, der Volksbildung und der Rechtspflege. Kein Wunder, daß Handel und Verkehr, Bildung und Wohlstand einen nie geahnten Aafschwung nehmen. Das deutsche Reich ersteht in neuem Glanze unter Preußens Führung mit ungeschmälerter Selbständigkeit seiner einzelnen Glieder.— Doch benutzen wir für einen Augenblick auch die andere Brille. Der Blick damit in die Zukunft ist nicht so trostreich. In den Vorder⸗ grund drängt sich die Mainlinie, nebenan zeigen sich riesige Steuerlisten, das Junkerthum blüht, die Militärlasten werden größer und größer, Europa starrt von Waffen, um den Frieden zu erhalten, die Staatsschulden und die Deficits werden riesengroß, der Volkswohlstand dagegen kleiner, und für Volksbildung, deren Nothwendig ⸗ keit man allerorts einstimmig anerkennt, sind keine Mittel vorhanden. Und im Hintergrund steigen am Himmel dichte, schwarze Wolken empor. Sit deuten auf Sturm, auf vernichtende Völkerkämpfe Der Ausgang derselben ist nicht zu erkennen. — Legen wir die Brille bei Seite. Weder die eine, noch die andere werden wir für unsern Gebrauch wählen. Begnügen wir uns mit der Sehkraft des unbewaffneten Auges. Zwar sieht cs die Dinge nicht so rosig, aber auch nicht so schwarz. Immerhin aber werden wir mit etwas beklom⸗ menem Herzen in's neue Jahr hinübergehen. Möge ein gütig Geschick unserm Vaterland und uns Allen Heil bringen!
Hessen.§ Friedberg. Am 27. Dez. d. J. hat sich auf Anregen des Großherzoglichen Bürgermeisters Reuning von Nidda eine, trotz des stürmischen Wetters, sehr zahlreich besuchte Ver⸗ sammlung in Echzell zusammengefunden, um über Herstellung einer Eisenbahn von Nidda nach Friedberg zu berathen. Zum Vorsitzenden wurde Herr C. F. Schwarz von Echzell erwählt, nachdem Bürgermeister Reuning die Versammlung eröffnet und einen Rückblick auf den seitherigen Gang dieser Angelegenheit geworfen hatte. Als neustes und offenbar bestes Project lag der Ver⸗ sammlung nunmehr die Linie Ober-Widdersheim (Einmündung in die Gießer⸗Gelnhäuser Bahn) Echzell, Reichelsheim, Dorheim, Friedberg vor. Bürgermeister Reuning und Postmeister Brentano (Friedberg) entwickelten die Gesichtspunkte, aus denen sich die Nothwendigkeit des Baues der frag- lichen Zweigbahn, ebenso deren Rentabilität ergab. Hofgerichts⸗Advokat Curtman von Friedberg stellte hierauf den Antrag auf Wahl eines Central⸗ comite's, das für Erbauung der fraglichen Bahn thätig sein sollte, welchem Antrag die Versamm— lung Folge gab. Zu Mitgliedern dieses Comite's wurden hierauf erwählt: Postmeister Brentano, Vorsitzender, Advokat Curtman, Schriftführer, Buüͤrgermeister Reuning, C. F. Schwarz, Bür⸗ germeister Foucar(Friedberg), Bürgermeister Vogt(Reichelsheim), Bürgermeister Muth (Gettenau). Die nächste Aufgabe dieses Comite's, welchts das Recht hat, sich durch Cooptation geeig⸗ neter Mitglieder bis zur Zahl von 15 zu verstärken,
wird die sein, die Mittel zu den nothwendigen Vorarbeiten(Nivellement) zu beschaffen und dann unter Vorlage von Plänen und sonssigen Nach⸗ weisungen die Sache an geeigneter Stelle anzu⸗ regen. Hoffen wir, daß die Thätigkeit dieses Comite's eine recht ersprießliche sein werde!
Friedberg. Der leidige Conflikt be⸗ züglich der Ernennung des Arztes an der hiesigen Krankenanstalt hat endlich und zwar in befrit— digender Weise seine Erledigung gefunden, indem Großherzogliches Ministerium des Innern das hiesige Kreisamt beauftragt hat, die Armencom⸗ mission mit Rücksicht auf ihre in dieser Sache eingereichten Vorstellungen zu bedeuten, daß es die Absicht nicht gewesen sei, das der Armen⸗ commission nach den Statuten der Krankenanstalt zustehende Recht des Vorschlags des Anstaltsarztes zu beeinträchtigen, daß man aber, nachdem man gerade mit Bezug auf die früher wahrgenommenen Mängel der Anstalt einen in jeder Beziehung tüchtigen Kreisarzt für Friedberg ausgewählt habe, sich der Hoffnung hingebe, daß die Armencom⸗ mission denselben für die fragliche Stelle in Vor⸗ schlag bringen werde. Dieses Entgegenkommen ist denn auch Seitens der Armentommission, in⸗ dem sie zugleich das ihr zustehende Recht der Ernennung wiederholt gewahrt, in entsprechender Weise anerkannt worden.
Preußen. Berlin. Nach der„Elbf. Ztg.“ hat sich der kürzlich erwähnte Licentiat Preuß heimlich aus dem Staube gemacht.
Fulda. Das Erbschaftsfiscala: in Kassel hat, ähnlich wie in Nassau das Leibzuchtsrecht, nun auch die eheliche allgemeine Gütergemeinschaft als Erbschaft aufgefaßt und fordert von dem überlebenden Ehegatten ein Prezent von dem halben Vermögen als Erbschaftssteuer.
Bremen. Ein Privattelegramm der„Weser⸗ Ztg.“ meldet, daß eine an die Mächte gerichtete Circulardepesche der Pforte die Nothwendigkeit einer Conferenz zwar nicht anerkenne, dieselbe aber dennoch acteptire, falls die fünf Punkte der türkischen Sommation deren Grundlage bildeten und die kretensische Frage von den Verhandlungen ausgeschlossen bliebe.
Würtemberg. Stuttgart. Auf An⸗ ordnung des Königs begibt sich ein Mitglied des Bergrathscollegiums, Bergrath Bilfinger, nach Wieliczka um die Entstehung des Unglücks und die Arbeiten kennen zu lernen, welche zu Ab⸗ schließung der eindringenden Wasser und zur Rettung des großartigen Salzwerks unternommen werden.
Oesterreich. Wien. Die„N. fr. Pr.“ schreibt: Nach hier eingetroffenen Nachrichten hat die Türkei eine ossizielle Einladung zur Conferenz noch nicht erhalten, würde jedoch keine Conferenz beschicken, welche nicht das Ultimatum der Pforte als Programm annimmt.
— Die griechischen Kaufleute in den Städten Turn⸗Severin und Turn⸗Mogurele in der Walachei haben 90,000 fl. für den Befreiungskrieg gegen die Türken gezeichnet.— In Galizien predigen die Jesuiten gegen die neuen Volksbildungs vereine; der Pater Formanios rief von der Kanzel:„Beten soll das Volk, denn mit dem Beten kommt das Glück, nicht aber mit dem Wissen!“ Durch die kirchenfeindliche Wissenschaft werde nur die Unzu⸗ friedenheit und die Revolution befördert.
Schweiz. Basel. Nachdem in den letzten Tagen die Besorgniß vor drohenden Arbeiter- unruhen durch die Anbahnung einer Verständigung zwischen den Arbeitern und Fabrikanten hereits im Schwinden war, ist durch die Seitens der letzteren erfolgte Zurückweisung der von den Ar⸗ beitern vorgelegten neuen Fabrikordnung der Con- flict auf's Neue geschärft. Es droht nunmehr ein Stricke in großartigem Maßstabe.
— Am 26. d. haben sämmtliche Färber⸗ gesellen, mit Ausnahme einer geringen Anzahl, die Arbeit eingestellt und die Werkstätten verlassen.
— Der Gesammtschaden der Wasserbeschädigten übersteigt um etwas 14 Millionen Franken.
Darunter ist Tessin alleir mit gegen 6½ Mil- lionen repräsentirt. Auf die Privaten entfällt davon
über 10 Millonen.
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