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v. Grolman erwidert, daß diese Angriffe nicht das gegenwärtige, sondern das abgetretene, heute abwesende Kriegsministerium treffen. Für An⸗ schaffung von Offiziersdienstpferden werden die angeforderten 26,250 fl. ohne Debatte verwilligt. — Eine Vorlage des Kriegsministeriums verlangt für die Hauptleute der Infanterie Pferderationen. Der Ausschuß beantragt Genehmigung für den Fall, daß das Pferd auch gehalten wird. Die Regierung will diesen Vorbehalt gestrichen haben und beruft sich auf das preußische Verpflegungs⸗ Reglement, die Mehrheit der Kammer, insbesondere die Abgg. Kraft, Goldmann, K. J. Hoff⸗ mann, ging jedoch von der Ansicht aus, daß die Militärconvention die preußischen Vorschriften über Verwaltungswesen nicht miteingeführt, und stimmte dem Ausschußantrag bei.— Den Rest der Tagesordnung bilden Petitionen, Rechtssachen betreffend; sie werden abgelehnt.
— Die erste Kammer tritt am 3. April wieder zusammen, um über die Eisenbahnvorlagen zu berathen.
— Postmeister Schmid! in Gießen ist zum Postdirektor in Mainz ernannt und Oberpost⸗ Sekretär Lochmann in Darmstadt mit der commissarischen Verwaltung des Postamts Gießen beauftragt worden.
— Ein in der zweiten Kammer eingebrachter Gesetzentwurf beantragt für die Aktiengesellschaft der Oberhessischen Eisenbahnen, statt der nach dem Handelsgesetzentwurf erforderlichen Einzahlung von 40 Prozent, eine Herabsetzung dieser Einzahlung auf 25 Prozent.
Preußen. Berlin. Die dem Bundes- rathe vorgelegte neue Maß- und Gewichts- ordnung bezweckt die Einführung des betreffenden französischen Systems und bestimmt, daß als Längenmaße das Meter und dessen Theilungen: das Deecimeter, das Centimeter ꝛc., als Feldmaße das Ar,= 100 Quadrumeter, das Hektar, 100 Ar, als Hohlmaße das Litre und Hektoliter einzuführen seien. Das Pfund, gleich der Hälfte des Kilogramms, soll die Einheit des Gewichts bilden. Dasselbe wird in 500 Theile getheilt, mit decimalen Unterabtheilungen. Der fünf⸗ bundertste Theil des Pfundes enthält den Namen „Gramm“. 50 Gramm, gleich ¼10 Pfund, sind 1 Loth; 5 Gramm, gleich ½0 Loth, sind 1 Quint. Die deeimalen Unterabtheilungen des Gramm sind das Decigramm, das Centigramm ꝛc. Der Centner ist gleich 100 Pfund, gleich 50 Kilogramm. Die Schiffslast ist gleich 4000 Pfund, gleich 2000 Kilogramm. Das Medieinalgewicht wird mit dem allgemeinen Landesgewicht übereinstimmend sein. In Betreff des Münzgewichtes bleibt es bei der im Artikel 1 des Münzvertrags vom 24. Januar 1857 festgesetzten Eintheilung. Ein Lachter beim Bergbau, sowie 1 Faden beim Seewesen zu 2 Metern, 1 Ruthe zu 5 Metern, 1 Meile zu 7500 Metern Länge gerechnet, und unter 1 Morgen soll eine Fläche von 2500[J ⸗Metern, gleich J Hektar, gleich 100[] ⸗Ruthen, und unter einem Klafter ein Körperraum von 4 Kubikmetern ver⸗ standen werden. Es soll eine Normal-Aichungs⸗ Commission, mit dem Sitze in Berlin, ernannt werden und das Gesetz vom 1. Januar 1872 an in Kraft treten; doch soll es gestattet sein, die neuen Maße und Gewichte auch schon vom 1. Januar 1870 an anzuwenden, wenn die be⸗ theiligten Personen darüber einig sind.
— Die national⸗liberalen Mitglieder des Reichstages haben einstimmig den Antrag Lasker's auf Ausdehnung der verfassungsmäßigen Rede ⸗ freiheit auf die Einzellandtage angenommen.
— Die Ernennung der Landräthe für Nassau ist erfolgt. Mit Ausnahme des Obertaunuskreises sind alle commissarisch fungirenden Landräthe definitiv ernannt. Der Obertaunuskreis erhält den Regierungsassessor v. König zum Landrath. Der bisherige Landrath für Biedenkopf, Mayer, ist definitiv nach Marburg versetzt. Das Land— rathsamt Biedenkopf ist noch vacant.
— Die Fortschrittspartei reichte in der Reichs⸗ tagssitzung vom 28. März einen Antrag auf Verfassungsänderung in Betreff der Gewährung von Diäten ein. Der Reichstag nahm das Gesetz
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0 über die Etatsänderung durch den Fortfall von Pensionsbeiträgen obne Debatte an. Die Anträge Lasker's und Twesten's auf Aenderung der Ge⸗ schäftsordnung werden auf Wedemeyer's Antrag nach längerer Debatte an die Geschäftscommission verwiesen.
— Verläßlichen Nachrichten aus Paris zufolge ist dort ein Rundschreiben Bismarck's vom 25. d. M. eingetroffen, wodurch constatirt wird, daß mit der Reise des Prinzen Napoleon keine politische Mission verbunden war, und worin die Beziehungen zu Frankreich als fortdauernd ausgezeichnet dargestellt werden.
Bayern. München. Das Testament des Königs Ludwig J. ist eröffnet worden. Die Kunst⸗ sammlungen ꝛc. des Königs werden dem Krongute einverleibt. Aus 1½ Millionen Gulden Baar⸗ vermögen wird ein Fideicommiß gebildet.
Baden. Der greise Erzbischof Hermann v. Vitari in Freiburg hat dieser Tage sein 70 jähriges Jubiläum gefeiert. Derselbe ist jetzt 93 Jahre alt.
Oesterreich. Wien. Die„Abendblätter“ sagen, daß die Gerüchte, wonach die Krone sich im Widerspruche mit den Beschlüssen des Reichs- raths, bezüglich des Ehegesetzes, befinde, unbegründet seien. Nach der„N. fr. Pr.“ erfolgt jedoch die kaiserliche Sanction des fraglichen Gesetzes erst nach der parlamentarischen Erledigung des Schul⸗ und interconfessionellen Gesetzes.
— Der„Augsb. A. Ztg.“ wird von hier geschrieben: Rom habe eine bestimmte und in allen Punkten ablehnende Antwort auf die öster⸗ reichischen Vorschläge bezüglich einer Revision des Concordats bereits nach Wien gelangen lassen.
Frankreich. Paris. Vom Senat wurde am 24. d. die Creditforderung von zwei Millionen für die Nothleidenden in Algier genehmigt. Die Debatte des Senats über diesen Gegenstand war dadurch interessant, daß in ihr Marschall Mae⸗ Mahon, der Generalgouverneur von Algerien, selbst Aufschlüsse über die Lage der Colonie gab und dabei die Regierung gegen jede Verantwor— tung verwahrte, da es ihm persönlich zur Last fallen müsse, wenn etwas versehen worden sei. Schon im April 1867 habe ihm der Kaiser in einem eigenhändigen Briefe geschrieben: „Halten Sie sich über die Lage der Eingebornen auf dem Laufenden und treffen Sie, es koste was es koste, die geeigneten Maßregeln, um sie zu unterstützen. Frankreich will nicht, daß man eines Tages von ihm sagen könne, es habe Bevölkerungen, welche seiner Herrschaft unterworfen sind, im Elend umkommen lassen.“ Er, Redner, glaube indeß auch Alles, was in seinen Kräften stand, gethan zu haben, um den Intentionen des Kaisers zu entsprechen.
— Nach dem vom„Moniteur“ veröffentlichten und vom Kaiser genehmigten Berichte des Marschalls Niel über die Organisation der mobilen National- garde wird der normale Effektivbestand innerhalb 5 Jahren erreicht sein und die Bataillone werden in 8 Compagnien eingetheilt sein, der Major, die Capitäne, Offiziere und die Instructoren⸗Unter⸗ offiziere nicht mit einbegriffen. Während des Friedens erhalten die Offiziere keinen Sold. In jedem Departement wird der die Subsdivision commandirende General auch die mobile National- garde befehligen. Ein Zusatzeapitel zum Gesetz genehmigt die Bildung von freiwilligen Schützen⸗ compagnien und Batterien.
Italien. Florenz. Die„Opinione“ enthält einen Artikel über das allgemeine Budget für 1869, worin die Gesammtsumme der Ein⸗ nahmen auf 804 Millionen, die Ausgaben von 1004 Millionen mit einem Deficit von ungefähr 200 Millionen angegeben und die Bemerkung beigefügt ist, daß dieses Budget selbst für den Minister kein definitives sei, wegen der Verän- derungen, welche sich aus den einzuführenden Re⸗ ductionen ergeben werden. Die„Opinione“ sagt ferner, der Minister habe das Deficit für 1869, in Betracht der zu votirenden Gesetze über Steuern und Ersparnisse, auf 59 Mill. berechnet. Dasselbe Blatt glaubt, daß, sogar wenn das Deficit für 1869 noch größer wäre, es doch keine
Unruhe einflößen könnte, sobald nur die Gesetzt über 1
die Steuern und Ersparnisse votirt sein würden.
Friedberg. Am 27. ds. waren in dem Abends 6 Uhr 25 Min. unsere Station passirenden Schnellzuge eine größere Anzahl württembergischer Offiziere befindlich, welche zum Theil unsere Wetterau als ein ihnen bekanntes Terrain zu begrüßen schienen. Wie man hört, haben sich dieselben nach Berlin begeben.
Darmstadt. Der Großherzog hat vermittelst Aller⸗ höchster Entschließung vom 24. den wegen Ermordung eines 76 jährigen Greises in Eich von den Assisen in Mainz zum Tode verurtheilten Raubmörder Johann Grüll von Gernsbeim zu lebenslänglichem Zuchthaus begnabigt.
Darmstadt. Die Hess. Volksbl.“ theilen mit, daß die Unersuchung wegen der Auffindung einer Kindesleiche in der Vorhalle der hiesigen katholischen Kirche dem Ver⸗ nehmen nach eingestellt worden sei, da die Mutter nicht zu entdecken war. Die Leiche war in eine seidene, mit gleichem Stoffe gefütterte Frauenkleidtaille gehüllt und haben Geschäftsleute, welche diese Taille besichtigten, ver⸗ sichert, daß das Kleid wahrscheinlich in Paris angefertigt sei. In Darmstadt verwendet kein Geschäft Seide zur Fütterung von Taillen.
Worms. In Folge Einladung des Ausschusses des Luther-Denkmal⸗Vereins versammelten sich am 23. März im Stadthaussaale bahier eine große Anzahl hiesiger pro⸗ lestantischer Männer, um das erweiterte Festcomite für die Luther-Denkmals- Feier zu constituiren und die zur Be⸗ sorgung der verschiedenen Geschäfte erforderlichen Sectionen zu bilden. Dem großartigen Zwecke entsprechend soll auch die Einweihungsfeier des Luther Denkmals am 24., 25. und 26. Juni d. J. eine glänzende sein. Nach Entgegen⸗ nahme des von dem Ausschusse vorgelegten Festprogramm⸗ Entwurfs schriit man zur Bildung von S verschiedenen Sek⸗ tionen, welchen alle das Recht der Cooptation ertheill wurde.
Prag. Im Marstalle des Kurfürsten von Hessen dahier wurden vergangene Woche vier schöne, kräftige, ganz gesunde Wagenpferde ausgemustert. Auf die Nachricht biervon meldeten sich alsbald Käufer für diese Pferde. Allein trotzdem für eines der Pferde bereits 400 Gulden geboten wurden, kam keines davon zum Verkaufe, sondern sie wurden dem Wasenmeister übergeben, der dieselben unter Aussicht des kurfürstlichen Stallmeisters und des Thierarztes vertilgen mußte. Wie man erzählt, hält dieß der Kurfürst scit jeher so, um die armen Thiere nicht einer ungewissen Zukunft Preis zu geben. In Hessen⸗Kassel wurden die aus dem Marstalle des Kurfürsten aus⸗ gemusterten Pferbe gewöhnlich erschossen.
* Fal sche Thaler scheine. Von den Ein Thaler⸗ Cassenscheinen der Anhalt-Dessauischen Lande s⸗ bank vom 2. Januar 1864 cou: siren falsche, welche im Allgemeinen sehr gut nachgemacht sind. Als Haupterken⸗ uungszeichen dienen auf der Vorderseite: 1) die kleine Schrift in den Worten„Dessau, den 2. Januzr 1864“ und die größere Schrift in der Strafandrohung; letztere fällt wegen ihrer mangelhaften Ausführung stärker auf. 2) Die Ausfüllung der auf der Rückseite befindlichen Rosetten um die in der Mitte derselben stehende 1 ist sehr schlecht und verschwommen ausgeführt, auch fehlt auf den falschen der kleine Zwischenraum, welcher die über die Rosetten hervorstehenden Embleme der Landwirihschaft ꝛc. von den Rosetten trennt. 3) Die Figur auf der Rückseite hat auf den falschen eine stärkere linke Wange als auf den echten und die Schrift auf dem sich um dieselben schlingenden Rande ist auf den falschen massiver ausgeführt wie auf den echten. 4) Auch das weichere Papier der falschen Noten dient zum Erkennungszeichen eben so gut wie das durch Oeldruck hergestellie Wasserzeichen.
e Arsenik im Löschpapier. Die Zeitschrift für gerichtliche Mediein schreibt: Bei der von Manchen beliebten Durchseihung des Kaffees durch Löschpapier dürfte eine gewisse Vorsicht geboten sein, da gegenwärtiz eine Sorte graues Löschpapier von außerhalb in den Handel kommt, welches nicht frei von Arsenikgehalt ist. Dieß Papier soll nämlich von Papierschnitzeln und alten Tapeten angefertigt sein, welche letztere selten einer Beimischung arsenikhaltiger Kupferfarben, wie Schweinsurter⸗ und Neuwieder⸗Grün, entbehren und auch zuweilen noch bleigaltige Pigmente baben. Eine chemische Untersuchung dieses Papieces hat durchschnittlich einen Gehalt von 1 Gran weißem Arsenik, 6 Gran Kupferexyd und ½ Gran Bleioxyd gegeben, wonach der Arsenikgehalt in einem Buche Löschpapier 25 Gran beträgt. Insbesondere dürften Conditoren vor diesem jedensalls sich durch Billigkeit auszeichnenden Papiere gewarnt werden, da Löschpapier zuweilen als Unterlage zu verschiedenen Canditen hin und wieder benutzt werden soll, wodurch leicht große Unglücksfälle entstehen können.
Schiffs nachrichten. Mitgetheill von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Hamburg⸗New⸗Porker Post-Dampfschiff„Alle⸗ maunia,“ Capitän Bard ua, welches am 11. d. M. von Hamburg und am 13. d. M. von Southampton abge⸗ gangen, ist nach einer schnellen Reise von 12 Tagen am Millwoch den 25. d. M., 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in New Pork an selommen.
Das Bremer Post⸗Dampfschiff„Baltimore,“ Capitän Vöckler, welches am 1. März von Bremen abging, ist nach einer schnellen glücklichen Reise von 17 Tagen wohl⸗ behalten in Baltimore angekommen.
Das Hamburger Post⸗Dampfschiff„Saxonia,“ Capitän Kier, ging am 25. März von Hamburg via Southampton nach New⸗ Mork ab. Außer einer starken Brief- und Pocketpost hatte dasselbe 20 Passagiere in der Cajüte und 666 Passagiere im Zwischendeck, so wie 400 Tons Ladung.
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