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Für die Nothleidenden in Ostpreußen
gingen weiter folgende Gaben ein: f Von Fr. Alles in Münzenberg, 2. Gabe 30 kr., im Gasthaus zu den brei Schwertern eingegangen 7 fl., aus Nieder⸗Rosbach durch Pfarrer Müller 2 fl. 30 kr., von Müllermeister F. Dietz von der Riedmühle bei Inheiden 1 fl. 45 kr., von Oeconom Ph. Stoll daselbst 1 fl. 45 kr., für eine wiedergefundene Kette 1 fl., zusammen 14 fl. 30 kr.
Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen.
Prozeß Ebergenyi in Wien.
Der Prozeß Ebergenyi, welcher sich am 22. bis 25. d. Mts. in Wien abwickelte, nahm die Ausmerksamkeit des Wiener Publikums durch die grellen Streiflichter, welche er auf gewisse Kreise der höheren Gesellschaft Wiens wirft, im höchsten Grade in Anspruch. Julie von Ebergenyi, ein Fräulein von so altem ungarischen Adel, daß sie zur Stiftsdame angenommen worden ist, wozu tine ununterbrochene Reihe von 16 tadellosen Ahnen und sehr gute Verbindungen gehören, that sich mit ihrem Galan zusammen, um dessen recht mäßige Gemahlin zu vergiften. Und dieser Galan ist kein Geringerer, als ein Sprößling des alten Grafengeschlechts Chorinsky⸗Ledske, der Sohn des Statthalters von Niederösterreich. Die öffentliche Schlußverhandlung des Prozesses ließ die magva— rische Stiftsdame als eine Dirne gemeinsten Schlages, den edlen Grafen hingegen als einen Ausbund von Unflätherei und Niederträchtigkeit erscheinen. Warm aus dem Bette Chorinskz's, das Gift für dessen arme Frau in der Tasche, Herz und Kopf voll Mordgedanken, reiste die Ebergenyi nach München. Unterwegs aber hat sie nichts Eiligeres zu thun, als im Waggon ein Verhältniß mit einem ihr völlig fremden Commis anzuknüpfen. Diese ekelhafte Sinnlichkeit hat sich aber gerächt. Die Mörderin hatte sich in München bekanntlich unter dem Namen einer Baronin Vay eingeführt; die Identität der Ebergenyi mit dieser singirten Persönlichkeit nun festzustellen, war die schwerste Pflicht des Untersuchungsrichters. Für eine Jury ließ sich der Beweis wohl durch das Gasthofspersonal bis zur Evidenz führen, allein die Angeklagte beharrte dabei, daß Sinnes- täuschungen, Aehnlichkeiten u. dgl. im Spiele wären.. Hund die österreichischen Gerichte ver⸗ langen zur Verhängung der Todesstrafe das Geständniß. Jener Commis nun lieferte eine Beschreibung ihres Körpers, die jede Möglichkeit einer Verwechslung ausschloß und selbst der Ebergenyi das Geständniß entlockte, daß sie und die Vay eine und dieselbe gewesen. Das Ge⸗ sständniß, obgleich sofort revocirt, mußte eine Berurtheilung zur Folge haben; denn es versetzte wen Richter in die Lage, rein nach seiner Ueber⸗ zeugung zu erkennen. Was aber den edlen Grafen anbelangt, so lagen Briefe von ihm, die er nach
München geschrieben, vor, worin er seine Zuhal- terin ermahnt, sich ja nicht durch seine Frau, die eine Comödianten⸗Gretel,„ein Aas“ sei, in ihrem Vorhaben wankend machen und sich nicht ertappen zu lassen.— Der Gerichtshof bestand aus dem Präsi⸗ denten Landesgerichtsrath Giuliani, den Landes- gerichtsräthen Kubasta und Gerneth, Seeretären Pauminger und Czeyka, einem Ersatzrichter und dem Schriftführer. Als öffentlicher Ankläger fungirte der Chef der Staatsanwaltschaft, Landes— gerichtsrath Schmeidl, als Vertheidiger der An— geklagten Dr. Neuda; neben des letztern Platz war auch dem Vertheidiger des Grafen Chorinskyp, Hofrath Dr. v. Schauß aus München ein Platz eingeräumt. Der Zuhörerraum war dicht besetzt. Lautlose Stille empfing die Angeklagte Julie v. Ebergenyi, welche am 20. in der Kapelle des Landesgerichts gebeichtet und das heilige Abendmahl genossen hatte. Der Berichterstatter der„N. Fr. Presse“ findet in den Zügen der Dame nicht den Stempel des Mordes, eher den hochmüthiger Rohheit. Ein böser Zug zieht sich um den herb geschlossenen Mund. Die Toilette ist keine frei— gewählte. Sie ist diejenige, in welcher Julie v. Ebergenyi in München auftrat, und welche sie heute neuerdings anlegen mußte. Sie aus einem schwarzen, weiß in Carrés abgesteppten Kleide, einer gleichen Jacke, einer blauen Hals— schleife, Ohrengehängen, welche die Form von Todtenköpfen haben. Nur der schwarze mit Pfauenfedern geschmäckte Hut, welchen sie in Mün⸗ chen trug, fehlte, so daß das cokett frisirte braune Haar schmucklos erscheint. Ihre Hände sind von lichtbraunen Handschuhen bedeckt. Kaum war sie im Saal und an ihrer Seite die Wache mit aufgepflanztem Bajonnette erschienen, bedeckte sie ihr stark geröthetes Gesicht mit einem Sacktuch und wankte auf ihren Platz. Von da wechselte die Farbe ihres Gesichts, in dem Spuren schwerer Leiden zu sehen sind, in jedem Nu; bald ist es blaß, bald roth. Der Anklagebeschluß lautet: „Das k. k. Landesgericht hat den Beschluß gefaßt: Julie Ebergenyi de Telekes sei in Gemäßheit des §. 200 der Strafprozeßordnung in Anklagestand zu versetzen, weil sie des Verbrechens des Mordes in Gemäßheit des§. 134 des Strafgesetzes be⸗ schuldigt erscheint.“ Nach einer Einleitung über das Leben der ermordeten Gräfin Chorinsky und eben so der Julie Ebergenyi fährt die Anklage fort: Am 20. und 21. November 1867 empfing Gräfin Mathilde Chorinsky, welche in ihrer Wohnung als Baronin Ledske bekannt war, den Besuch einer fremden Dame von Wien, von welcher sie sich mehreren Personen gegenüber äußerte, daß dieselbe aus Wien, von guter Familie und von ihrem Mann, der sie schlecht behandle und ihr ihren Brillantenschmuck versetzt, geschieden sei.
besteht
Einer Zeugin, Marie Koti, theilte die Gräfin Chorinsky sogar mit, daß die fremde Dame sie in das Theater eingeladen, sie jedoch die Fremde zum Thee gebeten habe. Der verhängnißvolle Abend- thee fand bei der Gräfin Chorinsky am 21. Nov. 1867 wirklich statt, die fragliche fremde Dame war am Abend des 21. Nov. von beiläufig 4 bis 7 Uhr allein bei der Gräfin Chorinsky in deren Wohnung. Die Gräfin Chorinsky ersuchte noch um 6 Uhr die Zeugin Fanny Hartmann um deren Operngucker, dies war das letztemal, daß die Gräfin Chorinsky von Zeugen lebend gesehen wurde. Nach Entfernung der Zeugin Fanny Hartmann kam die fremde Dame um halb 7 Uhr zu der Elise Hartmann, ersuchte dieselbe ihr zum Zweck des Theaterbesuchs eine Droschke zu holen. Elise Hartmann diesem ihrem Wunsche nach— kommend, war beiläufig 5 Minuten aus der Wohnung abwesend, und bei ihrer Rückkehr fand sie die Wohnung der Gräfin Chorinsky schon ver⸗ schlossen, so daß sie sich dachte, die beiden Damen haben sich schon entfernt. Freitag den 22. Nov. zeigte sich die Gräfin Chorinsky nicht; dies fiel nicht auf, weil die Familie Hartmann vermuthete, daß ihre Partei sich bei der fremden Dame befinde, und ihrer Nachhausekunft deshalb kein besonderes Augenmerk geschentt wurde, da die Gräfin Chorinsky ihren eigenen Hausschlüssel hatte. Als dieselbe jedoch auch am Samstag den 23. Nov. nicht zum Vorschein kam, und Elise Hartmann, welche in Sorge um sie, sich im Hötel„Zu den vier Jahreszeiten“ erkundigt hatte, wo sie wußte, daß die fremde Dame wohne, dort erfuhr, daß die fremde Dame schon Donnerstag den 21. Abends nach Wien abgereist war, erwachte in der Frau Hartmann der Verdacht, daß es hier nicht mit rechten Dingen zugegangen sei; sie wendete sich an die Polizei. Bei dem Umstand, daß die Thür des Zimmers der Gräfin Chorinsky von außen versperrt war und der Schlüssel fehlte, drang man zuerst mittelst einer sonst nicht be- nützten Thür in die Wohnung ein, und sand die Gräfin bereits als Leiche. Selbstverständlich mußte bei der ungewöhnlichen und ganz befremdenden Art dieses Todesfalls die Obduction der Leiche veranlaßt werden. Durch das Schlußgutachten der Gerichtsärzte ist constatirt: a) die Gräfin Mathilde Chorinsky sei bereits am Abend des 21. November in Folge einer Vergiftung durch Blausäure, beziehungsweise an rascher Zersetzung des Bluts in Folge Vergiftung mit Blausäure, gestorben, ohne Mitwirkung einer anderen Ursache; b) daß höchst wahrscheinlich die Vergiftung mit Epankali erfolgt sei. Für einen Selbstmord oder einen Raubmord ergaben sich keine Indicien, viel- mehr für einen Meuchelmord.
(Fortsetzung folgt.)
Holz ⸗Versteigerung. 989 Samstag den 2. Mai, Vormittaas um 9 Uhr, werden im Gemeindewald Ockstad:, in verschiedenen Districten, nachverzeichnete Holzsortimente an die Meist⸗ bietenden versteigert, als 2% Stecken Scheidholz Birken,
265„ Prügelholz 2 0 5 Weide, 6 1 5 Nadelholz. 7„ Stockßolz Birken,
„ Nadelbolz,
8³0„ 7533 Wellen Eichen, Birken,(Durchforstungswellen).
1525„ Weide,
3379„ Nadelholz,
1185 Gebund Ginstern,
1700„ Peibde,
2 12 Stämme Fichten von 7½“ Durchmesser und 35“ Länge,
N 104 Sen Fichten von 4½¼“ Durchmesser und 35 a änge.
Die Zusammenkunft ist im Schlag Nr. XV. nächst
ben Mainzerhecken. 5 Ockstadt den 23. April 1868. Großherzogliche Bürgermeisterei Ockstadt Gröninger.
Annonee.
53 Gesucht werden bei einem höchst respectabeln, von er englischen Regierung concessionirten General⸗Agenten für Auswanderer in Hull einige tüchtige zuverlässige f
Agenten in oder in der Umgegend von Friedberg. Naheres ertheilt F. H. Laube, Secretär der 4 kulschen Gesellschaft, 172 High⸗Street, Hull, England.
Loh- und Holz-Versteigerung. 1022 Montag den 4. Mai v. J., Morgens 9 Uhr an⸗ fangend, werden auf unterzeichneter Bürgermeisteret 150 Ctr. Eichen⸗Lobrinde aus dem blesigen Gemeinde⸗ wald, Dißriet Kuhhardt, von 20 jährigem Bestand und an demselben Tage, Morgens 10 Uhr ausangend, kommen in demselben Distrikt: 11 Eichen⸗Baustämme von 126 Cubikfuß, 4½ Klafter gemischtes Holz und 4550 Stück gemischte Wellen, zur öffentlichen Versteigerung. Wernborn den 25. April 1868. Kraus, Bürgermeister.
Markt-Verlegung.
1019 Der auf den 1. und 2. Mai d. J. fallende Jacobus-⸗Markt, ist, da der zweite Markttag auf einen Samstag fällt, auf Montag den 4. und Dienstag den 5. Mal verlegt. Homburg v. d. H. den 27. April 1868. Bürgermeister⸗Amt Schleußner.
Futter⸗Mehl,
1025 Schwarzmehl, bester Qualität per Ctr. 4 fl.
30 kr., zu baben bei 1 Löb Staus, Bäckerei ⸗Besitzen.
Arbeits⸗Versteigerung.
1027 Montag den 4. Mai, Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Rathaus zu Bönfladt nachstehende Ardelten an die Wenigstnehmenden in Aecord gegeden werden:
1) Brechen, Fabren, Aufsetzen, Zerschlagen und Ein⸗ decken von 3 Cubik⸗Klafter Unterhaltungssteinen in die Ortsstraßen,
2) Brechen, Fahren, Aussetzen und Zerschlagen von 9 Cubik⸗Klafter Unterhaliungssteinen auf die Vleinalwege,
3) die zur Herstellung von Wohnungen in dem Stall bei dem Hirtenhaus erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, als:
Maurerarbeit, Zimmerarbeit, Schreinerarbeit, Schlosserarbeit, Weißbinderarbeit, Glaserarbeit, Lieferung von Kussensteinen, Kalk und Sand, 4) Ausbrechen und Tiefermachen eines Brunnens in der Kaicherecke. Friedberg den 28. April 1868. Der Bezirks. Bauaufseber Schneider.
Dr. Pattison's ichtwatt OGichtwatte lindert sofort und heilt schnell Gicht und Rheumatismen aller Art, als: Gesichts⸗, Brusts, Hals- und Zabn⸗ schmerzen, Kopf⸗, Hand- und Kniegicht, Gliederreißen, Rücken- und Lendenweh.
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