Ausgabe 
29.12.1868
 
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verwüstenden

Die unruhige Erde. Im Hinblicke auf die Erderschütterungen in Peru und Ecuador bringt die englische Zeitschrist Daily News den folgenden naturwissenschaftlichen Bericht: Es gibt in der Geschichte der Erde Perioden, wo unkerirdische Kräfte mehr als ihre sonst übliche Iniensität ausüben, und zwar durch vulkanische Ausbrüche und verwüstende Erdbeben. Gewöhnliche Erd erschütterungen, d h. Schwingungen der Erdkruste, die eben nur fühlbar sind, aber keine zerstörende Wirkung haben, kommen bäufig vor, und einer der größten Natur kundigen behauptet, daß kein Tag, ja fast keine Minute obne eine mehr oder minder erhebliche Vibration an dieser oder jener Stelle der Erdkruste vergehe. Weithin zerstö rende Erdbeben, die in wenigen Minuten ganze Provinzen vernichten, eteignen sich dagegen nur selten. In neuerer Zeit jedoch ist der große Maulwurf unter der Erde sehr shätig, und das schwere Unglück auf St. Thomas im Herbste 1867 sieht noch in frischer Erinnerung. Dann hörten wir von Erdbeben in Malta, Aegypten, auf For mosa, San Salvador, und sogar in ruhigen Ebenen Europas spürte man etwas Aehnliches. Nicht lange danach verloren Hunderte von Menschen auf den Sandwich Inseln das Leben durch eine geschmolzene Masse, die aus dem heftig bewegten Bette des Stillen Oceans hinaus sprudelte. Mittlerweile gährte der Vesuv fortwährend in heftigen Ausbrüchen. Gibraltar wurde durch einen gewalt samen Shock gerüttelt, Neu-Südwales durch ein Erdbeben geschreckt. Neuestens hören wir aber von einem Monstre Erdbeben, das auf jener unruhigen Region des Globus, in dem Lande westlich von den Anden geschah, und welches kaum geeignet ist, die von manchen Geologen gehegte Meinung zu unterstützen, daß die unterirdischen Kräste sich nach und nach vermindern; hingegen fehlen aber auch Beweise für die Ansicht anderer Geologen, welche sagen, daß die inneren Erdkräste eines Tages so intenfiv werden könnten, daß sie die ganze Erde vernichten. Auf alle Fälle wird wohl in einer Reihe von Jahrtausenden eine selche Katastrophe noch nicht zu befürchten sein. Schlimmer wäre die von Einigen vermuthete Gefahr, daß eine gänz liche Erlöschung oder Erstarrung des inneren Erdkörpers eintreten könne, welche die Erde unbewohnbar machen würde. Die Erdbeben selbst sind übrigens zu unserem Dasein nöthig und wir verdanken ihnen manche schätzbare Malerialien, wie z. B. die Steinkohlen. Ueberhaupt er⸗ halten Wald und Feld Nahrung aus dem Bauche der Erde, und die Erdbeben üben auch Einfluß auf die Ver theilung von Land und Wasser. Selbst das Klima eines Landes verdankt seinen Charakter längst vergangenen Erd beben. Die wichtigste Frage ist dabei wohl die: ob nicht Länder, die bisher, wie England(vergleichsweise), von Erdbeben verschont geblieben sind, dermaleinst deren Schau⸗ platz werden können, während andere Theile des Ecdkörpers sich beruhigen?

Deutsche Bevölkerungen. Nach der letzten Volkszählung vertheilt sich die Dichtigkeit der Bevölkerung auf die einzelnen Staaten und Gebiete wie solgt: in Hamburg wohnen durchschnittlich auf der Quadratmeile 40,186, in Bremen 31.080 Menschen; in Sachsen 8905, in Lübeck 8100, im südlichen Hessen 7074, in Reuß älterer

burg 2729, Lauenburg 2348, Mecklenburg⸗Schwerin 2266, Mecklenburg⸗Strelitz 1994. Für den ganzen Norddeuischen Bund beträgt die Durchschnittszohl 4016, für die süddeut⸗ schen Staaten 4110, für ganz Deutschland 4098.

Eine zeitgemäße Aufschrift. Die letzte Nummer desFigaro bringt folgende Ausschrift für das Königliche Palais in Madrid: Bettlern, Hausirern und Königen ist hier der Eintritt strenge verboten.

Volkssitten.

Es ist bekannt, daß unste Feste meistens mit alten heidnischen in der Zeit zusammenfielen. Dies ist nun jedenfalls nicht so zu erklären, daß man bei Festsetzung der christlichen Feste auf die Lage der altgermanischen Rücksicht genommen hätte, denn die erstern waren bereits längst bestimmt, als die germanischen Völker das Christenthum annahmen, sondern man muß einen tiefer liegenden Grund suchen und wir finden ihn, indem wir alle Feste als aus einem tiefern Bedürfniß heraus entstanden denken, aus Bedürfnissen, die alle Völker haben und die zugleich sehr handgreiflicher Natur sind, wenn wir uns dieses Ausdrucks bedienen dürfen, denn Feste entstehen immer schon in sehr uncivili- sirten Zeiten. Auf alle Völker, auch wenn sie sich noch einer niedrigen Stufe der Civilisation er freuen, macht doch der Wechsel der Jahreszeiten einen besondern Eindruck und dieser ist es auch, der die meisten Feste veranlaßt hat, wenn freilich die Bedeutung derselben durch das Christenthum eine andere und zwar wesentlich geistigere wurde. Doch war die christliche Kirche nicht im Stande alle Gebräuche unsrer heidnischen Vorfahren, die auf die Feste Bezug hatten, zu beseitigen; hat doch sogar eines unsrer Hauptseste, die Ostern, den Namen nac einer heidnischen Göttin behalten, der etwa zu derselben Zeit ein Fest gefeiert wurde. Die Ostern sind ja recht eigentlich ein Frühlings- fest, wo die todte Natur zu neuem Leben erwacht; diese Bedeutung hatten sie bei den alten Germanen, bei den Juden und sogar schon bei den Griechen, welche die Vorgänge der Natur sinnbildlich in Mythen umzusetzen wußten, die namentlich in dem eleusinischen Gehtimkultus gepflegt wurden. Hier in Rheinhessen fand das Frühlingsfest bereits in der Mitte zwischen Fastnacht und Ostern, am Sonntag Lätare, statt; in Worms z. B. wird an diesem Tage ein Knabe in grüne Zweige, ein anderer in Stroh gehüllt, den Sommer und

Es wird sich jeder Friedberger erinnern, wie man sonst mit Pfingstkringeln bewaffnet an den Pfingst⸗ brunnen zog und sie dort verzehrte. Beide, Kringel wie Brunnen, waren der Göttin Berka heilig; ihr zu Ehren warf man zu alten Zesten feurige Kringel in die Luft und der Brunnen wurde besonders von jungen Eheleuten zur Ver ehrung der Göttin aufgesucht, denn nach der Meinung der Alten ließ die Berta durch ihren langbeinigen Lieblingsvogel aus dem sogenannken Milch- oder Pfingstbrunnen jene kleinen Trabanten holen, die jedem Familienleben erst die Krone aufsetzen. e.

Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent.

Das Hamburg⸗Newyorker PostbampsschiffWestphalsa, Capitän Trautmann, welches am 9. d. von hier und am 12. d. von Southampion abgegangen, ist nach einer sehr schnellen Reise von 10 Tagen und 20 Stunden wohl- behalten in Newyork angekommen.

Das Hamburger PosidampsschiffAllemannia, Cpitän Bardua, ging, cxpedirt von Herrn August Bolten, William Miller's Nachf., am 23. Dezember von Hamburg via Southampton nach Newyork ab. Außer einer starken Brief- und Packetpost hatte dasselbe 33 Passagiere in der Cajüte und 123 Passagiere im Zwischendeck, sowie 1100 Tons Ladung.

Verloosung.

Von den Ans bach-Gunzenhausener Eisen⸗ bahn-Anlehen sind aus den früheren 22 Ziebungen nicht weniger als 3016 bereits gezogene Gewinne im Gesammtbetrage von 36,000 fl. noch nicht erhoben. Darunter befindet sich ein erster Gewinnst: Serie-Nr. 1890 Nr. 27 mit 18,000 fl., einer mit 1000 fl.: Serie⸗ Nr. 4288 Nr. 14, zwei mit je 100 fl.: Serie-Nr. 3437 Nr. 25 und Serie-Nr. 4564 Nr. 39.

Theater in Friedberg. (Eingesandt.)

Sicherem Vernehmen nach findet am Mittwoch den 20. dieses Monats das Benefiz unserer allbeliebten Sou⸗ brette, Frl. Julie Blick statt. Wir glauben das Publi⸗ kum um so mehr hierauf aufmerksam michen zu dürfen, als diese Künstlerin gewiß ein Hauptanziehungspunkt in der diesjährigen Theatersaison ist, obgleich Herr Director Kern auch in diesem Jahre wieder über gewiß tüchtige Kräfte zu verfügen hat, mit deren Leistungen wir in voll⸗ stem Maaße zufrieden sind. Wir meinen hier in erster Reihe Stotz, unseren tüchtigen Komiker, dessen Benefiz auch in nächster Zeit bevorsteht. Frl. Blick wählte zu ihrer Benefiz-Vorstellung verschiedene kleine Novitäten. Wir unterlassen über die aufzuführenden Stücke selbst zu

Linie 6496, Altenburg 5902, Reuß jüngerer Linie 5941,

Lippe⸗Deimold 5486, Baden 5175, Württemberg 5020, Winter vorstellend; beide müssen miteinander

sprechen, bemerken aber, daß die Bentfiziantin eine sehr

Coburg⸗Gotha 4710, Braunschweig 4537, F kämpfen bis der Sommer gesiegt hat. Nicht gute Wahl getroffen 155 und sind überzeugt, daß unser den Sondershausen 4315, nördliches Hessen 4306, Luxemburg. 1, iheaterliebendes Publikum, um die tüchtige, gerngesehene degche 4291, Sachsen⸗Weimar 4284, Schwarzburg⸗Rudolstadl 55 lange i zu 1* ist 5 Soubrette zu ebren, sich an ihrem Benefiz-Abende eben so do 4274, Anhalt 4077, Meiningen 4007, Schaumburg-Lippe Zeit der eigen chen Dommerfeier, die in manchen zahlreich einfinden wird, wie dies am Weihnachtsfeste der raden 3872, Preußen 3823, Baiern 3492, Waldeck 2802, Olden Gegenden nicht weniger solenn gefeiert wurde. Fall war. kau. Des alten Schäfer Thomas 8 8. l 5 hl k f stint zwanzigstt Prophezeihung 2* raun 0 en er 1 8 sür die Jabre 1869 150 1870, 4 kr., ü 3138 Mit dem 1. Januar 1809 beginnt auf den beiden Gräflichen Braunkoblendergwerken bei Ossenbeim ist zu haben bei 1. 10 1 und r neue Creditperlode, die bis Ende Mal 1869, dis zum Verlauf neu geformter Klöße. Bindernagel& Schimpff. g dran dauert. Für die in dieser Zeit gegen Einlage vorschriftsmäßiger Bürgscheine bezogenen Braunkohlen wird Dat lungofriff dis Ende September 1869 gestattet. i Zab Senn er Bergwerk den 19. December 1868. 8 1 e 200 8 keit. 3190 konnen aus der Kirchenkasse zu Münster ander⸗ 4 weitig ausgeliehen werden * Zlegenderg am 24 Dezember 1868. * Braunkohlen-Perkauf. 1 Kirchenrechner.

3192 gür die gegen Credit zu beziebenden Hraunkoblen beginnt auf dem Großberzoglichen Dorheimer Berg ·

7 f 4 N W 1 werke mit dem 2. Januar 1869 eine neue Creditperiode laufend bis Ende März 1869 und verbunden mit einer Ia 1 ˖ 5 Zahlungsfrist bie Ende Juni 1869. 5 a b zver eigerung Der Preis der Kohlenklötze ist wie seither 12 ke. für 1 Ceniner= 14 Stück Klötze. a 5 8 1 drin. Die Kubrleute wollen die Gegenscheine, weiche 5 bel Abgabe 5 1. 1115 anetbordes benden, im Fürstlichen Schloß wall zu Hungen. anten bei jedem Kohlenbezuße mitbringen, damtt die einzelnen ezuge in den Gegenscheinen notirt werden können. 3173 Montag den 4. Januar k. J., Nachmittags 1 Uhr, 5 0 Ze heng der Eredusummen an Großherzogliche Bergkasse zu Friedberg ist gleichfalls die Vorzeigung des sogen dei biesigem Schlesse 198 Nummern Rußzbolz⸗ f Gegenscheins A. 8 resp. N Was 170 8 1 Luft Dor heimer Bergwer. ö i esledend aus Eichen, Fichten, Buchen, Linden, Els⸗ bu rachel 7 Dordeim deeren, Kastanten, Akazien, Kirschen zꝛc., sowie 7200 5 38 Stecken Buchen und gemischt Scheitholz, 1 7 Faselochs- Versteigerung. e e e S 1 en 3199 Mittwoch den 30. d. M., Vormittags 10 Uhr, 382 15 1 1 Reisholz 1 12 1 soll auf hiesigem Rathhause ein zum Schlachten sehr 27 Schichten 5 8 Reisholz 115 11 Heetgneter Zaseiochse öffentlich meistoietend verstelgert] zssentlich verkauft werden. * tücke, bester Qualität, per Waggon à werden. 1. 5 80 8 f n fl. Klelnere Quantitäten in meinem Fauerbach b. gr. den 24. Dezember 1868. 25 17 0 0 ene 2 Magazin an der Bahn Centner 30 ke, empfiehlt Großherzogliche Bürgermeisterel Fauerbach d. Fr.] sich sehr gut zu Laufboblen für Eisendahnardelten eiggen, 2 Bad Naubeim. Jacob Schimpf. oller. Da das Holt unmittelbar an der Friedberger kesp. een 2 FFC 7 1. Gießener Straße lagert, so kann dasselbe jederzeit ab⸗ libre Bur fc e, Schwarze seidene Halstücher, r 5 n. 2 been les 154 zur der mit Plant u 3 2814 sowie farbig: Umladpftücher und Zoulards bel 0 ee ee e 1 4 1 1 9 9 K. Friedrich neden ver Post. Diem me. .** U