Ausgabe 
27.6.1868
 
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Abonnenten, welche den Anzeiger baldigest machen, damit in der

durch die Post beziehen,

wollen ihre Bestellung für das II. Halbjahr Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt.

1868.

Samstag den 27. Juni.

M 75.

Anzeiger für Oberhessen.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Abonnements ⸗Einladung.

Mit dem 1. Juli beginnt ein neues halbjähriges. Ab mal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinenen wird.

und wichtigsten Tagesbegebenheiten, Nachrichten, Markt- und Cours Berichte, Unterbaltungs⸗ Blatt interessante Novellen

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und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten,

für die Abonnenten in hiesiger Stadt Ie bei sämmtlichen Postämtern des Großherzogthums 1 fl. 6 kr.

hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Halbjahr zusenden, wenn nicht ausdrückliche

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Den verehrlichen Abonnenten in Abbestellung erfolgt.

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locale Notizen, Räthsel, Bilderräthsel ꝛc. die Geschäfte der Redaction in der bisher eingehaltenen

onnement auf den Anzeiger für Oberhessen, welcher auch ferner wöchentlich drei⸗ Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen geschäftliche Verloosungen von Staatspapieren und

sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten

außerdem wöchentlich einmal im beigegebenen Die stets wachsende Zahl der Weise fortzuführen.

Die Expedition.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Einsendung der Verzeichnisse über die entstehenden Beitreibungskosten von Gemeindegelderv.

Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Das Großherzogliche Kreisamt

Wir sehen der sofortigen Einsendung der Kostenverzeichnisse in obigem Betreffe Wer von Ihnen für die Zukunft die Einsendung nicht pünktlich befolgt,

gegen den wird mit

Friedberg den 25. Juni 1868.

(Kuchlers Handbuch zweite Auflage§. 62) entgegen. Zwang vorgegangen werden. B

B. d. K. Kritzler, Kreis-Assessor.

Hessen. Darmstadt, 24. Juni. Die II. Kammer beschäftigt sich mit Berathung über Einführung der Preuß. Branntweinsteuer im ganzen Großberzogthum. Bake und Keil sprechen sich gegen die Vorlage aus, für dieselbe Wernher, Goldmann, Fink, Metz, Krafft. Der Antrag des Ausschusses, den mit dem Norddeutschen Bunde dieserhalb abgeschlossenen Vertrag zu genehmigen wird gegen 5 Stimmen(Bake, Keil, v. Günderode, v. Wamboldt und v. Schenk) angenommen. Hierauf beräth die Kammer über die Beschwerde des Gemeinderaths von Friedberg, den Ersatz von Reisekosten einer Deputation nach Kassel in Eisenbahnangelegenheiten betr. Der Antrag des Ausschusses, die Vorstellung der Berücksichtigung zu empfehlen, wird gegen 4 Stimmen bejaht.

Nach einer Mittheilung derD. Ztg. hält die groß herzoglich hessische(25.) Diviston ihre Herbstübungen in ganz gleicher Weise ab, wie die Divisionen der norddeutschen Bundesarmee, über welche durch königliche Cabinetsordre vom 9. Februar, wonach nur Divisions- und nicht Corpsübungen stattfinden sollen, Bestimmungen getroffen waren. Die hessische Diviston wird zu diesem Zwecke Anfang September bei Darmstadt concentrirt und hat am 19. desselben Monats ihren letzten Manövertag.

Nach der neuesten Nr. der Mittheilungen Gr. Centralstelle für die Landesstatistik wurden im Jahre 1867 im Großherzogthum 24,851 Hunde mit einem Steuerertrag von 50,852 fl. 30 kr. gehalten. Die meisten dieser Thiere werden in der Provinz Starkenburg geduldet. Rheinhessen zeigt für sie die geringste Liebhaberei. Von den größten Städten steht Darmstadt mit 1203 Stück obenan, Mainz begnügt sich mit 1036, Offenbach mit 845 und Worms mit 453 Stück. Rechnet man die Unterhaltungskosten eines dieser Vierfüßler nur zu 3 kr. täglich, so ergibt sich, daß in unserem Lande, außer der Steuer und den Anschaffungs- kosten, noch die Summe von 403,531 fl. jährlich für Hunde aufgewendet wird.

Die Regierung hat in der Ständekammer

zwei Vorlagen, betreffend die Abtretung der Main- Weserbahn und den Verkauf der Frankfurt⸗Hanauer (2) Eisenbahn, eingebracht.

Der Großherzog hat aus Anlaß der Ent- büllung und Einweihung des Lutherdenkmals in Worms unter'm 24. d. M. folgende Decorationen verliehen: dem Generalsuperintendenten Dr. Hoff⸗ mann in Berlin das Comthurkreuz 1. Classe, dem Prälaten Dr. Holtzmann in Carlsruhe das Comthurkreuz 2. Classe, dem Stadtdekan Gerock in Stuttgart, dem Professor Dr. Brückner in Leipzig, dem 1. evangel. Pfarrer zu Worms und Dekan des evangel. Dekanats Worms Eduard Keim, dem Gymnastallehrer in Pension Dr. Friedr. Eich zu Worms, dem Bildhauer Carl Adolf Donndorf in Dresden, dem Bildhauer Gust. Adolf Kietz in Dresden, dem Bildhauer Johannes Schilling in Dresden, dem Professor und Herzogl. Sachsen ⸗Coburgischen Baurath Georg Hermann Nikolai in Dresden, dem Hüttenmeister Reinbracht zu Lauchhaumer das Ritterkreuz 1. Classe, und dem Steinmetzmeister Stahlmann in Bayreuth das Ritterkreuz 2. Classe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen.

Friedberg. Der König von Preußen traf auf seiner Resse nach Worms am Abend des 24. d. gegen 8 Uhr mittelst Extrazuges dahier ein und setzte nach wenigen Minuten Aufenthalts seine Reise fort. Die Wagen des Extrazuges waren sämmtlich mit kleinen schwarz⸗ weißen Fähnchen sehr sinnig geschmückt.

* Friedberg. Nachstehend geben wir die bis jetzt eingetroffenen, die Lutherfeier in Worms betreffenden Nachrichten: Worms, 24. Juni. Die ganze Stadt ist aufs Festlichste durch die Bewohner aller Confessionen geschmückt, besonders der Fest⸗ platz; vorwiegend zeigt sich auf demselben die norddeutsche Flagge neben hessischen und deutschen Fahnen. Trotz des regnerischen Wetters ist der Andrang der Theilnehmer ein ungeheurer. Zahl⸗ lose Fremde, worunter mehr als hundert aus dem fernen Nordamerika, langten im Laufe des Tages

mit den Bahnzügen, Dampfbooten und auf länd⸗ lichen Leiterwagen an und traten durch dit geschmack⸗ vollen Ehrenpforten, die an sämmtlichen Thoren errichtet sind, in die Stadt ein. Die Ausschmückung der Stadt, von den prachtvollen Gebäuden der großen Fabrikanten und Kaufleute an bis zu den bescheidenen Wohnungen der kleinen Gewerbsleute und Arbeiter ist eine großartige und liefert einen glänzenden Beweis für die Eintracht, in welcher die verschiedenen Confessionen mit einander das heutige Fest begehen. Neben den größeren Straßen, Kaͤmmerer⸗, Speyrer⸗, Rhein und Mathildenstraße überrascht besonders die alterthümliche Judengasse durch ihren sinnigen Festschmuck. Das vom Wetter geschwärzte Mauerwerk einzelner Gebäude kommt kaum zum Vorschein unter den jungen Birken, mit welchen man die Straße eingefaßt; Guirlanden, theils mit Windlichtern behangen, sind von einem Hause zum anderen gespannt, zahlreiche Fahnen wallen, vom Winde bewegt, aus den Fenstern, und die Mauern der Häuser, welche die Angehörigen der hiesigen uralten Judengemeinde bewohnen, sind mit dem Bildnisse Luthers, Melanchthons und Zwingli's geziert. Einen überaus großartigen Eindruck bringt der 54 Klafter lange und 24 Klafter breite Festplatz in der Nähe des Neuthors hervor, der die würdige Staffage zu einem Denkmal bildet, das sowohl in Beziehung auf die Ausführung der Details, wie bezüglich der gesammten Anlage in Deutsch- land kaum seines Gleichen finden wird. Der Plan zur Festhalle und der zu dem Festplatze ist von dem großh. Hauptmann Beck entworfen, und dürfen wir demselben heute schon, obwohl noch Zimmerleute und Tapezierer in Eile das Werk zur Vollendung bringen, unsere volle Anerkennung aussprechen. Bei der in den drei Kirchen abge⸗ haltenen Vorfeier, die durch Kanonensalven, einen Choral vom Thurm der Dreifaltigkeitskirche und durch Glockengeläute um 5 Uhr Nachmittags ein- geleitet wurde, war der Andrang von Seiten der Bevölkerung so groß, daß Tausende wegen Mangel an Raum wieder zurückkehren mußten.