Ausgabe 
27.2.1868
 
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Ueberfall, wobei viele Türken verwundet und getödtet wurden und Waffen und Munition den Griechen in die Hände fielen. Als jedoch den Türken ein Corps von 3000 Mann zu Hülfe kam, waren die Insurgenten gezwungen, sich zurückzuziehen. Ein Gesuch der eingebornen Türken die Regierung möge ihnen gestatten, die Insel zu verlassen, da dieselbe in Folge der In⸗ surrektion fortwährend leide und alle Geschäfte darniederlägen, wurde von Aali Pascha zurück⸗ gewiesen. Der griechische DampferUnion setzt seine Fahrten zwischen Kreta und Syra fort und die russischen Schiffe sind damit beschäftigt, Flücht⸗ linge von der Insel wegzubringen.

Aus Amerika trifft die Nachricht ein, daß von dem Repräsentantenhaus der Antrag auf Erhebung der Anklage gegen den Präsidenten Johnson weil er gegen das ausdrückliche Votum des Senats den Kriegsminister Stanton wieder abzusetzen versucht hat genehmigt worden ist. Tritt der Senat dem Beschlusse bei, was ziemlich zweifellos ist, so wird die nächste Folge die Suspension des in Anklagezustand versetzten Präsidenten vom Amte sein, in welches alsdann verfassungsmäßig bis zur nächsten Präsidenten⸗ wahl der Prasident des Senates eintritt. Dieser ganz constitutionelle Vorgang, welcher für die Entwickelung der amerikanischen Verhältnisse schon darum nichts Beunruhigendes hat, weil die Partei

des Präsidenten Johnson moralisch und numerisch weit unter der republikanischen Partei steht, wird den unaufhörlichen Reibereien, welche zwischen dem Präsidenten und dem Congreß seit der Amts- fübrung Johnsons an der Tagesordnung waren, ein heilsames Ziel setzen.

Friedberg. In Nro. 15. d. Bl. ist der schlechte Zustand des Weges durch die Schwalheimer Hohle zur Sprache gebracht und der sehr berechtigte Wunsch nach Verbesserung desselben ausgesprochen worden. Dem ent⸗ gegen wird in Nro. 20 gesagt, dieser Hohlweg sei nicht der Verbindungsweg mit der Landstraße, sondern ein für die Stadt Friedberg zum Abholen des Sauerwassersob⸗ servanzmäßiger Fußweg. Was nun für ein Unterschied zwischen einem Verbindungsweg und einem observanz⸗ mäßigen Fußweg ist, wird hierbei nicht angegeben; jeden⸗ falls erscheint diese Unterscheidung als eine sehr geschraubte, denn die Schwalheimer Hohle ist allerdings ein Verbin⸗ dungsweg und zwar der nächste von Schwalheim nach der Landstraße sowohl als nach Friedberg führende, aber, und das ist eben der Fehler, sie istkein ordnungsmäßig gebauter Weg. Daß sie dieß aber bis jetzt nicht ist, er⸗ scheint wohl zunächst als eine Folge der frühren Isolirung der vormals kurhessischen Enclave Nauheim und der darin gepflegten Sonderinteressen die es vorzegen, anstatt den nahen und natürlichen Weg des Verkehrs von Schwalheim durch die Hohle nach(dem ausländischen) Friedberg zu bauen, lieber eine doppelt so lange Strecke in der Richtung

nach Nauheim baute, nur um innerhalb der Grenzen bes Vaterländchens zu bleiben.

Hoffentlich wird, nachdem nun wieder verbunden, was nie hätte geschieden sein sollen, die Schwalheimer Hohle, welche nicht allein von den nach Friedberg gehenden Schwalheimern und den Friedberger Sauerwasserträgern sobservanzmäßig benutzt, sondern, trotz ihres mitunter schlechten Zustandes von all' den Tausenden, welche die hogenannte hohe Straße und weiterhin kommen und gehen, frequentirt wird, das werden, was sie schon längst sein sollte, ein ordnungsmäßig, und zwar von der Gemeinde Schwalheim allein gebauter Vicinalweg. Jedenfalls er⸗ scheint der in Nro. 20 gemachte Versuch nicht gerechtfertigt, blos um deßwillen, weil die Friedberger, bei Ausübung ihresobservanzmäßigen Rechtes, an dem Schwalheimer Brunnen Wasser zu holen, durch die Schwalheimer Hohle gehen, denselben die Kosten des Wegbaues in dieser Hohle, in der nicht einmal ihre Grenze berührenden Gemarkung Schwalheim, so mir nichts, dir nichte, zumuthen zu wollen

1 2 Frankfurt. Herzog Adolf von Nassau, welcher wie bekannt dahier seinen Winteraufenthalt genommen, hatte vor einigen Tagen bei einem Spazierritte um die Anlagen das Mißgeschick, mit seinem Pferde so unglücklich zu stürzen, daß er bewußtlos in ein benachbartes Haus getragen werden mußte und erst nach einigen Stunden in sein Palais verbracht werden konnte. Eine zugezogene Verletzung soll nicht lebensgefährlich sein.*

Mainz. In der Stromschifffahrt auf dem Rhein herrscht augenblicklich, besonders was die Fahrt von Hol land, dem Niederrhein und von der Ruhr nach dem Ober⸗ rhein betrifft, große Lebhaftigkeit; so kamen gestern um die Mittagszeit vier Remorqueure nacheinander hier an und vorbei. Dieselben schlepplen eine kleine Flottille von beladenen Kohlenschiffen und mit Stückgütern beladenen Fahrzeuzen. Die stromabwärts gehenden Schiffe nehmen in der Regel als Rückfracht Borden und Steine mit. Auch der Fruchtverkehr im hiesigen Hafen ist immer noch ziemlich lebhaft. Der niedere Wasserstand bereitet bis jetzt der Schifffahrt keine erheblichen Hindernisse.

Zu Bingen kommen Montag den 23. März auf dem Gemeindehause daselbst aus verschiedenen Domanial-, Communal- und Privatwaldungen zusammen 16,110 Center Eichen⸗Lohrinden der 186der Ernte und von vorzüglicher Qualität in einzelnen Abtheilungen zur öffent⸗ lichen Versteigerung an die Meistbietenden.

Worms. In der nahe dem Dome gelegenen An- dreaskaserne, welche von Truppen bezogen werden sollte, entdeckte man eine versuchte Brandlegung. Die Dichte der Matrazen verhinderten die Wirkung der aus Petroleum, Zündhölzchen dc. bestehenden Zündstoffe.

Hirschhorn. Montag den 16. März d. J., werden in dem Gasthause zum Erbach⸗Fürstenauer Hof hier 33150 Ctr. Eichenlohrinde, 100 Cir. Fichtenrinde aus den Großh. Hess. Oberförstereien und verschiedenen Privat waldungen öffentlich meistbietend versteigerk.

2 Nach dem eben veröffentlichten Ausweise des statistischen Buteaus für das abgelaufene Jahr ist die Be⸗ völkerung von London(gegenwärtig 1,437,619 männliche und 1,644,753 weibliche Einwohner) seit 1851 um 720,136 Seelen gewachsen, ohne daß eine Vergrößerung des Terri⸗ toriums stattigefunden hätte. Während 1851 durchschnittlich 30 Persenen auf einen Quadrat⸗Acre Flächenraum kommen, beträgt jetzt das Verhältniß 40 zu demselben Raume.

Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friebberg, Spec.⸗Agent Hamburg, den 22. Februar 1868. 3 Das Hamburg⸗New⸗ Yorker Post⸗DampfschiffAlle⸗ mannia, Capitän Meier, am 11. Februar von New⸗Hork abgegangen, ist nach einer sehr schnellen Reise von 10 Tagen 3 Stunden am 22. d. M. 5 Uhr Morgens in Cowes angekonimen, und hat, nachdem es baselbst die Verein. Staaten-Post, sowie die für Southampton und Havre bestimmten Passagiere gelandet, um 8 Uhr die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe überbringt 75 Passagiere; 69 Briessäcke; 1150 Tons Ladung und 254011 Pfb. St.

Contanten.

Quartettsoirée des Hrn. Heermann und Genossen.

Zu unserer großen Befriedigung gereicht es uns heute die Mittheilung machen zu können, daß das Zustande⸗ kommen der in Nr. 21 unseres Blattes angekündigten Quartettsoirse des Herrn Heermann und Genossen in einer für die hiesigen Verhältnisse glänzenden Weise gesichert scheint. Wir freuen uns dieser Erscheinung in hohem Grade. Denn erstens konnte sich der geläuterte Geschmack und die feine Bildung unseres Publiknms kaum ein ehrenderes Zeugniß ausstellen, als dieß durch die ungewöhnlich rege Theilnahme an dem bevorstehenden Kammermusik⸗ concert geschehen ist. Anderntheils dürfen wir nicht ver⸗ kennen, daß nur ein seltenes Zusammenwirken von günstigen Umständen die Realisirung einer wahrhaft künstlerischen Quartettsoirée in unserer Stadt möglich erscheinen läßt. Bei der Eigenthümlichkeit des klassischen Streichquartetts nämlich, daß seine außerordentliche musikalische Wirkungs⸗ fähigkeit, durch welche es für alle unsere größten Com⸗ ponisten zur Lieblingsform für den Ausdruck ihrer feinsten und erhabensten musikalischen Gedanken geworden ist, nur bei unendlich technisch vollendeter Ausführung und zugleich der gebildetsten Auffassung zu Tage treten kann, ist es kaum zu verwundern, daß die Zahl der dieser höchsten Kunstaufgabe vollständig gewachsenen Vereinigungen von Künstlern so äußerst selten ist. In der That haben kaum die großen europäischen Hauptstädte solche aufzuweisen. Es muß also gewiß ein Glück genannt werden, daß ein Streichquartett wie dasjenige, welches uns mit seinem Besuche erfreuen will, und welches alle diese seltenen Eigen⸗ schaften in so hohem Grade besitzt, daß es sich von einem nicht übermäßig bedeutenden Stationsorte aus bereits einen fast europäischen Ruf erringen konnte, sich entschlossen hat, unter den an hiesigem Orte möglichen, für ihre sonstige Anerkennung verhältnißmäßig sehr geringen Bedingungen ein Concert in unserer Stadt zu veranstalten. Wir werden dadurch diesen Künstlern, denen wir uns durch frühere Beziehungen schon jetzt vieljach verpflichtet halten müssen, neuen und außerordentlich großen Dank schuldig. Wir sind aber überzeugt, daß, wenn auch unsere materielle An⸗ erkennung nicht diejenigen Dimensionen haben kann, welche sie an größeren, bedeutenden Plätzen zu finden gewohnt sind, wir um so mehr leisten können und werden in der⸗ jenigen Form des Dankes, welche dem ächten Künstler immer die werthvollste ist, nämlich in einer warmen und verständnißvollen Hinnahme und Würdigung ihrer künst⸗ lerischen Vorträge. Schließlich wollen wir noch bemerken, daß das Programm eine wahre Blüthenlese der schönsten Quartettsätze bietet, zwischen welchen im Interesse erfrischender Abwechslung einige Nummern ausgezeichneter Solosätze eingeschaltet sind. Ausführliches Programm in nächster Nummer.

Holzversteigerung in der Oberförsterei Nidda.

441 Montag den 2. und Dienstag den 3. n. M., sollen in den Domanialwald⸗Distrieten MNarl, Seewiesenwäldchen und Friedrichs⸗ berg nachverzeichnete Holzsortimente verstelgert werden: Scheidholz 9 Stockholz Reisholz

Holzart: F

Buchen 24½ 320 38 640 Eichen 72 98 Aspen 2c. 110 86 50⁰

4 Stück Eichen Stämme von 611½ Durchm., 2025 Fänge mit= 43 Cudbikfuß,

1 Stück Fichten Stämme von 1116¼ Durchm., 5565 Länge mit= 301 Cubtksuß,

1 Stück Aspen⸗Stamm von 14 Durchm., 30 Länge mit= 46 Cubikfuß,

8 Stück Buchen Stangen zu Deichseln und dergleichen geeignet.

Die Zusammenkunft ist an beiden Tagen präcis 9 Uhr, auf der Ober⸗Laiser⸗Straße, in deren Nähe sämmtliches Holz sitzt, an dem Weller bergsgrund.

Die 4 Fichtenstämme kommen Dienstags zur Ver⸗ shelgerung, dieselben eignen sich thellweise zu Schnittholz.

Nidda den 18. Februar 1868.

Großherzog liche Oberförsterei Nidda Georgi.

3 zweispaͤnnige starke Wagen,

453 verschiedenes Pferdegeschirr, eine Strohbank, eine Qubntum Mist und eine Partie Dickwurz hat aus der Hand zuverkaufen Wolf Bendheim.

Holz⸗Versteigerung

in der Oberförsterei Ortenberg.

451 Mittwoch den 4. und Donnerstag den 5. März werden in dem Domanialwald⸗Distrikt Klee⸗ kopf nachstehende Holzsortimente versteigert:

Scheidheiz Prügelholz Stockholz Relsholz Holzart: 8 1* en. Buchen⸗ 21 8 7 38 Eichen · 5 12 Kiefern- 72 20 43 101

20 Eichenstämme von 69 Ourchmesser, 2050˙ Länge= 217 Cubikfuß,

210 Kiefernstämme von 7 14 Durchm., 10707 Länge= 5659 Cubiksuß,

45 Lärchenstangen,

Die Zusammenkunft ist an beiden Tagen Morgens präcis Uhr auf der Chaussee von Lißberg nach Schwickartshausen am Holzschlag, und es kommt am 4. März das Bauholz, am 5. März das Brennholz zum Ausgebot.

Ortenberg den 22. Februar 1868.

Großherzogliche Oberförsterel Ortenberg Marr.

Bekanntmachung.

456 Das am 24. d. M. dahler versteigerte Backhaus mit Backofen, Wohnhaus, Scheuer und Stallung ift nicht genehmigt worden und soll dasselbe nochmals Olenstag den 3. März l. J., Mittags 1 Ubr, auf hiefigem Nalhhaus meistbietend zum Verkauf ausge boten werden. Steigliebhaber werden hierzu eingeladen. Bingenheim den 25. Februar 1868.

Oroßpberzogliche Bürgermelsterel Bingenheim da b m.

g

Hückständige Forderungen

447 an Zöglinge unserer Anstalt wollen um so ge⸗ wisser bis zum 15. März bei uns angemeldet werden, als sonst auf unsere Mitwirkung zur Serichtigung der⸗ selben nicht gerechnet werden kann.

Irtedberg am 24. Februar 1868.

Großherzogliche Seminardirekton Steinberger.

Holz-Versteigerung. 454 Mittwoch den 4. März 1. J., Vormittags 9 Uhr, anfangend, soll im Butzbacher Stadtwald, Distrikt Schrenzer, nachverzeichnetes Holz meistbietend ver⸗ steigert werden, als:

35 Stecken Buchen⸗, Eichen und Kiefern⸗Scheitbolz

87 70 Eichen Prügelbolz,

57 Eichen-, Birken, Aspen, und Kiefern⸗

a Prügelholz,

287 Buchen⸗Stocdholz,

90 Eichen-, Buken-, Acpen- und Kiefern⸗ Stockholz,

4550 Wellen desgleichen Reisholz. Die Zusammenkunft ist am Eingang des Lachenwegs. Butzbach am 25. Februar 1868.

Großberzogliche Bürgermeisterel Buzbach Küche l.

Frankfurter Pferdeloose 452 werden besorgt von Frtedberg.

Jacob Stern, wohnhaft in der Usagasse Nr. 381.