Ausgabe 
26.3.1868
 
Einzelbild herunterladen

Tkbeinhessen, Starkenburg und Oberhessen als imtrennbares Ganze betrachte und keine Provinz

1868.

Donnerstag den 26. März.

nzeiger für Oberhessen.

ü Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag une Samstag.

Friedberger Intelligenzblatt.

Einladung zum Abonnement.

Auf den woͤchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinenden

Anzeiger für Oberhessen

kann man für die Monate April, Mai und J innerhalb des Großherzogthums für 33 fr. ab

uni in hiesiger Stadt bei der unterzeichneten Expedition für 30 kr. und bei allen Postanstalten

onniren. Der Anzeiger bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht

der interessantesten und wichtigsten Tagesbe

und gewerbliche Mittheilungen, außerdem wöchentlich einmal in Bilderräthsel, Räthsel, Rechenaufgaben ic.

gebenheiten, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, landwirthschaftliche geschäftliche Nachrichten, Markt- und Coursberichte, Verloosungen von Staats papieren und locale Notizen; dem beigegebenen Unterhaltungsblatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten,

W Bei der großen Verbreitung unseres Blattes werden amtli Annoncen und Empfehlungen aller Art stets von dem besten

8 kr. berechnet; bei größeren Aufträgen Zum geneigten Abonnement, sowie zur Friedberg.

che Bekanntmachungen und Versteigerungs⸗Anzeigen ꝛc., sowie geschäftliche Erfolge begleitet sein. Die einspaltige Petit-Zeile oder deren Raum wird mit oder ständigen Annoncen gewähren wir einen entsprechenden Rabatt Benutzung desAnzeiger für Oberhessen zu Veroͤffentlichungen aller Art ladet ein

Die Expedition.

Betreffend: Die Zigeuner.

Amtlicher Theil.

Friedberg den 23. März 1868.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Das zudringliche Betteln der Zigeuner, die indessen in der Regel

beschäftigen,

nur zum Vorwande si

ch mit Korbflechtereien und dergleichen mit Kaffeetassen und sonstigen Porzellanwaaren Handel treiben u.

s. w., muß gründlich beseitigt, namentlich der weibliche Theil

dieser herumziehenden Bevölkerung, der sogar mit Ungestüm Gaben fordert, a

zur Anzeige und Bestrafung gebracht werden.

uf das Sorgfältigste überwacht und in detretenden Fällen

Wir weisen Sie daher an, auf die bezeichneten Müßiggaͤnger Ihr Augenmerk zu richten und Ihr Möglichstes zur Unterdrückung

des Unfugs zu thun.

Diejenigen, die nicht gehörig legitimirt oder bereits aus dem Kreise ausgewiesen sind, werden[Sie uns vorführen lassen, damit wir

mach Befund deren

Heimschu bung deziehungsweise Bestrafung wegen verbotener Rückkehr veranlassen können. Trapp.

Hessen. Darmstadt, 24. März. Die geforderten Opfer doch unverh zweite Kammer beschäftigte sich in ihrer heutigen seien.(2) K. J. Hoffmann 0 Sitzung mit den Eisenbahnvorlagen. Vor Ein- schläge der Ludwige bahn, tritt in die Tagesordnung widmet der Präsident Versöhnung der verschiedene dem verstorbenen Herrn v. Hesse, welcher früher deren Odenwalds

langjähriges Mitglied der zweiten Kammer war! ninige Worte der Anerkennung, die Mitglieder

am 20. d. im Darmstädter Hof dahier stattfand und von Tabaksproducenten und Fabrikanten der Provinz Starkenburg besucht war, sprach der⸗ selbe die Ansicht aus, daß bei den vermehrten Budget- Anforderungen eine Einführung der Tabaks⸗ steuer auf die Dauer schwerlich zu verhindern Ihm erscheine die Besteuerung des

ältnißmäßig groß pricht für die Vor⸗ welche eine glückliche n Interessen des vor⸗ unteren Mümlingthals In Betreff der oberhessischen Bahnen er klärt sich der Redner für Staatsbau, der wesent⸗

erheben sich zum Zeichen der Theilnahme von lich billiger zu stehen kommen würde. Der Staat, Ihren Sitzen. Am Ministertisch ist Herr von welcher dasselbe wie eine Ges

Dalwigk, der Finanzminister, Geheime nath v. Bechtold, Ministerialrath Schleier macher. Zunächst wird die Debatte über den Bau der Offenbach⸗Hanauer Bahn eröffnet. Der Ausschuß befürwortet im Einverständniß mit der Regierung nöthigenfalls Abtretung des hessischen Antheils der Offenbach Frankfurter Bahn zum Kostenpreis, um Preußen die Concession zum Bau der Offenbach-Hanauer Bahn zu ertheilen. Nach urzer Debatte, in welcher K. J. Hoffmann as Interesse Offenbachs bei der Bahnhoffrage itwahrt wissen und den Bau der Brücke bei Steinheim so eingerichtet haben will, daß ditselbe auch für den sonstigen Verkehr eingerichtet werde, vird der Ausschußantrag einstimmig angenommen. Sterauf tritt die Kammer in die Berathung der Borlagen über die Vereinbarungen mit der Lud⸗ vigsbahn und den mit Erlanger abgeschlossenen ertrag wegen Bau der oberhessischen Bahnen tin. Im Eingang der Verhandlung gibt der Ministerpräsident die katigorische Erklärung ab, die Regierung den Bau der Bahnen in

ingünstiger als die andere behandelt werden dürfe. Der Berichterstatter Zentgraf eröffnet der Hammer verschiedene auf den Bau der oberhessischen Hahnen abzielende Anerbieten, welche jedoch keine sste und gewisse Grundlage hätten. Was die tberhessischen Bahnen betrifft, so hegt Zentgraf die Anschauung, daß die von dem Staat hierfür

.

Tabaks beim Produzenten vortheilhafter als eine Besteuerung fabrizirten Tabaks. duktionesteuer sprach Oekonomierath Dr. Krämer und wies auf die Tabaksproduktion in Nord- deutschland hin, welche in den letzten drei Jahren um 24,000 Centner abgenommen habe, eben weil Produktionssteuer treffe am härtesten den kleinen Besitzer. Fabrikant Wenck wies noch nach, daß die von Preußen beabsichtigte Steuer von 12 Thlrn. per Morgen eine viel zu hohe sei und den Ruin der deulschen Tabakskultur einigte man sich dahin, daß die einzige richtige Steuer diejenige sei, welche sich an das Rohpro⸗ duct anschließe, weil für eine Fabrikationssteuer die Controle fast unmöglich, auch der Schmuggel Die gleichmäßige Be- steuerung des Morgens mit 12 Thlr. verwarf man und nahm dafür den Satz von 1 Thlr. pro Ferner verwarf man den verschie⸗ denen Zollsatz für Tabaksstengel und Kobtabak als zu unbedeutend und schloß sich den im badischen Entwurf enthaltenen Wünschen, auf Unglücksfälle Rücksicht zu nehmen, sowie Flächen unter drei [J-Ruthen steuerfrei zu lassen, an. Die getroffenen Vereinbarungen werden der Regierung übermacht werden, welche dieselben, noch ehe die Berathungen im Zollbundesrathe stattfinden, ihrem Bevollmäch tigten in Berlin zur Rücksichtnahme mittheilen wird.

Wie dieDstr. Ztg. mittheilt, ind nach einer neueren Verfügung des Gr. Kriegsministeriums die beschränkenden Bestimmungen der Ersatz-In⸗ strultion über die Zahl der bei den einzelnen

ellschaft leisten könne, solle die Sache nicht aus der Hand geben. dem Selbstbau falle der ganze Gewinn dem Staat anheim, während nach dem Erlanger'schen Vertrag ihm nur eine Quote zufallen würde. Insbesondere stimmt Redner gegen die Bestimmung des Vertrags, wonach die Zinsen für Prioritäten von der mit 994,000 fl. garantirten Bruttoeinnahme in Abzug kommen sollen, also der Staat auch noch für sie die Garantie übernehmen soll. daß die Staatsgarantie dann erlöschen soll, wenn der jährliche Ertrag der Meile 50,000 fl. betrage. Der Finanzminister erklärt sich entschieden gegen Staatsbau der oberhessischen Bahnen, der unserem Lande wesentlich höher zu stehen kommen Der Staat könne, wenn er es in seinem Interesse finde, die Bahn ja durch Aktienrückkauf Was die anderen Offerten be- treffe, so seien sie nur gemacht, um den Bahnbau Die Gesellschaft biete genügende Sicherheit dafür, daß der Bahnbau unch aus- geführt werde, und er glaube nicht, daß in der entstehen würden. eines Krieges würde eine Privatgesellschaft fort- bauen können, was beim Staatsbau nicht der (Schluß folgt.)

Gelegentlich des Geburtstags des Königs von Preußen ist Prinz Heinrich von Hessen in der preußischen Armee zum Obersten avancirt.

In einer durch Ober ⸗Steuerrath Fa- bricius im Auftrage der Regierung veranlaßten Besprechung hessischer Tabaks Interessenten, welche

Gegen die Pro-

dort besteuert

Auch wünscht er,

herausgefordert

später erwerben.

Centner an. zu hintertreiben.

That Prioritäten