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1868.
Famstag den 25. Juli.
N 87.
Anzeiger für Oberhessen.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Betreffend: Auswanderung nach Canada.
Friedberger Zutelligenzblatt.
ö Erscheint jeden Dienflag, Donnerstag und Samstag.
Amtlicher Theil.
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Friedberg den 22. Juli 1868.
Das Großherzogliche Kreis amt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Nach einem Berichte des Königlich Preußischen Consulats zu Quebeck ist i Behörden fernerhin unmöglich macht, arrie Einwanderer, wie ungen schon jetzt deutsche Auswanderer, weiche mit den Schiffen Anna und Shakespeare
eingetreten, welche es den dortigen
und es sind durch den Fortfall dieser Unterstütz
von Hamburg und Bremen angelangt und zur in große Bekürfniß gerathen. Wir empfehlen Ihnen, in Folge
n der canadischen Gesetzgebung neuerdings eine Aenderung
bisber, aus Staatsfonds zu unterstützen,
Bestreitung der Kosten ihrer Weiterfahrt nach den nordwestlichen Staaten außer Stande sind,
Auftrags Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 13. d. Mts., diese Mittheilung durch
ortsübliche Bekanntmachung und sonst geeignete Weise zur Kenntniß des betheiligten Publikums zu bringen.
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Beiresend: Bestimmungen über den M.litärt ienst im Norddeutschen Bunde.
Aus Veranlassung Königlich Peeußischen Kriegsministeriums ist in dem Buchband sür das Publikum zusammengestellten Bestimmungen über de igen alphabetischen Register versehen und dazu bestimmt ist, Verbreitung zu finden, welche, wie die Geistlichen, Lehrer, Orts vorstände
ihrem Rathe zur Seite zu stehen.
n Militärdienst im Norddeutschen Bunde enthält, unter den Wehrpflichtigen, besonders aber auch unter allen Denen eine weitere u. s. w. berufen sind, den Ersteren und deren Angehörigen mit
3 Kritz ler, Kreisassessor.
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el eine Schrift erschienen, welche die vorzugsweise
mit einem möglichst vollstän⸗
Wir machen auf diese Schrift, welche im Buchhandel für 36 kr. zu beziehen ist, aufmerksam.
Friedberg den 22. Juli 1868.
Großherzogliches Kreis amt Friedberg 3 Kritzler, Kreis ⸗Assessor.
Hessen. Darmstadt. Die nachstehende Allerböchse Cabinets⸗ Ordre ist am 20. d. aus- gegeben, und ist den Truppen zugleich bekannt gemacht worden, daß der Großh. Oberst Bickel — unter Beibehaltung seines bisherigen Brigade⸗ Commando's— mit Versehung des Dienstes des Commandanten der Haupt- und Residenzstad biausftragt worden sei. Ditselbe lautet: Ich ver⸗ setze den Generallieutenant Keim, Commandanten Meiner Haupt- und Resideazstadt, auf sein Nach⸗ suchen, in Ruhestand. In dankbarer Anerkennung seiner stets treu geleisteten langjährigen Dienste versetze Ich denselben zur Suite der Infanterie und verleihe demselben das Großkreuz Meines Berdiensterdens Philipps des Großmüthigen. Darmstadt, den 18. Juli 1868. Ludwig.
— Die„Darmst. Ztg.“ schreibt: Die russische Regierung scheint der panslavistischen Agitation deutrn zu wollen. Es verdient wenigstens Blachtung, daß das vor etwa acht Wochen ins Leben geruftne panslavistische Blatt Rue ko- Slawianskije Otgoloski (Russisch⸗ Slavischts Echo) kurz nach einander in der Person seines Redacteurs Iwanow zweimal ossiciell verwarnt worden ist,„weil es“, wie es in den betreffenden Verfügungen des Ministers des Innern heißt,„die Verfahrungsweise und die Richtung der russischen Politik verkehrt dargestellt und scharf getadelt, und dabei Grundsätze unter ⸗ kützt habe, welche den Staatsinttressen schnurstracks zuwiderlaufen.“
— Generallieutenant v. Plonski ist am 21. d., Nachmittags, von hier nach Worms abgereist.
Von dort gedenkt Se. Excellenz seine Inspections⸗
reise nach Mainz fortzusetzen.
— Die„Hessische Landes-Zeitung“ zeigt an. vaß seit dem 1. Juli Dr. Ph. Hermann Wilk alleiniger und freier Eigenthümer der genannten Zeitung ist.
— Dem„Pesther Llopd“ wird aus Wien ge— schrieben:„Es geht etwas vor zwischen Wien und Berlin; wundern Sie sich nicht, wenn Sie eines Tages unter den Kurgästen in Gastein neben Herrn v. Beust eine Persönlichkeit verzeichnet finden, die im Vertrauen der preußischen Politik steht. Ganz tonsidentielle Pouparlers haben schon in
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Wien stattgefunden; man ist der einen oder der anderen Fiage, der wan sonst vorsichtig auswich, unmittelbar auf den Leib gegangen, ein offener Meinungsaustausch hat so manche Kluft überbrückt und die obersten Grundsätze für eine volle Ver⸗ ständigung dürften bereits gewonnen sein. Die seither vollendeten Thatsachen, so scheint uns, werden die anerkannte Grundlage, aber zugleich die unüberschreitbare Gränze für die Neugestaltung Deutschlands bilden, die Aufrechthaltung, resp. die Wiederherstellung freund nachbarlicher Beziehun⸗ gen nach Außen hin wird ein Gegenstand gemein- samer Sorge und mit dem ganzen Nachdruck dieser Gemeinsamkeit zu fördern sein, im Hinter- grund aber steht eine Combination, die ohne die Betinträchtigung des Einzellebens hüben und drüben der beiderseitigen Entwicklung gewisse gleichartige Zielpunkte setzt und für die Verwirk⸗ lichung derselden eine gleichmäßige Bthandeung anstrebt.“
O Friedberg. In Spanien war wie⸗ der einmal ein Revolutiönchen. Das hätte nun weiter nicht viel auf sich, da das dort ost vor ⸗ kommt und gewissermaßen zur Nebenbeschäftigung der höberen Offiziere gehört. Von näherliegendtr em Interesse ist uns die Sache darum gewesen, weil merkwürdigerweise Preußen damit in Verbindung gebracht wird. Die Verschwörer wären, so wollen Pariser Blätter behaupten, mit dem Berliner Cabinet in geheimem Einverständniß gewesen und mit preußischen goldenen Füchsen unterstützt wor⸗ den. Als Absicht der Verschwörer wird angegeben, die bourbonische Familie von Spanien zu ver⸗ treiben und den Herzog von Montpensier(Sohn Louis Philipps und Gemahl einer spanischen Prinzessin) auf den spanischen Thron zu erheben. Gismaick hat als Preis für seine Unterstützungen ausbedungen: das neue Herrscherpaar läßt sich von Frankreich nicht anerkennen, und in eirem allenfallsigen Kriege Preußens mit Frankreich bleibt es ntutral. Damit wäre, wird weiter calculirt, auf indirecte Weise Preußen ein großer Dienst geleistet, da von dem jetzigen spanischen Regime zu erwarten stände, daß es im Fall einer Allianz zwischen Preußen und Italien im Dienste Frank-
reichs den Kirchenstaat besezen und von da aus einen guten Tiüeil der italienischen Armee lahm legen würde.— Die Grundlosigkeit dieser Gerüchte nachzuweisen, dürfen wir natürlich dem auswärtigen Amte in Berlin überlassen. Der Ausstand ist übrigens unterdrückt und der Herzog von Mont⸗ pensier bertits in Portugal eingetroffen, wo er wahrscheinlich in einem Seebad längeren Aufent- halt nehmen wird.
Mainz. Bei Vielen erregte es große Heiter ⸗ keit, bei nicht Wenigen aber auch sichtliche Ver⸗ stimmung, daß auf den aue Wien angekomwenen Festkarten für die hiesigen Theilnebmer der Wohn ⸗ ort„Mainz, Königreich Preußen“ angegeben war. Falls ein ähnliches Fest in Wien wieder abge⸗ halten würde, rürste sich die Einrichtung empfeblen, dem Wohnungsausschuß auch einen geographischen Ausschuß zur Seite zu geben.
Preußen. Berlin. Die Nachrichten über das Befinden des Grafen Bismarck lauten sehr günstig. Die Genesung des Grasen macht die entschiedensten Fortschritte und der Graf soll überhaupt sehr frisch und munter sein.— Die Nachrichten aus Ems melden, daß der König regelmäßig die Immediat⸗ Vorträge entgegen nehme von Seiten der Chefs des Civil- und Militär- Cabinets, sowie des Wirkl. Geh. Legatiorsraihs Abeken in Angeligerheiten der auswärtigen Politik. Auch ertheilt Se. Majestät wiederholt Audienzen.
Em 4. Der angekündigte Besuch des Kronprinzen und der Kronprinzessin von Italien bei dem König von Preußen wird wahr- scheinlich in nächsten Zeit noch nicht stattsinden. Man hat allerdings angenommen, daß das italienische Paar in aller Kürze schon dem Könige einen Besuch abstatten werde, doch scheigt mit Rüchsicht auf die Brunnenkur des Königs ein Ausschud ein- getreten zu sein.
Frankfurt. Gegen den verantwortlichen Redakteur der„Frankfurter Zeitung“ kommen am 6. k. M. drei Prefprozesse dor dem Forum des Stadtgerichts zur öffentlichen Verdandlung(Be- leidigungen des Gesandten Grafen Goltz, des Polizeipräsidenten v. Madai und Ehrsurchtsver⸗ letzung gegen den König von Preußen).
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