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ind innige Theilnahme anläßlich der Bestattung Naximilians den wärmsten Dank des Kalsers dus zudrücken.
Eine kaiserliche Entschließung vom 19. d. lestimmt die Beeidigung der Beamten auf die Staatsgrundgesetze bei Neuernennungen oder Be— brderungen, sowie die nachträgliche gleiche Be- ädigung der bereits beeidigten Beamten, endlich aß die bisherige Klausel in der Eidesformel iber Nichttheilnahme an geheimen Gesellschaften n entfallen habe und dagegen die Klausel auf- unedmen sei, daß der den Eid Ablegende keiner zusländischen politischen Gesellschaft angehört noch ungehören werde.
Frankreich. Paris. Die„Europa“ stellt en friedliches Manifest des Kaisers von Frankreich in Aussicht, verkündet aber gleichzeitig die Anlegung ines verschanzten Lagers bei Versailles.
— Unter den Schülern der Ecolt des Beaux Arts zu Paris ist ein kleiner Scandal vorgekommen. Es war bekannt geworden, daß der Kaiser und zie Kaiserin der Anstalt einen Besuch abzustatten zedachten. Als sie sich zu demselben einstellten, unden sie an verschiedenen Wänden, die bis dahin ein gewesen waren, riesige Inschriften:„Es
ebe die Republik! Nieder mit dem Tyrannen!“ ic., von denen der die Souveräne neleitende Inspektor nicht minder unangenehm „erührt wurde, als diese selbst. Einer der Zög— inge verrieth als Schuldigen einen seiner Kame— aden, der sofort in eine Art finsteren Kerkers zesteckt wurde; nun aber meldeten sich die anderen Schüler, mit Ausnahme natürlich des Denuncianten, und verlangten die Strafe zu theilen, da sie im Complot gewesen seien und der Inhastirte jene Worte nichte allein an die Wände geschrieben vabe. Die Sache ist noch nicht beigelegt; um veiteres Aufsehen zu verhüten, wird ihr aber wahrscheinlich keine weitere Folge gegeben werden.
— Zeitungsberichten zufolge ist der Noth- tand in Tunis ein gräßlicher. Am 7. d. sollen n der Stadt Tunis allein 230 Menschen(7) Dungers gestorben sein. Noch größer ist das Flend im Innern des Landee. Man sieht Mütter, welche ihre 5—6jährige Kinder für einige wenige Franken verkausen. Maltesische Schiffscapitäne zaben schon verschiedene dieser armen Wesen an— zekanft und nach Malta gebracht, wo sie getauft und erzogen werden.
Italien. Florenz. Die Kriegsrüstungen dauern trotz der angeblich von Frankreich verlangten Neutralität und des schlechten Finanz andes ohne Unterbrechung fort, und bis zum Monat April werden 80,000 neue Hinterlader- gewehre fertig sein, während die älteren Ge— wehre rasch in solche umgtändert werden.
Friedberg. Die„Didastalia“ bringt folgende Nachricht: Rödelheim, 21. Januar. Es verlautet zus glaubwürdiger Quelle, daß Herr Graf von Solms⸗
Rödelheim, Mitglied des Herrenhauses in Berlin, seine seuherige Residenz zu Assenheim nach Rödelheim verlegen wird, wodurch dem Ort ein bedeutender Gewinn etrwächst.(Wir hossen im Interesse Assenheims, daß sich diese Nachricht als unbegründet erweist und auf einen Rödelheimer frommen Wunsche reduckrt.).—
Friedberg. Die von Darmstädter Blättern ver⸗ früht gebrachte Ernennung des Forstaccessisten Wilhelm Diefsenbach von hier zum Oberförster auf den russischen Gütern des Prinzen Alexander hat sich nunmehr besicktigt. Derselbe theilte uns mit, daß gestern seine Ernennung eingetrossen.
Oberrosbach. Am Morgen des 23. d. hat bahier ein zwanzigjähriges Mädchen seinem Leben durch Erhängen an einem Baume ein Ende gemacht. Die Beweggründe zu dieser That sind bis jetzt nicht bekannt geworden.
8. Gießen. William Lusz, der bekannte Shakespeax:⸗ vorleser nach Palleske'scher Art gedenkt Samstag den 25. und Montag den 27. Januar zwei Vorlesungen Shake- speare'scher Dramen im Saale des Gesellschzstsvereins zu halten, wozu ein zahlreiches Publikum auch von aus⸗ wärts zu erwarten steht.
Darmstadt. Der„M. Z.“ entnehmen wir solgende Mittheilung: Das hiesige Hülfscomite für die Not h— leidenden in Ostpreußen hat in neun Sendungen vom 9. bis 20. l. M. 1615 Thaler nach Berlin an den dortigen Hülfsverein und 100 Thaler 22 Sgr. an die Redaclion des Bürger- und Bauernfreundes in Plicken bei Gumbinnen gesandt. Es sind hiernach bis jetzt im Ganzen 1715 Thaler 22 Sgr. oder 3002 fl. 22 kr. von hier abgegangen. So bedeutend diese Summe auch er— scheinen mag, so ist bei der großen Noth, welche in jenen Gegenden herrscht, doch sehr zu wünschen, daß weitere Beiträge noch in reichlichem Maße zufließen. Jede Post bringt neue und schaurige Berichte des herrschenden Jammers und zeigt, wie jede Gabe, auch die kleinste, dort von Werth ist; schon wenige Kreuzer genügen, das Leben mindestens eines Menschen wieder auf einen Tag zu fristen.
Dieburg. Eine kteisamtliche Bekanntmachung er— klärt, daß die Gerüchte über angebliche Vergiftungsfälle durch Erkrankungen am Typhus, welche in einem Wirths⸗ hause vorfielen und außerdem in verschiedenen Stadttheilen vorgekommen, entstanden seien. Es werden 6 Todesfälle gemeldet und sollen die übrigen Kranken sich auf dem Wege der Besserung befinden.
Heppenheim. Die im hiesigen Bahnhofse explodirte Kisie enthielt kleine Knallsilberpatronen für Miniatur⸗ Zündnadelgewehre, ein Kinderspielzeug, das schon viel Unheil angerichtet hat. Der Mannheimer Fabrikant und Versender soll verhaftet sein.
% Die Wunder unserer Zeit lassen sich mit wenigen Worten schildern. Am 8. Januar Mittags telegraphirte ein Handlungshaus in Hamburg nach New⸗Vork, um 6 Uhr Abends traf die Antwort in Manchester(England), um 8 Uhr in Hamburg ein. Um 9½ Ube ging die Rückantsort nach New⸗Vork ab und aus New ork traf die Antwort um 1½ Uhr Morgens in Hamdutg ein.
% Eierhandel. Die„Neue landw. Ztg.“ schreibt: „Die Eier sind erwiesenermaßen ein höchst werthvolles Nahrungsmittel und bieten dem Körper alles, dessen er zu seiner Erneuerung bedarf. Dies wird aber im All⸗ gemeinen leider nur von wenigen erkannt. Bloß in Eng⸗ land ist diese Ansicht weit und breit herrschend, und in Folge dessen werden daselbst bekanntlich kolossale Mengen von frischen Hühnereiern verzehrt. Das Land selbst ist aber nicht im Stande, der ungeheuren Nachfrage zu ent— sprechen, darum muß der Handel aushelfen. Dieser hat in neuerer Zeit einen solchen Ausschwung genommen, daß sich die großen Zahlen dem Begriffe kaum mehr fügen. In Frankreich existiren Exporigeschäste, welche Tag für
Tag hunderte von Menschen mit der Prüfung und Ver⸗
packung der Eier beschäftigen. Der Werth ber Eicraussuhr
Frankreichs nach England belief sich 1865 auf Über 25 Mill. Fres., gegen 23 Mill. Fres. im Jahre 1863 und 4,2 Mill. im Jahre 1847. Also in noch nicht 20 Jahren hat sich dieser Handel sast versechssacht. Vom
Iinuar bis Mai 1866 find in England nicht weniger als 196 Mill. Stück Eier eingeführt worben und zwar im Mai allein 56 Mill. Stück. Mittelst der Eisenbahnen und Dampfschiffe kann fast ganz Europa an dem Eier⸗ bandel theilnehmen. In Leipzig besteht z. B. ein soiches Exportgeschäft. Der intelligente Unternehmer sing den Eierhandel nach Großbritanien aus der Mitte Deuischlanbds versuchsweise an, und dieser Versuch enisprach so gut den gehegten Erwartungen, daß man sich nach erweiterten Lieserungsbezirken umsehen mußte. Es wurden daher Baiern Böhmen, ganz Oesterreich, Ungarn bis ins Banat und Slavonien bereist, um Lieferungsverträge abzuschließen. Versuchsweise wurden zunächst 600 Kisten Eier aus Ungarn bezogen; dicse waren in brei Tagen in Leipzig und binnen sieben Tagen auf dem Londoner Markte. Dieser Versuch fiel so trefflich aus, daß dem Unternehmer aus London, Birmingham, Manchester derartige Liefcrungsanträge zu⸗ gingen, daß er recht gut wöchentlich eine Million Eier hätte liesern können, wenn seine Verhältnisse es erlaubt hätten. Der Absatz ist nämlich gradezu unbeschränkt. Erfreulich ist natürlich dieser Umstand in so fern für uns nicht, als es wünschenswerth für uns wäre, wir verzehrten unsere Cier und noch viele fremde dazu lieber selbst.
Für die Uothleidenden in Ostpreußen sind weiter eingegangen:
Sechste Liste.
1) Durch Herrn Mayer Hirsch: Von Herrn L. Win⸗ heim 1 fl. 10, Joh. Hanstein 1 fl., Ungenannt 20, Conrad Schudt in Steinfurth 1 fl. 45, Müller H. Dietz 1 fl. 80, zusammen 5 fl. 45.— 2) Durch Herrn Bürgermeisterei⸗ Verwalter Foucar: Von G. L. 24 kr.— 3) Durch Herrn Diakonus Meyer: Ungenannt 1 fl., Metzgermetster Waas 1 fl., Christian Ulrich 1 fl., zusammen 3 fl.— 4) Durch Herrn Rentier Steinhäußer: Von Philipp Billau 1 fl., Pfarrer Weber in Ober⸗ Rosbach 1 fl. 30, zusammen 2 fl. 30.— 5) Durch Herrn Professor Dr. Köhler: Von Frau Rumpf 1 fl., Ungenannt 30, zu⸗ sammen 1 fl. 30.— 6) Durch Herrn Pfarrer Baur: Von Herrn Dr. Weckerling 1 fl. 10, Ungenannt aus Nieder⸗Rosbach 1 fl. 45, zusammen 2 fl. 55.— 7) Durch Herten Hofapotheker Wahl: Von Herrn Pachter Koch auf dem Hofhasselheck 10 fl., C. Wahl 3 fl., zusammen 13 fl. In Summa 29 fl. 4. Hierzu von der Expedition des „Anzeigers für Oberhessen“ 48 fl. 45, zusammen 77 fl. 49. Im Ganzen bis jetzt eingegangen
E wovon bereits 596 fl. an den Hülfsverein für Ostpreußen in Berlin abgeschickt worden sind.
Allen menschenfreundlichen Gebern besten Dank sagen d bitten wir um fernere Gaben.
Druckfehler zu verbdessern:
In Nr. 6 dei den von Herrn Pfarrer Baut ge⸗ sammelten Gaben lies: H. G. 2 fl. statt H. Z.
In Nr. 10 bei den von Herrn Hosapotheker Wah l gesammelten Gaben lies: Von Herrn Pharmazeuten K. Engel 3 fl. 30 statt Pfarrdocent K. E.
Friedberg, den 24. Januar 1868.
Im Austrag des Hülfsbvereins⸗Vorstandes Steinberger.
Bei der Unterzeichneten gingen zu den in voriger Nummer bescheinigten Gaben weiter ein: Von C. W. 12, Berg⸗ verwalter Cheliue in Ossenbeim 1 fl. 45, A. Hecks Willwe 30, Frl. Schimpff 1 fl., zusammen 3 C. 27. In Summa dis jetzt bet nus eingegangen: 247 fl. 54 kr.
Um weitere Gaben bittet
Die Expedition des Unzeiger für Oberhessen.
Triumphe gefeiert und ihre Werke sind lebendige Zeugen der Gesinnung, die damals herrschte.— Nachdem wir nun gesehen, daß es an Idealen nicht mangelt, so muß noch ein drittes Erforderniß erfüllt werden, welches aus den beiden ersten folgt. Soll nämlich die Kunst einmal national sein und zweitens nicht von der Mode und dem jeweiligen Geschmack der vornehmen Welt abhängen, so muß sie aus dem Bedürfniß des ganzen Volks hervorgehn und mit ihm im Zusammenhang bleiben. Soll schließ— lich das Volk im Stande sein auf die angedeutete Weise die moderne Kunst als conservatives Element zu reguliren, so muß auch die Grundlage derselben, die moderne Bildung in die weitesten Kreise des Volks ein- gedrungen sein. Dahin zu wirken ist also unsre Pflicht.
Wir wollen uns zum Schluß gegen das Mißverständniß verwahren, als ob wir die ganze bereits seit mehr als 50 Jahren begonnene Ent— wicklung ignoriren; wir wollen nur die Bedingungen aufstellen, welche —4 sein müssen, damit sie auch künftig gedeihe und zu etwas Großem führe. e.
Die Torfbil dung
Von Dr. Curtman.
Der Torf wächst fortwährend, aber nicht nach Art der sonstigen Pflanzen immer mehr an das Licht der Sonne, sondern umgekehrt durch das Warzelwerk von der Oberfläche des Wassers an, mithin nach unten. So schildert uns ein Schwelzer aus der Nähe des Bürichersees die
Gegend von dem einstigen Pfahlderfe Robenhansen in dem jetzt verengten Pfäffikonsee.
„Sowie die süßen Grasfluren aufhören und Torfblumen, untermischt mit sauren Gräsern, auftreten, befinden wir uns auf dem ehemaligen Bette des Pfässikonsees. Da sehen wir ein glattes Wiesenstück vor uns, das sich durch Nichts von einem sumpfigen schlecht oder gar nicht ent⸗ wässerten Gelände unterscheidet. Wasser selbst ist aber weit und breit nicht zu sehen. Der Eigenthümer dieses Grundstücks ging in die Wlese hinein. Bei jedem Schritte gab der Grasboden unter seinem Gewichte tlastisch nach, ohne daß jedoch der Gras boden zerriß. Wir gewahrten nun, daß die ganze Wiese auf Wasserschwamm, und nur durch die Dich- tigkeit des Pflanzengewebes fast zusammenhielt. Dies ist, sagte unser Führer, ue entstehende Torfbildung. Fort und fort wächst die Sumpf⸗ wiese nach oben, während sich am Boden die verfaulten Pflanzenreste zur Torfbildung anbäufen. Vordem stritt man darüber, ob der Torf wachse, oder nicht. Hier am Pfässikonsee könnte man ihn wachsen sehen. Aehnlich ist es allenthalben, wo man Torf findet, entweder jetzt noch, oder einst gewesen.“
Lücken bü ßer. „„ In Bapern kommen auf 25 Einwohner ein Hund, mithin (der geraden Zahl wegen) auf 5 Millionen circa 200,000 Hunde, die in einem Tage 2000 Centner, in einem Jahre 730,000 Centner Brod verzehren, was, per Cit. nur zu 6 fl. gerechnet, 4,380,000 fl. ausmacht.


