Ausgabe 
24.10.1868
 
Einzelbild herunterladen

4

77 14

0 4

25 61

60 000 0%

N Apt!.

1 gesetzliz

uns den ders data

sessen

del ler ein

dim pf

Samstag den 24. October.

er für Ob

Entbält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samsta

Hessen. Darwstadt. Eine Correspon denz desFr. Journ. bezeichnet als Grund des Rücktrittes des Obersten v. Grolman von seiner Stelle als Flügeladjutant des Großherzogs und seiner Ersetzung durch Hauptmann v. Herff des Ersteren Gesinnung, welche eine den Zuständen, wie sie das Jahr 1866 geschaffen hat, feindliche sei. Es wird dort weiter bemerkt: Nunmehr wird denn auch mit der allmähligen volligen Aplanirung energischer vorgegangen und sind in der Adjustirung der Soldaten mehrfache Verän derungen vorgenommen worden. So mußte z. B. der praktische Tornister unserer Infanteristen den nach preußischer Ordonnanz angefertigten weichen, welcher dem Manne, wie man sich gelegentlich der letzten Manöver überzeugen konnte, die größten körperlichen Beschwerden verursacht, und man versichert, daß beabsichtigt sei, mit Beginn nächsten Jahres die Uniformirung ganz nach preußischem Muster umzuändern. Das kostet freilich wieder Geld!

* Friedberg. Nach Berichten aus Darm stadt vom 23. d. war unter der dortigen Bevöl kerung einige Aufregung bemerkbar, da sich das Gerücht verbreitet hatte, das Oberconsistorium habe den Beschluß gefaßt, den Mitprediger Mitzenius vom geistlichen Amte zu entfernen und der Ober⸗Studien⸗Direktion weitere Beschluß fassung wegen seiner Stellung als Lehrer anheim zugeben. DieHess. Ldsztg. fügt dieser Nachricht die Mittheilung bei: Da derselbe geistliche Herr, welcher im Ober⸗-Consistorium auf die Absetzung des Mitzenius gedrungen haben soll, auch in der Ober⸗Studien-Direktion Sitz und Stimme hat, so ist aum zweifelhaft, wie die Entscheidung auch dieser Behörde ausfallen wird.

Aus Rheinhessen. Nachdem die freie christliche Gemeinde zu Graz den Prediger der deutsch⸗ katholischen Gemeinde zu Oberingelheim, M. Biron, zu ihrem Prediger erwählt, hat letz tere demselben, Angesichts der noch immer un- sicheren Verbältnisse in Oesterreich, einen Urlaub auf unbestimmte Zeit ertheilt. Biron wird nun nach Graz zurückkehren, wo er schon mehrere Wochen verweilt hatte.

Mainz. Nach demMz. W. ist Dom- rapitulac‚ und Regens Moufang nach Rom berufen worden, um sich an den Vorberathungen zum nächstjährigen Coneil zu betheiligen. Außer- dem sind noch nach Rom berufen worden: Prof. Dr. Dieringer von Bonn, Domcapitular Giese in Münster und Prof. Hefele von Tübingen.

Preußen. Berlin. Nach den neuerdings aufgestellten Berechnungen ist in dem Feldzuge 1866 bei der Preußischen Cavallerie ein Siebentel des Pferdematerials verloren gegangen. Von den 30,000 Pferden, mit denen unsere Cavallerie (48 Regimenter) ins Feld rückte, sind 4226 Pferde als erschossen, erepirt oder unbrauchbar geworden in Abgang zu bringen. Dieser Ausfall läßt sich dadurch erklären, daß bei Beginn des Krieges 70007500 Augmentations- Pferde eingestellt werden mußten, von denen fast die Hälfte dem Fütterungswechsel und den ungewohnten Strapazen erlag. Nach der Formirung der 5. Escadrons dürfte der Verbrauch an Pferdematerial in einem späteren Kriege sich günstiger gestalten, da nun⸗ mehr die Einstellung einer so großen Anzahl von Augmentations- Pferden nicht mehr nothwendig ist. Uebrigens stellte sich im Jahre 1866 der Abgang an Pferden bei der österreichischen Cavalerie noch ungünstiger als bei der preußischen, da z. B.

eine Cavallerie-Division, die mit etwa 6000 Pferden aus den Standquartieren bei Beginn des Feldzuges nach Böhmen gerückt war, mit noch nicht 2000 Pferden an der Donau anlangte.

Berlin. Das längst behauptete und ebenso oft geläugnete Defizit im preußischen Staatshaushalt wird nachgerade von denOsfsi ziösen zugestanden. Die aͤngünstigen Verhältnisse sind schuldig daran! fügen sie hinzu. Wären die Staatseinnahmen fort und fort gestiegen, so hätte Alles gut werden können; aber siehe da, sie stockten, der Verkehr verminderte sich, und das Unglück war da. Dazu noch die unhünstige Ernte des vorigen Jahres, wie konnte da der Wohlstand neu aufblühen? Ja wenn die Aus- gaben auch entsprechend hätten vermindert werden können! Aber nein, es traten neue Bedürfnisse hervor, die nicht unbeträchtliche Mehrausgaben veranlaßten. Wie nun das Defizit decken? Diese Frage ist um so schwieriger, als es sich bei den fraglichen Mehrausgabenzum Theil um dauernde Bedürfnisse handelt, was nicht undeutlich auf ein dauerndes Deficit hinweis't. Die preußischen Finanzen standen bislang gut, aber die Steuer kraft des Volkes scheint auch auf's äußerste an gespannt. Trotzdem wird man sich auf neue Steuern gefaßt machen müssen. Wenn es wahr ist, daß Alles, was theuer ist, auch gut ist, dann sind unsere jetzigen Staatsverwaltungen gewiß gut; sie kosten heidenmäßig viel Geld.

Wie verlautet, wurden die Resultate der süddeutschen Militärconferenz in München nach Berlin berichtet und war die Mittheilung der selben von der Erklärung begleitet, daß die süd deutschen Regierungen überzeugt seien, wie jedes zwischen ihnen vereinbarte Defensivsystem nur erst im engen Anschluß an das Vertheidigungssystem des norddeutschen Bundes seinen Abschluß finde. Die süddeutschen Regierungen hielten sich deßhalb für verpflichtet, behufs jenes Anschlusses nach Durch- führung gewisser noch in Schwebe befindlicher Vorbereitungsmaßregeln, entsprechende Verhand- lungen einzuleiten.

Der Handelstag beschloß, den früheren Beschluß des Handelstages für Beibehaltung der Silberwährung aufzuheben und sich für die alleinige Goldwährung mit Durchführung des Decimal- spstems im Anschluß an die Grundsätze der Pariser internationalen Münzeonferenz vom 6. Juli 1867 auszusprechen. Die Versammlung nahm mit 67 gegen 46 Stimmen den Ausschußantrag, worin die Einführung einer, dem goldenen Fünffranken⸗ stück(Goldgulden) gleichstehenden Wertheinheit empfohlen wird, an.

DieProv.⸗Corresp. räumt ein, daß sich

im Staatshaushalt pro 1869 ein Desicit ergebe, und sagt:Die Staatsregierung wird diese Aus- fälle, die hoffentlich nur vorübergehender Natur sind, nicht durch neue Steuern, sondern durch Maßregeln von vorübergehender Bedeutung, wo möglich ohne neue Belastung des Volkes zu decken uchen. Der König verläßt am 23. Oct. Baden, wohnt in Darmstadt, wie es heißt in Folge einer an denselben ergangenen Einladung, einer mili- tärischen Festfeier bei und wird am 24. d. M. in Berlin erwartet.

Der Handelstag beschloß eine Petition an das Bundeskanzleramt zu richten. worin um Ver schärsung der Haftpflicht der Eisenbahnen nach- gesucht wird, namentlich in Fällen von Diebstahl, Bruchschaden und erwiesener Fahrlässigkeit von

Beamten; ferner wurde in Betreff der Lieferfrist beschlossen, auf Verpflichtung der Eisenbahnen zur Ertheilung von Ladescheinen, Nachnahmescheinen, auch soweit möglich im internationalen Verkehr hinzuarbeiten.

Nach derKreuzztg. werden im Ministerium in Folge der letzten Denkschrift des Kurfürsten von Hessen Maßregeln bezüglich der Geldmittel erwogen, welche der Kurfürst aus preußischen Kassen erhält.

Die vielerwogene Frage, ob Rendsburg in einen Waffenplatz umzuschaffen sei, ist durch eine Cabinetsordre entschieden. Rendsburg wird nicht befestigt.

DerBörsen-Courier erfährt, daß die preußische Regierung das Desizit von 1869 durch Ausgabe von Schatzanweisungen, die aus den erwarteten Mehreinnahmen der nächsten Jahre rückgezahlt werden sollen, zu decken beabsichtige.

Rendsburg. In der Sitzung des Pro- vinziallandtages vom 20. d. wurde eine in däni⸗ scher Sprache abgefaßte Proposition eingebracht, welche verlangt, daß die eingebrachten Vorlagen den Mitgliedern der dänischen Distrikte in dänischer Sprache mitgetheilt werden.

Hamburg. Durch Erkenntniß des Ober- gerichts erscheint der Schiffsrheder Robert Sloman in Sachen der Affaire mit dem SchiffeLeibnitz vollständig gerechtfertigt; die Anschuldigungen, Passagiere schlecht behandelt zu haben, wurden durch das Obergericht als unmotivirt zurück gewiesen.

Aus Thüringen. Die ossizielleWeim. Ztg. nennt das preußische, für das laufende Jahr in Aussicht stehendeFünfmillionen⸗Deficit einesehr beklagenswerthe Erscheinung. Sie ist der Ansicht, daßdurch Reformen in der Ver⸗ waltung, und namentlich durch Reducirung des Militäretats, das Gleichgewicht zwischen den Aus- gaben und Einnahmen dauernd hergestellt werden müsse. Daneben bemächtigt sich ihr ein Hoff- nungsschimmer aufzweijährige Dienstzeit. Wünschen wir ihr, in Berlin ein geneigtes Gehör zu finden!

Bayern. München. Dr. v. Haneberg, Abt des biesigen Benedictinerstifts und Univer- sitätsprofessor, hat eine Berufung nach Rom zur Betheiligung an den vorbereitenden Arbeiten für das allgemeine Kirchenconcilium erhalten und wird derselben folgen.

Würtemberg. Vom Bodensee wird ge⸗ meldet, daß am 18. d. unerwartet schnell ein heftiger Föhnsturm ausgeorochen, welcher mit kurzen Unterbrechungen bis zum Abend anhielt. Die Wellen erreichten in Friedrichshafen die Dächer der am See stehenden Wohnhäuser und schlugen bis zur Nebelglocke am Leuchtthurm. Die Fahrten der Abendschiffe wurden eingestellt.

Baden. Karlsruhe. DieK. Ztg. meldet amtlich, daß der Präsident des Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten, v. Freydorf, auf sein Ansuchen und unter Anerkennung der geleisteten Dienste der provisorischen Leitung des Justizministeriums ent- hoben und der Kreisgerichts Direktor Obkircher in Heidelberg zum Präsidenten des Justizministeriums ernannt worden ist.

Der Großherzog und Gemahlin baben durch den badischen Ministerresidenten bei der Eidgenossenschaft, Hrn. v. Dusch, den von den Ueberschwemmungen beimgesuchten Schweizern 3000 Frcs., zugleich mit dem Ausdrucke ihrer