kunde, Rechnen, Geometrie, Stereometrie, dar— stellende Geometrie, Freihand- und Fach- oder Rissezeichnen, sowie auch Aufstellung von Vor— anschlägen. Der Unterricht schließt sich dem vorhergegangenen der öffentlichen Schule an und führt die Schüler in ihrer Entwicklung der Art stufenmäßig weiter, daß sie, mit Geschicklichkeit und klarem Blick ausgestattet, ihr Gewerbe den
der Staat der Sache annehmen soll, wird un— schwer einzusehen sein, wenn man das Mißver⸗ hältniß, in welchem die Leistungsfähigkeit der Kinder und die Anforderungen an dieselben in neuerer Zeit miteinander stehen, sorglich erwägt. Man wird durch die nachtheiligen Folgen, welche das viele Sitzen und anstrengende Lernen, wodurch Ueberreizung und kränkelndes Treibhausleben nur
Nun noch ein Wort über die einschlägigen Verhältnisse unseres engeren Kreises. Der hiesige Lokalgewerl verein besteht seit 1841 und die von demselben gegründete Schule für das nämliche Geschlecht seit Januar 1848. Einer weiteren Anregung von Seiten der Centralstelle des Landesgewerbvereins und dem Beispiel einiger größeren Städte folgend, half der Verein abermal
8 Gel Anforderungen der Zeit gemäß betreiben können, zu oft erzeugt werden, unwillkürlich auf die einem Bedürfniß der Neuzeit ab, indem er zu 906 5 wenn anders sie mit Fleiß und Ausdauer der] Ursachen des Zurückgehens unserer Generation] Anfang November v. J. auch eine Schule für . Pflicht ihrer Ausbildung obgelegen. Daß es hingewiesen. Wer dies aber für Uebertreibungconfirmirte Mädchen ins Leben rief. Die Bethei- 8 solche Schüler gibt, lehrt die Erfahrung, daß es und Trübsehen zu halten belieben möchte, der ligung am Unterricht war eine zahlreiche und der 3 aber noch mehr gibt, die auf halbem Wege vergleiche nur einmal, von allen sonstigen Beweisen Besuch ausdauernd; gewiß der beste Beweis für stehen bleiben, die Frucht lieber unreif pflücken, abgesehen, die Statistik der Rekrutirungen früherer die Würdigung der guten Sache und das zeit⸗ delche als zur völligen Reife pflegen wollen, lehrt sie und neuerer Zeit, und er wird mir alsdann gemäße Vorgehen des Vereins. laben leider auch. mindestens beipflichten. Und nun vollends die Da jedoch die Ausgabe für diese
Warum aber werden diese Anstalten fast aus- schließlich von solchen jungen Leuten besucht, welche Baugewerbe erlernen und betreiben?— Der Grund hiervon mag wohl mit dem zusammen⸗ fallen, aus welchem der Besuch solcher Bildungs- stätten überhaupt nachgelassen hat und dürfte hauptsächlich darin zu suchen sein, daß Nichtbau— handwerker nie eine Meisterprüfung zu machen hatten, und diese durch Einführung der Gewerbe⸗ freiheit nun auch für Bauhandwerker in Wegfall gekommen sind. Daraus folgt aber augenscheinlich,
Mädchen! Sind sie glücklich mit dem Tagespensum in der einen Schule fertig, so gehts in die andere. Da fängt das Stillsitzen von vorn an, und mehrere Stunden dauert die Anstrengung in Stricken, Nähen und Sticken, daß man es nicht ohne innere Regung ansehen kann. An Maßhalten wird dabei selten gedacht, muß ja das Kind Hosenträger, Pantoffeln u. dgl. nähen, damit es gegen andere nicht zurückbleibt.
Wie aber dem Uebel abhelfen? Das wird sich beim ernsten Wollen eben so gut bewerkstelligen
neue wohlthätige Anstalt die Mittel des Vereins stark in Anspruch nahm, indem die Einnahme an Schulgeld nur knapp die Hälfte der Kosten deckte, so sieht man sich in der Lage, diejenigen Nichtmitglieder zur Betheiligung auf— zufordern, deren pekuniäre und mora⸗ lische Kräfte sich ohne Schwierigkeit für einen so edlen Zweck gewinnen lassen; wozu es gewiß bei Vielen keiner weiteren Anregung bedarf, als eben dieser kurzen Andeu⸗
u J. 8 daß man nicht der Befähigung, sondern der lassen, als die Einführung der bereits bestehenden 5 3 f esellschaften Prüfung wegen den Unterricht besuchte. In dieser[ Handwerker- und anderer Fortbildungsschulen. Nr vbltlüer Ait de Ansicht muß man aber um so mehr bestärkt werden, Wird nämlich die Jugend von der Kleinkinder. genommen, hier begann man das neue Werk en sich auf wenn man gesehen hat, wie es Viele auf die schule an bis zum 14. Lebensjahr etwas weniger seinstweilen 11 eignen Kräften, Weiteres dem freien leit macht lange Bank schoben, für die Vorbereitung zum geistig und mehr körperlich geschult, d. h. Enischluß aller Edeldenkenden anheimstellend. ichen einen Ritterschlag zu sorgen und sich dann, vor Schluß am Lernen einige Stunden abgebrochen und diese 12 3 Hansbaart, der Schranken, mit Seufzen und Angst über- zu angemessenen Leibesübungen benutzt, so gewinnt In erster Linie hat man als Vereinsmitglied richt zer⸗ stürzten, und jetzt noch Mehre herzlich froh sind, sie— die Jugend nämlich— an Kraft und nur die Verbindlichkett, einen jährlichen Beitrag salgl.) dieser Qual überhoben zu sein, haben sie sich zwar an Gesammtkraft. Diese aber kommt dem von 1 fl. 36 kr. zu leisten, wovon die Kreuzer 8 doch in der Schule am Lernen schon mehr als ganzen Menschen und dessen ganzen Leben zu gut; für das Vereinsblatt entfallen, der Gulden aber 5 gesättigt. Und so wird es noch lange gehen, denn das an Intelligenz Versäumte läßt sich bis den Zwecken des Lokalvereins zu gute kommt. rbverein wenn nicht Eltern, Vormünder und Staat zu zum 16. oder 18. Lebensjahr, je nach dem Daß dies immer noch wenig bekannt ist, folgt Schulen. besserer Einsicht kommen; wenn sie, die Erzieher Geschlecht, nicht nur einholen, sondern bei derstbeils aus öfteren Anfragen, theils aber auch
und Lenker der Jugend und beziehungsweise der Schule, nicht gründlicher erwägen, daß der Mensch in seinem 14. Jahre doch nur ein Kind an Kräften, also auch an Wissen und Können, Selbst⸗ erkenntniß und Selbstbestimmung ist und nicht dem und ihrer Pflicht gemäß handeln; d. h. nicht jede Möglichkeit ergreifen, den jungen un⸗ reifen Menschen durch Belehrung und Gewöhnung fittlich und durch Lernen theoretisch und praktisch weiter zu entwickeln, bis er wenigstens die erste Stufe der Zurechnungsfähigkeit erreicht hat. Diese aber liegt je nach dem Geschlecht am Ende des 16. oder 18. Lebensjahres. In wiefern sich aber
nun gewonnenen doppelten Fähigkeit weit über— bolen. Und die Zeit dazu kann wieder eben so gut gewonnen werden wie bei den bereits be— stehenden ähnlichen Anstalten. In der Schweiz hat man Aehnliches dadurch leicht eingeführt, daß man an den Besuch solcher Schulen gewisse Vor— theile für das bürgerliche Leben knüpfte. Daß aber solche Einrichtungen auch bei uns nicht aus- bleiben, daß sie in den ersten 30 Jahren realisirt sein werden, dazu sind wir nach obigen Nachweisen im besten Zug, und die zwingende Nothwendig— keit wird es lehren. Einstweilen aber möge man für Gewerbtreibende das Gegebene redlich benutzen.
aus dem Umstand, daß die Eltern mancher die Schule besuchenden Kinder sich die Mitgliedschaft noch nicht erworben haben. Gewiß wird sich dies anders gestalten, sobald man gehörig von
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der Sache unterrichtet ist.
Um jedoch den dringendsten Bedürfnissen vor⸗ läufig abzuhelfen, sieht sich der Verein in der Lage von Herbst an das Schulgeld für Kinder von Nichtmitgliedern auf 30 kr. statt 15 per Monat im Winter, und auf 15 statt 8 im Sommer, zu erhöhenz wogegen Unbemittelte den Unterricht nach wie vor frei genießen.
Comstocks rotirender Patent-Grabe⸗Pflug. C. A. eee zu Paris hatte ihn ein Fabrikant, Namens 4. Mitgetheilt von J. Wahl. Aus Zeugnissen sachverständiger Landwirthe über Comstocks rotirenden — Der fünfzinkige Grabepflug bespannt mit 4 Pferden gräbt 3 Fuß, Grabe-Pflug referiren wir Folgendes: . zer gewöhnliche Pflug höchstens 1 Fuß breit; also wird mit jenem in Shotwell zu Illinois sagt:„Dieser neue Grabe-Pflug setzt den beer ge, eerselben Zeit soviel Land umgegraben als drei andere Pflüge mit sechs[ Landwirth in den Stand, seine Felder in einem Drittheil der üblichen en 1 zIferden und dazu gehörigen Führern verrichten. Dabei wird mit den- Zeit zur Aussaat vorzubereiten und zwar mit weniger als der Hälfte der ad 35 5 ben das Saatfeld förmlich wie ein Gartenbeet bereitet. Jeder geübte früheren Unkosten und ohne die unendlich schwere Arbeit, die beim Gebrauch ebafttt 7 fahrknecht kann auf dem Bocke sitzend die Pferde leiten, da keinerlei der gewöhnlichen Pflüge erforderlich ist.“ en neitere Arbeit dabei zu besorgen ist. Die Kosten des Umpflügens damit Sullivant, der bedeutendste Landwirth der Vereinigten Staaten, 1 gebliee berechnen sich auf weniger als die Hälfte wie beim gewöhnlichen Pflug. äußert sich darüber nach Anfangs Juli damit gemachten Versuchen also: . 1800 Uebrigens ist derselbe nicht dazu geeignet Wiesen⸗ oder Steppenboden[„Die Maschine gefällt mir sehr, weil sie viel Arbeit erspart und den golden, deer solchen mit viel Steinen, Baumwurzeln u. dgl. umzubrechen, sondern[Boden tief und gründlich umackert, und bin ich auf das Resultat der 4 eint wa chen Boden, der zur Saat einfach umgeackert zu werden braucht.] Ernte sehr gespannt. Ich erwarte auf den damit beackerten Ländereien an Rittelst eines Hebels auf dem Fußbrekt läßt sich dieser neue Pflug zur einen Mehrertrag von 20—25 Prozent.“ „ ee rbeit wie zum Weiterfahren überall, auf Feldern und Wegen, leicht Im Staate Illinois ist der Grabe-Pflug ganz allgemein verbreitet dern gur ind rasch stellen und ebenso leicht von jedem Manne, der überhaupt ein und wird gleich der Mäh- und Dreschmaschine hoch geschätzt. Alle Land „HGespann zu lenken versteht, regieren. wirthe daselbst, die ihn in Gebrauch genommen, sind mit demselben wohl det abel! Die Vortheile dieses Grabe-Pflugs wären folgende: zufrieden und betrachten diese Maschine als die größte Verbesserung, die uf die he 1. Ersparniß an Gespannen und Arbeiterlöhnen, wodurch selbst beine] wir seit langer Zeit in Ackergeräthen gesehen haben, so daß deren Erfin- „ ute een kleinen Oekonomien sehr bald der Kostenpreis wieder ersetzt wird. dung einen großen Fortschritt bezeichnet. nn* 2. Da das Ackern damit weniger Zeit erfordert, so kann es auch immer Die Construktion dieses Pflugs ist sehr sinnreich, dabei sehr einfach 0 vine zu rechter Zeit geschehen. und solide und da er weder Zahnräder noch eine verwickelte Maschinerie 76 b, 3. Es bleibt dem Boden zwischen Ackern und Säen weniger Zeit sich hat, so kann er nicht in Unordnung gerathen. Durch die eigenthümliche gutt 1 wieder festzusetzen und zusammenzupressen. Action seiner grabenden Gabeln eignet er sich ganz vortrefflich zum Auf- iche J. Ebenso hat das Unkraut weniger Zeit Wurzel zu fassen. wühlen und Zerreiben des Erdreichs. Wenn die stimmberechtigten Land- * a 5. Auf schwerem lehmigen Boden arbeitet dieser Grabepflug auf voll- wirthe der Vereinigten Staaten, in England und Deutschland auch nicht bahn kommen wirksame Weise ꝛc. der Meinung sind, daß dieser Grabe-Pflug für alle Arbeiten den 2 1 Angefertigt wird dieser Pflug namentlich zu Pittsburg in den ver. gewöhnlichen Pflug verdrängen wird, so glauben sie doch, daß seine Vor⸗ * 70 10% fiugten Staaten Nordamerikas, zu Lincoln in England und zu Berlin züge vor dem gewöhnlichen Pflug namentlich in der Frühjahrskultur 1% H. F. Erkert. augenscheinlich erkannt werden müssen. 11¹ LI 1


