Ausgabe 
23.1.1868
 
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0 un Morgen nach einer grauenvoll durchlebten Nacht ver⸗

Gernsheim. DieH. B. schreiden vom 19. d.:

g ich kaum Worte zu finden, um Ihnen ein neues andunglück das zweite innerhalb zweier Monate gelches unsere in jüngster Zeit so hart geprüfte Stadt kimsuchte, zu melden! Gestern Abend um 78 Uhr brach in nächster Näbe der vorletzeen Brandstätte ein guet aus, das von dem berrschenden rasenden Orkane 5 Nu über einen ganzen Häusercomplex verbreitet wurde. om Ganzen liegen heute elf Wohnhäuser, sechs Scheunen ind mehrere Stallungen in Schult darnieder, nur der A ißersten Anstrengung konnte es gelingen, das Feuer auf inen jetzigen Herd zu beschränken und die drohende . von der angrenzenden Häuserreihe sern zu hallen. Das das unsert Mitbürger betroffene Unglück um Vieles höht, ist der Umstand, daß die Berrossenen in Folge ler raschen Verbreitung des Feuers von ihrem Moblliar⸗ zermögen nur wenig gerettet und das verlorne zumeist nicht vetsichert war.

, Das Unglück auf der Zeche Neu⸗Iser⸗ lohn bei Langendreer. Ein in den Aanalen des pesifälischen Bergbaues unerbörter Unglücksfall trug sich im 15. d. Mis. in den Morgenstunden auf der in der Fähe des Langendreer Bahnhofs belegenen Zeche Neu⸗ Aerlohn zu. Es hatten sich wahrscheinlich in Folge ses stürmischen und trüben Wetters der vergangenen kacht und der dadurch gehemmten Circulation der Wetter in den Bauen genannter Grube bedeutende Massen hlagender Weiter angesammelt und die vierte Bausohle anz erfüllt. Kurz nach 5 Uhr, beim Anfahren der Frühschicht, erfolgte eine entsetzliche Crplosion deren Ahere Einzelheiten bis jetzt noch nicht bekannt sind, da vohl keiner der Betheiligten mit dem Leben davongekommen. Dährend des ganzen Vormittags war man unausgesetzt nit der Aufsuchung und Heraussörderung der Verunglückten eschäftigt und es waren bis Nachmittags 4 Uhr bereits 3 Todte und circa 25 schwer und leicht Verletzte zu Tag

bracht. Wie hoch sich die Anzahl der Opfer beläuft, ann dis jetzt noch nicht mit Bestimmtheit angegeben verben, indem man zur Aussuchung der Unglücklichen

doch nicht überall hin vordringen konnte. Als wir uns egen 3 Uhr Nachmittags auf der Unglücksstätte befanden, varen fast alle Räume der Zechengebäude mit den Leichen et unglücklichen Opfer angefüllt. In langen Reihen agen dort dieselben, tbeilweise durch entsetzliche Brand- vunden entstellt, theilweise mit verzerrten Gesichtszügen u Folge des Erstickungstodes, andere durch den der Ex⸗ losion folgenden ungeheuren Luftzug zerschmettert und inzelner Gliedmaßen vollständig beraubt. Der Jammer A groß. Eine Wiltwe verlor ihre drei Söhne, Vater ind zwei Söhne lagen todt neben einander, aus einem n der Nähe der Zeche belegenen Hause hatte die schreck iche Katastrophe allein 5 Opfer gefordert. Man hat och keinen Ueberblick, wie tief manche Familie durch sieses Unglück betroffen worden ist. Die Beamten der zeche waren unausgesetzt thätig und auch von den be⸗ lachbarten Gruben strömten zahlreiche freiwillige Helfer erbei, welche mit Hintansetzung der eigenen Sicherheit e verunglückten Kameraden zu retten versuchten.

Für die Vothleidenden in Ostpreußen sind weiter eingegangen: Fünfte Liste.

1) Durch Herrn Sladtrath W. Fertsch: Von Herrn Apotheker Kranz in Nauheim 3 fl. 30, H. und F. 1 fl., W. Schenk 12, Ph. Diener 1 fl., von einem Frankfurter 5 fl., Dekonom Hill in Fauerbach 5 fl., J. Ewald in Ochstadt 30, Fr. Weidmann in Ockstadt 2 fl., von den Schultindern zu Beyenhelm, durch Herrn Lehrer Schindel gesammelt 2 fl., von verschiedenen Einwohnern Beyenhaims 4 fl. 34, zusammen 24 fl. 46. 2) Durch Herrn Hof⸗ apotheker Wahl: Von Herrn E. Bender in Rockenberg mit dem Motto: Anstatt zu trinken die versprochne Flasche Punsch, den Gulden der Noth zu steuern, das ist mein Wunsch: 1 fl., derselbeden deutschen Brüdern in Ost⸗ preußen 45, Schäfer 45, LeithäuserBrüder, reicht die Hand zum Bunde 30, Fr. SchäferJeder nach seinen Kräften 24, F. Sames 30, Gg. Reiber 30, H. Schudt 1 fl. 10, C. Rübsamen 30, K. Kunkel 15, Bürgermeister Krämer 36, Lina Bender aus ihrer Sparbüchse 12, Frl. Aurelie Friedrich 30, Pfarrdocent K. Engel 3 fl. 30, Candidat C. Wahl 1 fl. 45, zusammen 12 fl. 52. 3) Durch Herrn Bürgermeisterei- Verwalter Foucar:

ImFr. J. ist folgendesEingesandt zu fluben

Groß⸗Karben(Kreis Bilbel), 16. Jan. Alle gröberen und gelesenen Blätter beschaftigen sich schon seii län⸗ geret Zeit mit der Noth, welche in Osipreußen wüthet, einer Noth, von welcher wir in der gesegneten Wetterau keinen Begriff haben können, ba selbst bel Einzelnen wirklicher Mangel ein seltener Fall ist. Und so dürfte es nicht als müßiger Wunsch bezeichnet werden, wenn man die Ausmerksamkeit unserer begüterten Wetterauer auf jene mit dem schricklichen Gespenst Hunger, Kälte, Krankheit kämpfenden Bewohner Ostpreußens lenken möchte; es kann auch auf dem Lande etwas geleistet werden, wenn sich nur Männer bereit finden, welche für jene Armen ein warmes Wort sprechen wollten. Besonders wäre es vorerst Sache der diversen Kreis⸗ blätter, welche ja mitunter große Politik treiben, die ländliche Vevölkerung von jenen Vor⸗ gangen zu unterrichten, und gewiß gibt es Viele, bei denen es nur eines Winkes bedarf, um ihre Menschen⸗ freundlichleit anzuregen.

So viel wir aus den uns zukommenden Kreisblättern ersehen, haben dieselben sast ohne Ausnahme die Mah⸗ nung des Herrn Einsenders von Großkarben nicht abge⸗ wartet, um eine warme Theilnahme für die Noth in Ost⸗

Von J. A. W. 30, G. H. 24, v. R. 1 fl. 45, W. 12, zusammen 2 fl. 51. 4) Durch Herrn Actuar Nau Von Herrn Bürgermeister Walz fl., Bierbrauer K. Walz 2 fl. 24, zusammen 3 fl. 24. 5) Durch Herrn Hofrath Pilger: Von Herrn G. Schott 1 fl. 45, L. C. P. 1 fl. 45, Fr. Hofrath Wolf 1 fl., Frl. Leisler 1 fl., zuaammen 5 fl. 30. In Summa 49 fl. 23. Hierzu von der Expedition desAnzeigers für Oberhessen welter über⸗ geben 33 fl., zusammen 82 fl. 23 kr. Im Ganzen dis jetzt eingegangen: aer.

Herzlich dankend, bitten wir um weitere gütige Gaben. Friedberg, den 22. Januar 1868. Im Auftrag des Hülfsvereins⸗Vorstandes Steinberger.

Bei der Unterzeichneten gingen zu den in voriger Nummer bescheinigten Gaben weiter ein: Ferner aus dem Prediger⸗ seminar 1 fl. 45, beim Zündnadelschießen im Hotel Trapp fl., von Bürgermeister Keil in Melbach und durch denselben von dortigen Einwohnern gesammelt 43 fl. 11, eine Partie Billard für die Ostpreußen 9 kr. Zusammen 46 fl. 8 kr. In Summa bis jetzt bet uns eingegangen: 244 fl. 27 kr.

Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen.

Für den von Herrn Pfarrer Breidenstein zu Sddel für die armen Ostpreußen geschickten Pack Unterjacken und Strümpfe, sowie mehreren hiesigen ungenannten Gebern und Gederinnen für die Zusendung verschiedener Kleidungs stücke Dank sagend, demerke ich, daß der erste vorgetichiete Ballen nächsten Sonntag abgesandt werden wird und zur Entgegennahme weiterer freundlicher Gaben stets bereit stehe.

Friedberg den 22. Januar 1868.

F. Stifft, Verwalter der Friedberger Bergbau⸗Gesellschaft.

preußen an den Tag zu legen. Es sind großenthcils durch die betreffenden Expeditionen selbst oder durch deren bereitwillige Mitwirkung Sammlungen veranlaßt worden und mitunter nicht unbedeutende Beiträge zusammen⸗ gekommen. Wenn in dieser Beziehung im Krcise Vilbel noch nichts geschehen sein sollte,(72)(wir können wohl annehmen, daß dem Herin Einsender ein anderes Kreisblau als dae Vilbeler nicht zu Gesicht kommt) so dürfte ihm vielleicht empfohlen werden können, in seinem Kreise selbst die Anregung zu gleich menschenfreundlicher Opferwilligkeit zu geben, wie sie sich anderwärts auf das Erfreulichste in wahrhaft erhebender Frcigiebigkeit zeigt. Falls nun der erwähnte Herr Einsender zu diesem Zwecke seine Feder ergreifen wollte, so könnte er duich seine dankenswerthe Thätigkeit zunächst den Beweis liefern, daß cs ihm um Abhülfe der Noth der bedrängten, rascher Hülje so sehr bedürftigen deutschen Brüder in Ostpreußen auch wirklich Ernst ist und er dürfte hierbei wohl auch zu der Ueberzeugung gelangen, daß er in dieser Weise den Nothleidenden mehr nützen wird, als durch sein nicht einmal gerechtserligt erscheinendesEingesandi und seine ebenso wohlgefällig als unpassend angebrachte Be⸗ merkung von dengroße Politik treibenden Kreisblättern, eine Bemerkung, welche übrigens nicht einmal neu und originell, sondern in demEingesandt in so und so vielster, gänzlich unveränderter Auflage zu lesen ist

Was sollen Phrasen, leer Gered' Den Hungernden wohl frommen? Wer kann, geb' gern und nicht zu spät Will er mit Gaben kommen! Mit Worten ist nichts ausgericht't Wo Noth so ernst zum Herzen spricht. Zu thaten hier mit voller Hand, Das ist das besteEingesandt! Die Redaction.

Bekanntmachung.

35 Dienstag den 4. Februar d. J., des Mittag Ubr, soll auf der Bürgermeißerei Bingenheim der Demelnde⸗ Backofen nebst Wohnhaus und Stallung vaselbst meestbietend verpachtet werden. Dle Pacht- sedingungen werden bei der Verpachtung eröffnet. Bingenbeim den 16. Januar 1868. Großherzogliche r Bingenheim a h m.

Bekanntmachung.

dolzoerteigerung in der Obersörsterei Nos bach betreffend.

74 Wontag der 3. Februar d. J., von Morgens Ubr an, werden in dem diesselts des Zorstbauses Winterstein gelegenen Schlag Nr. XXIV. des Domaxial⸗ waldes Burgwald an die Meistdletenden öffentlich versteigert:

9 Stecken Dirken-, 11 Stecken Klesern ⸗Prügeldoll, 11 Eichen, Birken und Kiefern⸗Stockholz. 100 Wellen Buchen⸗, 9600 Wellen Birken, Eichen⸗,

6200 Wellen Kiefern Reiserholz

6 Stück Eichen Stämmabschuitte, Cub ikfuß

enthaltend.

Ober- Rosbach am 20. Januar 1868.

Großherzogliche Oberförsterei Ober Rosbach Bin g manu n.

Ober⸗

161

Holz- Versteigerung. 75 Mittwoch den 29. l. M., Vormittags um 9 Uhr anfangend, werden in hiesigem Gemeindewald, Oistrikt Flzhardt, nachfolgende Polzsortimente verslelgert: 36½ Stecken Nadel Stockholz, 150 Stück Buchen⸗Wellen,

1650 6. Nadel-* 300 Aspen- 148 Fichten-Baustämme von 30-68 Länge,

3402 Cbkyß., vorzüglich zu Streckpoli geeignet, 279 Stück Stangenholz von 25 55 zu 284 Cbksß., zu Sparten und Leilerbäumen geeignet. Wegen genügturt Buürgschaft wird das Holz bis inte September d. J. geborgt. Zauerbach v. d. P. den 20. Januar 1868. Oroßpberzogliche Bürgermeifterel Jauerbach

Hoöfraithe-Versteigerung.

158 Oonnerstag den 23. Januar d. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathbause die zum Nachlasse des Bürgers und Spenglermeisters Kiltan Ludwig dahier gehörende Pofratihe, Flur 2., Nr. 438, Kiftr. 12, Pofraithe in der Stadt, in Folge eines eingelegten Nachgedots nochmals öffentlich versteigert werden. Frledberg am 20. Januar 1868. In Auftrag: Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Oroßberzogliches 1 Friedberg

. d..: Der dienstälteste Gerichtsmann Foucar.

polz⸗Versteig erung. 161 Otenstag den 28. und Mittwoch den 29. Jannat I. J., fevesmal Mergene 9 ÜUbt anfangend, soll im Oemeindewald Nleder-Nosbach nachverzelchsete⸗ Stamm- und Stanges holz, im Distrikt Wasserdel, meifbistend versteigert werden, als:

8 Cichenlämme von 20 30 Länge und 6 7

Ourchmesser, 69 Cubikfaf baltent,

741 Fichten- oder Kreugtannen- Stämme von 2560 Lange und 613 Ourchmesser, 11,850 Cbkfg. haltend,

1 ichen langen von 15 20 kKänge und 3 5

Durchmesser, 47 Cubikfaß haltend,

844 Jichten oder Krergtannen: Stangen von 2550 Länge und 33 Ourchmesser, 4492 Cudilfuß daltend.

Die Zusammenkunft oberhalb dem Beinbardswald beim Polz seibss und wird noch bemerkt, daß das Holz sehr gut zum Abfahren gelegen ist, und gegen vorschrifts⸗ mäßige Bärgscheine Zaplungfelst bis zum Monat September I. J. geflattet wird.

Nieder- Rosbach am 20. Jauuat 1868.

Oroß herzogliche 1 Nieder ⸗Ros bach

Eine tüchtige Magd,

170 welche besonders im Hauswesen erfahren ist, findet alsbalb oder zu Peterstag einen guten Platz. Näßeres

Foil s.

zu erfragen bei der Exped. d. Bl. enter Nr. 170.

Holzversteigerung

in den Domanialwaldungen der Oberförsterei Ortenberg.

162 Freitag den 31. Januar sollen in dem Districte Pain nachstehende Holzsortimente versteigert werden

6 Stecken Buchen Scheiddolz,

7 Eichen 5

24 Kiefern⸗Rundscheldbolz, 1 Buchen Prägelholz, * Eiche a⸗

11 Klefern⸗

2Buchen⸗Stockdolg, 1. Eichen 5

8 Kiefern-

6 Buchen⸗Keisbolz, 32 5 Eichen* 70 Kiefern⸗ 5

10 Eichen⸗Stämme von 1119 mittlerun Durchm. und 1550 Länge= 449 Cudiksuß, 1 Buchenklotz von 28½ Dicke und 9 Läuge 50 Cudikfuß, 5 Stecken Eichen⸗Werkscheiddolz, 189 Kiefern Stämme von 6 dis 11½ mittleren Durchmesser und 1045 Länge= 215 Cukfß., 27 Ktefern⸗Stangen, zu Sparrn geeignet.

Zusamenkuuft präcis ½9 Ur Vormittags am alten Steinbruch auf der Chaussee im Dais.

Ortenberg den 18. Januar 1868.

Oroßberzogliche Odersͤrsteret Ortenderg Marr.

Jaselochs- Versteigerung. 178 Freitag den 24. Januar J. J., Vormittags 11 Udr, wird ein zum Sprunge untauglich gewordener schwerer, zum Schlachten sehr geeigneter Foselochs am Zaselstalle daßter öffentlich meistbtetend versteigert.

Friedberg den 22. Januar 1868.

Großherzogliche Bürgermeisserel Friedberg. J. B. d. Oer Großpberzogliche Beigeordnete

Fouc ar.