Ausgabe 
22.8.1868
 
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Tendenzen zur Reife gebracht haben, ja, man raunt sich sogar schon das WortCoalition in die Ohren.

Belgien. Brüssel. Der Kronprinz von Belgien, ein Knabe von etwa 13 Jahren, leidet an einer wohl unheilbaren Herzkrankheit. Man sieht dem baldigen Ende dieser Leiden entgegen. Der Erzbischof von Mecheln hat öffentliche Gebete für die Wiederherstellung des Prinzen angeordnet.

Italien. Man meldet derItalie aus Ravenna, daß die dortige Bevölkerung durch die Schandthaten der Briganten in der Umgegend in Angst und Schrecken versetzt ist.

Dasselbe Blatt berichtet wieder von vier Deserteuren aus dem päpstlichen Lager von Rocca di Papa, die durch Florenz gekommen sind. Einer war ein Tyroler, ein Anderer ein Badenser und die übrigen Beiden Berliner. Diese Deserteure beschweren sich, daß man ihnen die gegebenen Versprechungen nicht erfülle und ihr Handgeld ihnen vorenthalte.

Amerika. Der neue Gesandte der Ver einigten Staaten in London, Herr Reverdy Johnson, hat Instruktionen erhalten, um mit England einen Naturalisationsvertrag und die Lösung der Reclamationen bezüglich desAlabama abzuschließen.

Nachrichten aus Georgia, aus Florida und aus Missisippi constatiren, daß in Folge der großen Regengüsse die Baumwollernte in diesen Gegenden ungünstige Aussichten darbietet.

Friedberg. Die hiesige Garnison ist am Morgen des 21. d. zu den Herbsimanövern abmarschirt. Zunächst wird das Bataillon in der Gegend von Offenbach Quartier beziehen, um zu den Regiments-Exercitien herangezogen werden zu können, und später erst zu den Divisionsmanövern, welche in der Gegend von Babenhausen ꝛc. stattfinden, mar⸗ schiren. Nach Beendigung der Uebungen erhält bekanntlich das ganze 2. Infanterie-Regiment in Gießen Garnison, während das 1. Jäger⸗ Bataillon in unsere Stadt verlegt wird. Wie man vernimmt, wird dasselbe im Laufe der nächsten Woche auf seinem Marsche nach Darmstadt unsere Stadt passiren.

Friedberg. Bei der in diesem Sommer ganz abnorm anhaltenden heißen Witterung dürfte es von Interesse sein, durch einen Auszug aus den meteorologischen Beobachtungen des physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. von der Maximaltemperatur der letzten 12 Jahre Kenntniß zu er⸗ halten, wobei jedoch zu beruͤcksichtigen ist, daß in keinem der vorhergehenden Jahre die heiße Witterung so anhaltend war, wie in diesem Sommer, wo das Thermometer im Mai ein Maximum von 24, 70, im Juni 25,60, im Juli 27,0(im Schatteu) zeigte.

1857 August 4. L 28,60 1863 August 10. 28,00

1858 Iuni 15. 27,2 1864 August 1. 25,30 1859 Juli 4. 29,00 1865 Juli 21. L 29,30 1860 Juli 17. L 24,66 1866 Juli 14. L 26,00 1861 Juni 22. 27,70 1867 August 20. 25,60 1862 Juni 7. 26,0% 1868 Juli 23. L 27,00

Gießen. Der GießnerAnzeiger schreibt: Leider haben wir einen Act großer Brutalität zu berichten. Während der Feier der Kirchweihe in dem benachbarten Wieseck sprengten vergangenen Montag drei von den im 2Pfau außerhalb unserer Stadt einquartirten preußischen Trainsolbaten vom 8. Regiment zu Pferd durch die Straßen und in einen dicht mit Menschen gefüllten Wirth⸗ schaftsgarten, und ritten galoppirend wie besessen mitten in die Menge hinein. Diese, ahnungslos in ihrem Ver⸗ gnügen aufgeschreckt, stob scheu und entsetzt auseinander, sich und ihre Kinder vor den Hufen der schäumenden Pferde zu retten suchend. Leider zu spät, die bis auf's Blut gespornten Pferde hatten ihre traurigen Spuren be⸗ reits zurückgelassen. Das Zjährige Kind eines Landmanns wurde an Kopf, Nacken und Armen so schwer verlttzt, daß an ein Aufkommen schwer zu denken ist. In Folge der allgemeinen Ueberraschung und Bestürzung gelang es nur Einen der drei Bursche festzunehmen. Die Sache ist be⸗ reits in Händen der Gerichte.

Frankfurt. Nächsten Sonntag den 23. d. wird im Hotel Drexel dahier eine abermalige Berathung von Braunt⸗ weinbrennern aus dem Großherzogthum Hessen, Kurhessen, Nassau und Frankfurt statifinden.

Frankfurt. Die diesjährige Herbstmesse beginnt für den Großhandel wie für den Kleinhandel am Mittwoch den 26. August und endigt mit Dienstag den 15. September. Das Auspacken der Waaren darf schon am Montag den 24. und Diengag den 25. August geschehen. Für Leber beginnt die Messe am Mittwoch den 2. September, an welchem Tage die öffentlichen Waagen zum Verwiegen desselben geöffnet werden und endigt mit Dienstag den 15. September. Das Einlagern des Leders in die städtischen Magazine ist schon von Montag den 31. August an gestattet.

In berFrkf. Ztg. liest man: Ueber das be⸗ rüchligte Sloman'sche AuswandererschiffLiebig, früher Leibnitz, Capitän Bornhold, liegen der Illinois Staats⸗ zeitung zufolge der deutschen Gesellschaft in Chicago be⸗

schworene Aussagen sehr gravirenden Inhalts vor. Schiff Liebig segelte am 3. Mai mit 450 Passagieren von Hamburg ab, und kam am 3. Juli(2) in Quebec an. Die Passaglere erklären: daß von 100 Kranken 49(Kin⸗ der von 1 bis 7 Jahren und 1 Erwachsener) starben, und zwar daß fast alle starben, denen der vorgebliche Schiffs- arzt Medicin verabreicht; daß ferner diese Mediein erst dann verabreicht wurde, als der Kranke schon halb todt war, und daß von Krankenpflege überhaupt auch erst im letzten Stadium der Krankheit die Rede gewesen. Ferner wird über das empörende Betragen der Officiere und Schiffsmannschaft gegen die weiblichen Passagiere scharfe Klage geführt.

, Folgenden grauenerregenden Unglücksfall berichtet dasBr. T. aus Bahrdorf. Aus einem Nachbardborfe wurde ein zwölfjähriger Knabe mit Korn nach der bor tigen Windmühle gesandt. Der Knabe, der nicht gleich vom Müller abgefertigt wird, sucht sich die lange Weile zu vertreiben, macht unten auf ebener Erde eine Schlinge in die Windkette und setzt sich, indem er die Füße durch dieselbe hindurchsteckt, hinein, um sich in schaukelnde Ve wegung zu bringen. Erst spät wird der Knabe gesucht, den man endlich als eine unförmliche Masse um das Winderad gewickelt findet. Das Werk steht mit dem Windewerke in Verbindung, so daß die arbeitende Mühle das Auf- und Niederwinden selbst verrichtet. Bei dem Schaukeln des unglücklichen Knaben muß nun durch einen Zufall das Werk in Thätigkeit gerathen sein und der Knabe ist auf diese Weise nach oben gezogen. Da, wo die Kette in die Mühlenwand itt, befindet sich eine Oeffnung von nur neun Zoll im Durchmesser. Gräßlich muß die Angst und der Schmerz des armen Kindes ge wesen sein, wenn man bedenkt, daß durch die fortarbeitende Winde von den Füßen an der ganze Körper durch diese kleine Oeffnung gequetscht wurde, um dann noch um das Räderwerk gewickelt zu werden. Die genaue Besichtigung ergab, daß kein einziger Knochen- und Fleischtheil unver⸗ letzt geblieben war.

e Die Astronomen der norddeutschen Expedition zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsterniß sind nach dem L. Tgbl. glücklich in Aden angekommen und haben nur einige Beschädigungen an Instrumentenkisten zu beklagen. Sehr unbequem war ihnen die Hitze im rothen Meer, denn die Temperatur ist am Tage gewöhnlich 280 R, des Nachts 260 und in der Cabine 27 R. Von Aben sind sie nach kurzem Aufenthalte nach Vombay abgegangen.

Ueber die im gegenwärtigen Sommer in Nord amerika herrschende große Hitze theilt dieTrierische Volks⸗ zeitung aus einem Brief Folgendes mit: (Jowa), 24. Juli.... Ein Sommer, wie der diesjährige ist seit mehreren Menschenaltern bier nicht erlebt worden. Statistischen Angaben zufolge soll es(hier im Norden) der heißeste Sommer seit 1779 sein. Das Thermometer varüürt schon seit circa vier Wochen zwischen 92 bis 104 Grad Fahrenheit(26 28 R.) im Schatten, mit kaum 2 oder 3 Grad Abnahme des Nachts. Hunderte von Ar⸗ beitern, die in der Sonne arbeiten, z. B. Feldarbeiter, er⸗ lagen in D. und der unmittelbaren Nähe dem Sonnen- stich. Ich sage Dir, es ist kaum zum Aushalten. Feld⸗ arbeiter erhalten jetzt hier während der Erntezeit 5 Dollars und Kost per Tag. Indessen selbst zu diesem Preise ist es schwer, Arbeiter zu erhalten, da die Leute ihr Leben nicht auf's Spiel setzen wollen.... Die Ernte hier zu Lande soll die ergiebigste sein, welch je dagewesen.

Die Lamb'sche Strickmaschine. Ueber diese neue Maschine, der von dem Breslauer Maschinenmarkt aus ein großes Renommse solgte, theilt das sehr verlässige Gewerbeblatt aus Württemberg folgendes Gutachten mit, abgegeben von dem Strumpfwirker Buck:Ueber die in der letzten Zeit mit der Lamb'schen Strickmaschine ge⸗ machten Versuche kann ich nach längerer Arbeit mit der⸗ selben kurz Folgendes angeben: Die Maschine ist sehr sinn⸗ reich und dubei ziemlich einfach gebaut, so daß eine auf merksame Person sich die Handhabung derselben bald an eignen kann; sie liefert in Kammgarn sowohl wie in Streich⸗ und Baumwollgarn gleich schöne und egale Ar⸗ beit, und kann bei einiger Uebung jede beliebige Fagon in Strümpfen 2c. darauf gemacht werden. Da die Einthei⸗ lung jedoch nur für gröbere und mittelfeine Arbeit be⸗ rechnet ist, so läßt sich feine Waare nicht darauf herstellen. Was die Leistungsfähigteit betrifft, so ist dieselbe von dem Verfertiger(36 Paar Strümpfe per Tag) zu hoch ge⸗ griffen, und wird schon ziemliche Uebung vorauszugehen haben, um es auf die Hälfte zu bringen. Wenn die Maschine für den Fabrikbetrieb, sowie für eine Hausbal tung auch nicht ganz geeignet erscheint, so wäre deren Verbreitung doch zu wünschen, da für den kleineren Ge schäftsbetrieb, oder auch für Frauenzimmer, die sich der Sache ernstlich widmen wollten, ein Verdienst von 1 fl. 30 kr. bis sogar 2 fl. erzielt werden könnte. Um darauf arbeiten zu lernen, ist die Unterweisung durch eine mit ihrer Behandlung genau vertraute Person unerläßlich; eine Lehrzeit von 814 Tagen wird aber bei einiger Aufmerksamkeit und Gelehrigkeit wohl genügen.

Die Gemeinde Lichtensteig, Kant. St. Gallen, hat sich eine neue Kirche gebaut und sie dem Gottesdienst der Reformirten und Katholiken eingeräumt. Bei der Einweihung sprach zuerst der resormirte und dann der katholische Pfarrer. Ueber der Thür ist zu lesen:

In diesem wohlgebauten Haus Da geh'n zwei Brüder ein und aus. Wenn sie in Eintracht sich bemüh'n,

So wird hier Beiden Glück erblüh'n.

O Die französisch⸗amerikanische Telegraphen verbindung.

Eine neue Ueberbrückung des atlantischen Oceans wird demnächst in Angriff genommen werden, zwar nicht eine Ueberbrückung zur Be⸗ förderung unserer materiellen Leiber, sondern zur Beförderung der Gedanken. Eine von der fran zösischen Regierung und derjenigen des Staates Newyork autorisirte Gesellschaft wird ein weiteres Kabel über das atlantische Meer legen. Dasselbe wird seinen Ausgangspunkt von Brest nehmen, sich nach der französischen Insel Saint⸗Pierre bei New⸗Foundland wenden und von da das Gebiet des Staates Newyork erreichen. Die Länge des Kabels beträgt von Brest nach Saint-Pierre 2300, und von da nach dem nordamerikanischen Ufer 700 Meilen(wohl nautische Meilen zu ½ Stunde etwa). England wird mit dieser Linie durch einen electrischen Draht zwischen der englischen Küste und Dieppe und von da quer durch's Land nach Brest in Verbindung gebracht. Die Schwierigkeiten der Kabellegung hofft man leichter zu überwinden, da die bis jetzt gemachten Er fahrungen und die Fortschritte der Wissenschaft in diesem Punkt benutzt werden können. Außer⸗ dem wird der größte Theil der Kabellänge viel weniger tief zu liegen kommen als die Drähte der englisch⸗amerikanischen Linie. Die Windungen der Linie werden so geführt, daß dieselbe vor Beschädigung durch Eis bänke oder durch Anker⸗ werfen möglichst geschützt sein wird. Das Riesen⸗ schiffGreat⸗Eastern wird auch diesmal die Ehre haben, zur Versenkung des Kabels benutzt. zu werden. Für das ganze Unternehmen sind 30 Mill. Frcs. vorgesehen. Die Eröffnung der neuen Linie ist auf Juni 1869 festgesetzt. Durch die⸗ selbe wird künftig die ununterbrochene Verbindung zwischen Europa und Amerika vor jeder Even tualität gesichert sein, da nicht wohl anzunehmen ist, daß zu gleicher Zeit an dieser und der engl. Linie Störungen eintreten werden. Die Conturrenz wird einen wohlthätigen Druck auf die Depeschen⸗ preise ausüben und die Benutzung des trans⸗ atlantischen Telegraphen auch dem größeren Publikum ermöglichen. Schon jetzt ist der Preis der ein⸗ fachen Depesche(10 Worte) auf 50 Fres. er⸗ mäßigt. Die electrischen Drähte umfassen ganz Europa, verbinden uns mit Amerika, überschreiten dessen ganze Breite bis zum stillen Ocean, während sie nach Osten bis tief nach Asien hinanreichen. Es bedarf nur noch einer Vervollständigung des Telegraphennetzes in Ostasien und einer Ueber- brückung des stillen Oceans, und für den mensch⸗ lichen Verkehr in allen Kulturländern der Erde existirt absolut keine Entfernung mehr.

Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.

Das Bremer Postdampfschiff Weser, Capt. Wenke, welches am 6. August New⸗HYork verließ, ist nach einer sehr schnellen glücklichen Reise von 9 Tagen 20 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzt. Dasselbe dringt 112 Passagiere und volle Ladung.

Das Bremer Postdampfschiff New⸗York, Capt. Dreyer, welches am 1. August von Bremen via Southampton ab⸗ ging, ist nach einer glücklichen Reise von 13 Tagen wohl⸗ behalten in New⸗Yock angekommen.

Das Bremer Postdampsschiff Baltimore, Capt. Vöckler, welches am 1. August Baltimore verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 14 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzt. Dasselbe bringt 75 Passagiere und volle Ladung.

Das Bremer Posidampsschiff Smit, Capt. Raschen, welches am 25. Juli New⸗York verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 20 Tagen wohlbehalten in Bremen angelangt. Dasselbe bringt 228 Passagiere und volle Ladung.

Das Dampsschiff des Nordd. Lloyd Berlin, Capt. C. Undütsch, welches am 1. August von Bremen und am 4. August von Southampton abgegangen war, ist am 18. August 11 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore an⸗ gekommen.

Die Zeitungs- Annoncen Expedition von G. L. Daube& Co. in Frankfurta. M., Stuttgart, Hamburg und Brüssel hat einen neuen, mit größter Sorgfalt zusammengestellten Zeitungskatalog herausgegeben. Sie befördert Anzeigen in sämmtliche in Deulschland, ganz Europa und den anderen Erdtheilen erscheinende

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