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weil die spanischen Infanten direkt vom Souverän Befehle empfingen. Die Königin unterzeichnete das Verbannungsdekret. Außerdem wurden alle Generale, welche Mitglieder der liberalen Union sind, ohne Ausnahme des Landes verwiesen. Die Polizei fährt fort, in Madrid und in den Pro- vinzen alle höheren Offiziere, welche verdächtig sind, der liberalen Union und der Progressisten- partei anzugehören, zu versolgen.
— 16. Juli. Der Herzog und die Herzogin von Montpensier haben heute um 2 Uhr auf der Fregatte„Villa de Madrid“ den Busen von Cadix verlassen.— Der Ministerpräsident und die Minister, die sich nach Ildefonso begeben hatten, werden diesen Abend nach Madrid zurückkehren.
Serbien. Belgrad. Die Pforte hat den Fürsten Milan anerkannt Das Anerkennungs- schreiben wird in derselben Weise wie dasjenige für den Fürsten Karl von Rumänien verfaßt werden.
Schotten. Von einem sehr betrübenden Vorfall habe ich JIynen Mittheilung zu machen. In einer zum viesigen Kreis gehörigen Gemeinde war ein Pfarrvikar als Lehrer angestellt. Am letzten Montag lies er einem Schuljungen, dem einzigen Kinde seiner Eltern, eine so nachdrückliche Züchtigung angedeihen, daß der Knabe zu schluchzen anfing und in das elterliche Haus getragen werden mußte. Noch ehe die Träger daselbst anlangten, valte der Arme seinen Geist aufgegeben. Der Scherz der Eltern und die Aufregung im Dorse läßt sich denken; der Lehrer fand es für gerathen, sich durch heimliche Ent⸗ fernung etwaigen Unannehmlichkeiten zu entziehen. Anderen Nachrichten zufolge, soll derselbe sich bereits in Haft befinden.
Frankfurt. Einige sehr gewandte Taschendiebe scheinen sich den südlichsten Theil des Nordbundes zum Schauplatz ihrer langfingerischen Thätigkeit gewählt zu haben, ohne daß es der Polizei bis jitzt bälle gelingen wollen, durch Entdeckung der sauberen Patrone ihrem annex onistischen Treiben ein Ende zu machen. Im Ge⸗ schäftsbureau des hiesigen Main⸗Necker⸗Bahnhof's wurde dieser Tage einem Herrn Th. Liesching von Freiburg eine Brief tasche mit 500 fl. entwendet; in Homburg gingen drei Tage früher ein Portefeuille mit nahezu 809 fl., und ein Couvert mit 12.000 Francs durch Taschendiebstahl in fremde Hände über. Die Diebstähle wurden mit einer solchen Geschicklichkeit ausgeführt, daß die Bestohlenen den Verlust ihrer klingenden Habe erst entdeckten, als sie um Geld zu wechseln in die Tasche griffen. Auch in Nauheim kamen einige Annexionen, jedoch nur von geringerem Be⸗ trage vor.
Dortmund.— Vor einigen Wochen wollte in einer biesigen Veamtenfamilie den Mitgliedern derselben des Morgens und Nachmittags der Kaffee gar nicht mehr munden. Er hatte einen so eigenthümlichen, fauligen Ge⸗ schmack. Die sorgsame Hausfrau ließ sich die beste Sorte Kaffee holen— der Geschmack des Kaffte's blieb derselbe. Da kam endlich der Hrusfrau der Gedanke, der Köchin einmal auf die Finger zu sehen, und was kam zum Vor⸗ schein? Das Diensimädchen, ein junges Ding von ewa 19 Jahren, stieg, ete sie den Kaffte zubereitete, in ihre Kammer hinauf und brachte von dort einen Topf Wasser herunter. Natürlich wurde sie bei der ersten Eutdeckung des Umstandes sofort festgehalten und der Topf untersucht. Das Resultat war, daß das Wasser einen sauligen unan⸗ genehmen Geruch hatie und daß das Mädchen unter Thränen folgendes Geständniß ablegte:„Eine alte Frau hier, die Sympathie verstände habe ihr gerathen, daß wenn sie bald einen reichen Mann haben wollte(als solcher wurde ihr von der Schwinblerin ein jüngerer Bruder der Hausfrau bezeichnet), so brauche sie nur ein
Taubenherz zu nebmen und dleses im rohen Zustande in einen großen Topf Wasser vier Wochen lang zu legen, bis es sich ibeilweise aufgelöst babe. Von diesem sympa⸗ thetischen Wasser müsse die Familie desjenigen, den sie gern heirathen wolle, und er selbst täglich eiwas im Kaffee genießen; geschähe dies, so würde der junge Mann unlöslich an sie gefesselt. Diesen Raih habe sie dann auch befolgt und daher rühre auch der schlechte Geschmack des Kaffees!“
„ Ein interessanter Heilungs⸗Versuch. Die Heilung des preußischen Bolschaf ters in Paris, Grafen v. d. Goltz, der an einem Krebsgeschwür im Munde leidet, macht unter der Leilung seines neuen ärzt⸗ lichen Beistandes die überraschendsten Jorischritte Nelaton und Langendeck, die beiden berühmiesten Operateure, waren beide für die Vornahme einer neuen Operation des Krebsgeschwüres gewesen, durch welche ein benächtlicher Theil des Unterkiesers und der Zunge in Wegfall ge⸗ kommen wäre, ohne daß deßhalb eine ernstliche Garantie für die wirkliche Befreiung vom Uebel hälte gebolen werden können. Als man dies dem Bolschafter mit⸗ heilte, entschloß er sich, auf den Rath der Fürsiin Metternich und nachdem er eine eingehende Miltheilung von Alexander Dumas pöre über die an ihm vollzogene Heilung des Zungenübels, so wie zahlreiche andere Nach⸗ lichten über erfolgte Krebs⸗Heilprozesse empfangen, sich der Curmethode eines Empirikers, des Heren van Schmitt, anzuvertrauen. Derselbe ist kein Holländer, sondern ein Deulscher aus der preußischen Provinz Westphalen. Mit einem Bruder, der ein Angestellier der holländischen Regierung in deren Besitzung im indischen Meere ist, kam er nach Ostindien, wo er in die Lage gerieth, halb als Sclzwe, halb als Pausdiener, Heudiener eines indischen Arztes zu werden, von dem er die Behandlung gewisser Krankheuen des Magens, sowie die des Krebses erlernte. Da Herr van Schmitt jeder anderweiten ärzilichen Kennt⸗ niß enibehrt und auch gar kein Hehl daraus macht, so veschränkt er natürlich auch seine Kuren lediglich aaf die ihm speciell vertrauten Fälle. Was nun Graf v. d. Goltz anbelangt, so gab er ibm zuerst ein Gurgelwasser, welches, aus indischen Kräutern bereitet, die ihm zeitweise nach Europa gesandt werden und deren pharmaceutische Verwendung hier unbekannt ist, dem Patienten zunächst furchibare Schmerzen verursachte, da es im Gaumen brannte, als sei Feuer darin. Die erste Folge dieser Procedur war das Aufbrechen zahlreicher neuer krebsartiger Geschwürchen in der Rachenhöhle, die nach fortgesetzier Behandlung mit dem Gurgelwasser in eine Eilerung üvergingen, die allerdings nach dem Ausspruche von Autoruäten, wie Prefessor Tardieu, einen günstigen Verlauf des Heilprozesses nun nicht mehr als durchaus unmöglich ansehen ließe, da es bisher der medicinischen W ssenschaft noch kaum gelungen, wirkliche Keebsgeschwüre zum Eitern zu brinden. Der Eiieradgang war ein sehr starker, doch hatte er auch eine beträchtliche Abnahme der Schmerzen im Gefolge. Neben dieser Procedur wurde das Drüsengeschwulst des Unterliefers durch Einreibung mit einem vom ärzilichen Beistande selbst gefertigten Oele beseiigt. Es wird nämlich von ihm eine eigene Freschart, äußerlich erkennbar an gelber Hauifarbe und rothen Augen, in siedendem Wasser, so zu sagen,„im eigenen Fete,“ gekocht und so eine ölige Flüfsigkeit zu Siande gebracht, welcher man das Verschwinden der Drüsen⸗Geschwulst zu danken hat. Diese Frösche waren namentlich in letzer Zeit sehr schwer zu beschaffen, da dieselben, meist in Wein⸗ dergen und wenig im Wasser sich aufhaliend, durch die Hitze der letzten Wochen sich größ:entheils in die Erde ver⸗ ktohen hatten. Durch Anwendung dieser verichiebenen Mittel ist der Botschafter augenblicklich wieder so wen her⸗ gestellt, daß er, ohne besondere Schmerzen zu verspüren, wieder selbst Nahrung zu sich nehmen, und sogar sprechen kann. Die kleinen Geschwürchen sind schon wieder zuge⸗ heilt und verschwunden, und nur das größere und Haupt⸗ geschwür erfordert noch eine längere ärziliche Behandlung, für welche Herr van Schmitt einen Zeinaum von acht Wochen als ausreichend bezeichnet hat.
„, Das Lomboifest zu Hanau. Hart bedrängt wurde während des oteißtgjäbrigen Krieges mehrmals die Stadt Hanau, und viel hatte sie besonders in dem Jahre 1635 auszustehen, als det kaiserliche Geueral Lombol die Stadt belagerte, welthe von dem schwedischen General Ramsoi unter dem Beistande der Bürgerschaft mit helden⸗ müthiger Tapferkeit vertheidigt wurde. Die brave Be⸗ satzung und Vürgerschaft ließ selbst da noch nicht den Muth sinken, als die zu der Vertbeidigung nothwendige Munition ausging, und der Mangel an allen anderen Lebensmitteln dazu zwang, die Zuflucht zu dem Fieisch von Pferden, Eseln, Hunden und Katzen zu nehmen, und dadurch die Sterblichkeit ungeheuer groß wurde. Aber diese Ausdauer sollte endlich besohnt werden, denn voll Jubel ersuhren die Bewohner durch einen zuverlässigen Boten, der sich mit Lebensgefahr durch das Heer der Velagerer geschlichen hatte, daß ihr geliebter Landesherr, Landgraf Wilhelm V., zum Enssatze heran zöge. Und in der That langte er in der Nacht vom 11. zum 12. Juni, begleitet von dem schwedischen General Leste vor Hanau an. Am 13. schon wurde die Enisch idungsschlach! geschlagen.— Seiidem wurde alljährlich dieses Befreiungsfest in Hanau gefeiert und allmälig kam es so in Ausschwung, daß es viele tausend Fremde, zum Theil aus großer Ferne, her⸗ beizog und eine weit verbreitete Berühmtheit erlangte.
% Dem 21. Jahresbericht der deuischen Gesellschaft von New-Orleaus zufolge war die Einwanderung, wenn auch immer noch sehr gering seit Beendizung des Krieges im Jahre 1867, bedeuiender als 1866, was der Gesell⸗ schaft mannigfaltige Gelegenheit gab, ibre volle Thäuigkeit anzuwenden und Beweise ihres wohlthätigen Zweckes zu liesern. So näyerte sih die bremische Barke Doreite am 19. October ohne alle frühere Anzeige mit 313 Pessagieren der Stadt, wo das gelbe Fieber wüthete. Nichts geschah von Seiten des städtischen Gesundheitsratbes, um die arglosen Ankömmlinge vor der Gefahr zu warnen. Es war die deuische Gesellschaft, welche, mit Hülfe des Mili⸗ tär⸗ Gouvernements, das Schiff in geböriger Enifernung von der Stadt anhalten und die Einwanderer von der gefährlichen Lage unterrichten ließ. Mit einem bereitlie⸗ genden Dampfer wurden sogleich Vorkehrungen getroffen, sämmiliche für den Westen bestimmie Passagiere an Vord zu nehmen und die Reise direct vom Schiffe aus nach St. Louis fortzusctzen. Von den 313 Personen ergriffen 264 die ihnen gebotene Gelegenreit und sind sämmilich ohne den getingstien Krankheitsfall an Ort und Stelle angelangt.
. Ein Prödchen von klassischem Jägerlatein wird aus Paris erzählt. Münchhausens Ruhm ist dahin; er müßte sich im Grabe'rumwenden, wenn er's wüßte. Leider fehlt zur vollfändigen Wiedergabe der Historte der Raum; der gencigte Leser mag sich die Sache selber ausmalen. In den Migazinen der Messageries Imperiales in Siota stand eine große Kiste, worin zwei große Schlin en siy befanden, die in Batua aufgegeben und für den zoologischen Garten in Marseille besiümmt waren. Der Kasten ist natürlich so verschlossen, daß die Schlangen nichtheraus können; dennoch gelingn es einem neu gierigen Kaler hinein zukommen, um alsbald zermalmt zu werden. Jetzt erfolgte die Procedur des Verschlingens. Das Schlangenmäunchen faßte den Kopf, das Weibchen den Schwanz der Katze, und so gehr's vorwärts, bis sie Nase an Nase sich gegenüber befinden, ihr Opfer als Ber⸗ riadungsstück. Was machen? Das kräftige Weibchen mochte einschen, daß ein Rückwärts nicht möglich war, mit hef iger Anstrengung schluckt es weiter, nicht schonend des geliebten Gatten. Aber es würgt sich selbst den Tod, der Bissen ist zu groß, es erstickt. Das Nach piel dieser tagischen Scene sind natürlich verwickelte Prozesse wegen des deppelten Verlustes der Schlangen und der Katze.
Berichtigung.
In der vorigen Nummer dieses Blaltes hat sich in einem Artikel ürer die egypusche Anleibe cin sinnentstellen⸗ der Drucksehler eingeschlichen. Statt 7% Sconio muß es nämlich heißen: 70 Rente.
wayhrscheinlich nicht minder gut versehen mit solchen Apparaten auf ihren Beobachtungsstationen erscheinen, obwohl Levtrriers kleinliche Geheimniß⸗
krämerei über die Ausstattung der Expedition
Oeffentlichkeit dringen läßt. Die Expedition, welche der Papst absendet, ist unzweifelhaft von dem verdienstvollen Astronomen Pater Secchi in Rom angeordnet, der gerade in der Spektral⸗Analyse Großes geleistet hat wohl gerüstet dastehen wird, um in dem wichtigen Streit üder die Naturbeschaffenheit der Sonne ein möglichst entscheidendes Urtheil
und ganz sicher
fällen zu können.—
gar zu wenig an die Apparaten versorgt und
zu unterscheiden.
von Fixstern⸗Nebeln angefertigt, welche das Prachtwollste bieten, das je ein Fernrohr zeigen kann. deshalb auch die englische Expedition
Für die bevorstehende Sonnenfinsterniß wurde mit den besten photographischen die Instruktionen geben ausgezeichnete Anweisungen
sür die Behandlung der lichtempfindlichsten Präparate, die einen günstigen Ersolg versprechen.— Zu erwähnen ist ferner, auch mit großen Polarisations- Apparaten ausgestattet sein wird, welche man im Stande ist, direktes und reflektirtes Licht von einander Man hofft dadurch ermitteln zu können, ob die über
daß die englische Expedition durch
eigenes Licht
In neuerer Zeit bat sich auch die Photographie zu einer Gehilfin der Astronomie aufgeschwungen, und hauptsächlich ist sie nunmehr bei Sonnenfinsternissen ganz unentbehrlich geworden. Der verdienstvolle römische Astronom Secchi hat während der totalen Sonnenfinsterniß vom 12. Juli 1800 fünf Bilder derselben anfertigen lassen, wovon nur zwei theilweise gelungen sind; jedes derselben aber wird mit Recht als eine unschätzbare wissenschaftliche Errungenschaft angesehen, denn sie verewigen einen wunderbaren Anblick, den der Beobachter am Fernrohr sonst nur in einem flüchtigen und vielen Täuschungen unterworfenen Anblick zu er⸗ haschen vermochte. Sie zeigen beide, daß in beträchtlicher Höhe gewaltige lichte wolkenartige Massen die Sonnenkugel umschweben, die nur bei Sonnenfinsternissen sichtbar werden.
Die Astronomen in England und in Amerika haben sich denn auch mit dem glücklichsten Erfolge der Photographie als Hilfsmittel der Himmelskunde bemächtigt. Es sind von ihnen Mondkarten und Bilder
der Sonnenkugel schwebenden lichten wolkenartigen Massen baben oder ob sie an sich wie unsere irdischen Wolken dunkel sind und nur im erborgten Sonnenlichte strahlen.
Technologisches.
um Waffen vor Rost zu schützen, hat Artilleriehauptmann Dy den Verschluß der Gewehre mit hölzernen Mundpfropsen und Zinkplättchen, bei Säbeln das Einfugen von Zinlplättchen in die Späne der Scheiden empfohlen. Sobald nämlich Zink das Eisen metallisch berührt, wird stets nur das Zink rosten, während dae Eisen vollkommen blank bleiben wird, so lange noch genügend von dem Zink vorhanden ist. Man kann diese Erfahrung auch für alle Eisenwaaren benutzen, die man vor Rost schützen will.


