Ausgabe 
20.2.1868
 
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o heißt es an einer Stelle,Gott möge mir Pag sein. Entsetzlich ist die Schllderung Schoͤnbecks von em Absterben der Seinigen; er sagte in einem Briefe: die Kinder schliefen sanft und ruhig ein, nur klein Albert(ein Knabe von 7 Jahren) kaͤmpfte lange und zrausig mit dem Tode Sämmtliche Personen lagen wohl ausgekleidet in ihren Betten, Schönbeck mit der 5 in einem Zimmer. Auf dem Bette der drei Mädchen and man das Bild ihrer verstorbenen Muiter(die jetzige Frau des Schönbeck war ihre Stiefmutter, aber zugleich die Schwester ihrer verstorbenen Mutter) mit einem Kranze umgeben In diesem fand man auch die Ueberreste des schnell wirkenden Cyancaliums vor; neben den auf einem Tische umherliegenden Geraͤthschaften lag ein Zettel, durch den Schönbeck vor denselben warnt, da sie giftig seien. Auch zwei scharf geladene Pistolen mit gezogenen Hähnen lagen da. Den Giftstoff hatte Schönbeck auf einen Giftschein, angeblich zu technischen Zwecken, aus der Patze'schen Apotheke entnommen, nachdem er am 10. d. M. es vergeblich versucht hatte, solchen in größerer Quantität aus einer hiesigen Droguenhandlung verabfolgt zu erhalten. Unzweifelhaft war es die äußerste Zerrüttung der Vermögensverhältnisse, welche die Famille zu dleser schauerlichen That trieb, und bereits längere Zeit scheint Schönbeck mit dem Plane umgegangen zu sein, wie aus Aeußerungen desselben gegen einen Verwandten hervorgeht.

, Die Beobachtungen des Herriedener Wetterpropheten, welche verschiedene Blätter von Zeit 8 Zeit bringen, werden mit vielem Interesse gelesen und eßbalb möchte wohl nicht unerwünscht sein, über die Persönlichkeit desselben einige Auskunft zu erfahren. Die Dorfzeitung sagt darüber:Der Name des trefflichen Mannes it Dr. Heidenstreiter; er ist 50 Jahre alt, lebt in Herrieden bei Ansbach, bat sich als praklischer Arzt ein großes Vermögen erworben, seine Praxis einem anderen Arzte übergeben und lebt nun ganz der Er⸗ sorschung der natürlichen Wetterbedingungen, der Wind⸗ irömungen dc. Er soll auf die wissenschaftliche Er⸗ sorschuug und auf den Bezug der Depeschen aus aller Welt große Summen verwenden.

Schiffsnachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.

Southampton, 17. Februar. Das Postdampsschiff des Norddeutschen LloydNew Pork, Capt. F. Dreyer, welches am 6. Februar von New⸗ Pork abgegangen war, ist heute Vormittags 11 Uhr nach einer schnellen Reise von

10 Tagen wohlbehalten unweit Cowes eingetroffen und hat um 1 Uhr Nachmittags die Reise nach Bremen sortgesctzt. Oasselbe bringt außer der neuesten Post 73 Passagiete, volle Ladung und 476,000 Dollars an Contanten.

New-⸗Herk, 17. Februar.(Per transatlanlischen Telegraph.) Das Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd Deutschland, Capt. H. Wessels, welches am 3. Februar von Bremen und am 5. Februar von Southampton ab⸗ gegangen war, ist gestern 1 Uhr Morgen nach einer

schnellen Reise von 10 Tagen wohlbehalten bier an- gekommen.

Sonst und Jetzt in Beziehung auf Verkehrswege.

Wenn Morgens in dem Parlament zu London,

oder zu Berlin, oder Paris eine bedeutende Rede

gehalten wird, wenn in Petersburg, oder in Wien eine Feuersbrunst ausgebrochen ist, so wird die Nachricht davon noch an demselben Tage Abends in unsern Blättern, und weiterhin fast in allen Städten Europa's, gelesen. Dies geschieht durch Vermittlung des elektro magnetischen Telegraphen, einer Erfindung, welche der neuesten Zeit angehört, von Tag zu Tag vervollkommnet und in immer weiteren Kreisen angewendet wird. Würden unsere Vorfahren plötzlich in die Mitte gestellt, sie müßten diese Einrichtung als ein Wunder anstaunen, vielleicht würden sie an eine Zauberei denken. Denn wie langsam, schwerfällig, unsicher, dazu wie kostspielig war ehedem der Brieswechsel, über- aupt der Verkehr ins Ausland!

Betrachten wir die ersten Mittel, die fort- schreitende Beschleunigung und die gegenwärtige Leichtigkeit und Schnelligkeit des Verkehrs.

Zuerst wurden Nachrichten von einem Orte zum andern gebracht durch Boten; man benützte die Gelegenheit, reisenden Handelsleuten einen Brief zu übergeben. Aber die Beschaffenheit der Wege, die Mangelhaftigkeit und Langsamkeit der Schifffahrt, verzögerte jede Reise. Selbst Eil boten oder Kuriere erscheinen unserm Auge als langsam. Vor Angriffen waren diese, so wenig wie die Kaufleute sicher.

Mit der Einführung der Posten, am Anfange des 16. Jahrhunderts, geschah ein wesentlicher

Fortschritt. Durch sie wurden regelmäßig wieder kehrende Gelegenheiten zu Briefsendungen dar geboten; für schnellere Vollendung der Reise

wurde durch Pferdewechsel, für Sicherheit durch

bewaffnete Begleitung gesorgt. Aber lange Zeit beschrieben Posten nur einige bestimmte Linien, von einer Hauptstadt zur andern; nur allmählich wurden sie dem gemeinen Besten dienstbar Wo Posten nicht gingen, oder gar wo Straßen fehlten, wie in den Gebirgen, war an einen geregelten, schnellen Verkehr nicht zu denken.

Lange hielt sich dieser unvollkommene Zustand; in dem einen Lande geschah mehr, in dem andern weniger für Straßenbau, und Beschleunigung der Posten. Am Anfange des 19. Jahrhunderts wurden die Eilwagen eingeführt, welche Tag und Nacht ununterbrochen mit öfter wechselnden Pferden fortgingen. Aber was sind die Eilwagen gegen die Besörderungsmittel unserer Zeit!

Da begann ein neues Zeitalter; die Erfindung der Dampfmaschine(1763), ihre Anwendung auf den Verkehr zu Wasser und zu Land beflügelte die Reisen, und erleichterte alle Arten des Austauschens.

Unübersteiglich scheinende Hindernisse hat die Kunst und Anstrengung des Menschen überwunden; Berge scheinen geebnet, Thäler sind ausgefüllt; die Strömung des Wassers ist kein Hinberniß mehr. Eine Reise, welche noch vor einem halben Jahr- hunderte eine ganze Woche in Anspruch nahm, wird in einem Tage zurückgelegt.

Mittlerweile hatte der erfinderische Geist des Menschen auch durch die Luft eine Bahn gesucht. Allein die Luftschifffahrt hat sich bis jetzt noch nicht dem Willen des Menschen gefügt. Ebenso erfuhr die Taubenpost nur eine beschränkte An⸗ wendung. Der optische Telegraph ist schwerfällig, bei nebligtem Himmel nutzlos.

Dagegen hat der elektro-magnetische Telegraph in Verbindung mit Eisenbahn und Damypfschiff mehr geleistet, als die kühnsten Wünsche auszu⸗ sprechen vermochten. Durch sie sind Raum und Zeit zusammengezogen, gewissermaßen ganz ver⸗ schwunden.

Verloosungen.

Darmstadt, 18. Febr. Bei der am 15. d. M. datt⸗ gehabten Ziehung der Großb. Partialschuldscheine vom 15. Oktober 1834(25 fl.⸗Loose) fielen auf die nach⸗ stehenden Nummern die beigesetzten Hauptpreise: Nr. 20,972 20,000 fl., Nr. 43 579 4000 fl., Nr. 31,129 200 fl., Nr. 65.406 1000 fl., Nr. 28,275 und 70,883 je 400 fl., Nr. 25,822 und 92 081 je 200 fl., Nr. 13,152 und 65,038 je 100 fl.

Herr Beneficiat Itzel hat, wie uns von glaubhafter Seite mitgetheilt wird, in Bezug auf unste Erklärung in Nro. 20 des Anzeigers vor versammelter Eemeinde sich dahin geäußert, er müsse an dieser Stelle erwähnte Sache zur Sprache bringen, denn es stehe ihm in ganz Oberhessen kein Blatt zu einer Rechtfertigung oder Vertheidigung zu Gebot, alle ober⸗ hessischen Blätter, namentlich aber die Kreisblätter, seien der katholischen Kirche seindselig gestimmt und schöpften ihre gehässigen Nachrichten aus den Wiener St.. blättern zt. Auf den letzteren Passus und auf alles Das, was der Herr Beneficiat sonst Schmeichelhaftes gegen uns vorzudringen so freundlich war, baben wir vorläufig nichts zu ant⸗ worten, derartige Auslassungen an geweihter Stätte sind durch sich schon und gewiß auch durch das Urtheil der Zuhörer gerichtet. Wir wollen dem Herrn Bencficiaten deute nur die öffentliche Erklärung zugehen lassen, daß er sich im Irrtbum befindet, wenn er etwa glaubt, wir würden seine Rechtfertigung oder Vertheidigung zurückweisen. Nein, Herr Beueficiat, unser Blatt steht Ihnen zur Erwiederung zu Gebot. Nach allen Dem, was wir über Ihre mündliche Vertheidigung gehört, kann es uns nur erwünscht sein, wean auch das größere Publikum und alle unste Leser nicht in Unkenntniß bleiben über die Art und Weise, wie Sie die gegen uns ausgesprochene Be⸗ schuldigung glauben rechtfertigen zu können. Die Redaction.

282 Nach fruchtlosem Versuche gütlicher Einigung ist über den Nachlaß des Schubmachermeisters Wilhelm Kratz, sowie Las Vermögen von dessen Wiltwe Eva, geb Schmidt, zu Wachenbuchen der förmliche Concurs erkannt worden. Es weiden deshalb sämmtliche Gländiger der Ge. nannten aufgefordert tbie Anspräche im Termin den 3. März d. J., Vormittags 9 Uhr, dahler anzumelden und zu begiünden, auch alsbald Bewels dafür anzutreten, widri u enfalle die Ausbleiben den von der vorhandenen Masse ausgeschlossen, mangel⸗ hafte Anmeldungen aber zurückgewiesen werden. Das Präclasiv Dekret wird nur durch Anschlag im Oerichtslocal publicirt werden. Ddanau am 24. Januar 1868. Königliches Antogericht Abtheilung II A ö st e r. vdt. Frandkenberg.

Holz- Versteigerung. 396 Dienstag den 25. l. M., sollen in den hlesigen Ge⸗ meindewaldungen: 1. Difrikt dinterwald 4 Stecken Buchen Scheldbolz, 7 Prügelbolz, 1 9 Stockbolz, 157 Stück Buchen Wellen Relsbolz. 2. Diffrükt Neuwald 112 Stecken Kiefern- Prügelholz, 9571 Stockholz, 5 Reisbolz,

146 Stüd Stämme und Stangen von bis 10% Durchmesser und 2035 Länge= 1210 Cbksß. haltend,

verkauft werden. Die Zusammenkunft ist Morgens 10 Uhr am Ein-

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608 neuen Waldes im Hainchen.

ölfersbeim am 18. Februar 1868. melstetel Wölfersheim

Großberzogliche Bürger Ailv ohn.

Güter- Verpachtung.

375 Freitag den 21. d. M., Vormittags 9 Übr, sollen in hiesigem NRatbhause die Giterstücke des Herrn Gott⸗ lteb Kertinger dahier in Friedberger Gemarkung in Folge freiwilligen Antrags auf weitere sechs Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden.

zrtedberg am 14. Februar 1868.

Oroßberzogliches Ortsgeticht Frtedberg B. d. B.:

Der dienstälteste Gerichtsmann Fouc ar. Bekanntmachung. Dolzverstselgerung in der Oberförsteret Rocgbach betreffenv. 390 Mittwoch den 26. d. Mis. kommen in den Diftricten Mainzerhecken, Weserfeldscherwald und Katzen Urn, des Rosbacher⸗-Oomanlalwaldes, zur offentlichen Versteigerung an die Meiäbtetenden; rt: Scheidholz: 1 Stecken Buchen, 2 Stecken 3 Stecken Eichen, prägelholz: 21¼ Stecken Eichen- und Birken⸗, Stecken Nadelholz,

Ober-

Birken,

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Slockhol: 2 Stecken Buchen-, 9 Stecken Eichen⸗, Birken- und Nadelholz, Reiserholz: 1150 Wellen Buchen-, 9400 Wellen Eichen, Birken⸗, 3600 Wellen Nadelholz. Bau-, Werk und Rußholz.

Stammhbolz: 40 Eichen in 482 Cubilfuß, 18 Fichten in 142 Cubikfuß, 4 Buken in 15 Cblfß.,

Stangenholz: 3 Eichen in 8 Cubiksuß, 1 Birken in 3 Cublkfuß, 410 Fichten in 863 Cubikfuß. Zusammenkunft and Anfang der Bersleigerung

Morgeno Uhr am Forstgarten im Westerseldschen⸗ wald. Ober Rosbach den 17. Februar 1868.

Großherzogliche Oberforsteret Ober Rosbach Bling mann.

Versteigerung von altem Bettstroh.

397 Samstag den 22. d. Mts., Vormittags 10 Ubr, wird das alte Beustroh aus etwa 290 Strobsäcken des

dabtet garnisontrenden Bataillons auf dem Ber⸗ waltungsbüreau gegen daare Zahlung parthteenweise versteigert.

Friedberg den 19. Februar 1868 Großbetzogliche Garnison- Verwaltung Klöpper, Quartiermeister.

Edictalladung 395 Nachdem Namens der Wolf Mapers Ebe⸗ leute(Firma Hirsch Maper Sopn) dahter deren Insolvenz angezeigt worden ist, werden Alle, welche Ansprüche au dieselben bilden, zu deren alsdaldiger An⸗ meldung bedufe Richtigstellung des Status getiv. et passiv. hiermit aufgefordert.

Zugleich wird dekannt gegeben, daß den genannten Eheleuten segliche Dispofition üder die Masse det ge- setzlicher Strafe untersagt, Herr Collektor Kuhl dabler provlsorisch als Massecurator bestellt worden ift und daß alle Schuldigkeiten an die genannten Ebeleute gültig und det Meidung doppelter Letstung nur an diesen Massecurstor de⸗ richtigt werden konnen.

Endlich wird dem flüchtig geworden Wolf Maper aufgegeben, sich binnen 14 Tagen bier zu gestellen oder einen gehörig Bevollmächtigten zu legetimtren, als sonst alle ihn angebenden diesseltigen Erlasse lediglich durch Anschlag im Gerichte local als ihm infinutrt augeseben werden sollen.

Butz dach den 18. Februar 1868.

Großherzogliches Landgericht Butzbach Dr. Glimer, Freseutus, Landrichter. Landgerichts Assessor.

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neben der Post. 2525⁵