preußische Armee hätten Ankäufe von Pferden in Holstein stattgefunden.
— Die„Zukunft“ macht am Schluß ihrer Besprechung der Kieler Königsrede die nicht üble Bemerkung:„Der Hinweis auf die Stärke unseres Heeres enthält für uns wenig Tröstliches, indem er gewissermaßen die Garantie des Friedens in die Militärkraft legt, unter deren Last die Völker so zu leiden haben, daß sie des Friedens nimmer froh werden können. Und wenn ein gut gerüstetes Heer wirklich solche Garantie ist, hat dann Napo⸗ leon nicht Recht, wenn er Frankreich bis an die Zähne bewaffnet, um den Krieg— zu vermeiden? Die Uebrigen aber, die an Friedfertigkeit nicht nachstehen wollen, thun's nach und— Europa ein Feldlager zur Sicherung des Fried ens, das ist die erbauliche Aussicht, die sich uns eröffnet.“
— Der„Zeidler'sche Corresp.“ wird don London geschrieben: England wünscht in erster Linie die Erhaltung des Friedens; wenn es aber in der That dahin kommen sollte, daß Frankreich sich zu einem Angriff Preußens fortreißen ließe, so dürfen Sie überzeugt sein, daß England sich nicht darauf beschränken wird, lediglich seine Sympathieen für Preußen zu erkennen zu geben, daß es vielmehr jedenfalls im Laufe des Krieges mit seinen militärischen Kräften und seinen Geld⸗ mitteln dasselbe unterstützen wird. Ich kann Sie auf das Bestimmteste versichern, daß dies durchaus den Absichten des gegenwärtigen englischen Kabinete entspricht.
Kiel. Wie verlautet, wird der König von Preußen Nordschleswig nicht bereisen, vielmehr füdlich von Apenrade und Hadersleben umkehren. Auf die deutschen Bewohner jener Gegenden wird dieser Umstand einen beunruhigenden Eindruck machen, da daraus hervorzugehen scheint, daß die Abtretungsfrage immer noch als eine schwebende angesehen wird.
Von der schleswigschen Westküste wird mitgetheilt, daß die preußische Staatskasse die Vergütung für die in der Kriegsperiode ge⸗ schehenen Leistungen und Lieferungen an k. k. Truppen, welche österreichischer Seits unbezahlt gelassen sind, übernommen hat. Daß für Apenrade und Tondern die Anweisungen erfolgt sind, ist bereits bekannt geworden; auch für Tönning sind eirta 11,000 Mark angewiesen, für Garding 6000 Mark u. s. w.
Gotha. Die gegen den Rechtsanwalt Streit aus Coburg wegen Unterschlagung und Verun⸗ treuung ihm anvertrauter Gelder anhängig ge⸗ wesenen Schwurgerichtsverhandlungen haben mit dessen Verurtheilung zu 4 Jahren Zuchthausstraft geendigt. Seine Vertheidigung hatte der Rechts anwalt Albert Träger aus Cölleda übernommen und mit glänzender Beredtsamkeit durchgeführt; völlige Freisprechung konnte bei der Lage der Dinge freilich auch die brillanteste Vertheidigung nicht erwirken.
Rudolstadt. Die Gesetzsammlung bringt mehrere Deklarationen über verschiedene Bundes ⸗ gesetze; u. A. wird das Freizügigkeitsgesetz dahin erklärt, daß jeder Bundes angehörige, welcher eine eigene Wohnung oder ein Unterkommen sich zu verschaffen im Stande ist, das Recht hat, inner⸗ halb des Bundesgebietes an jedem Orte Grund⸗ eigenthum aller Art zu erwerben 1c.
Oesterreich. Wien. Die polnischen Mag · naten in Galizien tressen Vorbereitungen zu einem glänzenden Empfange des Kaisers. Graf Adam Potocki, der im Besitze des Galawagens ist, in welchem der letzte König von Polen zur Krönung suhr, hat dieses historische Möbel frisch aufputzen lassen, damit es Franz Joseph I., welchem der polnische Adel die Krone Sobieski's aufs Haupt setzen möchte, in das gräfliche Schloß bringe.
— Die Russen bewachen die Gränze gegen Galizien strenger als je; auch verlautet, daß jede Woche neue Regimenter aus dem Innern nach dem„Weichselgouvernement“ vorrücken.
Frankreich. Paris. Eine gewichtige Stimme mehr für den Frieden! Guizot veröffent⸗ licht in der„Revue des deux Mondes“ einen Aufsatz unter dem Titel:„Frankreich und Preußen vor Europa verantwortlich“, worin er nach auf⸗
merksamer Prüfung der gegenwärtigen Lage und des Charakters und der Neigungen der für die europäische Politik maßgebenden Persönlichkeiten gegründete Hoffnung hat, daß Preußen sowohl als Frankreich, der ungebeuren Verantwortlichkeit bewußt, welche jede der beiden Mächte durch An⸗ fachung eines in seinen Folgen für ganz Europa unabsehbaren Kriegs übernehmen würde, den Frieden zu erhalten wissen werden, daß Preußen sich auf den Genuß und die Verwerthung der errungenen Erfolge beschränken und Frankreich in diesem Falle den abenteuerlichen Projekten und Rathschlägen einer kleinen Fraction im Lande kein Gehör schenken werde. Was den Kaiser Napoleon betrifft, so zweifelt Herr Guizot keinen Augenblick an der Aufrichtigkeit der friedlichen Erklärungen, welche der Kaiser wiederholt persönlich und durch das Organ seiner Minister abgegeben hat; um so dringender empfiehlt Herr Guizot dem fran⸗ zösischen Staatsoberhaupte, sich vor Allem der gemäßigten Intentionen Preußens zu versichern und dann seiner eigenen Friedensliebe durch eine Versetzung der Armee auf den Friedensfuß Aus- druck zu geben.
— Der„Gaulois“, welcher eine ganz beson⸗ dere Vorliebe dafür hat, einen Winterfeldzug gegen Deutschland zu predigen, muß nun natür⸗ lich auch die entsprechenden Enten erfinden. Er meldet daher:„Agenten der französischen Regierung machen in diesem Augenblicke in Newyork bedeu⸗ tende Einkäufe von Korn, eingemachten Früchten, Rauchfleisch und wollenen Decken. Sämmtliche Lieferungen müssen in kürzester Frist bewirkt werden.“ Und man wundert sich noch, daß eine Armee, welcher man solche Leckerbissen verspricht, vor Ungeduld brennt, ins Feld zu rücken!
— Der„Abend- Moniteur“ sagt:„Das Ensemble der politischen Situation Europas fährt fort, friedlich zu sein. Die meisten Souveräne Europas sind jetzt von ihren Hauptstädten ab wesend. Die Regierungen bestreben sich, in den verschiedenen Fragen, die ihrer Prüfung unter⸗ breitet werden, den Ideen der Mäßigung Geltung zu verschaffen.“
— Der Kaiser hat, wie der„Moniteur“ meldet, das Lager von Lannemezan besucht und wurde dort von den Truppen und der herbei⸗ geströmten großen Volksmenge enthustastisch em⸗ pfangen.
talien. Florenz. Die hiesigen Jour- nale bringen jetzt gleichfalls die Mittheilung eng⸗ lischer Blatter, daß der General Failly das Treffen bei Mentana gegen einen zwei Stunden früher empfangenen Befehl Napoleons geliefert habe und sich dabei wesentlich durch die Rücksicht auf eine Erprobung der Chassepots habe leiten lassen.
„ Friedberg. Nachdem einem in Folge des Ablebens mehrerer Stadtvorstände von Seiten des Gemeinderaths gestellten Antrage auf Ergänzung desselben die Genebhmi⸗ gung Großherzoglichen Ministeriums des Innern zu Theil geworden, ist mit den Vorarbeiten zu dieser Wahl bereits begonnen worden und soll dieselbe in kürzester
Frist vorgenommen werden. Wie wir hören, sind drei 2
Mitglieder zu wählen und zwar von jeder Abtheilung 1 Miiglied. 5 = Friedberg. In New⸗Porker Blättern liest man:
Der als Mörder seiner Frau und seinet drei Kinder;
in New⸗Dork verhaftete Heinrich Schäfer aus Bretzenheim in Rheinhessen war erst vor zwei Monaten in Amerika angelangt. Von Paderson, wo er Arbeit gesunden hatte, schrieb er an einen Jugendfreund in seinem Heimathsorte, und gab diesem seine volle Abresse unter der Voraussetzung, daß dieser reinen Mund halten würde. Er haue sich aber getäuscht; der Freund theilte die Abresse der Gerichis⸗ behörde am 30. Juli mit und diese telegraphirte sofort pet allanlisches Kabel an den Konsul für Hessen⸗Darmstadt, Hrn. Keuigen in New⸗York, ber die Depesche am 31. Juli empfing und die Verhaftung des Mörders veranlaßte, die am 1. Aug. staitsand. In diesem Falle hat sich die Wichtigkeit und Nützlichkeit der telegraphischen Verbindung mit Europa wieder recht eclatant gezeigt; binnen zwei⸗ mal 21 Stunden nach erfolgter Anzeige in Hessen⸗Darm⸗ stadt hat den in dem 4000 Meilen en:fernten Orte Pader⸗ son weilenden Mörder bereits die Hand der Gerechtigkeit
gefaßt.
Friedberg. Die kürzlich für unsere Stadt und mehrere benachbarte Orte angekündigte Einquartierung preußischer Truppen ist ausgeblieben, da des velreffende Bataillon seine Marschroute geändert hat.— Die Manöver uaserer Hessischen Division yehen am 19. d. zu Ende, am 20. ist Rasliag, am 21. treten die verschiedenen Truppen⸗ theile den Rückmarsch in ihre Garnisonen an, so daß unsere zukünftige Besatzung, das 1. Jägerbataillon, am
22. d. dahier einrücken wird. Das 2. Infanterie⸗Regiment wird am 21. per Eisenbahn nach Gießen befördert und soll, wie wir vernehmen, an der hiesigen Station ein halbstündiger Aufenthalt bes Zuges stattfinden.
Frankfurt. Die hiesige Gartenbaugesellschaft„Flora“ beabsichtigt, ein Aquarium anzulegen und läßt bereits die Erdarbeiten dazu ausfühen. Mit Professor Luer aus Hannover, welcher dort ein Aquarium anlegte und gerade jetzt in Berlin ein solches baut, ist der Vertrag abgeschlossen worden, nach welchem die hiesige Anlage am 1. Mai 1869 vollendet sein muß.
Gießen. Gutem Vernehmen nach hat die von der hiesigen Bürgerschaft ausgehende Agisation für Anlegung des neuen Bahnhoses in der Stephansmark keinen Erfolg gehabt und soll die Vereinigung der neuen Bahnhofsgebäude mit den seitherigen auf dem Seltersberg beschlossen sein.
Darmstadt. Der Bau der Riedbahn schreitet rüstig fort, so daß in kurzer Frist ein Theil derselben vollendet sein wird. Es gilt dies hauptsächlich für die Strecke Darmstadt⸗Griesheim Wolfskehlen.
Aus Rheinhessen. Am 12. d. hat sich in den
Orb'schen sog. Sodasteinbrüchen zwischen Westhofen und Gundersheim ein schreckliches Unglück ereignet. Es stürzte nämlich die über 1000 Ceniner schwere Felsmasse einer überhängenden Höhlenwand über einen trotz vielfacher Warnung darunler beschästigten Arbeiter zusammen. Die Beine des Unglücklichen lagen bis zur Hälfte, sowie auch eine der Hände unter den Steinen ganz zusammenge⸗ quetscht und eigentlich nur noch durch die Kleider ver⸗ dunden. Erst spät am Abend gelang es unter den schwersten Anstrengungen den Verunglückten zu befreien, nachdem die auf ihm liegende Felsmasse durch Pulver gesprengt war. Von Mittags 3 bis Abends 10 Uhr lag er unter der Steinmasse völlig bewußt und besonders bei den Sprengungen gräßlich schreiend. Als man ihn darauf an die Luft brachte, erlosch er wie ein Licht im Zugwind Seine Leiche ist natürlich gräßlich verstümmelt.
München.(Rinderpest.) Durch amtliche Erhe⸗ bung ist der Ausbruch der Rinderpest in hiesiger Gegend conflatirt worden. Bei dem furchtbar schnellen Umsich⸗ greifen dieser verderblichen Seuche ist wohl eine Warnung vor Gefahr und Ermahnung zur Vorsicht dringend ge⸗ boten. Da Zahlen unwiderlegliche Beweise sind, so wollen wir hier nur die statistischen Erhebungen über die Ver⸗ heerungen, welche die Seuche in den Jahren 1865 und 1866 in Holland angerichtet hat, nach dem holländischen „Staats⸗Courantes“ zusammenstellen. In den fünf Pro⸗ vinzen Süd⸗Holland, Nord⸗Holland, Utrecht, Gelderland und Nordbrabant erkrankten seit dem Ausbruch der Krank⸗ heit(in etwa 1½ Jahren) im Ganzen 149,209 Stück; gestorben sind davon 73,493 Stück, gelödtet wurden 28 351 Stück; genesen sind 48,238 und in Behandlung geblieben 1270 Stück.
Brief kasten.
An 2?— Für das übersandte, von Frauenhand gar zierlich geschriebene Gedicht:„Zum Gruß Ihr schmucken Jäger“ u. s. w., will es uns jammern, wenn wir das⸗ selbe dem papiergrauen Anzeiger überliefern würden. Auf weißen Ailas gedruckt, von etlichen ditto gekleideten Jung⸗ frauen überreicht, das müßte Effect machen!— Doch: „Spiele nicht mit Schießgewehren!“ Die scharsblickenden „schmucken Jäger“ sollen sehnsüchtigen Herzen noch gefähr⸗ licher sein, als—— Musketiere. D. Red.
l Gg 96. geg gel eg 686 968. 68960 68698
2 Untenstehender Beweis zeugt für die Be- 3 währtheit des Dr. med. Hoffmann's; weißen 4
2 1 Kräuter-Prust- Syrup. f
K 2250 Ich litt seit mehreren Jahren an Brust⸗ schmerzen, Kehlkopfeutzündung u. heftigem 1 Husten, wogegen ich sehr viel gebraucht habe, 4 jetoch vergeblich. Erst nachdem ich dieses Früß⸗ 2 jahr einen Zersuch mit dem Dr. med. Hoffmann's 7 raͤuter⸗ 0 gemacht batte, schienen Kräuter⸗Brust⸗Syrup cht hatte, sch sich meine Uebel zu mildern, und nachdem die 2 si 1 ch ich di Kur fortgesetzt hatte, war ich in kurzer Zeit von I meinen Leiden befreit. 1 Zellerfeld am Harz, im Mai 1864. Wilh. Böhm, Kaufmann. 7
ür Friedberg ig dieser Sprup in glaschen 2* 1 fl. Is kr., 32 kr. und 26 kr. siets echt zu 4 ha en bei Herrn J. A. Windecker.
r.
Ein Schreinergeselle
2254 kann in Arbeit treten bei Jakob Scheuner, Schreinermeisler zu Bruchenbrücken.
Ein Garten,
2243 mitten im Burgfeld gelegen, ist aus freier Hand zu verkaufen. Näheres bei f 1
Glasern Weckerling.
bei K. Friedrich neben der Post in Friedberg.
Herrenktragen


