Ausgaben zu bestreiten, und hält die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und allgemeinen Be⸗ steuerung für untrennbar. Redner spricht sich schließlich für Einführung der Einkommensteuer ganz nach preußischem Muster aus, und zwar unter Aufhebung der Personalsteuer. Vom Re- gierungstisch aus wird äußerste Vorsicht in Ver⸗ anlagung einer neuen Steuer anempfohlen. Hurnsinger vertheidigt die Regierungsproposition, indem er die preußische Art der Besteuerung nicht sür angemessen hält. Eine Zuziehung Aller bis zu Kindern und Dienstboten herab sei gewiß nicht das Richtige. Die Abgg. Stockhausen und Edinger stellen den Antrag, die Regierungs- vorlage abzulebnen und der Regierung die Er- mächtigung zu ertheilen, den für die Einkommen- steuer vorgesehenen Betrag von 175,000 fl. durch Erböbung der Steuerausschläge zu decken. Wirth ist der Ansicht, das Defizit durch ein Anlehen zu recken. Schäfer glaubt, daß die Ausgaben für das Militär noch größer würden und deßhalb der von Wirth vorgeschlagene Ausweg ein falscher sti. George spricht sich auch dahin aus, für dies Jahr von Einführung einer Einkommensteuer abzusehen, zur Deckung der Mehrausgaben ein Anlehen aufzunehmen und im nächsten Jahre durchaus die preußische Steuergesetzgebung ein⸗ zuführen. Dumont erklärt sich für den Aus⸗ schußantrag, indem die nun bestehende Steuer- gesetzgebung nicht jeden Steuerzahler in richtigem Verhältniß belaste, und spricht sich entschieden für Annahme des preußischen Systeme und gegen eine Kapitalaufnahme aus. Volhard glaubt, preus⸗ sischen Ausgaben müßten nicht bloß preußische Einnahmen, wie es im Ausschußbericht heiße, sondern auch preußische Ersparungen vorausgehen, und solle man vor allen Dingen das ganze Ver⸗ waltungswesen des Landes einer Vereinfachung unterziehen. Er stimme gegen Einführung einer Einkommensteuer überhaupt. Eine Verbesserung in der Anlage der Personalsteuer halte er unbe⸗ dingt für zweckmäßiger und einträglicher. von Biegeleben hält die möglichen Ersparungen für gänzlich unzureichend zur Deckung der erhöhten Bedürfnisse, und glaubt, daß in der Einkommen⸗ steuer das einzige Mittel hierzu gefunden sei. v. Gagern: Er stimme nicht mit dem Ausschuß⸗ antrag überein. Derselbe enthalte ein Mißtrauens⸗ votum gegen das Finanzministerium, und dieß halte er nicht für gerechtfertigt. Wernher glaubt, daß die Mittel zur Deckung der erhöhten Bedürfnisse im Lande selbst gefunden werden könnten, und daß eine Inanspruchnahme des Staatscredits nicht nöthig sei. Er empfehle un bedingt die Annahme des Ausschußantrags. Die Abstimmung ergibt die Absicht der Kammer, in die Spezialdiskussion der einzelnen Artikel zu willigen, ohne jedoch die Einführung der Ein. kommensteuer von vornherein schon gut zu heißen.
— Von Seiten der Division sind der groß ⸗ herzogliche Major v. Grolman vom I. Reiter⸗ Regiment und der großh. Major Bechstatt vom IV. Infanterie⸗ Regiment zu Mitgliedern der Prüfungs ⸗Commission für einjährig Freiwillige bestimmt, sowie Stabsarzt Dr. Kappesser als Arzt derselben zugetheilt worden.
Aus der Wetterau. Es muß in der That auffallend erscheinen, daß die Blätter der Residenz, und zwar aller Parteifarben, überein ⸗ stimmend bemüht find, dem Zustandekommen der oberhessischen Eisenbahnen entweder direkt entgegen zu arbeiten und eine rasche gedeihliche Entwicklung der im Gange befindlichen Unterhandlungen zu hintertreiben, oder daß sie sich zur Aufgabe
gemacht zu haben scheinen, die oberhessische Eisen⸗
bahnangelegenheit aus dem Bereiche ihrer Be⸗ sprechungen vollständig fern zu halten und dadurch ein größeres und lebhafteres Interesse auch außer⸗ halb der Provinz Oberhessen nicht aufkommen zu lassen. So bringen die„Hessischen Volksblätter“ in einer ihrer letzten Nummern eine ausführliche Kritik des mit dem Hause Erlanger abgeschlossenen Vertrags und kommen zu dem Schlusse, daß die Regierung, wenn sie die Aufbringung der Gelder selbst in die Hand nehmen und die Ausführung der Bauten an cautionsfähige Uebernehmer, die
sich dann„genug“ finden würden, übertrüge, für Alles in Allem nicht mehr als 25 Millionen nöthig haben würde. Das waͤre nun allerdings eine erhebliche Ersparniß den mit Erlanger ver⸗ einbarten 28 ½ Millionen gegenüber, so daß eine eingehende Prüfung, ob auf anderem Wege dilliger abzukommen ist, wohl gerechtfertigt erscheinen könnte; wenn aber erwähntes Blatt meint, daß diese Ersparniß gerade groß genug sei, um eine Verzögerung von einigen Monaten bis zum Beginne des Baues zu rechtfertigen, so würde dagegen nichts einzuwenden sein, wenn— die Beschlußfassung über die gesammten Eisenbahn⸗ bauten im ganzen Lande bis zur Ermittelung des vortheilhaftesten Abkommens in der oberhessischen Eisenbahnfrage vertagt und nach endlicher Fest⸗ stellung desselben über das ganze Eisenbahnsystem unseres Landes, definitiv Entschließung gefaßt werden soll, denn— sofern Oberhessen noch einige Monate mit seinen Eisenbahnen warten kann, so wird auch die Odenwaldbahn ꝛc. so lange Zeit haben, aber— daß letztere einst⸗ weilen genehmigt und erstere dann auf die lange Bank geschoben werde, das wird doch wohl zu verhindern sein und an entscheidender Stelle nicht beab⸗ sichtigt werden können!
„Die Worte sind schön,“ sprach der Fuchs, „aber ins Dorf geh' ich nicht.“—
Preußen. Berlin. Der„Staatsanz.“ publizirt folgende Gesetze: 1) wegen der Schließung der Spielbanken; 2) wegen der Erhebung der Aversionalbeiträge in den vom Zollverein aus geschlossenen Gebietstheilen; 3) wegen der Ver⸗ wendung der Jagdschein⸗Gebühren und der Gül⸗ tigkeit der Jagdscheine im ganzen Staatsgebiete.
Oesterreich. Wien. Der österreichische Erzherzog Heinrich hat unlängst, ohne des Kaisers Zusuummung einzuholen, ein Ehebündniß mit einer bürgerlichen Dame, keiner gewissen Fräulein Hoffmann, geschlossen und sich dadurch die aller- höchste Ungnade zugezogen. Außer den gegen den Erzherzog selbst gerichteten Schritten, als Beschlagnahme seiner Güter, Verweisung des Landes und andere Maßregeln, ist nun auch durch kaiserliches Handbillet an den Minister des Innern, Dr. Giskra, in der bestimmtesten Weise die Einleitung einer strengen Untersuchung in Betreff der Vermählung des Erzherzogs Heinrich angeordnet worden. Dem neu ernannten Statthalter von Tyrol, Herrn v. Lasser, fällt die Aufgabe zu, diese Untersuchung zu führen. Die Instruktionen, welche Herr v. Lasser in dieser Angelegenheit er- halten, sollen sehr strenge und gemessene sein, und wird vor Allem der Bischof von Trient, Migre Kiccobona, sich darüber zu verantworten haben, daß er, ohne vom Erzherzog die Einwilligung des Kaisers zur Trauung abverlangt zu haben, dieselbe vollsogen hat. In Hofkreisen war man anfänglich bemüht, die Ehe als ungesetzlich erklären zu lassen. Der Bischof berief sich aber auf seine Stellung als katholischer Priester und erklärte die Ehe als vollkommen gültig unter Hinweisung auf die Bestimmung des Concordats. Personen, welche Gelegenheit haben, die Stimmung in den höchsten Kreisen beurtheilen zu können, sollen versichern, das Concordat habe durch diese delikate Familien⸗ angelegenheit nach oben hin eben nicht an Sym⸗ pathien gewonnen.
ulrichstein. Ueber dle hiesige Sparkasse ist nach einer in der Dstr. Zig.“ ergangenen Edictalladung for⸗ meller Concurs erkannt worden.
„ Frankfurt. Der landwirtbschafiliche Verein hat beschlossen, daß gelegennlich der Zucht⸗ und Fettvieh⸗ Ausstellung neben einer Verloosung von Vieh, wozu 20,000 Loose à 30 kr. in Aussicht genommen sind, auch eine Versteigerung von Vieh staufinden soll und wurde zu biesem Zwecke die Commission ermächtigt, in der Schweiz 24 Stück Simmenthaler Race anzukaufen. Der erforder⸗ liche Credit von 7000 fl. wurde vorschußweise aus Vereins miiteln verwolligt.
Darmstadt. Wie die großherzogliche Mufeums⸗ Direktion bekannt gibt, werden von Dienstag, den 17. d. an, die Sammlungen des großh. Museums Sonntags von 10—1 Uhr, Dienstags, Mutwochs, Donnerstags und Freitage von 11—1 Uhr geöffnet sein. Vielen Besuchern
ber Resibenz dürfte diese Notiz nicht ohne Interesse sein.
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Darmstadt. Kriegem'nisterium mit der Sladt Langen wegen Verlegung einer Schwadron Chevaurxlegers bahin über die Bebingungen nicht einigen. Es soll deßhalb von Laugen als Garnisonsort abgesehen werden und Großgerau und Seligenstadt in Vorschlag gebracht sein, von welchen wahrscheinlich ersteres gewählt werden würde.
Worms. Der Direktor der landwirthschaftlichen Lebranstalt, Herr Dr. Schneider dahier, empfing aus München ein höchst kunstwoll gearbeitetes Diplom, das ihn zum Ehrenmitgliede des landwirthschaftlichen Vereins für das Königreich Bayern ernennt.
Worms. Dle hiesige Brauerschule, unter der Leitung ihres Vorstandes, Herrn P. Lehmann esselt schon seit vier Jahren die Aufmerksamkeit der Interessenten in hohem Grade, weil sie sich dem erkannten Bildungs⸗ bedürfnisse anschließt. Die aufzenommenen Lehrgegenstände werden von Fachlehrern in täglich 6—7 Stunden vor⸗ etragen. Ein geräumiges und vollständiges chemisches aboratorium, eine Sammlung von Modellen unterstützen die Vorträge. Eine kleine Versuchsstation ermöglicht, so⸗ fort durch einschlägige Versuche das für die Praxis Ver⸗ werthbare zu erkennen, während durch Besuche auswärtiger Brauereien und durch Besprechung praktischer Fragen in zwei wöchentlichen Abendversammlungen die Anstalt im lebendigen Zusammenhange mit den jeweiligen Anfor⸗ derungen und Erweiterungen einer rationellen Brauerei erhalten wird. Durch einen zweckmäßigen Neubau hat nun Herr Lehmann seine Anstalt auch in Beziehung auf die Anforderung an geräumige Lehr⸗, Eß⸗ und Conver⸗ sationssäle ꝛc. auf die Höhe der Zeit gebracht.
Dresden. Aus Zwickau ist die telegraphische Nachricht eingelaufen, daß im dortigen Brinkenbergschacht eine Enzündung schlagender Wetter stattgesunden, wobel es 9 Todte und 23 Verwundete gegeben.
An die hessischen Lehrer!)
Die Zeitungen sind angefüllt mit Schilde rungen des Nothstandes in Ostpreußen, und gar manche Herzen sind durch diese Schilderungen gerührt, manche Hände zum Geben bewogen worden. Aber von einer Klasse der Nothleidenden, von den Lehrern, haben bis jetzt die Blätter geschwiegen, sie sind, wie es scheint, auch beim Vertheilen der Gaben höchstens als Vertheiler, nicht als Empfänger betheiligt gewesen. Und doch ist ihre Noth nicht geringer, an vielen Orten sogar größer, als die der übrigen Bewohner der unglücklichen Provinz. Lesen wir nur, was in dem Aufrufe eines Königs ⸗ berger Comité's in Nr. 10 der„Allgem. deut⸗ schen Lehrerzeitung“ vom 10. März d. J., das zum Zwecke der Unterstützung der hungernden Lehrerfamilien zusammengetreten, gesagt ist:„In Ofipreußen findet sich eine große Zahl ländlicher Lehrerstellen, deren Baargehalt jährlich nur 20 50 Thaler beträßt. Ihre Haupteinnahmequelle, die Landnutzung von 8 bis 15 Morgen preuß., hat im verflossenen Jahre aus bekannten Gründen kaum den geringsten Hoffnungen entsprochen. Neben gewinne, die sonst namentlich durch Bienen⸗ zucht erzielt worden, sind gar nicht zu ermöglichen gewesen. Daher ist in vielen ländlichen Lehrer⸗ familien unserer Provinz— zumal in ärmeren Societäten— die bitterste Noth Hunger und Kummer eingekehrt. In vielen städtischen Lehrer⸗ familien ist die Noth nicht minder herzbewegend.“
Sollte es da nicht beilige Pflicht des ge⸗ sammten Lehrerstandes sein, diesen Bedrängten, soweit möglich, Hülfe zu bringen?
Die Unterzeichneten hoffen zwar, daß baldige vielleicht ein Landescomités die Einsammlung und Weiterbeförderung von Gaben in die Hand nehmen möge; einstweilen aber erlauben sie sich da schnelle Hülfe Noth thut, alle Lehrer des Großherzog thums, gleichviel an welchen Anstalten dieselben wirken mögen, zu Sammlungen unter sich und im Kreise von Schulfreunden aufzufordern und erklären sich bereit etwa an sie eingehende Gaben alsbald an das Königsberger Comité weiter zu befördern. a
Offenbach a. M. den 12. März 1868. Greim, Realschuldirektor. Jung, Lehrer an der höberen Töchterschule. Kühn, Lehrer an der Stadtschule. Dr. Seeger, Lehrer an der Stadt- schule. Dr. Sommerbad, Schul ⸗Inspektor.
Walter, Reallehrer.
„) Die verehrl. Redaktionen der im Großherzogthum erscheinenden öffentlichen Blätter, namentlich auch der Kreisblätter, werden gebeten vorstehenden Aufruf in ihre Spalten gütigst aufnehmen zu wollen.
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