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gebäude zerstörte, glücklicher Weise jedoch auf seinen Heerd beschränkt blieb.
Mainz. Der Diebstahls⸗Prozeß der frommen Laden— mädchen ist am Gr. Bezlrksgericht zu Ende gegangen. Die Haupibeschuldigten, die Ladenmädchen Hattemer und Otte wurden Erstere zu 3 Jahren und Letztere zu 18 Monaten Correctionshaus verurtheilt. Frau Grünig, welche als Haupthelferin beim Wiederverkauf der ge— stohlenen Waaren erkannt wurde, erhielt ebenfalls 3 Jahre Correctionshausstrase. Von den anderen 4 Beschuldigten wurde Anna Dorn zu 18 Monaten und Katharina Dorn zu 4 Monaten Correctionshaus verurtheilt. Frau Eva Wüst erhielt 1 Monat Gefängniß, und Rosa Dorn und Evo Blumers wurden freigesprochen.
Mainz. Mit aller Bestimmtheit tritt das Gerücht auf, die„rheinische Versicherungs-Gesellschaft“ sei mit allen Activis und Passivis, die Actien à 33½ Procent, in die „Providentia“ übergegangen.
Wiesbaden. Die anhaltend große Hitze mag wohl Ursache der vielen Krankheiten sein, die in neuerer Zeit hier auftreten. Eine Autorität in der Gesundheitspflege versichert, es möge wohl noch nie ein so enormer Kranken⸗ bestand in Wiesbaden gewesen sein, als gerade jetzt, und die große Mehrzahl dieser Kranken leide an Magenbe— schwerden und Lungenentzündungen. Besonders bösartige Krankheiten seien nur wenige vorhanden; indessen aber sei bei dem hohen Grad von Hitze selbst das geringste Uebel immerhin bedenklich und Vorsicht im Genusse der Speisen und Getränke sehr zu empfehlen.
Bingen. Laut Beschluß der 4. mittelrheinischen Reallehrerversammlung findet die diesjährige Versamm— lung dahier statt. Diejenigen Herren, welche geneigt sind, auf unserer fünften Versammlung am 29. September Vor⸗ träge zu halten, sind freundlich gebeten, spätestens bis zum 7. September dem Herrn Realschuldirector Sander zu Bingen über den Gegenstand, den sie zu behandeln wün⸗ schen, schriftliche Mittheilung zu machen.
Worms, 15 August. Die„Worms. Ztg.“ bringt heute folgendes„Eingesandt“: Wir hätten es nicht für möglich gehalten, daß die unsinnige Anregung zur Er— richtung eines Moses⸗-Denkmals dahier bei ver— nünftigen Menschen Beachtung finden könnte; daß der Herold, die Mainzeitung und gar noch das Frankfurter Journal solchem Blödsinn ihre Spalten öffnen, ist geradezu unbegreiflich. Nun wird gar versucht, den Gedanken, der nur einem kranken Gehirn entsprungen fein kann, weiter auszuspinnen, indem in der gestrigen Nummer des Herolds eine Einladung ergeht zur Besprechung des Projectes. Damit ist die Sache in ein Stadium getreten, wo wir allen Ernstes bitlen müssen, diesen bodenlosen Unsinn doch nicht weiter zu treiben, sonst machen wir unsere gute Stadt geradezu vor aller Welt lächerlich.
Herrieden. Endlich hat der Antipassat, von einem tiefen Luftthal von 746 Millim. Luftdruck begleitet, im nordwestlichen Europa Platz gegriffen, dort den Himmel mehr ober weniger bedeckt und die Luft abgekühlt. Nachdem in London das Thermometer am 7. um 7 Uhr Morgens noch 28,60 gezeigt hatte, ist es am 8. um diese Zeit nur auf 19,10 gestanden. Die Hitze war aber nicht nur in England, sondern auch in Schottland so stark, daß in Nairn am 5. das Thermometer auf 31,70 stieg. Dagegen hat sich im südlichen Europa der Himmel wieder aufge⸗ heitert und die bisher kühlere Witterung ist plötzlich einer großen Hitze gewichen. In Konstantinopel war die Maximalwärme am 7. schon wieder 29,90 und in Neapel eigte das Thermometer vorgestern Morgens 7 Uhr sogar 0, 8e C. Doch bedarf der Antipassat noch immer einigen Nachschubs vom atlantischen Meere her, um auf unsere Regionen größere Einwirkungen hervorzubringen. Die häufigen Moor⸗ und Waldbrände im Norden und Osten haben kürzlich vielen Höhenrauch erzeugt und dadurch die Regenbildung verhindert.
München. Nachdem am 13. August die Feier zum 50jährigen Bestehen und der practischen Anwendung der
Gabelsberger'schen Stenographie ihren Abschluß durch einen Ausflug nach Trutzing am Starenberger-See er⸗ halten, erhielt daselbst der Vorstand des hiesigen Gabels— berger Stenographenvereins nachfolgendes Telegramm aus dem Cabinet des Königs von Bayern:„Se. Majestät der König haben mit großer Befriedigung Kenntniß zu nehmen geruht, daß beim Festmahl zu Ehren des 50jährigen Bestandes der Gabelsberger'schen Steno— graphie von den versammelten Stenographen Allerhöchst— desselben und des Höchstseligen Königs Max II. dankbar gedacht worden war. Se. Maj. der König sind stolz darauf, daß wieder ein bedeutsames Fest der Wissenschaft einem Bayern gilt, dessen System von dem Höchstseligen König Max erkannt und namentlich durch die Einführung in den Mittelschulen gefördert, sich in der ganzen gebildeten Welt die Bahn gebrochen hat und sich der steten Beachtung und warmen Antheilnahme Sr. Maj. des Allergnädigsten Königs versichert halten darf.“
Aus Schaumburg a. O. bei Küstrin. Am 2. d. Mts. hatte der Ort ein seltenes Naturschauspiel. Nach— mittags zwischen 2 und 3 Uhr entstand durch Zusammen⸗ stoß zweier Gewitter— das eine zog aus der Gegend von Zorndorf mit großen Hagelmassen heran, das andere solgte dem Laufe des Oderstroms,— eine Windͤhose, die arge Verwüstungen anrichtete. Gerade über der Mitte des Dorfes gebildet, während zu beiden Seiten sich kein Lüft— chen regte, entwurzelte sie in ihrer Gewalt Sträucher und Bäume, riß Zäune um, deckte Gebäude radikal ab und nahm ihr in den Weg kommende leichtere Wesen, wie Geflügel hoch in die mit Heu, Stroh und Baumzweigen angefüllte Luft, während eine gerade sich auf der Straße befindende Frau nur aus den Pantoffeln gehoben und mit Blitzesschnelle herum gedreht wurde.— Auf ihrem Wege nach der Oder nahm die Stärke der Windhose zu und über dem Fluß selbst gewährte sie einen Augenblick den Anblick einer Trombe(Wasserhose). Es schien auf der Oder ein umgekehrter Wolkenkegel zu ruhen, der das Wasser gegen 40 Fuß hoch kegelförmig emporwühlte und dieses nebst Fischen u. s. w. eine Strecke auf dem Lande mit sich führte. Eine am Oderteich weidende Viehheerde wurde um und um gedreht und zum Theil zu Boden ge— schleudert; die Viehjungen büßten auf Nimmerwiedersehen ihre Säcke ein, in die sie sich zum Schutz gegen den Regen gehüllt, es quoll ihnen das Blut aus Mund und Nase und einer derselben, Namens Bach, hoch mit empor⸗ gehoben, brach zur Erde gefallen einen Arm. In der Nichtung nach Görgast im Oderbruch entzog sich das Phänomen der ferneren Beobachtung.
„ Die Einnahmen und Ausgaben der Meere. Wie jeder geregelte Haushalt hat auch jedes Meer ein Einnahme⸗ und ein Ausgabekonto. In das erstere müssen die Wassermengen eingetragen werden, die ihm durch den niederfallenden Regen und von den ein— mündenden Flüssen zugeführt werden. Seine Ausgaben hingegen bestehen in der Verdunstung, die fortwährend an seiner Oberfläche stattfindet. Ueber das Verhältniß, in dem die Einnahmen und Ausgaben zu einander stehen, hatte der Amerikaner Maury die Ansicht aufgestellt, daß sich beide gerade decken, daß also jedem Meere durch Regen und von den Flüssen jähclich so viel Wasser zu⸗ geführt wird, als es in jedem Jahre durch die Verdunstung verliert. In einer sehr interessanten Arbeit hat nun Nowak am Kaspischen Meere die Probe auf dies Exempel gemacht. Er berechnete zuerst als erste Einnahmequelle die Regen⸗ menge, die diesem Meere jährlich zugeführt wird und fand dieselbe so groß, daß sie die ganze Oberfläche des 8400 deutsche OMellen großen Meeres mit einer Wasser⸗ schicht von 27 Zoll Dicke bedecken würde. Dazu addirte Nowak die Wassermenge, die die Flüsse zuführen; und zwar bringt die Wolga allein jährlich 273,000 Millionen Cubikmeter Wasser und alle übrigen Flüsse zusammen mindestens ebensoviel. Bertheilt man diese in Kubikmetern gefundene Wassermenge wieder über die ganze Meeres⸗ oberfläche, so gibt sie eine Schicht von 42½ Zoll Dicke.
Im Ganzen also erhält das Caspische Meer jährlich eine Wassermenge, die über seine ganze Oberfläche vertheilt,
den Wasserspiegel um 69½ Zell erhöhen müßte. Den Wasserverlust durch Verbunstung bestimmte er nach ben für das Mittelländische Meer beobachteten Zahlen. Dort beträgt die jährliche Verbunstung eine Wasserschicht von 36½ Zoll. Nahm nun Nowak für die Verdunstung des Kaspischen Meeres dieselben Werthe an, und dies durfte er, weil beide Meere ungefähr unter denselben Breiten⸗ graden liegen, so kam er nach Abzug der Ausgaben von den Einnahmen zu dem Resullat, daß der Wasserspiegel jährlich um 33 Zoll steigen müßte. Es folgte demnach aus dieser Berechnung, daß die Ansicht von Maury über die Gleichheit der Einnahmen und Ausgaben für das Kaspische Meer wenigstens eine falsche sei. Aber auch das Resullat, das Nowak erhielt, daß nämlich das Meer jährlich um 33 Zoll steige, stimmte mit der Wirklichkeit nicht überein. Vielmehr hatte er selbst in Uebereinstimmung mit anderen Forschern gefunden, daß das Niveau des Kaspischen Meeres jährlich, wenn auch um eine kleine Größe, sinkt. Es drängte sich also die Frage auf, wo die so bedeutenden überschüssigen Wassermengen hinge⸗ rathen? Nowak giebt barauf in seiner Arbeit folgende Antwort: Das überschüssige Wasser fließt durch Spalten des Meeresgrundes nach einem großen unterirdischen Hohl- raum. In diesem Hohlraum, den wir unt in sehr großer Tiefe denken müssen, wird das Wasser durch die ungeheure Hitze des Erdinnern theils chemisch zersetzt, theils in einer großen Zirkulation nach den fernsten Gegenden getrieben, um die vielen Quellen der Erdoberfläche zu speisen. Da nun die Quellen ihr Wasser den Flüssen anvertrauen, die es wieder dem Meere zuführen, so sehen wir hier ein gutes Muster eines praktischen Wirthschaftssystems ver⸗ wirklicht, denn es werden hier die Ueberschüsse der Haus⸗ haltung dazu verwendet, die Einnahmequellen anderweitig zu vermehren.
Die Friedhöfe.
Es ist ein wohlthuendes und erhebendes Gefühl, wenn wir Friedhöfe betreten und ringsum die mit Blumen und Sträuchern so schön gezierten Gräber heimgegangener theurer Familienangehörigen und Freunde wahrnehmen, welche die Pietät der Zurückgebliebenen, zu ihrer steten Erinnerung an jene, geschaffen hat. Fast überall aber stößt man, leider! noch auf den Mangel von Brunnenanlagen, wodurch die Pflege der Gräber so sehr erleichtert und dadurch der fromme Sinn der Hinterbliebenen genährt und gestärkt werden würde. Der Stadt- vorstand zu Friedberg z. B. würde sich gewiß ein ehrendes Andenken erwerben, wenn er durch eine mit nur geringen Kosten verbundene Brunnen anlage, jenen Mangel beseitigen und dadurch den Wünschen aller Bewohner Friedbergs entgegen kommen wollte. Fände aber diese Anregung bei dem Stadtvorstand keine Beherzigung, so dürfte es auch schon hinreichen, dem erwähnten Mangel abzuhelfen, wenn einflußreiche bei der Sache in teressirte Männer dieselbe in die Hände nähmen und Einleitungen träfen zur Aufbringung der Mittel für Beschaffung des erwähnten Bedürfnisses, gewiß jeder Einwohner Friedbergs würde sein Scherflein dazu beitragen, wenn er seinen lieben Dahingeschiedenen den Tribut seiner Anhänglichkeit und Liebe, mit weniger Schwierigkeiten zollen könnte. Möchte diese Anregung nicht ohne Berück⸗ sichtigung bleiben! F.
Das Brot in Lappland.
Von Dr. Curtman.
Wer in einer getreidereichen Gegend wohnt, der ahnt gar nicht die Noth, welche in andern Gegenden sast alljährlich, oder welche dieses Frühjahr in sonst fruchtbaren Provinzen Preußens und Rußlands, ja sogar dieses Mal in dem heißen und fruchtbaren Algier herrschte. Hören wir, wie man in Lappland für gewöhnlich lebt.„Obgleich man in Lappland, namentlich dem schwedischen, Getreide, vorzugsweise Gerste säet, und auch gewöhnlich leidlich gute Ernten erhält(wenn nämlich nicht Frostnächte (eiserne) im August eintreffen), so ist dennoch Brot aus reinem Mehl gebacken, eine Verschwendung, welche nicht einmal wohlhabende Standes personen sich erlauben. Hier ist dasjenige, was man anderswo dem Vieh überläßt: Spreu und Schmachtkorn, gerade das, was die Menschen sorgfältig für sich sammeln und womit sie äußerst sparsam umgehn. Dieses wird gemengt, getrocknet und vermahlen, und heißt dann Mald, woraus man das Brot backt. Man heizt nämlich den Ofen sehr allmählich. An einem Tische stehen 2 Personen; die eine formt aus dem kurz vorher ohne Sauerteig oder Hefe angemachten Teige große runde Kuchen von der Dicke des Löschpapiers, die andere nimmt dieselben ab, durchstößt sie mehrmals mit einer Federspule, um sie mürbe zu machen, legt sie darauf
in den Ofen, und wendet sie unaufhörlich, damit alle Theile wie gebraten
werden. Darauf wird jeder Kuchen vierfach zusammengelegt und getrocknet. In Lappland selbst wird alles Brot so bereitet, selbst in den vornehmsten Häusern. Am Bothnischen Meerbusen wird dagegen besseres Mehl
genommen, und die Fladen noch dünner gemacht, was recht wohlschmeckendes Brot gibt. Neben diesem Maldbrot wird allerdings auch bisweilen zu anderem in Zeiten der Noth die Zuflucht genommen. Dann müssen wohl Baumrinde, Fischgräten, Sägespäne herhalten, und das unter dem Schnee verborgene Rennthiermoos wird aufgesucht. Auch aus kleinen Fischlein wird Brot gebacken; aber so wohlschmeckend es ist, es reicht nicht weit. Deßhalb ist es ein Segen, daß der Anbau der Kartoffel immer weiter vordringt. Doch ist der Ertrag bei uns trotz der Krankheit immer weit lohnender, als in dem winterlichen Lappland.
Technologisches. Neue Lampendochte. Leisching in Leipzig stellt Lampendochte aus präparirtem Filz dar, welche sich für Petroleum und Solaröl vor- züglich bewähren.
Neues Horn. In der Schweiz ist es gelungen, gewöhnliche Weißrüben derartig zu imprägniren, daß ein hornartiges, festes Material zu Kämmen und Knöpfen erzielt wird, ähnlich dem aus Chloroform und Rieinusöl dargestellten Parksin, welches als Surrogat der Guttapercha dient.
Aepfeltreber als Farbstoff. Einen ganz neuen gelben Farbstoff stellt man in Frankreich dar aus den Aepfeltrebern. Der- selbe eignet sich für Wolle und Seide; er ist schon unter dem Namen: „Mandaringelb“ im Handel.


