Ausgabe 
18.7.1868
 
Einzelbild herunterladen

daer 41 ar alter

Stein ·

rei

rust die iet Giskra

zaller auf-

ztutdnigtt den nord ·

cegtebenden 1 Vorten nission an, u tu er⸗ 6 Haustten Bababöfen ꝛetptigtrt. in vitlen galt, son· 18 geächtet laft man beige der

1 sch bereil

1 bean · lauen 1 velcht

ionen,

dit Erd- ind füt he en. Von

oantihalb⸗

gegen müßte riskiren, zurückgewiesen zu werden. Er macht eine ganze Reihe von Schmutz- oder Kartenwahrsager-Bücher namhaft, die zum Ver kauf autorisirt seien. In einem solchen Karten- schlägerbuch behandelten zwei Kapitel ausführlich die Kunst, aus dem Eiweiß und Kaffeesatz die Zukunft zu prophezeihen. Gegen solche Uebel verlangt der Redner zwei Dinge als Heilmittel: Aue breitung des Volksunterrichts und Freiheit des Buchhandels.(Bekannt ist, daß der Aberglaube kaum irgendwo mehr im Schwunge ist, als in Paris. Die berühmtesten Kartenschlägerinnen fanden sich jederzeit in Paris.)

Der Kaiser wird am 17. nach Plombidres abreisen. DiePatrie widerspricht dem Gerücht einer angeblich beabsichtigten Reise des Kaisers nach Dentschland und Algier. Die Kaiserin und der kaiserliche Prinz werden in Fontainebleau bleiben.

Inm gesetzgebenden Körper erklärt Niel, er werde dieses Jahr von 100,000 Wehipflichtigen nur 40,000 Mann für das active Heer in An- spruch nehmen. Das Militärbudget wird ge nehmigt. DerAbend ⸗Moniteur sagt: Die Rede des Ministers d. Moustier im gesetzgebenden Körper sei ein neuer Beleg der gemäßigten und versöhnlichen Ideen, welche die Diplomatie des Kaisers bei ihrem Vorgehen leite. Dasselbe Blatt bringt eine an denNord gerichtete Pariser Correspondenz, in welcher die Worte des Kaisers gelegentlich des Todes Michaels von Serbien und das Manisest Ppat's angeführt wer den. Der gewaltsame Tod eines Fürsten trüge mehr zur Befestigung seiner Dynastie bei, als selbst die Verlängerung seiner Lebenstage. Man kündigt die demnächstige Ankunft des General Moerder, Adjutanten des Czaren, an, welcher den Kaiser zu einer Qusammenkunft mit dem Czuen in Kissingen einladen soll.

Portugal. Lissabon. Dae Ministerium hat um seine Entlassung gebeten, welche vom König gewährt wurde. Loulé ist mit der Neu- bildung des Cabinets beauftragt. Die Minister hatten den Schluß der Kammern bis zum No- vember vorgeschlagen, was der Staatsrath jedoch einstimmig verwarf.

Italien. Florenz. Die Polizei ver⸗ haftete 25 Mazzinisten. Aus der Romagna wird gemeldet, daß in Rom und Umgegend die Patrouillen verstärkt wurden. Cardinal Antonelli leidet heftig an der Gicht.

Dänemark. Kopenhagen. Am 15. d., um 7 Uhr Abends, wurde in Klampenborg die Verlobung des dänischen Kronprinzen mit der Tochter des Königs von Schweden veröffentlicht.

Amerika. Von dem Sängerfest in Chicago wird berichtet, daß es den großartigsten und besten Verlauf genommen. Die sieben deutschen Ab⸗ geordnete, die von diesseits(aus Köln, Nürnberg, Kirchen[Baden], Berlin, Dresden und Hamburg) hingesandt waren, werden davon zu erzählen

wissen. Es ist ein erfreuliches Zeichen von dem wachsenden Einfluß des deutschen Elementes in Amerika, wenn man im Stande ist, solche Feste zu feiern. Ebenso erfreulich ist es aber, daß die Deutschen in Amerika allmäblich verlernen, sich ihres elten Vaterlandes zu schämen und daß sie demselben mit warmer Liebe zugethan bleiben. Der den Abgeordneten aus dem Mutterland dort ge wordene Empfang soll ein über alle Begrisse groß artiger und herzlicher gewesen sein.

Friedberg. Der erste Tag des landwirthschaftlichen Festes in Butzrach verlief im Ganzen befriebigend für uns Friedberger; denn so angerehm auch der Aufenthalt in Butzbach, und so schön das Arrangement des Zuges ꝛc. ꝛc. war, so konnten wir Friedberger nicht wieder nach Hause kommen, weil der letzte Zug nicht Wagen genug hatte. Die Eisenbabnverwallung hälte sich, da ihr die Anzahl der ausgegebenen Retourbillete bekannt war, vorschen müssen und hälte für die genügende Anzahl Wagen Sorge lagen sollen. Sieger beim Rennen blieb Herr Oeconom Schutt von der Görbenheimer Mühle. Im Trabrennen würde das Pferd des Herrn Dr. Zimmer Sieger ge blieben sein, wenn es sich nicht in das schlaff berab⸗ hängende Seil der Barristre verwickelt hätte. Besondert Erwäßdnung verdient der als sehr gelungen zu bezeichnende Festzug. Ernste und heitere Darstellungen wechselten in sinni ster und geschmackvollster Weise mit einander ab. Der Wagen, der die alte Kirmes von Gambach darstellte, sowie der Wagen des Herrn Schanz, einen Schacht vor stellend, in dem Eisensteine gefördert wurden, waren jeden jalls die originellsten. Für die Bewirthung der in groß artigem Maße herbeigeströmten Fremden war in reichlichstem Maße Sorge getragen worden. H.

Gambach, 15. Juli. Heute Vormittag 11 Uhr brannte die dem Pachter Kammer gebörige außerbalb des Orts stehende mit etwas Stroh angefüllte englische Scheune ab. Das Feuer wurde alsbald gelöscht, weiter ist kein Schaden enistanden. Man vermuthet, daß das Feuer von kleinen Kindern angestecke worden sei.

Darmstadt. Ueber die Zahlung der Vertretungs summen für Miliiärpflichtige, welche sich bei der nächsten Truppenergänzung vertreten lassen wollen, wurde folgende Bekanntmachung erlassen: 1) die 700 Gulden betragende Verireiungssumme kann in der Periode vom 16. Juli d. J. bis einschließlich des Tags vor der im nächsten Herbste ftafindenden Truppenergänzung zur Großh. Ein standskasse in Darmstadt bezahlt werden. Wer nich dem 1. Auqust bezahlt, hat zugleich 4% Verzugszinsen zu entrichten. Die Zahlung darf nur in groben, an den öffentlichen Kassen gangbaren Mänzsorten oder auch in Papiergeld geschehen. 2) Die Zahlung muß persönich ge⸗ leistet werden, und hat daher entweder durch den Dienst pflichtigen serbst, oder durch einen Angehöri jen, oder einen sonst Beauftragten zu geschehen. 3) Bei der Zahlung muß Vot⸗ und Zunamen. Geburts- und Heimatheort und die Loosnummer des Diensipflich igen, sowie der Name des⸗ jenigen, welcher die Zahlung leistet, angegeben werder. 4) Die von Großh. Einstandskasse über die Vertretungs- summe ausgestellte Quittung hat der Dienstpflichtige, oder Derjenige, weicher die Zablung für ibn leistet, auf dem Sekretariat Großh. Kriegs Ministeriums vidiren zu lassen. An Samstag Nachmittagen, sowie an Sonn- und Fest⸗ tagen werden keine Zahlungen angenommen.

Mainz Aus der benachbarten Gemeinde Heidesheim wird mitgetheilt, daß in den dortigen Weinbergen die Frühburgunder Trauben fast sämmtlich der Reife nahe und ganz dunkel gefärbt sind. Die Aussichten sind bei sortdauernder günstiger Witterung in Bezug auf Quantität wie Qualität die erfreulichsten und lassen auf einen guten Herbst und reichen Weinsegen hoffen. Auch in Erbach wurden bereits reife Trauben gefunden.

Mainz. Um das Projekt einer katholischen Universität zu fördern, bat sich eine Gesellschaft frommer Damen zu

sammengethan, in ber sich u. A. die Gräfin Ida Hahn⸗ Han, die Fürdin von Isenburg⸗Birsiein ꝛc, befinden. Solche Damenkomtte's besteben bereits in 16 Diözesen, die bis jetzt ganze 4000 fl. zufimmengebracht haben.

Wiener Schützen sest. Welcher Mittel zum Zweck sich heutzutage die Speculation bedient, zeigt neuer⸗ oings folgende kleine Schützenfest-Geschichte. In deutschen Zeitungen macht ein Herr Vogt aus Wien bekannt, daß er sich in dem Besitz jämmtlicher zu vergebender Woh⸗ nungen für die Dauer des Festes gesetzt habe und daß daber, wer eine solche haben wolle, sich an ihn wenden müsse. Auf cine Anfcage, welche in Folge dessen der Stultgarter Schützenmeister Föhr an den Schützeufest⸗ Präsidenten Dr. Kepp in Wien richtete, erfolgte durch den Telegraphen die Antwort:Annonce ven Vogt reine Privat Speculation und ganz unwahr. Für Unterkunft aller Schützenzäste sorgt nur unser Wohnungs-Comite und wird alle Ansprüche thunlichst befriedigen, da ihm Wohnungen zur Genüge zur Verfügung stehen.

Die Nocbpol⸗Expedilion ist im Gange. Alles hat sich gut angelassen, wesentlich durch die Energie und das private Vorgehen eines Mannes, des Dr. Petermann. Dr. Olto Ule, der bekannte Natnrforscher, gibt jetzt bei Quanbt und Händel in Leipzig eine in Heften erscheinende illustrirte Schrift:Die deulsche Nocdpolfahrt, heraus. Er wird der Expedition in ausführlicherer Weise Beschreibung in Wort und Bild zu Theil werden lassen. Das erste Heft ist namentlich wegen der beigefügten vergleichenden Karte der projeclixten Expeditionen, bie fast gleichzeiüg von Eng⸗ land, Deuischland und Frankreich von den verschiedensten

[Punkten auf den Nordpol loesteuern, besonders interessant.

2 Characteristisch für die gegenwärtige Stimmung in Ilalien, Frankieich gegenüber, ist folgendes Zukunfts⸗ Sieges-Bullelin, welches ein italienisches Blatt veröfsent⸗ licht:Junt 1870. Um 3 Uhr Morgens hat die franzö⸗ sische Armee das preußische Lager bei Mainz angegriffen. Nach einem überaus blutigen Kampfe, welcher sieben Siunden gedauert hat, wurden die Franzosen in die Flucht geschlagen, Mac Mahou, de Failly und Dumont sino zu Gefangenen gemacht worden. Molike hat nach Berlin telegraphirt, daß der Feldzug kaum begonnen, auch schon beendet worden ist.

Anbaltische Staatsschulden. Nach einer Bekanntmachung der herzoglich anhalüschen Staatsschulden⸗ Verwaltung in Dessau werden die Besitzer von Staats⸗ cassenscheinen zu 10 Tahler, welche von der anhallischen Regierung auf Grund der Gesetze vom 1. October 1855 und 20. Juni 1859 ausgegeben worden sind, aufgefordert, diese Scheine längstens dis zum 31. December 1868 zur Einlösung zu bringen, indem nach Ablauf di ser Frist alle nicht eingelösten Scheine ihre Gültigkeit verlieren.

In dem Dorfe Pouhon bei Spa lebt eine Familie, deren ältestes Mitglied 116 Jahre alt ist. Dieser Greis, welcher noch vollkommen rüstig ist und sein vollständiges Gedächiniß bewahrt hat, ist 1752 geboren und hat sich 1771 verheirathet, in welchem Jahre auch sein ältester Sohn geboren wurde. Alle seine Söhne, Enkel, Urenkel u. s. w. sind gleichfalls noch am Leben.

Für die Wetterbeschädigten in deu Kreisen Gründerg und Scholten sind weiter solgende Gaben eingegangen: Bei Prof. Dr. Diegel von Herrn Pfarrer Buchhold in Ossenheim 2 fl. Bei Kaufmonn Ferisch von Herrn C. M. Schudt in Dorheim 1 fl. 45 kr Bei Kaufmann Mayer Hirsch von Frau Pf. W. 1 fl. 10 kr. Bei Prof. Dr. Köhler von Herrn Kreisrath Dr. Dieffenbach 1 fl.; Dr. K. 1 fl. Bei Diak. Meyer: Ungenannt 1 fl. 10 kr. Bei Hofrath Dr. Pilger von J. C T. 1 fl 30 kr. Zusammen 9 fl. 35 kr. Früherer Betrag 8 fl. 26 kr. Summa 18 fl. kr. Um weitere Gaben wird gebeten. Der Verstand des Hülfsvereins.

Baur. Dr. Diegel. W. Ferisch. Foucar. Mayer

Hirsch. Dr. Kövler. L. Meyer. J Müller. Nau.

Dr. Pilger. Steinberger. Steinhäußer. G. Trapp II.

September vor Sonnenaufgang weit in den Himmel hinauf und heller als die Milchstraße die Ebene der Planetbahnen bestrahlend. Die Natur und das Wesen dieses Lichtes hat man bisher nicht erklären können, und gab sich auch vergeblich Mühe, dasselbe während großer Sonnenfinsternisse zu sehen und zu ersorschen. Die bevorstehende Sonnenfinsterniß, größer als je eine bisher von Menschen beobachtete, läßt nicht blos darum die Hoffnung auf günstigere Erfolge zu, sondern sie findet in einem Zeitpunkt, am 18. August, statt, der dem Monat September, dem der Sichtbarkeit des Zodiakal⸗Lichtes sehr nahe liegt, und die Beobachter werden sich außerdem noch in der Zone befinden, die der Sichtbarkeit die aller- günstigste ist.

Es gehört zum Ruhme der Naturwissenschasten und giebt diesen den Stempel des unendlichen Strebens nach Wahrheit, daß sie mit jedem neuen Gebiet der Eroberung wohl alte Räthsel löst, aber stets dafür neue Räthsel zur Lösung aufstellt. Nur unwissende Zeitalter wähntenAlles zu wissen. Das Zeitalter wahrer Wissenschaft charakterisirt sich am leuchtendsten darin, daß es erforschend immer neue Gebiete der weiteren Erforschung öffnet. Dies ist im Gebiete der Astronemie in hohem Grade der Fall, und so haben denn auch die letzten Jahrzehnte in ihren glänzendsten Entdeckungen und Erfindungen die Reihen der Aufgaben, welche nunmehr bei der zu erwartenden Sonnenfinsterniß zu lösen sind, ungemein erweitert.

Wir hoffen, unsern Lesern einen Genuß zu bereiten, wenn wir diese Aufgaben in einer kleinen Rundschau darlegen.

Die große Reihe der Aufgaben, welche erst die neueste Zeit der Wissenschaft zur Lösung hingestellt, macht auch hier das Prinzip der Theilung der Arbeit erforderlich, das auf dem Gebiete der Industrie so fruchtreich geworden. Ein solches Zusammenwirken vieler Kräfte auf den verschiedenen Gebieten der Astronomie wird auch bei Be- obachtung der nächsten Sonnenfinsterniß unumgänglich nöthig sein.

Seit einigen Jahren wird ein neuer Himmelskörper gesucht, der in größerer Nähe als der Planet Merkur die Sonne umkreisen soll. Man vermuthet seine Existenz aus gewissen Abweichungen, welche der Lauf des Merkurs zeigt und die nur beruhen können auf der Anziehungskraft dieses bisher unsichtbar gebliebenen Himmelskörpers. Da derselbe wegen seiner Sonnennähe weder am Tage, noch in den Morgen- und Abenddämmerungen aufzufinden ist und ebenso wenig dessen Vorübergänge vor der Sonnen- scheibe beobachtet werden konnten, so bilden die Momente totaler Sonnen- finsternisse die einzige Gelegenheit seiner Sichtbarkeit. In den Finster nissen der letzten zehn Jahre war das Suchen vergeblich. Nur eine so überaus große Zeitdauer, wie sie die zu erwartende Finsterniß darbietet, könnte ein günstigeres Resultat zur Folge haben.

Wichtiger noch als diese Aussuchung ist die bereits mit glänzenden Erfolgen beginnende und weitere Aufschlüsse erfordernde Untersuchung der Beschaffenheit der Sonne selber.

(Schluß folgt.)