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Friedberg. Wir beklagen den Tod eines braven Mitbürgers und wackeren Mannes, welchen wir seiner Familie und uns noch lange erhalten zu sehen hofften und wünschten. Es starb nämlich am Abend des 13. d. der hiesige Gemeinderath und Hofdäcker Karl Fritz in noch nicht vollendetem 49. Lebensjahre. Wiewohl der Dahin⸗ gegangene schon seit längerer Zeit sich leidend fühlte, so machte seinem thätigen Geschäftsleben doch unerwartet rasch ein Schlaganfall ein Ende. Die überaus zahlreiche Leichenbegleitung von Männern aus allen Ständen war ein sprechendes Zeugniß von der großen Achtung und Verehrung, welche sich der Verblichene durch seinen wohl⸗ thätigen, opferberelten Sinn und sein freundliches, wohl wollendes Wesen im geselligen Verkehre mit seinen Mit⸗ bürgern zu erwerben gewußt hatte, sie bekundete die allgemeine Theilnahme, welche die Einwohnerschaft unserer Stadt der trauernden Familie zuwendet. Möge dem Freunde die Erde leicht sein!

Friedberg. Die Ausdehnung des Osterschnee's er⸗ streckt sich, wie sich allmölich herausstellt, über ganz Deutsch⸗ land, Oesterreich, die Schweiz und einen Theil von Frank⸗ reich. Kolossale Schneemassen stelen auf der ganzen Alpenkette vom Montblanc bis zum Karst. Aber auch auf den deutschen und österreichischen Vorbergen schneite es überall mächtig. In Oesterreich war mit dem Schnee⸗ fall ein gewaltiger Sturm verbunden, welcher die Tele⸗ graphenlinien auf die weitesten Strecken hin unterbrach.

% Nauheim. Seit Kurzem besteht am hiesigen Platze ein s. g. Kurverein, welcher den Zweck verfolgt: Im Interesse unserer Kur⸗ und Badeindustrie, den unsere Stadt besuchenden Fremden den Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen, den Fremdenverkehr so viel als thunlich zu steigern, sowie überhaupt unseren Kurort nach und nach auf diejenige Stufe zu erheben, die zu erreichen im allgemeinen Interesse unserer Stadt liegt. Um diefen Zweck zu erreichen, will der Verein auf vorhandene Mängel sowohl, als auf bestehende Mißstände und Unzuträglich⸗ keiten aufmerksam machen und die nöthigen Maßregeln zu deren Beseltigung anregen; auch zeitgemäße Verbesserungen und neue dem guten Geschmack sowohl, als dem gestei⸗ gerten Bedürfnisse entsprechende Einrichtungen in Anregung dringen und auf deren Ausführung hinwirken. Wenn man den angegebenen Zweck dieses Vereins genauer an⸗ sieht, so wird jeder Vernünftige und Wohlmeinende, desonders wenn die hiesigen örtlichen and andere Verhält⸗ nisse in Berücksichtigung gezogen werden, denselben mit uns mit Freuden begrüßen und freuen wir uns berichten zu können, daß derselbe schon jetzt 148 Mitglieder zählt, gewiß ein erfreuliches Zeugniß davon, daß ein großer Theil unserer Einwohnerschaft die Wichtigkeit des Vereins erkannt hat. Auch soll hier dankbarlichst erwähnt werden, daß Herr Regierungsrath Trap p zu Friedberg der an ihn ergangenen Einladung, unserem Verein als Ehrenmitglied anzugehören, Folge gegeben hat. Wir geben uns nun, zumal da wir die Leitung des Vereins in sehr tüchtigen Händen wissen, gerne der Full een hin, daß wir recht bald in der an genehmen Lage sein werden, über die Wirksamkeit unseres jungen Vereins recht Erfreuliches berichten zu können. Vielleicht werden fich dann auch diejenigen hiesigen Be⸗ wohner, die sich bis jetzt theils aus Gleichgültigkeit, theils in ihren verschrobenen Ansichten über das Vereinswesen überhaupt, sowie endlich aus Mangel an Kenntniß der wahren Interessen unseres Badeortes von dem Vereine sernhielten und die Zwecke desselben nicht förderten, herbti⸗ lassen, sich zu demselben zu bekennen

Offenbach. Die Differenz, welche zwischen dem Verwaltungsralh der hiesigen Gasanstalt und den Con⸗ sumenten bestanden, hat jetzt ihre Erledigung gefunden und wurde der Preis des Gases für 1000 Cubikfuß, incl. Metermiethe, auf 3 fl. 45 kr. fesigestellt.

Darmstadt. DieEv. Bl. theilen mit, Pfarrer Ritter von Planig habe wegen des bekannten Jesuiten⸗ artikels im Gustav⸗Adolf⸗Kalender von seiner vorgesetzten Behörde einen Verweis erhalten.

Darmstadt. Das hiesige Gymnasium erhält preu⸗ ßische Organisation durch die Eintheilung in Ober⸗ und Unterprima, Ober- und Untersekunda, Tertia, Quarta, Quinta und Sexta.

Darmstadt. Wie dieHess. V. berichten, wären vor einigen Tagen sämmtliche auf der Gr. Oberrechnungs⸗ kammer beschäftigte, nicht definitiv angestellte Finanz- aspiranten zur Erklärung aufgefordert worden, ob sie im Falle eines demnächst etwa ausbrechenden Krieges Dienste als Militärbeamten zu nehmen bereit seien. Eine größere Anzahl von Aspiranten hat sich hierzu bereit erklärt.

Darmstadt. Bankdirector Wendelstadt von hier in nach einem fast dretmonatlichen Aufenthalt in Italien hierher zurückgekehrt. Seine Bemühungen, die vertrags⸗ mäßig bedungene Auszahlung der Zinsen der Livorneser Eisenbahnprioritäten bei der italienischen Regierung zu erwirken, worin er durch den Gesandten des norddeutschen Bundes energisch unterstützt wurde, sind erfolglos geblieben. Die italienische Regierung hat Herrn Wendelstadt abschlägig beschieden und hat derselbe darauf hin den Rechtsweg be⸗ treten. Zwei der bedeutendsten Florentiner Advokaten haben bereits eine Klage gegen die betreffende Eisenbahngesellschaft eingereicht und ißt der Auftraggeber der besten Hoffnung, auf diesem Wege die Interessen der Besitzer der italienischen Eisenbahnpapiere wahren zu können.

Der Herriedener Wetterbeobachter schreibt unterm 13. April: Der am 8. nach heftigem Kampfe unter viel⸗ fachen Gewittererscheinungen hereingebrochene Polarstrom brachte für Central-Europa weitausgebreitetes Winter⸗ wetter, das sich südöstlich bis Wien erstreckte. Indessen wird dasselbe seit gestern von tinem Aequatorialstrom be⸗ kämpft, dessen Wärme jedoch durch die vom Schneeschmel⸗ zen erzeugte Kälte nur allmälig fühlbar wird. Uebrigens deutet der sich an den meisten Stationen unter dem Mittel haltende Barometerstand mehr auf launenhaftes Aprilwetter.

56 Zur Berliner Sittengeschichte wird berichtet:Ein neunzehn Jahre altes Mädchen, die Tochter einer hiesigen sehr vermögenden Wittwe, unterhielt ein Liebesverhältniß mit einem Studenten, das nur durch die auffällige Zu⸗ neigung der erst 40 Jahre alten Mutter getrübt wurde. In letzter Zeit wurde der Bräutigam der ersteren gegen⸗ über kälter und erhielt das junge Mädchen durch Zufall die Ueberzeugung von einem zwischen Mutter und Bräu⸗ tigam bestehenden Liebesverhältniß. Bald darauf wurde die Leiche der unglücklichen Braut im Landwehrcanal ge⸗ funden. Die Mutter soll die ernste Absicht haben mit dem in den zwanziger Jahren fliehenden Bräutigam binnen Kurzem sich zu verheirathen.

Als der kürzlich verstorbene König Ludwig von Bayern 1825 zur Regierung kam, sprach er zur ver⸗ sammelten Geistlichkeit:Wenn Sie, meine Herren, Ihre Pflicht thun und auf die Volksbildung gehörig wirken, dann kann der König ruhig schlafen. Später ertheilte er dem Erzieher seines Thronerben, Mac⸗Iwer aus dem Schottenkloster in Regensburg die Weisung:Dahin streben Sie, daß religiöses Gefühl meinen Sohn durchlebe, wie das Blut den Körper, so jenes die Seele. Teulsch soll Max werden, ein Bayer, aber teutsch vorzüglich, nie Bayer zum Nachtheil der Teutschen. Was mein Sohn verspricht, das halte er, der aber zu gewöhnen ist, nicht leichtsinnig zu versprechen. Zutrauen macht stärker als Heere, es muß aber verdient werden. Abneigung flöͤßen Sie meinem Sohngegen Frankreich, Teutschlands Erbfeind, und gegen das französische Wesen, unser Verderben ein. Die Spar⸗ samkeit des Königs zeigte sich vom ersten Tage an. Seine

Minister bezogen 30,000 fl. Gehalt, er setzte sie sofort auf 12000 fl. Die Kammerdiener seines Vaters hatten sich Häuser gebaut, als sie aber Ludwig ihre Dienste antrugen, dankte er mit den Worten:Anziehen kann ich mich selbst und ausziehen will ich mich nicht lassen. Er wollte auch nicht von fremder Hand barbiert sein, sondern konnte wie Kaiser Joseph II. sagen:Ich barbiere den König! Als einige Hoflieseranten dem König ihr Gesuch um Fortdauer der bisherigen Aufträge mit Klagen über die schwere Zeit im Leichenbitterton vorbrachten, wog der König in der einen Hand das goldene Siegel und Uhrgehänge des einen Bittstellers und sprach mittendrein:Schwer, schwer! Dann plötzlich den Nebenmann beim Rock fassend:Wie viel kostet dieses Tuch?Sieben Gulden! stotterte der Verlegene.Schön! Meines kostet fünf! erwiderte der König und ließ sie verblüfft stehen!

Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent.

Das Bremer PostdampfschiffBremen Capt. Neynaber, welches am 28. März von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 14 Tagen wohlbehalten in New⸗ Pork angekommen.

Das Bremer PostdampfschiffBaltimore Capt. Vöckler, welches am 1. April Baltimore verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 14 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzt. Dasselbe bringt 39 Passagiere und volle Ladung.

Das Bremer Postdampsschiff Hermann Capt. Wenke, trat am 11. April wiederum eine Reise via Southampton nach New⸗York an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packetpost 597 Passagiere und 430 Tons Ladung an Bord.

Das Hamburger PostdampfschiffGermania Capt. Schwensen, trat am 15. April wiederum eine Reise vie Southampton nach New. Hork an, und hatte außer einer flarken Brief⸗ und Packet⸗Post 300 Tons Ladung, 68 Passagiere in der Cajüte und 534 im Zwischendeck an Bord.

Für die Nothleidenden in Ostpreußen

gingen weiter folgende Gaben ein: Durch Herrn Pfarrer Weber in Ober⸗ Rosbach: 3 Säcke Kartoffeln, 2 Säcke Gerste und etwas Hafer: Erbsen und Linsen, gegeben von nachstehenden Ortsbürgern, G. Allendörfer, H. Allendörfer, Blecher, Bürgermeister, A. Blecher, Ph. Blecher, H. Becker, Ph. Becker, Ph. Backes, H. A. Buch, Datz, Ph. Georgi, K. Grohmann, Grummet, G. Hock, S. Jakobi, Jac. Kuntz, Keßler, Joh. Michel, K. Rahn, L. Röhmig, L. Seibel, H. Schreiber II., J. Stengel, G. H. Stork, Joh. Wenzel, V. Werner, Wolfsheimer, G. H. Zulauf; ferner von Frau H. hier eine Mest Karloffeln und sind außerdem durch Herrn Bürgermeister Keil in Melbach ebenfalls Sammlungen von Frucht und Kartoffeln angekündigt. Zur Empfang⸗ nahme und Weiterbeförderung ist der Unterzeichnete stets bereit, und ersucht derselbe die Herren Bürgermeister der umliegenden Ortschaften hierauf vorkommenden Falls Bedacht nehmen zu wollen. Friedberg am 9. April 1868. Stifft, Verwalter der Friedberger Bergbau-Gesellschaft.

Sitzung des Lokalgewerbvereins am 18. April, Abends 8 Uhr. Tagesordnung: 1) Rechnungsabhor der Mädchenschule, 2) chemisches Brodbacken. Der Vorstand.

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901 Montag den 20. l. M., Vormittags 10 Uhr, will Peter Heß II. im Rathhause seine in der Hauptstraße gelegene, seit Menschengedenken hier mit dem besten Er⸗ solge betriebene bürgerliche Wirthschaft Familtenverhält; nisse balber unter günsiigen Bedingungen verkaufen. Die Anlage von einigen tausend Gulden würde da eine Familie gut ernähren.

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903 ershe Sorte 19 kr., zweite Sorte 17 kr. bei Löb Strauß.

1 1 5 biliar-Versteigerun 0. 917 Mittwoch den 22. April l. J., Vormittags 9 Uhr aufangend, läßt die Unterzeichnete folgende Gegenstände, als: 1 Wagen, 1 Pflug, 1 Egge, 1 Pfuhlfaß, Heu, Stroh, Grummet, Spreu, Dickwurz, Kartoffeln u. dgl. einer Verfleigerung in ihrer Behausung aussetzen. Bruchenbrücken den 14. April 1868. Elisabetha Krick, Wittwe.

.* Versteigerung.

907 Miitwoch den 22. d. Mts. läßt Eberhard Thönges III. Wittwe zu Steinfurth ein r öffentlichen Bersteigerung aussetzen, als: 3 Fahrkühe, 1 Rind, 1 vollfländigen Wagen, 1 Pflug, 1 Egge einige Fuder Stroh, 1 Fegmüdle und noch sonstige Haus und Oekonomiegeräthschaften.

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vor dessen Ankauf gewarnt. griedberg Jobs. Glanz.