Ausgabe 
16.7.1868
 
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Friedberg. Nachdem schon vor Jahren einer der vom Staate der hiesigen Musterschule in den Räumlichkeiten des Schullehrer-Scminars überlassenen Säle zurückgefordert worden, war durch die Einrichtung eines dreijährigen Kursus in dieser Anstalt auch die Zurücknahme der beiden andern Säle Seitens derselben im Laufe dieses Frühjahrs nothwendig geworden. Erschien aber schon die Art und Weise, wie seither die Elementar klassen der Musterschule untergebracht waren, weit entfernt, eine mustergültige zu sein, indem zwei davon einen Saal im Stadtschulgebäude inne hatten, in Folge dessen die sechejährigen Kinder, bei denen auf ein ganz präcises Kommen nicht gerechnet werden kann, tagtäglich lärmend und im Winter frierend auf Vorplatz und Treppe das Ende der Stunde abwarten mußten, um unmittel- bar nach dem Weggang der andern Klasse den von Dunst und Staub erfüllten Saal zu betreten, während die drei Lehrer für die vier Elementar- klassen nach Entlassung der einen Klasse abwech selnd von der Burg in die Stadtschule oder um; gekehrt zur andern, bis zur Ankunft ihres Lehrers zum Nachtheil der Disciplin sich selbst überlassenen

Eingesan dt.

Klasse wanderten; so befindet sich die in Rede stehende Schulanstalt durch die oben erwähnte weitere Entziehung von zwei Sälen gegenwärtig und bis zur Vollendung des beabsichtigten Auf⸗ baues eines dritten Stockes auf das Stadtschul haus in ungleich größerer Bedrängniß. Eine der Elementarklassen hat in einem für die Schul wanderung der Kleinen ungünstig gelegenen Lokal einstweilen Unterkunft gefunden, eine andere obdach los gewordene erhält ihren Unterricht abwechselnd in den Sälen der beiden Oberklassen, was nur dadurch möglich war, daß die Unterrichtszeit der Letzteren auf die frühesten Morgen- und die späteren Nachmittagsstunden verlegt wurde. Daß mit diesem Auskunftsmittel Unzuträglichkeiten mancherlei Art verbunden sind, liegt auf der Hand. Indessen läßt sich das nicht leicht ändern, und Aehnliches ist mehr oder weniger überall der Fall, wo an bestehenden Verhältnissen geändert werden muß. Die Frage ist nur die, ob die nöthigen baulichen Veränderungen noch diesen Sommer beendigt werden können. Kommt der Winter, so hört wegen der kürzeren Tageszeit die Möglichkeit der jetzigen Einrichtung auf, und es müßten dann zwei weitere Säle beschafft werden,

da der in dem Hause des Herrn Dr. Henkelmann auch nur wäbrend des Sommers dieponibel ist. Es möchte sehr schwer halten, einigermaßen dem Bedürfniß entsprechende zu finden; aber auch den güastigsten Fall angenommen, so weiß Jeder, der die Sachlage genauer kennt, welche Nachtbeile für Disciplin und Unterricht sich daraus ergeben, wenn die einzelnen Klassen eines ziemlich com plicirten Schulorganismus in verschiedenen, von einander entfernten Lokalen camptren. Da nun für den Fall, daß das gegenwärtige Provisorium über den Herbst hinaus sorldauern sollte, der Stadt überdies eine pekuntäre Einbuße erwüchse, indem die Staatskasse, soviel uns bekannt, ver⸗ tragsmäßig nur bis dahin für Miethentschädigung der benöthigten Lokale aufzukommen hat, da außerdem es sehr wünschenswerth erscheint, daß auch die gleichzeitig beabsichtigte Erweiterung des Realschalgebäudes noch im Laufe dieses Sommers vollendet werde, so dürfte die öffentlich ausgesprochen

Bitte nicht ungerechtfertigt erscheinen, es möcht

an den entscheidenden Stellen für alsbaldig

Inangriffnahme der fraglichen Bauten Sorg getragen uud keine Stunde mehr des jetzigen günstigen Bauwetters versäumt werden.

Holz-Versteigerung. 1697 Künftigen Montag deu 20. d. M., Vormtitags 9 Uhr, gelangen in der fiscalischen Diebseiche zur

e 60 Eichen ⸗Scheithol 5 Stecken Eichen Scheitholz, l Plügelbolz, geschaltes, 17 Stockholz, 6200 Wellen Reisholn, 5 180 Stück 8 Stangen von 1 mittl. Durch m

und 18 Länge. Heldenbergen den 13. Juli 1868. Groß derzegliche Oberförsteret Altenstadt Rumpf.

Die von Frau L. Imrod's Wittwe zu Friedberg in Nr. 81 d. Bl. ins Publikum gebrachte Nachricht:daß ich nicht mehr

in ihren Diensten stehe, bestätige ich hiermit als voll⸗ kommen richtig, unter dem Bemerken, daß sollte in dieser Nachricht etwa eine versteckte Warnung llegen es mir entfernt nicht eingefallen wäre, nach meinem Dienstaustritt noch Gelder für sie einzukassiren oder, was ohnehin schwer sein dürfte, Etwas auf ihren Namen zu borgen. 170⁵

Assenbeim den 12. Juli 1868.

Julius Grünebaum, Metzger.

Holz-Versteigerung.

1683 Mittwoch den 22. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen im Kirchwald 1) 3000 Buchenprügelwellen, 2) circa 2000 Backwellen, oͤffentlich an Ort und Stelle versleigert werden. Zusammenkunft ist bei der Waldhütte. Ziegendberg den 10. Jult 1868. 5 Kirchner.

lle dung 1704 Inhaltlich des Rockenberger Hppothekenbuchs leistete Lehrer Adam Sulzbach von Rockenberg mit seiner Eheftan Helene, geb. Kleser, unterm 13. Juli 1855 als Rechner der Rockenberger und Oppershofer Mark eine Caution von 500 fl. unter Verpfändung ihres gesammien Bermögens. Großherzogliche Ober⸗ Jorst⸗ und Domänen Direction hat die Löschung der Caution beanttagt. Da jedoch die Original⸗Cautions⸗ urkunde in Berlust gerathen ist, so werden alle, welche aus solcher Rechte glauben herleiten zu können, zu deren Gelter dmachung binnen sechzig Tagen hiermit aufge fordert, nach deren Ablauf die Urkunde für erloschen er⸗ klärt und deren Löschung im Hppethekenbuch verfügt werden soll. Butzbach den 9. Juli 1868. Großherzegliches Landgericht Butzbach Dr. Gilmer.

Die

Bekanntmachung.

1713 Nächsten Diensiag den 21 d. M., von Morgens 9 Ubr ab, weird das durch den Abbruch des Flügel gebändes der sogenannten Oberamtmannswodnung übrig gebliebene Holz⸗ und Eisenwerk in verschiedenen Parthien an Ort und Stelle öffentlich an den Meistbietenden versleigert. Nauheim den 15. Juli 1868. Groß herzogliche Bürgermeisterei Nauß eim J E. d. B.

Der Beigeordnete Eu ser. vdt. Schutt.

BERLIN.

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1714

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** 1 Zündwaaren-Fabrikgeschäftes lasse ich meine sämmtlichen Geschäfts⸗Utensilten,

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Montag den 3. August a. e.

öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung oder Credit bis Martini d. J. gegen genügende Bürgschast, in meinem Hause versteigern.

Rockenberg den 14. Juli 1868.

J. W. Meißner.

Weiße leinene Caschentücher,

270 gestickt und glatt, Manschetten mit Kragen, Herrenkragen, Vorhemden, sowie Hosenträger bei

K. Friedrich neben der Pos.

Brodpreise vom 16. bis 31. Juii. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg:

½ Waizen, ½ Korn./ Korn, ½ Waizen. Erste Sorte 48 18 kr. Zweite Sorte 4 3 16 kr. 1*

9* 7* 2 8

3 *. 3* 2 132 Loth Milchwaaren 1 kr. 3 Loth Wasserwaaren 1 kr.

Für Nauheim: Kasseler Brod 4 8 20 kr.

5 2 10 ** 1* 5* Erste Sorte 41 18 kr. Zweite Sorte 4 8 16 kr. *** 9 1.**** ** 1* 4 5** 1**

Für Butzbach: Erste Sorte 48 17 kr. Zweite Sorte 48 15 kr.

71 **** 51*

1*

** 15

Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. 31. Juli. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg:

Ochsenfleisch pr. 8 19 kr., Schweinefleisch pr. Z 18 Kuhfleisch, gem. 17 Leber- u. Blutwurst 20 Rindfleisch, gem. 17 Bratwurst 2 Hammelflcisch 16 Schwartenmagen 24

2

923

Keil und Carre 18 Geräucherter Speck 32 Kalbfleisch 14 Doͤrrfleisch 24

Keil und Carre Schinken 26 Nictenfett 24 Schmalz, ausgel. 28 Hammelsfett 16Schmalz, unausgl. 28

Ausunahmspreise: Leber⸗ und Blutwurst bei A. Vogt's Erben 24 kr. Beatwurst dei C. Fr. Walz Joh. Walz, Phil. Windecker und J. Wind's Wittwe 24 kr., bei A. Vogt's Erben 21 kr. Schwartenmagen dei A. Vogt's Erben 28 kr. Geräucherter Speck bei A. Vogt's Eeben 28 kr. Dörrfleisch dei N. Engel P. Engel, Ph. Engel, H. Gerih und J. Ruppel 26 kr., bei A. Vogt's Erden 28 kr. Schinken dei H. Blum, H. Engel, A. Vogt's Erben und Joh. Walz 24 kr. Schmalz ausgel. bei N. Engel 2 kr., bei A. Vogt's Erden und C. Fr. Walz 30 kr. Schmalz, unausgel. bei H. Blum, H. Engel, W. Reuß und N. Vogt's Erben 24 kr., dei P. Engel, Ph. Engel, H. Gerth und J. Ruppel 26 kr. Bei J. Hanstein II. Kuh- und Rindfleisch 15 kr., Nierenfelt 16 kr., Kalb⸗ fleisch 13 kr. Bei Wilhelm Bieler Hammelofett 20 kr., Kalbs-Keil und Carre 16 kr. Bei Kar! Söllner Kalbs⸗Keil und Carre 15 kr.

Für Butzb ach: Ochsenfleisch kr. 8 19 tr. Schweinefleisch pr. Z 18

Kuhfleisch, gem., 16 Leber- u. Blutwurst 20 Rindfleisch, gem., 16 Bratwurst 24

er

*

Hammellleisch 8 Schwartemnagen 24 2 Keil und Carre 17 Geräucherter Speck 32 Kalbfleisch. Dörrfleisch 28 Schaaffleisch Schinken 8 Nierensett 20 Schmalz, ausgel. 30 Hammelsfett 20 Schmalz, unausgel. 28