Ausgabe 
16.6.1868
 
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DieMain⸗Zeitung berichtet: Ein neuer Competenzeonflikt ist uns in Aussicht gestellt. Der Salzzehnte zu Wimpfen wurde von der Regierung und der ersten Kammer in Folge der Zollverträge fallen gelassen, die Majorität der zweiten Kammer hält ihn aufrecht. Ein weiterer Ausschußantrag ist von dem Abg. Goldmann erstattet, dem fol gender Nachtrag beigefügt ist:Nachdem dieser Bericht schon entworfen war, hat nach öffentlichen Blättern das Zollparlament die Beschwerden der Saline Ludwigshalle für begründet erkannt und dem Bundeskanzler zur Berücksichtigung überwiesen. Wir wiederholen, daß wir dem Zollparlament jede Befugniß zur Entscheidung über die vor⸗ liegende Frage bestreiten, und auch in der Sache selbst finden wir in jenem Beschluß keinen Grund zur Abänderung unseres Antrages.

Auf die Auflösung des Großh. Hessischen Generalquartiermeisterstab soll nach verbürgten Gerüchten nun auch die Auflösung der Großh. Plankammer erfolgen. Die Offiziere, welche in derselben beschäftigt waren, sind den Regimentern zugetheilt, und ist demnach die Fortsetzung der kartographischen Arbeiten bereits unmöglich ge worden.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 12. d. M. zu ernennen geruht: 1) den seither mit der provisorischen Leitung des Kriegsministeriums beauftragten Major Dornseiff vom Stabe der 1. Jufanterie Brigade, unter Versetzung zum Kriegsministerium, zum Direktor desselben, 2) den Hauptmann v. Herget von der Feldartillerie, unter Versetzung zum Kriegsministerium, zum Chef der 1. Abtheilung, 3) den charakterisirten Inten- danturrath Niepoth, unter Versetzung zum Kriegs⸗ ministerium und mit vorläufiger Beibehaltung seines dermaligen Ranges, zum wirklichen Inten- danturrath und zum Chef der 2. Abtheilung, 4) den Oberlieutenant Roth vom 2. Reiterregimente. unter Versetzung zum Kriegsministerium, zum Adjutant des Direktors und zum Hülfsreferenten in der 1 Abtheilung, 5) den Oberquartiermeister Dauber vom 1. Jägerbataillon unter Versetzung zum Kriegsministerium, mit vorläufiger Belassung seines dermaligen Ranges, zum Intendanturassessor und zum Hülfsreferenten in der 2. Abtheilung, 6) den Oberquartiermeister Mohr vom 2. Jäger- bataillor, 7) den Protocollist Seederer von der Registratur des Kriegsministeriums, 8) den Quartier⸗ meister Schäfer vom 1. Infanterie ⸗Regimente, sämmtlich unter Versetzung zur Kriegsministerial⸗ Intendantur und vorläufiger Beibehaltung ihres Ranges, zu Intendantursecretären, 9) den Quartier⸗ meister Klöpper vom 4. Infanterie ⸗Regimente, unter Versetzung zur Kriegsministerial⸗Intendantur, zum Intendantursetcretariatsassistenten, 10) den Divisionsauditeur Dr. Verdier de la Blaquière, 11) den Stabsarzt Dr. Fuchs, sowie 12) den Hof⸗ und Militärbaurath Dr. Weyland zu tech⸗ nischen Consulenten des Kriegsministeriums, 13) den Kanzlist Mahr von der Kanzlei des Kriegs- ministeriums, zum Ministerialprotocollisten und Registraturgehülfen, unter Belassung in seinem dermaligen Range, 14) den Quartiermeister Bon- hard vom 1. Reiterregimente, unter Versetzung zum Kriegszahlamte, zum Assistenten, bei demselben.

* Friedberg. Von zuverlässiger Seite er fahren wir, daß nunmehr der Befehl bezüglich der Verlegung des 2. Inf.⸗Regts. nach Gießen bei dem Bataillons⸗Commando dahier eingetroffen ist. Nach diesen Bestimmungen wird das hiesige Bataillon schon Mitte August in die Gegend von Offenbach zu Regiments⸗Uebungen abmarschiren, um später den bei Darmstadt stattfindenden Manövern unserer Division beizuvohnen. Am 19. September bezieht das 2. Regt. seine neue Garnison Gießen, während das 1. Jäger⸗Bataillon in unsere Stadt und das 2. nach Offenbach verlegt wird.

* Friedberg. Denjenigen in hiesiger Stadt wohnenden Militär⸗Personen, nun sämmtlich Pen⸗ sionäre, welche schon unter dem Großherzoge Ludwig I. von Hessen gedient, ist vor einigen Tagen eine von des Großherzogs K. H. neu gestiftete Erinnerungsmedaille zugekommen, welche ohne Band auf der linken Brust getragen werden

soll. Dieselbe besteht für alle Grade aus einem vergol⸗ deten Lorbeer und Eichenkranz, in welchem sich ein L. I. befindet; sie bleibt nach dem Tode des Decorirten Eigenthum seiner Familie.

P. Aus der Wetterau. Es wird für die Leser des Anzeigers nicht uninteressant sein zu erfahren, daß unter den Privat⸗Anstalten der neu erworbenen preußischen Landestheile das Knaben⸗ Institut in dem nahen Friedrichsdorf die einzige bis jetzt ist, der das Recht zum einjährigen Militärdienst(ohne Examen) zuerkannt wurde. Die Anstalt, welche sich unter der trefflichen Leitung des Hrn. Professors Dr. Schenk ganz bedeutend gehoben, hat unter ihren Lehrfächern keine alte Sprache aufgenommen.

Mainz. Seit dem 1. d. M. befindet sich hier eine Strafcompagnie, welche sich aus dem 11. Armeecorps und der Festungsbrigade rekrutirt. Für die Wiedereinbringung eines Entwichenen wird dem Denuncianten eine Prämie von 8 fl. bezahlt, und bei der Flucht eines Sträflings fallen zwei Kanonenschüsse.

Worms. DerFr. Kurier regt die Idee an, daß die Feier der Aufstellung des Lutherdenkmals zu Worms nicht bloß in Worms, sondern in allen protestantischen Kirchen und Gemeinden des In- und Auslandes gefeiert werden möge. Es wäre dieß noch zu ermöglichen, weun die Presse sich dieser Idee schnell bemächtige.

Bayern. München. Es wird als be⸗ zeichnend gemeldet, daß der König genau zur selben Zeit, da Prinz Napoleon nach München kam, sich veranlaßt gefunden, einen Ausflug ins Gebirg zu machen, von dem er erst zurückkehrte, als der Telegraph die Ankunft des Prinzen in Wien meldete.

Oesterreich. Wien. Am 2. Juni hat der päpstliche Nuntius dem Freiherrn v. Beust den Protest des Papstes gegen die interconfessionellen Gesetze in feierlicher Weise überreicht, indem er, sich verbeugend, sagte:Ich habe die Ehre, Eurer Excellenz den Protest zu überreichen, welchen der heilige Stuhl im Namen der Christenheit gegen die neuen Maßregeln richtet, die in Oesterreich gegen die legitime Autorität der katholischen Kirche ergriffen wurden. Freiherr v. Beust erwiederte: Im Namen Seiner Majestät des Kaisers und Königs nehme ich den Act entgegen, den Sie mir im Namen der römischen Curie übergeben. Ich versichere Eurer Eminenz nochmals, daß Se. Majestät der Kaiser und König in Uebereinstim⸗ mung mit seiner Regierung stets von dem Gefühle beseelt war, seine religiösen Meinungen in Einklang mit dem Willen seiner Völker zu bringen.

DieElberf. Ztg. enthält folgende den österreichischen Clerus betreffende Angaben. Da⸗ nach hat 1) der Clerus selbst den Werth des kirchlichen Grundvermögens im Jahr 1849 auf 366 Mill. Gulden angegeben und bezogen 2) an jährlichem Einommen:

Der Erzbischof von Gran 750800, 000 fl.

1 77 7 Olmütz 300,800 77 77 75 77 Prag 71,680 77 7 7 77 Linz 71,250, Das Prager Capitel 80,600 Sct. Florian 95,000, Die Kreuzherrn zu Prag 54,000, Die Prämonstratenser in Schlögel 53,150, 41 7 77 Tögel 223,000 7 Die Schotten in Wien 197,000 77 77 77 Seitenstätten 92,600 6 E 17 77 Gottrich 71,600 77 St. Peter in Salzburg 87,500 Kremsmünster 191,700 Adment 52,700 Heiligenberg 93,900 Esseg 87,900

Summa 2,624, 380 fl. Das ist doch wohl ein ganz stattliches steuerbares Kircheneinkommen.

Serbien. Belgrad. Eine Proklamation des Kriegsministers an die serbische Armee macht bekannt, es sei der Wille des verblichenen Fürsten gewesen, daß sein Neffe Milan Obrenovie sein Nachfolger werde, und fordert die Armee auf, den Willen des Fürsten auszuführen. Das

Militär nahm die Proclamation sehr günstig auf. Die Wahlen zur Skuptschina finden am 21. d. statt; die Eröffnung derselben am 2. Juli.

Friedberg. Mit dem 15. d. ist bei der Main⸗ Weserbahn ein neuer Fahrplan in Kraft getreten. Unter den sonst unwesentlichen Abänderungen ist bemerkenswerth, daß der 1235 von hier nach Frankfurt beförderte Personen⸗ zug jetzt Anschluß findet an den dort um 15 abgehenden Courierzug der Main⸗Neckarbahn, wodurch die Weiterrei⸗ senden des unangenehmen Wartens von 2 Stunden in Frankfurt für die Folge überhoben find.

Mainz. Bezüglich der auch imAnz. für Oberh. gebrachten Nachricht von dem Tode des Oberlieutenants v. S. veröffentlicht Generallieutenant v. Röder folgende Berichtigung: Auf Grund des bestimmten Gutachtens des betreffenden Oberstabs- und Regimentsarztes, überein⸗ stimmender eidlicher Aussagen der Zeugen, und vorliegen⸗ der früherer civilärztlichen Atteste, ist, durch die beim hiesigen Inspectionsgerichte geführte Untersuchung, als zweifellos constatirt worben, daß der Premier⸗Lieutenant v. S. lediglich in einem Anfalle von Geisteszerrüttung seinem Leben ein Ende gemacht hat. Von einer scharfen Rüge des Herrn commandirenden Generals Excellenz, oder sonstigen denkbaren Motiven zur That, ist hierselbst Nichts bekannt geworden. Wenn eine derartige Annahme bei einem gewissen Theile des Publikums Eingang ge⸗ funden haben sollte, so beruht dieselbe lediglich auf Er⸗ findung.

Wiesbaden. Ein seltener Glücksfall hat einen bei Hrn. Dreher W. bahier beschäftigten Arbeitsgehülfen(aus dem sächsischen Erzgebirge) ereilt. Derselbe wurde vor einigen Tagen durch eine amtliche Zustellung überrascht, wonach er in Gemeinschaft mit 6 Miterben durch den Tod eines Goldonkels in Australien zu dessen Erbschaft im Betrage von nicht weniger als 5 Millionen Pfd. St. (60 Mill. Gulden) berufen ist. Der Drehergehülfe ist sofort in Gesellschaft eines Consulenten nach dem entfern⸗ ten Welttheil abgereist.

Worms. Zu den Festlichkeiten der Enthüllungsfeier des Lutherdenk mals sind in der Kräuter'schen Rahke'schen und Schlepp'schen Buchhandlung, sowie auch bei den Herren Heinr. Rasor und Apotheker Herrn Münch dahier gegen portofreie Einsendung des Betrags Karten zu beziehen, und zwar: 1) Karten, um der eigentlichen Enthüllungsfeier am 25. Juni, Vormittags 11 Uhr, auf einer der errichteten Tribünen beizuwohnen: Nummerirte Sitzplätze à 1 fl. und 2 fl. 2) Karten zu dem gemein⸗ schaftlichen Festessen in der Festhalle am 29. Juni, Nach⸗ mittags 3 Uhr, à 2 fl. 42 kr. mit 1 Schoppen Wein. 3) Karten zum OratoriumPaulus am 26. Juni, Nachmittags 4 Uhr: Nummerirte Sitzplätze à 2 fl. 30 kr. 2. Platz 1 fl. 45 kr. 3. Platz 1 fl. 4) Karten zur Probe des Oratoriums am Vormittag des 28. Juni à 30 kr. 5) Abonnementskarten zum Besuch der Festhalle während der 3 Festtage à 1 fl. Karten zum einmaligen Besuch der Festhalle à 30 kr.

Köln. Die Rbeinischen Eisenbahnen geben während der diesjährigen Sommerperiode folgende Rundreise⸗Billet s auf 30 Tage aus bei den Stationen Koln und Aachen: 1) via Brüssel⸗Paris⸗Straßburg⸗Baden⸗Karlsruhe⸗Heidel⸗ berg⸗Frankfurt⸗Wiesbaden zum Preis von 30 Thlr. 4 Sgr.; 2) via Brüssel⸗Antwerpen⸗Rotterdam⸗Haag⸗Amsterdam⸗ Utrecht⸗Cleve oder Emmerich für 17 Thlr. 17 Sgr.; die nämliche Tour mit Einschluß von Paris 31 Thlr. 24 Sgr.; 3) via Namur⸗Arlon⸗Luxemburg⸗Trier⸗Saarbrücken⸗Kreuz⸗ nach⸗Coblenz für 19 Thlr. 8 Sgr. und einzelne kleinere Touren.

Schiffsnachrichten.. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.

Das Hamburger Post⸗DampfschiffHolsatia, Capitän Ehlers, trat am 10. Juni seine erste Reise via Sout⸗ hampton nach New⸗Mork an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packet⸗Post 500 Tons Ladung, 98 Passagiere in der Cajüte und das Zwischendeck ganz mit Passagieren besetzt.

Das Amerikanische DampfschiffCircasian, Capitän Ellis, welches am 16. Mai von Bremen vis Falmouth abging, ist nach einer glücklichen Reise von 18 Tagen wohlbehalten in Rew⸗York angekommen.

Das Hamburger PostdampfschiffHammonia, Capit. Meier, welches von New-York am 2. Juni abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen glücklichen Reise von 9 Tagen 12 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frank⸗ reich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unver⸗ züglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe dringt 205 Passagiere, 675 Tons Ladung, 741000 Doll. Contanten und 57 Briessäcke.

Von der deutschen Nordpol⸗Expedition, durch den berühmten Geographen Hrn. Professor Dr. A. Petermann in Gotha angeregt und in Ausführung gebracht, weiß Jeder, der Zeitungen liest, und gewiß gibt es Niemand, vorausgesetzt daß vaterländischer Sinn in ihm wohnet, der sich nicht von Herzen eines Unternehmens freut, das zwar vorzugs- weise in wissenschaftlicher, aber auch in nationaler und handelspolitischer Beziehung die reichsten Er⸗ gebnisse verspricht, und das eben darum ganz dazu geeignet ist, die Ehre des deutschen Volkes unter den Völkern der Erde zu erhöhen. Zweck und

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