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ö näherer Auskunft empfiehlt sich
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im Volksleben immer mehr Rohheit und Gemeinheit, werden die Menschen wirklich menschlicher? Für die Beantwortung dieser Fragen sucht man gern einen Anhaltspunkt in dem Verhalten unserer Jugend.
Es muß ein herrlicher Anblick gewesen sein, wenn einst die griechische Jugend öffentlich auftrat zu Kampf- und Festspielen oder zur Vertheidigung des Vaterlandes, in strahlender Fülle der Kraft wie nicht minder in lieblicher Anmuth der Haltung. Dürfen wir das auch von unserer Jugend rühmen, wenn sie alljährlich zur Rekru— tirung erscheint? Wir schlagen beschämt die Augen nieder; wir erinnern uns an den wüsten Lärm und das unsäglich rohe Gebahren der jungen Leute an solchen Tagen, wir gedenken dabei auch der heillosen, in ihren Folgen so beklagenswerthen Schlägerei bei der vorjährigen Musterung. Woher solch' betrübende Erscheinungen?— Um uns vor der Annahme zu retten, als ob dieselben wirklich ein getreues Abbild seien von dem Grad der Gesittung, auf dem wir stehen, bringen wir recht gern in Anschlag, daß Mancher in seinem Bangen und Hoffen wegen der Losentscheidung leicht in einen Zustand der Aufregung geräth, die ihm die Herrschaft über sich selbst theilweise benimmt, und— es ist eine bekannte Thatsache, daß in diesem Zustand ungebändigt und ungemildert zum Ausdruck kommt, was noch Ungeschlachtes am und im Menschen ist. Ja wir gehen noch einen Schritt weiter und behaupten: Wir bekommen bei dieser Gelegenheit viel Rohes und viel Häßliches zu sehen und zu hören, das nicht in den betreffen⸗ den Jünglingen ist, dessen ste sich sonst und zu aller Zeit gründlich schämen würden. Das Beispiel Anderer, die thörichte Eitelkeit, die da wähnt nachahmen zu müssen, reißt dabei den Unerfahrenen und Unbedachten mit fort.„So haben's die Rekruten voriges Jahr gemacht, die und die Lieder wurden gesungen, so und so viel Glas
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Bier hat der und der getrunken; wir wären keine rechten Bursche, wenn wir hinter ihnen zurück— blieben! Wer am ärgsten tobt und am meisten schreit, hat das größte Ansehen.“ Derartiges bewegt die thörichten jungen Herzen, sonst wäre es unmöglich, daß wir Jahr für Jahr dasselbe Brüllen, dasselbe Bramarbasiren und Großhans— spielen, dasselbe Fagiren mit den Stöcken u. dgl. erleben und trotz Schulunterricht und Singvereinen dieselben abgestandenen Liederverse hören müßten, wie etwa:„O Himmel, was hab' ich getha- ha—han, die Liebe war schuldig daran,“ oder:„Seid nur lustig, seid nur fröhlich ꝛc.“
Wenn dem nun aber so ist, dann genügt gewiß der einfache, wohlgemeinte Hinweis auf das Unschickliche und Abgeschmackte, ja Widerliche eines solchen Gebahrens, um sofort die große Zahl der Verständigeren und Bessererzogenen zu ver⸗ anlassen, die Schranken der Wohlanständigkeit, die den Jüngling so schön kleidet und die sich recht wohl verträgt mit fröhlicher Heiterkeit, nicht zu überschreiten. Die wirklich Rohen werden sich, wenn sie sich vereinzelt sehen, dann schon auch zusammennehmen. Wir wenden uns mit Ver— trauen an die betreffenden Jünglinge selbst. Zeigt durch Euer Verhalten, daß man Euch nicht für eine rohe Horde halten und darnach behandeln dürfe. Je anständiger und gemessener Euer Auf⸗ treten, mit desto mehr Schonung und Achtung wird man Euch begegnen. Bedenkt dabei auch das noch. Wir Deutschen rühmen uns mit Recht unserer Volksbildung und sehen mit Mitleid auf die Völker hin, bei denen die Jugend größten— theils beranwächst wie das liebe Vieh. Nun stellt Euch vor, ein Franzose sehe Euch in dem altgewohnten Rekrutenaufzug. Welchen Begriff müßte er bekommen von der Intelligenz und Ge— sittung der deutschen Jugend, von den Erfolgen unserer vielgerühmten Volksbildung!
Wir wenden uns mit gleichem Vertrauen an die Herren Bürgermeister, die der militärpflichtigen Jugend als freundliche Berather und Führer zur Seite stehen. Man ist leicht geneigt, sich bei solchen Gelegenheiten ein Urtheil zu bilden über das Volksleben. Mögen sie, so viel an ihnen ist, dafür Sorge tragen, daß solche Urtheile keine ungünstigen seien; die Achtung vor den Volks- interessen, die sie ja in erster Linie zu wahren haben, wird dann immer mehr alle Kreise im Staate durchdringen.
Wollten wir Namen nennen, so könnten wir einzelne Orte bezeichnen, deren Rekruten in den letzten Jahren sich durch ihr Benehmen merklich vor den übrigen ausgezeichnet haben; allein es dünkt uns durchaus nicht ungeeignet, für die Folge diejenigen Orte öffentlich namhaft zu machen, deren Jugend schon durch ihr äußeres Verhalten einen höheren Grad von Bildung verräth.
Concert.
Der Vorstand des Frauen-Vereins der Gustav⸗ Adolf⸗Stiftung für Friedberg und Umgegend hat unter gütiger Mitwirkung von Freundinnen und Freunden des Gesangs und der Musik ꝛc. zu m Besten der Gustav⸗Adolf⸗Stiftung auf
Sam stag den 16. Mai Abends 757 Uhr 5 ein Concert im großen Saale des Hotel Trapp dahier veranstaltet und ladet zu recht zahlreicher Theilnahme ein.
Einzelne Karten zu 18 kr., Familienkarten für 2 Personen zu 30 kr. und für mehr Personen zu 36 kr. sind in der Buchhandlung von Binder⸗ nagel& Schimpff, und Abends an der Kasse zu haben.— Das Programm besagt das Nähere.
Friedberg, den 4. Mai 1868.
Dielen
1134
„Lager
in schönster Auswahl, zu den äußerst billigsten Preisen, empfiehlt
Friedrich Hilbrecht.
Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig
im Jahre 1830 auf Gegenseitigkeit und Oeffentlichkeit gegründet und bestätigt durch Decret Sr. Majestät des Königs.
973
Hierdurch bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß Herrn
Louis Weis in Friedberg
eine Agentur obiger Gesellschaft für Friedberg Leipzig den 4. Februar 1868.
und Umgegend übertragen worden ist. Das Direktorium.
Die obige durch eine fünfunddreißigjährige Wirksamkeit bewährte Gesellschaft übernimmt unter günstigen, den Beitritt in jeder Weise erleichternden Bedingungen Versicherungen auf Summen von 100 bis 10,000 Thlr., zahlbar beim Tode oder bei Erfüllung eines im Voraus festgesetzten Lebensalters.
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Ende September 1867: 4,410,000 fl., 1867: 11,197 Pers. vers. mit 22,656,375 fl.
Sämmtliche Ueberschüsse werden den Mitgliedern unverkürzt zurückerstattet und beträgt
träge für die betr. Versicherten vermindern
auf 1 Thlr. 25 Ngr. 3 Pf. beim Eintrittsalter von 30 Jahren
7 2 77„ 6 „ 2 7. 11 7 11 5
Die Aufnahme erfolgt kostenfrei.
die durchschnittliche Dividende in den letzten 5 Jahren 30 Proecent, wodurch sich die Bei⸗
für 7„ 35 67 100 Thlr. 1„ 40„ Vers.⸗Summe,
die zwischen liegenden Alter in demselben Verhältniß. Zur Vermittelung derselben wie zur Ertheilung
Louis Weis,
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1182 Die nach Vorschrift des Königl. Geh. Hofraths und Universitätsprofessor Dr. Harleß in Bonn gefertigten
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nnd à 14 kr. per Packet ächt zu haben in Friedberg bei J. A. Windecker, in Assenheim bei Carl Bauer, in Berstadt bei Chr. Eichelmann Sohn, in Nauheim dei Ph. Jac. Weiß.
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Nieder⸗Wöllstadt im Mat 1868.
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5 1 Hausmädehen wird gesucht. Von wem? sagt die Expedition d. Bl.
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