nung Badens gegen den Bezug der Zinsen daraus übernommene Baukapital der Main-Neckarbahn im Betrage von 1,650,000 fl. Auf wiederholt ausgesprochenen Wunsch der Kammern ist die Kündigung auf 1. Januar ud. J. erfolgt.
— Die Abgeordnetenkammer hat am 1 d mit 52 gegen 1 Stimme dae Ministerverant- wortlichkeitsgesetz wesentlich nach den Commissions— anträgen angenommen.
Oesterreich. Wien. Die„Neue sreie Presse“ meldet: das Ministerium werde demnächst als erste gesetzgeberische Akte erlassen: 1) eine Verordnung wegen Beeidigung aller Staatsbeamten auf die Verfassung; 2) eine Verordnung behufs Regelung der verfassungsmäßigen Bestimmungen über Gegenzeichnung sämmtlicher allerhöchsten Verfügungen durch das verantwortliche Ministerium; 3) einen Erlaß, welcher die Beschränkungen hin— sichtlich des Rechtes der Erwerbung vom Grund— eigenthum durch Juden in Galizien als durch die Verfassung beseitigt erklärt.
— Die„Presse“ bestätigt die Abberufung des preußischen Gesandten Baron Werther. Als sein Nachfolger ist Baron Magnus genannt.— Das „Tagblatt“ meldet: Die Regierung beabsichtigt statt des Concordats einen neuen Vertrag aufzu— stellen, welcher den Staatsgrundgesetzen entspricht. Falls in Rom die Aufgebung des Concordats verweigert werden sollte, so würde die Gesetzgebung ohne Rücksicht auf das Concordat vorgehen.
— Feldmarschalllieutenant Kuhn soll Reichs— kriegsminister, Feldmarschalllieutenant John Chef des Gentralstabs werden.— Das„Neue Frem— denblatt“ erfährt, daß im Kriegsministerium eine bedeutende Armeereducirung vorbereitet werde, daß das Avancement bis 1870 eingestellt werden solle. Ebenso sei die Abschaffung des Armee— Obercommando bevorstehend, desgleichen zahlreiche Pensionirungen höherer Stabsoffiziere in Aussicht genommen.— Das„Tagblatt“ gibt als Motiv für das Entlassungsgesuch des Kriegsministers John die Reducirung des Armeecbudgets auf 61 Millionen an.
Wenn diese Nachrichten nicht trügen, geht Oesterreich mit dem schönen Beispiele voran, seine Arnie zu reduziren und das Militärbudget um beiläufig 22 Millionen, vielleicht noch mehr, zu entlasten. Es geschieht dies in einem Augenblicke, in welchem der Wettlauf nach militärischer Kraft— entfaltung zwischen den einzelnen Mächten bis zu einem Grade gediehen ist, der eine Steigerung kaum mehr zuläßt. Oesterreich, der vergleichsweise gefährdetste aller Staaten, zeigt, daß selbst in einem solchen Augenblicke es möglich ist, das Volk von dem Alp der Militärwirthschaft zu befreien; — wollten Frankreich und Preußen diesem Bei— spiele folgen, die Welt würde aufathmen, wie nach der Genesung von einem schweren Fieber. Doch hierzu ist bis jetzt wenig Hoffnung vor— handen, man tauscht lieber Friedensversicherungen aus und rüstet inzwischen bis an die Zähne, wo⸗ durch dann freilich diese Versicherungen allen und jeden Werth verlieren.
Frankreich Paris. Wie die„France“ meldet, hat aus Anlaß des Jahresantritts zwischen dem Kaiser Napoleon und dem Könige von Preußen ein sehr freundschaftlicher Brieswechsel statigefunden, zu welchem der König die Initiative ergriffen hat, dessen Brief in Ausdrücken abgefaßt ist, welche geeignet sind, eine Verständigung der beiden Souveräne und Völker über die schweben⸗ den Fragen zu erleichtern.
— Der„Moniteur“ erklärt die Bewegung eines Theils der französischen Truppen von Civita⸗ Vecchia nach Viterbo mit dem Grunde der Man— gelhaftigkeit der Bequartierung. Ein Theil der Truppen sei genöthigt gewesen, auf den Anhöhen um Civita⸗Vecchia zu campiren. Da die Rauh— heit der Jahreszeit das Campiren nicht mehr gestatte, habe die französische Regierung beschlossen einen Theil des Expeditionscorps nach Viterbo zu dirigiren, wo die Truppen seit einigen Tagen angekommen und in einem Gebäude einquartiert seien, das in gesundheitlicher Beziehung alle
Sicherheit darbiete. — Eine Anzahl Pariser Journale
wurde
wegen unerlaubter Veröffentlichung der Kammer— berichte dem Zuchtpolizeigericht überwiesen.
— Der„Etendard“ theilt mit, daß am Samstag die Aerzte Nelaton, und Kolb eine Operation im Munde des Grafen v. d. Goltz vornahmen, die vollständig geglückt ist. Der Kaiser läßt alle Tage Erkundigungen über das Befinden dee Grafen einziehen, ebenso wie der König Wilhelm, die Königin und Graf Bismarck. Das Gerücht von der Ersetzung des Grafen ved. Goltz in Paris ist völlig unbegründet.
Großbritannien. London. Bezüglich einer mehrfach in englischen Blättern erwähnten Adresse Garibaldi's an die Fenier wird im Auftrage des Helden von Caprera„von einer Dame“ in der Presse erklärt, der General wünsche es allgemein bekannt gemacht zu wissen, daß er nie an die Brüderschaft geschrieben habe. Es sei ihm allerdings von jener Seite her eine Avresse zugegangen, die er indessen keiner Antwort ge— würdigt. Im Gegentheil, er stehe in dieser An— gelegenheit ganz auf Seiten der Regierung.
— Eine amtliche Depesche von Merewether an das Ministerium meldet: Die Straße von Senahfeh nach Addigrath sei für Maulesel und Kameele geeignet. Die Armee des Theodorus und die der Insurgenten stünden sich auf dem Wege nach Laska nahe gegenüber. Menelek soll sich mit
Truppen 25 Meilen südöstlich von Magdala befinden.
Italien. Florenz. Menabrea appellirt bei Ankündigung der Bildung des neuen Mini—
steriums an die Eintracht und die Beihülfe des
Parlaments und sagt: Es sei unumgänglich noth— wendig, die Finanzen und die Administration zu reorganisiren, die das Land umringenden Gefahren könnten dann durch die Haltung des Parlaments und den Patriotismus des Volkes beseitigt werden; man müsse der Reaktion entgegenarbeiten, welche jetzt den Kopf hoch trägt und das Werk wieder vernichten möchte, das so viele Opfer gekostet hat.
— Die„officielle Zeitung“ veröffentlicht ein Cirkular des Ministers des Innern an die Prä— fekten des Königreichs, datirt vom 8. Januar, welches die innere Politik der Regierung entwickelt. Der Minister erklärt: die erste und wesentlichste Bedingung für die Freiheit Aller ist die Achtung
vor dem Gesetz und die Unterwerfung unter dasselbe. Italien braucht Sicherheit und Ruhe, um seine Thätigkeit nach Innen entfalten zu
können, welche es allein mächtig, glücklich und geachtet machen können. Italien braucht eine Regierung, die auf die strengste Gesetzlichkeit haltend, es vor Allen geachtet macht, die sich keines illegitimen Einflusses bedient und die durch Thatsachen beweist, daß sie den entschlossenen Willen, die Autorität und die Kraft zum Regieren besitzt.
Rußland. Petersburg. Der„Russische Invalide“ schreibt: Die Friedensversicherungen der offiziösen französischen Publicisten seien frucht- los und beruhigten Niemanden. Ungeachtet der Freundschafts-Betheuerungen Frankreichs sei das Mißtrauen zwischen den Mächten stärker als jemals. Die fortdauernden Debatten über die Armeereform zu Paris bewiesen verhängnißvolle Geheimpläne Frankreichs fürs künftige Jahr.
* Friedberg. Wir machen darauf aufmerksam, daß das Porto für Stad tbriefe nur 1 kr. und das für Briefe auf das Land innerhalb des Bestellbezirks einer Postanstalt nur 2 kr., gleichviel ob frankirt oder unfrankirt, beträgt. Die Bestellbezirke der uns zu⸗ nächst gelegenen Postanstalten finden sich in dem Fried— berger Adreß-Kalender pro 1868(Postbotengänge) ver— zeichnet.—
Von Frankfurt wird gemeldet, daß ein Fischer in Sachsenhausen, welcher jetzt vier Jahre verheirathet ist, das Glück hatte, daß ihn dieser Tage zum drintenmal seine Frau mit Zwillingen beschenkte.
Darmstadt. Die vollständige Ziehungsliste der 50⸗fl.⸗Loose ist erschienen, wir machen die Besitzer dieser Papiere auf die starle Restantenliste aufmerksam. Laut derselben ist ein Tresser von 10 000 fl. und einige von 1000 fl. noch nicht erhoben.
Darmstadt. Die werkthätige Theilnahme der Be— wohner Darmstadt's an der menschlichen Noth bewährt sich auch wieder bei der Sammlung für die Nothleidenden in Ostpreußen. Bis zum 12. d. Vormittags waren bei dem hiesigen Comile bereits 2145 fl. 20 kr. eingegangen und davon 1205 Thaler oder 2108 fl. 45 kr. an den Ort ihrer Bestimmungen abgesandt. Es wird streng darauf
gehalten, daß die Eingänge regelmäßig täglich abgesandt werden, um möglichst rasch ihre Verwendung zu finden, nach der Erfahrung, wonach rasche Hilse boppelt Hilfe bringt.
Darmstadt. Wie die„Hess V.“ melden, halte der frühere Artillerielieutenant Bender, der nach Beendigung seiner Studien in Karlsruhe nach Amerika auswanderte, alsbald nach seiner Ankunft in Newyork das Glück, daß ein von ihm eingereichter Concurrenzplan einer Verlauss— halle mit dem ersten Preis(800 Dollar) gekrönt und ihm die Ausführung des Werks übertragen wurde. Bender ist ein Sohn des verstorbenen langjährigen Pfarrers in Bönstadt.
In Westphalen haben die Kohlenbergarbetter be— schlossen, in dͤiesem Monat eine halbe Schicht zu Gunsten der Ostpreußen zu arbeiten. Es sind an 50,000 Mann, die auch noch nöthigenfalls eine zweite halbe Schicht für Jene opfern, und dies würde dann 40 000 Thaler betragen. (Unter dem Arbeitslittel haben immer brave Herzen ge— schlagen.)— Der„Märkische Sprecher“ veröffentlicht einen Aufruf in dieser Richtung und die folgenden, kräftigen, zum Herzen sprechenden Verse:
An die West-Armee der Bergknappen! Ihr braven Kameraden, Ihr 50 000 Mann, In starler Hand das Eisen, rückt Ihr zum Kaupse an, Ihr meldet Euch freiwillig, Ihr fahrt in Euren Schacht, Ihr haut mit kräft'gem Arme bis in die liefe Nacht. Nicht habt Ihr Hinterlader, wohl Pulver, doch kein Blei, Ihr tödtet nicht die Menschen,— Ihr macht vom Tode frei Die Brüder dort im Osten, besiegt die Hungersnoth. Habt tausend Dank, Ihr Knappen! Es dämmert Morgenroth! Solch' Band der Menschenliebe sei unsre Ordenszier, Es sei dem„Volk in Waffen“ sein bestes Kriegspanier! Die„Elberfelder Zeitung“ fügt hinzu:„Möge der Vor— gang der Bochumer Bergleute überall Nachahmung finden! Ehre und Anerkennung den braven Söhnen der rothen Erde, die so schnell zur opferfreudigen That geschritlen sind.
„ Salz gegen gefrorene Pumpbrunnen. Daß überfrorene Fensterscheiben am leichtesten durch Ueber— sahren mit Salzwasser von ihrer Eiskruste befreit werden, ist bekannt. Von größerem praktischen Werthe und über— raschenderer Wirkung ist die Anwendung von starkem Salzwasser zum Aufthauen eingefrorener Pumpbrunnen. Dazu werden etwa 2 Pfd. Salz in 9 Schoppen Wasser durch Kochen gelöst und heiß von oben in den Brunnen⸗ stock gegossen. Durch ihre Eigenschwere und die Eigen— schaft der Salzlösung, auch bei hoher Kälte flüssig zu bleiben, löst sie, immer nach unten dringend, bald den Eisblock, welcher die Kolbenstange gefangen hielt. Man hüte sich jedoch, das Kochsalz ungelöst in den Brunnen⸗ stock zu werfen, weil dadurch erst recht Kälte erzengt wird.
Für die Uothleidenden in Ostpreußen sind weiter eingegangen:
Zweite Liste.
1) Bei Herrn Actuar Nau: Von Hoftaxator Schwarz 1 fl.— Assessor Hofmann 3 fl. 30 kr.— Dr. Möbius 1 fl. 45 kr.— Accessist Schnittspahn 1 fl.— Accessist Reuling 1 fl.— Apotheker Werner 1 fl.— Landrichter Reitz 1 fl. 45 kr.— J. C. 30 kr.— Actuariats⸗Aspirant Weber 1 fl. 30 kr.— Actuar Nan 2 fl.— Müller Schudt auf der Görbelheimer Mühle 5 fl. 15 kr.— Zusammen 20 fl. 15 kr.
2) Bei Herrn Bürgermeisterei-Verwaller Foucar: „Von gutgesinnten Ostpreußen“ 15 fl.— Von ihm seleost 1 fl. 45 kr.— Zusammen 16 fl. 45 kr.
3) Bei Herrn Professor Dr. Köhler: Von Herrn Postmeister Brentano, gesammelt bei sämmtlichen Beamten und Unterbeamten des hiesigen Postamtes 20 fl. 30 kr., nebst gefälliger schriftlicher Benachrichtigung über die Modalitäten, unter welchen den Hülfsvereinen für Ost⸗ preußen Portofreiheit zugesichert worden ist.— Von Frau v. Helmolt 4 fl.— Zusammen 24 fl. 30 kr.
4) Bei Director Steinberger: Von Herrn Kreis⸗ Assessor Dr. Dietzsch in Vilbel 2 fl.— Von der Expedition des Anzeigers für Oberhessen gesammelt 46 fl. 11 kr.— Zusammen 48 fl. 11 kr. 5
Zusammen 109 fl. 41 kr.— Im Ganzen bis jetzt eingegangen 261 fl. 48 kr.
Indem wir für diese Gaben verbindlichst danken, bitten wir um weitere Zusendungen und ersuchen nament⸗ lich die Herrn Geistlichen, Bürgermeister und Lehrer auf dem Lande, sich der Einsammlung von Gaben unterziehen und dieselben an uns einsenden zu wollen.
Friedberg, den 15. Januar 1868.
Im Aufirag des Hülfsvereins-Vorstandes. Steinberger.
Druckfehler in der vorigen Liste: Bei den von Herrn Mayer Hirsch gesammelten Gaben lies Siesel Hirsch siatt Seisel H., L. Hofmann aus Bönstadt statt Berstadt. Bei der Sammlung von Director Steinberger Seminarlehrer Fr. S. statt Frau S.
Bei der Unterzeichneten gingen zu den in voriger Nummer bescheinigten Gaben weiter ein von: Im Froh⸗ inn gesammelt 1 fl. 18 ki.— Ungenaunt 1 fl.— Theodor Münch 1 fl.— Ungenannt 1 fl.— J. R. 1 fl. — Gefunden 8 kr.— Von den Schülern der Realschule 24 fl.— Zusammen 29 fl. 26 kr. In Summa bis heute eingegangen 70 fl. 11 kr.
Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen.
Der Vorstand des Wetterauer Bweigvereins
der Gustav-Adolf-Stiftung richtet an alle Gemeinden die freundliche Bitte, die Beiträge für 1867 bis zum 15. März erheben und an den Rechner, Herrn Hofapotheker Wahl dahier, einsenden zu wollen. Friedberg den 10. Jannar 1868.
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