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4 Spanien. Der Mann, dessen Wort bein der demnächstigen Beschlußfassung über Spaniens Zukunft wohl entscheidend in die Wagschale fallen wird, ist Prim. Wußte man bereits, daß sein Einfluß bei den Massen ein weitreichender sei, so hat sein am 7. d. M erfolgter Einzug in Madrid gezeigt, daß seine Popularität eine ungeheure ist. Die zart und Weise seines Empfangs zeigt nicht gerade von politischer Reife des Volkes und mag den Gefierten auf's neue in der Ansicht, die man iym zu hreibt, bestärkt haben, die Republik sei nicht die geeignete Staatsform für Spanien. Ein Augenzeuge berichtet, nicht Begeisterung sei es mehr gewesen, die sich manifestirte, sondern Wahn— sinn in seinem ausschweifendsten Ausbruch. Wohl an 300,000 Männer, Weiber und Kinder drängten und zwängten sich in den Straßen, die der Zug passirte. Hie und da staute sich derselbe, so daß es Ohnmächtige, Erstickte, ja Zertretene und Zer— stampfte in Menge gab. 3½ Stunde brauchte Prim, um die kuͤrze Strecke bis zum Ministerium des Innern zurückzulegen, beständig in Gefahr, von der tollen Menge vom Pferde gerissen und im Triumph fortgeschleppt zu werden. Vom Balkon des Ministerialgebäudes aus bielt er eine kurze Anrede an das Volk. Der Schluß derselben: Nieder mit den Bourbonen! fand einen donnern— den Widerhall unter den Massen. Bis spät nach Mitternacht erfüllte Musik, Gesang und Jubel— geschrei die vollständig beleuchtete Stadt.— Prim wurde 1814 in Reus in Catalonien geboren, wo sein Vater Fleischer gewesen sein soll. Als gemeiner Soldat trat er in die Armee und noch nicht 30 Jahre alt, hatte er sich zum General- major und Grafen emporgeschwungen. Seine Popularität verdankt er neben seinem bezaubernd liebenswürdigen Wesen dem Legendenhaften seines Lebens. Durch glänzende Tapferkeit hat er sich aus dem Dunkel emporgearbeitet, dreimal war er zum Tode verurtheilt, lange Jahre irrte er im Exil umher: kein Wunder, daß er jetzt im Glorienschein des Volksheldenthums strahlt. Durch die Großartigkeit, womit er die Million jährlicher Einkünfte seiner Frau verwendet, erinnert er an Wallenstein, nur daß seine Gelder bis jetzt nicht Regimenter geschaffen, sondern Hunderten vertrie⸗ bener Familien das Leben gefristet haben. Sollte er auch wie jener an eine Krone denken?
Madrid. Das Generalconsulat der Re— publik Salvador in Madrid hat nachstehendes Schreiben an die Junta erlassen:„Im Septem- ber 1821 schüttelte Salvador das gräuliche Joch ab, das auf ihm lastete. Im September 1868 stürzte das Mutterland Spanien für immer die Tyrannei, die es entehrte. Ewigen Ruhm den Spauiern, die dadurch, daß sie ihre Freiheit zurückeroberten, bewiesen, daß sie das Muster der freien und hochherzigen Völker sind.“— Die Deutschen in Madrid haben, wie die„Gaceta“ meldet, endlich auch eine Beglückwünschungs ⸗ Adresse an die Revolutionsjunta erlassen.„Ehre“, sagen sie darin,„der Nation, deren Kraft und Heldenmuth in wenig Augenblicken über hundert⸗ jährige Tyrannen zu siegen und auf deren Trüm⸗ mern den Tempel der Freiheit und der Gerechtig- keit zu errichten verstand.“— Die Revolutions- Junta von Sevilla hat dem Consul der Ver⸗ einigten Staaten die Erlaubniß erthtilt, ein pro; testantisches Gotteshaus zu bauen.
Italien. Eine Depesche aus Neapel meldet einen neuen Ausbruch des Besuv.
Amerika. Nach einem aus Newyork
eingetroffenen Telegramm wurde am 10. Oct. zu Havanna der Geburtstag der Königin Isabella wie gewöhnlich gefeiert.
Darmstadt. An der dahier stattgehabten Ausstellung von Zeichnungen der Handwerkerschulen des Großherzog— thums hatten sich im Ganzen 40 Handwerlerschulen be— theiligt; auch Schülerhefte aus den Unterrichtssächern und Arbeiten der von den Localgewerbevereinen in Darmstabt Mainz, Worms und Friedberg gegründeten gewerblichen Forlbildungsschulen für Mädchen und Frauen waren auf— gelegt und erregten die besondere Aufmerksamkeit und bas lebhafteste Interesse der Besucher, da diese Arbeiten ein sehr günstiges Zeugniß von der tüchtigen Leitung dieser Schulen und von dem Fleiße und den Leistungen der Schülerinnen abgaben.
2 Eine Papierkragenfabrik in Newyork mit einem Capital von 500,000 Doll, beschäftigt 450 Personen, welche 350 verschiedene Sorten Papierkragen liefern und davon alle 24 Stunden nicht weniger denn 5,000,000 Stück fertig stellen.
4 Jagdgeschichte. Paris arm an Unterhaltungsstoff; man bilft sich mit Jagdge— schichten. So soll Herr Rouher kürzlich auf der Jagd das Mißgeschick gehabt haben, anstatt eines Stückes Wild den Hund eines Herzogs zu erschießen. Der Staats— minister erging sich in Entschuldigungen, allein der witzige Cavalier unterbrach ihn mit der ironischen Bemerkung: „Keine Entschuldigungen, Herr Minister, Sie sind ja nicht verantwortlich!“
„ Tödtung mittelst Eintreibung von Luft durch die Augen. Der bekannte Oculist Professor Casturani in Turin hat die Entdeckung gemacht, daß mittelst Eintreibung von Luft durch die Augen Thiere
fast schmerzlos und in wenigen Sekunden— zwei bis vier— gedödtet werden können. Da diese Tödtung auch
auf Menschen anwendbar ist und dieselbe nicht die min— deste Spur von Gewaltthat zurückläßt, so dürfte sie bei den Vertretern der gerichtlichen Mediein gewiß und mit Recht Aussehen erregen. Bei jüngst vorgenommenen Experimenten in der k. Thierarzneischule in Turin wurden in wenigen Minuten vier Kaninchen, drei Hunde und eine Ziege getödtet.
„ Der„Salut public“ theilt mit, daß man bei Gelegenheit der zu Brest am 1. October erfolgten Hin— richtung eines Füsillers vom 44. Regiment wieder die Erfahrung gemacht hat, welche furchtbare Zerstsrungen die Chassepot-Kugel im menschlichen Körper an— richtet. Eine Kugel, welche durch die Brust gegangen war, hatte auf dem Rücken der Weste einen langen Riß zurück gelassen, und ein Knopf auf der vorderen Seite der Weste war durch eine andere Kugel wie mit einem Rasirmesser in zwei Theile durchschnitten, so daß der übrig gebliebene Theil des Knopfes die Form eines Halbmondes darstellte.
Mitbürger!
Während wir uns bier der lieblichsten Herbst— tage erfreuen, haben Ungewitter, die mit noch nie erlebter Heftigkeit fast einen halben Monat ge— wüthet haben, in den Alpen der Schweiz fürch⸗ terliche Zerstörungen angerichtet. Es regnete nicht; die Wasser stürzten nur so aus den Wolken herab:„des Waldes Heerstrom wuchs und schwoll, das Wiesenthal begrub ein See!“ So wälzten sich die wilden Wogen in den Thälern des Rheins, des Tessin und der Rhone dahin, Alles zerstörend, Alles mit sich fortreißend, was für die die ganze Thalbreite erfüllenden, überall hin ausbrechenden Fluthen erreichbar war. Die Berichte namentlich aus St. Gallen, Graubündten und Tessin lauten herzzerreißend.
Menschliche Wohnungen ohne Zahl wurden hinweggefegt, ganze Dörfer sind verschwunden; die Matten sind mit Felsstücken, Steingeröll und Sand hoch bedeckt; die Weinberge und Obsigärten sind zerstört; aller Ackerboden auf Weit und Breit von den Anhöhen ist hinweggeschwemmt. Gräß⸗ licher Anblick! Auf den trüben, mit Getrümmer aller Art bedeckten Fluthen trieben die aus den Gräbern der zerwühlten und zerklüfteten Kirchhöfe mit fortgeführten Leichname längst Verstorbener
ist augenblicklich sehr
unter den Lebenden verschlangen. Glückliche Un⸗ glückliche! Ein jäher Todesschreck endete bei ihnen allen Jammer, während die Tausende der unglück— lichen Glücklichen, denen Rettung aus dem Ver— derben möglich war, nun auf den Höhen kampiren, düstere Lagerfeuer umstehend und mit starrem Ent— setzen auf die Verwüstung hernieder- und dem nahen Winter entgegenschauend. Ihre Wohnungen sind zerstört, ihre Vorräthe vernichtet, ihr Grund— eigenthum ist, wenn nicht für immer, so doch auf Jahre hin werthlos und ertragsunfähig. Vor wenigen Tagen noch waren sie die in ihrer Ge— nügsamkeit und in ihrer Biederkeit glücklichen Be— wohner lachender Thalgründe und anumuthiger Höhen; jetzt stehen sie da arm, elend, halbnackt, viele von ihnen bereits vom Fieberfrost geschüttelt, einstweilen den Hunger stillend von dem Fleisch des auf den Fluthen treibenden verunglückten Viehes, das hin und wieder an's Land zu ziehen gelingt. Was soll aus ihnen werden?—
Den braven Schweizern wird es sauer, das Mitleid nach Außen hin anzuflehen. Kein Klage laut, kein Hülferuf würde über ihre Gränze dringen, wäre das Elend nicht riesengroß, und läge die Unmöglichkeit nicht offen am Tage, es bei aller Opferwilligkeit der verschont gebliebenen Kantone allein nur halbwegs bewältigen zu können. Sollen wir uns dem Unglück unserer stammverwandten Brüder verschließen?
Doch Worte sind nicht vonnöthen, wo solcher Jammer spricht!
Glücklich, dreifach glücklich der, der solchen Schrecken gegenüber hat, die Noth lindern zu helfen!
Bereits haben in den verschiedensten Städten Süddeutschlands bis einschließlich Frankfurt Samm- lungen begonnen. Friedberg und mit ihm die gerade dieses Jahr reich gesegnete Wetterau wer⸗ den nicht ermangeln, diesem hochherzigen Beispiel zu folgen. Geben wir rasch und verbreiten wir so das Erbarmen immer weiter nach Norden Die Schweizer sind, obgleich staatlich von uns getrennt, unsere Volksgenossen; ihre Noth kann und darf uns nicht weniger zu Herzen gehen, wie im ver— flossenen Winter die Noth in Ostpreußen.
Einstweilen bis sich für unsere Stadt und Umgegend ein Comité wird gebildet haben, ist die Unterztichnete gern bertit, milde Gaben in Empfang zu nehmen, um sie dem Schweizer Hülfs⸗ komité zu übermitteln und später Rechnung dar⸗ über abzulegen.
Die Redaktion des Anzeigers für Oberhessen.
Die Verlagshandlung J. Kühtmann& Comp. in Bremen macht bekannt, daß binnen Kurzem in ihrem Verlage ein neues Werk des berühmten Afrika⸗Reisenden Gerhard Rohlfs erscheinen wird. Dasselbe wird die Tagbuchblätter des Herrn Rohlfs enthalten, welche der⸗ selbde zusammenstellte, als er im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Preußen der englischen Expedition nach Abessinien beiwohnte. Abgesehen von dem großen Interesse, welches schon von vorne herein jedes Werk des berühmten Bersassers erregt, dürfte gerade diese Novität für das große Publikum von besonderem Interesse sein, da dasselbe einen der interessantesten Stoffe unserer neueren Geschichte behandelt und dieser Stoff von einer durchaus competenten Feder in einer Weise beleuchtet wird, die in manchen Theilen nicht unwesentlich von der in englischen Berichten beliebten Darstellung abweicht.
Zugleich macht dieselde Verlagshandlung bekannt, daß von der im Ansang dieses Jahres veröffentlichten„Re ise in Marokko von Gerhard Rohlfs'? bereits ein Neudruck nöthig geworden und ebenfalls binnen Kurzem die Presse verlassen wird. Dieses Werk, dessen erste Auflage also binnen wenigen Monaten verkauft wurde, brachte
neben den zahlreichen Opfern, welche die Wasser
bekanntlich dem Verfasser von der kaiseclich geographischen Gesellschaft in Paris die große goldene Medaille ein.
Lieferung für das Landeszuchthaus.
2462 Mittwoch den 21. October l. J., Vormittags 10 Ubr, wird dahler für 1869 zur Lieferung versteigert: 1) 1000 Stück Weißkraut,
2) 250„ Wufing, 3) 60 Ceniner Sauerkraut.
4) circa 76 Ceniner Ochsenfleisch,
80 55 Schweinefleisch, 6)„ 13„ Kalbfleisch, , Schwelneschmalz.
Marlenschloß den 6 October 1868. Großherzogliche Landeszuchthaus-Directien Knispel.
Bekanntmachung.
2507 Samstag den 17. l. M., Vormittags 11 Uhr, soll die zur Herflellung eines Brunnens auf dem Fried⸗ hofe daher erforderliche Brunnenmacher⸗, Steinhauer⸗-, Schreiner- und Maschinenarbeit, sowie 0, Cubik-Klafter Mauersteine zu brechen, deren Beifuhr und Aufsetzen— sämmtlich veranschlagt zu eirca 140 fl., an die Wenigft⸗
fordernden in Accord gegeben werden.
Butzbach den 12. October 1868.
Großherzogliche Bürgermeisterei Butz dach A mch el.
Ein vollständiges, freundliches Logis 2511 mit allen Bequemlichkeiten und Stallung für zwel Pferde ist zu vermieten. Näheres zu erfragen bei
Bekanntmachung.
2506 Der Vizinalweg von Bruchenbrücken nach Assenbeim kann wegen Herfstellung eines Kanals vor der Wetterbrücke bei Bruchenbrücken bis auf weitere Bekanntmachung nicht befahren werden, welches hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Friedberg den 13. Octoder 1868.
Der Bezirks⸗Bauausseher Schneider.
Der obere Stock
meines Hauses ist ganz oder getrennt zu der⸗
2499
mletden und kann sogleich bezogen werden.
Glace-Nandschuhe, Sp
neben der Post.
der Expedition d. Bl.
Heinrich Jordie.


