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0 1868.
Anzeiger für Oberhessen.
Samstag den 14. November.
M135.
Enthält die amtlichen Exlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Inttlligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Auf den„Anzeiger“ kann man für die Monate November und December abonniren.
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Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche 6 Regierungsblatt Nr. 57 enthält:
I. Gesetz vom 17. d. M., den Verkehr mit Petroleum und anderen leicht entzündlichen Mineralölen betreffend. Einziger Artikel. Wer den zur Abwendung von Gefahr aus dem Verkehre mit Petroleum und anderen leicht ent— zündlichen Mineralölen erlassenen allgemeinen oder von der Verwaltungsbehörde ertheilten besonderen Vorschriften zuwiderhandelt, verfällt in eine Geldbuße von Drei Gulden dis Zweihundert Gulden.
II. Verordnung, den Verkehr mit Petroleum und anderen leicht entzündlichen Mineralölen betreffend.
III. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, den zwischen dem deutschen Zoll⸗ und Handelsverein und Spanien ab⸗ geschlossenen Handels- und Schifffahetsvertrag betr.
IV. Bekanntmachung Gr. Ministeriums des Innern, die Bestätigung von Stiftungen und Ver:nächtnissen betr. Im Laufe des dritten Quartals 1868 sind von des Groß⸗ derzogs Königlicher Hoheit nachfolgende Stiftungen und Vermächtnisse bestätigt und hierauf die betr. Behörden zu deren Annahme ermächtigt worden: Die Schenkung eines Ungenannten an die kath. Kirche zu Dorn-Dürkheim im Betrage von 100 fl. bebufs Gründung einer kath. Schule daselbst;— das Vermächtniß des zu Bessungen verstor⸗ benen emeritirten kath. Stabipfarrers zu Bensbeim, Frauz Xaver Blösinger, an das bischöfliche Ordinariat zu Mainz im Betrage von 1000 fl. behufs Gründung einer Anstalt für verwahrloste Kinder;— das Vermächtniß des Kaspar Kaiser II. zu Zellhausen an die kath. Kirche daselbst im Betrage von 100 fl. behufs Anschaffung eines Bildes des heiligen Joseph;— die Schenkung eines Ungenannten an die kath. Kirche zu Mühlheim im Belrage von 324 fl. zum Vesten des Kirchenbaues daselbst;— das Vermächt⸗ niß des Reniners Lazarus Cantor in Mainz an die israelitische Religionsgesellschaft daselbst im Betrage von 1000 fl.;— die Schenkung der Maria Magdalena Holl zu Mainz an die kath. Kirche zu St. Ignaz daselbst im Betrage von 500 fl., bebufs Stiftung eines alljährlichen Seele namtes;— das Vermächiniß der zu Michelstadt verstorbenen Maria Brugger aus Kappel im Großherzog⸗ thum Baden, an die kath. Kirche zu Erbach im Betrage von 100 fl. behufs Stiftung einer heiligen Messe;— die Schenkung der Elise Müller zu Hirschhorn an die kath. Kirche daselbst behufs Stiftung von 4 heiligen Messen, bestehend in einem Grundstück im Werlbe von 142 fl., dessen unentgeltliche Nutznießung dem jeweiligen kathol. Pfarrer zu Hirschborn überlassen werden soll;— das Vermächiniß des Ortsbürgers Valentin Eyrhardt I. zu Heppenheim an die kath. Kirche daselbst im Betrage von 400 fl. vehufs Stiftung mehrerer Scelenämter;— die Schenkung eines Ungenannten an das Mathilden-Land⸗ krankenhaus zu Darmstadt im Belrage von 100 fl.;— die Schenkung des Isaak Höchster in New⸗York an die israelitische Religionsgemeinde zu Angerod im Betrage von 300 fl. zu Gunßsen der dasigen Synagoge;— die Schenkung der Wiuwe des Bahnwärters Philipp Kaspar, Margaretha geborne Kircher, an das Diakonissenyaus „Elisabeltenstift“ zu Darmstadt im Betrage von 100 fl.; — das Vermächtniß der Wittwe des Johannes Rühl III. u Berstadt an die dasige Gemeinde im Betrage von 00 fl., wovon die Zinsen zur Anschaffung von Kleidern für arme Confirmanden verwendet werden sollen;— die nachstehenden aus Vetanlassung der Erbauung einer neuen Synagoge zu Gedern an die dasige israclilische Religions⸗ gemeinde gemachten Schenkungen:. von der christlichen Gemeinde zu Gedern im Beirage von 400 fl., b. von der ioraelitischen Männerstistung zu Gedern im Betrage von 579 fl. 5 br., o. von derselben zur Anschaffung von Beleuch⸗ tungsgegenftänden im Betrage von 237fl. 40 kr., d. von dem israelilischen Frauenverein zu Gedern zur Anschafsung eines Thoravorhanges im Betrage von 143 fl. 41 kr.— das Vermachtniß des zu Wachenheim verstorbenen Schmiede⸗ meisters Jacob Schmitt an die dasige evangelische Ge— meinde im Betrage von 100 fl. zu Gunsten ortsange— höriger armer Schulkinder, eventuell zur Gründung einer Volksbibliothek zu Wachenheim;— die Schenkung Sr. Erlaucht des Grafen zu Erbach⸗Schönberg an die evang. Kapelle zu Rai⸗ Breitenbach bestehend in einer Orgel im Werthe von 100 fl.;— die Schenkung des Fabrikanten Carl Gräff II. zu Bingen an die dasige Stadigemeinde im Betrage von 1500 fl. behufs Umbau des dasigen Tobtenhauses;— die Schenkung eines Ungenannten an die kalholische Kirche zu Bingen im Betrage von 150 fl.
behufs Stiftung eines Jahrtagsamtes;— das Vermächt⸗ niß der Elisabetha Nachtigall zu Büdesheim an die katbo⸗ lische Kirche daselbst im Betrage von 170 fl. zur Abhal⸗ tung eines Anniversariums beziehungeweise zu Gunsten der Armen.
V. Bekanntmachung Großheczoglicher Ober-Forst⸗ und Domänen- Direktion, den Holzpreistarif pro 1869/71 in den Großherzoglichen Domanialwaldungen betreffend.
VI. Verzeichniß rechtskräftig gewordener, in Gemäß⸗ heit des Art. 30 des Strafgesetzbuchs im Regierungsblatt bekannt zu machender Straferkenntnisse der Gerichte der Provinz Rheinhessen.
VII. Diensinachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 7. October den Lehrer an der Realschule zu Friedberg Hector Olff zum Lehrer an dem Gymnasium zu Worms,— am 10. October den seitherigen zweiten Landgerichtsdiener bei dem Landgerichte Fürth Coniu zum ersten Landgerichtsdiener am Land- gerichte daselbst,— den Landgerichts diener bei dem Land⸗ gerichte Wald-Michelbach Freisens zum zweiten Land⸗ gerichtsdiener bei dem Landgerichte Fürth,— den Gendarm zu Fuß zweiter Klasse Weuchel aus Messel zum Land⸗ gerichtsdiener bei dem Landgerichte Wald⸗ Michelbach,— den Trompeter erster Klasse im Gr. Artilleriecorps Neu— nobel aus Uiphe zum zweiten Landgerichtsdiener bei dem Landgerichte Michelstadt,— den Gendarm zu Fuß zweiter Klasse Nees in Birkenau zum zweiten Landgerichtsdiener am Landgerichte Grünberg,— am 14. October den Schullehrer an der zweiten evangelischen Mädchenschule zu Alsfeld Heiß, unter Belassung in seiner Eigenschaft als Volksschullehrer, zum Lehrer an der Realschule zu Alzey zu ernennen— und dem Schullehrer an der zweiten katholischen Schule zu Bieber Hindelang die dritte kath. Schulstelle Dieburg zu übertragen;— an demselben Tage den Pfarramts-Candidaten Langrock aus Gedern zum Lehrer an der Nealschule zu Alsfeld,.— am 17. Oct. dem evangelischen Pfarrer zu Brauerschwend Simmer⸗ macher die evangelische Pfarrstelle zu Dietzenbach zu über⸗ tragen;— den praktischen Arzt Dr. Briegleb aus Stock- hausen zum Kreisarzt des Kreismedicinalamts Schlitz,— am 21. October den Gymuasiallebramie-Accessisten Fritz⸗ mann aus Marienborn zum Lehrer an dem Gymnasium zu Bensheim— und an demselben Tage den Feldwebel im 2. Infanterie⸗Regimente Müller aus Nonnenroth zum Rentamtsdiener bei dem Rentamte Nidda zu ernennen.
VIII. Concurrenz für die evangelische Schulstelle zu Feldkrücken mit einem Gehalte von 300 fl. nebst einer Vergütung von 12 fl. für Heizung des Schullokals.
ix. Gestorben sind: am 17. Sept. der Kreisarzt Dr. Schenzer zu Hirschhorn;— am 28. Sept. der Ge⸗ heimeraih und General⸗Staatsprocurator am Oberappella⸗ tions- und Cassationsgericht Dr. Seitz zu Darmstadt;— am 29. Sept. der penflonirte Kreisveterinärarzt Brilsch zu Groß⸗Umstadt;— am 2. Oct. der Districtseinnehmer Scriba zu Groß⸗Umstadt;— am 5. Oct. der penstonirte Schullehrer Spamer zu Ober-Lais;— am 6. Oct. der Hofgerichtsrath Dörr von Gießen;— am 11. Oct. der evangelische Pfarrer Kirchenrath Langsdorf zu Kirch⸗Göns; — am 12. Oct. der zweite Brückengelderheber an der Schiffbrücke zu Mainz Dambmann zu LCastel.
— Dr. Georg Krug, Präsident des Großh. Hofgerichts für die Provinz Starkenburg ist zum lebenslänglichen Mitgliede der ersten Kammer der Stände ernannt worden.
— Der Großherzogl. Flügeladjutant, Major v. Küchler, erhielt von dem König von Preußen das Commandeurkreuz des Kronenordens, sowie der Ordonnanzofsizier des Großherzogs, Haupt- mann v. Herff, das Ritterkreuz des rothen Adlerordens.
Worms. Die hiesige Zeitung meldet: Se. Königl. Hobeit der Großherzog von Baden hat dem Herausgeber der„Gedenkblätter zur Erin- nerung an die Enthüllungsfeier des Lutherdenk⸗ mals,“ Hrn. Dr. Eich, das Ritterkreuz 1. Classe des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen, um, wie in dem betreffenden Begleitschreiben gesagt ist,„seine volle Anerkennung für dieses Werk kund zu geben, durch welches der Herausgeber
den Lebenden und Kommenden unserer Nation
die erhebende Freude gesichert habe, das Bild eines Festes zu bewahren, dessen Geist Zeugniß gegeben, von der lebensfrischen sittlichen Kraft unseres Volkes.“
Preußen. Berlin, 10. Nov. Im Ab⸗ geordnetenhause sind Petitionen um Beibehaltung der preußischen Classenlotterie zu erwähnen. Die⸗ selben sind ziemlich zahlreich und scheinen auf eine Agitation hinzudeuten, die nach dieser Richtung hin im Werke ist. Ueber den Standpunkt der Regierung zur Sache hört man inzwischen, daß bis zum 1. Januar 1872, bis wohin die öffent- lichen Spielbanken noch gestattet sind, unter keinen Umständen an eine Aufhebung der Lotterie zu denken ist. Ueber Das, was mit und nach dem Beginne des Jahres 1872 geschehen soll, ist ein Beschluß noch nicht gefaßt.
— 12. Nov. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses brachte der Cultusminister Gesetzentwürfe ein, betreffend 1) die Einrichtung und Unterhaltung der Volksschulen, 2) Wahrung der Rechte, Schulgeld fordern zu dürfen, 3) die Pensionirung von Volksschullehrern, 4) die Er⸗ richtung von Elementarlehrer⸗Wittwenkassen. In Bezug auf die Interpellation des Abgeordneten Löwe(Cartellconvention mit Rußland) erklärt Minister v. d. Heydt: die Regierung müsse sich zur Zeit die Beantwortung versagen, obne jedoch dadurch späterer Beantwortung derselben vorgreifen zu wollen.
— Die„Prov.⸗Corresp.“ schließt einen Artikel über den Staatshaushalt und die Finanzlage Preußens mit den Worten, daß die von böswilliger Scite aufgestellte Behauptung, die Friedenspolitik Preußens entspringe aus den Finanzbedrängnissen des Staates, in sich selbst zusammenfalle. Da augenscheinlich keine Bedrängnisse vorhanden seien, welche die Regierung in der Freiheit ihrer Ent⸗ scheidungen und Bewegungen hemmten, so könnte sür die Politik des Berliner Cabinets lediglich der Wunsch maßgebend sein, daß Deutschland sich dem Gedeihen seiner politischen und wirthschaftlichen Entwicklung in Frieden widmen könne und in
seinen freundschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarmächten keinerlei Störungen eintreten möchten.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ theilt mit, der Abgeordnete Dr. Eberty werde einen Antrag auf Abschaffung der polizeilichen Confiscation von Zeitungen und Zeitschriften einbringen.
— Hofrath Dr. Friedrich Förster ist am 8. d. im 78. Jahre zu Berlin gestorben. Er war einen Tag jünger als sein Freund und Waffenbruder Theodor Körner, mit welchem er in Lützow's berühmter Freischaar 1813 kämpfte. Nach der Rückkehr aus dem Feldzuge trat er in den Staatadienst und hat sich später als Dichter und Geschichtsschreiber vortheilhaft bekannt gemacht.
— So ganz leicht wird in Bezug auf das Deficit die Stellung des Finanzministers gegen- über der Kammer nicht sein, denn es unterziehen sich einige bewährte finanzielle Kräfte der Oppo- sition dem allergründlichsten Studium des Etats, um herauszufinden, ob nicht etwa das Deffieit noch um Vieles höher ist, als Herr v. d. Heydt es hat erscheinen lassen. Es brauchen wiederum nur die Haupteinnahmeposten so hoch gegriffen zu sein, daß die Wahrsckeinlichkeit für das Ein—


