Ausgabe 
14.5.1868
 
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FFF

den Hofkapellmeister Ludwig Schlösser, in Anerkennung

seiner langjährigen treuen Dienste, am 25. April den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Bannerod, Peler Deuchert und an demselben Tage den Kreisbau⸗ ausseher Johannes Amendt zu Groß-Gerau in den Ruhe⸗ stand zu versetzen. 1 5 5

XVII. Conecurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die erste evangelische Pfarrstelle zu Offenbach mit einem Ge⸗ halte von 1829 fl. 24 kr.; dem Herrn Fürsten zu Isen⸗ vurg⸗Birstein steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die evangelische Schulstelle zu Münster mit einem jährlichen Gehalte von 202 fl. 51 kr., nebst vier Stecken Holz zur Heizung des Schullokals; die zweite evang. Schulstelle zu Gräfenhausen mit einem jährlichen Gehalle von 300 fl. 5 5

XVIII. Gestorben sind: am 9. April der pensionirte Oberförster Kuhn in Bessungen; am 15. April der evangelische Schullehrer Lehr zu Unter-Ostern; am 17. April der Kreisarzt des Kreismedieinalamts Schlitz, Medicinalrath Dr. Braun zu Schlitz; am 18. April der Kanzleidiener bei der Civildiener⸗Wittwenkasse-Com⸗ mission und Diener bei der Civildiener-Wittwenkasse, Nahrgang zu Darmstadt; am 9. April der pensionirte Ministerial⸗Canzleidiener und Collegienhaus-Beschließer Döring zu Darmstadt.

Die bereits früher gemeldete Nachricht von der bevorstehenden Verlegung großh. hessischer Truppen nach Mainz wird jetzt mehrseitig bestätigt, nachdem die preußische Regierung die Aufnahme eines hessischen Infanterie-Regiments genehmigt haben soll, unter der Bedingung, daß dasselbe nach preußischer Weise uniformirt werde und preußische Verpflegungs⸗Competenzen erhalte. Wie mitgetheilt wird, soll diese Maßregel schon Mitte dieses Monats ins Werk gesetzt werden. Auch hört man, daß in Zukunft noch andere Bundestruppen abwechselnd dort Garnisonsdienste verrichten sollen. Die Zulagen der Offiziere und Unteroffiziere für die Garnison Mainz betragen nach neuester Ver ordnung für jährlich 1 Oberst 324 Thlr., 1 Major 234 Thlr., 1 Lieutenant 50 Thlr., 1 Feldwebel 60 Thlr. und für 1 Gemeinen täglich 16 Pf.; rechnet man noch die beträchtliche Miethe für Kasernen, Exerzierplatz ꝛc., so wird ein Regiment Hessen in Mainz gegen ein solches in Darmstadt beinahe das Doppelte kosten.

Künftighin soll die Zahl der Auditeure nach preußischem System vermindert und diesen die Ausübung der Advokatur untersagt werden; dagegen wird eine entsprechende Gehaltserhöhung eintreten.

Privatdocent Dr. theol. Fr. Nitzsch zu Berlin ist unterm 2. ds. Mts. zum ordentlichen Professor bei der theologischen Fakultät der Landes⸗ Universität, insbesondere für die Fächer der systematischen Theologie, ernannt worden.

Oekonomierath Dr. Krämer von hier hat auf der Generalversammlung der Süddeutschen Ackerbaugesellschaft einen Antrag hinsichtlich der Besteuerung des Branntweins gestellt, welcher zu einer längeren Debatte über die Branntwein⸗ besteuerung in Preußen führte. Man einigte sich fast einstimmig dahin, durch das Präsidium des Vereins an den Präsidenten des Nordbund Reichstags folgenden von Herrn Krämer gestellten Antrag gelangen zu lassen:Die Generalver⸗ sammlung der Süddeutschen Ackerbau-Gesellschaft erklärt, daß es in dem Interesse der Landwirth⸗ schaft der in Steuergemeinschaft stehenden Staaten des Nordbundes liege, daß die Erhebung der Branntweinsteuer nach dem Fabrikat an Stelle derjenigen nach dem Maisch Raum erfolge und daß diese Sttuer zugleich die gerechteste, allen Verhältnissen Rechnung tragende sei.

* Friedberg. Der Commandeur der hess. Diviston, Prirz Ludwig Großh. Hoheit, traf

am 13. d. in Begleitung des preußischen Militär⸗

bevollmächtigten Major v. Brandenstein zur Inspicirung unseres Bataillons dahier ein. Die Parade fand auf dem Exerzierplatze statt, nach deren Beendigung der Prinz die Kasernen, das Lazareth, das großherzogliche Schloß ꝛc. ꝛc. be⸗ sichtigte. Mit dem Nachmittagszuge begab sich derselbe nach Gießen.

S. Gießen. Der, an die Stelle des mit nächstem Herbst unsre Universität verlassenden Professor Ihering, von Erlangen berufene Professor der Jurisprudenz Dr. Stirzing hat, wie man vernimmt, seine Berufung abgelehnt. Dr. Merkel, außerordentlicher Professor der

Jurisprudenz dahier, hat gutem Vernehmen nach eine Berufung nach Wien angenommen.

Preußen. Berlin. Im Zollparlament wurden bei der Vorberathung über den Zoll vertrag mit Oesterreich alle Zollpositionen und sämmtliche Artikel des Vertrages angenommen. Ebenso zu Artikel 6 der Antrag, daß der Vor sitzende des Zollbundesraths mit Oesterreich die Ergreifung von Maßregeln zur Unterdrückung der Rinderpest vereinbaren möge. Der Vertrag wird bei namentlicher Abstimmung mit 246 gegen 17 Stimmen in der Vorberathung angenommen.

12. Mai. Zollparlament. In der heutigen, nur eine Stunde dauernden Sitzung wurde debattirt, ob das Tabakssteuergesetz oder die Vereinszolltarifvorlage zuerst zu berathen seien. Es wurde bezüglich beider der Beschluß gefaßt, die Vorberathung am Freitag, und zwar mit dem Tabaksteuergesetz zu beginnen.

DieKreuzzeitung bezeichnet die Angabe, das Zollparlament werde am 19. d. M. schließen, für grundlos. Der Schluß werde voraussichtlich nicht vor dem 27. d. M. stattfinden. Alsdann werde sogleich wieder der Reichstag zusammen⸗ treten, um das äußere Budget des Bundes, den Postvertrag mit der Schweiz, das Bundesbeamten⸗ gesetz, das schleswig⸗holsteinische Pensionsgesetz, das Schuldhaftgesetz, das Maß- und Gewichts- gesetz zu erledigen.

Den norddeutschen Bundesregierungen ist vom Bundeskanzler eröffnet worden, daß durch die seit dem 1. Januar d. J. in Kraft getretenen Bundesgesetze über das Paßwesen und die Frei zügigkeit die Grundsätze, nach welchen bisher die Fremdenpolizei und das polizeiliche Meldewesen gehandhabt worden, eine wesentliche Aenderung erfahren haben, und die dieserhalb bestehenden Polizeiverordnungen, so weit sie Bestimmungen enthalten, welche von den neu ergangenen Gesetzes⸗ vorschriften abweichen, in entsprechender Weise abgeändert werden müssen.

Breslau. Durch den Zusammensturz des nördlichen Thurms der neu erbaueten Michaelis- kirche ging glücklicherweise kein Menschenleben verloren; es ist nicht einmal Jemand beschädigt worden, da man das Ereigniß vorausgesehen und strenge Anordnung getroffen hatte, daß Niemand in der Umgebung des Thurmes sich aufhalte. Die Ursache des Ereignisses wird erst durch die gerichtliche Untersuchung festgestellt werden.

Frankfurt. Wie dasFr. J. vernimmt, verlangt der Handelsminister v. Itzenplitz, daß von nun an alle Einnahmen der Frankfurtischen Eisenbahnen, inel. der Verbindungsbahn, nicht mehr in das Recheneiamt, sondern an die Pro- vinzial Hauptcasse in Kassel abgeführt werden sollen. Bisher wurde allgemein angenommen, daß diese Einnahmen bis nach erfolgter Lösung der Receßfrage der Stadt verbleiben sollten.

Sachsen. Leipzig. Ein junger sächsischer Offizier, Lieutenant Miersch, vom 7. Inf.⸗Regt. in Chemnitz, hat eine wesentliche Verbesserung des Zündnadelgewehrs erfunden. Nachdem er dieselbe bereits vor einigen Wochen in Dresden dem Kronprinzen vorgelegt, wobei er mit dem Gewehre dreizehn Mal in der Minute geschossen hat, ist er nun nach Berlin gereist, um dort seine Er⸗ findung vorzulegen.

Oesterreich. Wien, 12. Mai. Abgeord⸗ netenhaus. Die Gesetze, die Einführung der Schwurgerichte bei Preßvergehen und die Bildung von Geschwornenlisten für Preßgerichte betreffend wurden in heutiger Sitzung angenommen.

Schweiz. Bern. Die Unterhandlungen über den Handelsvertrag mit dem Zollverein, welche in Berlin stattfanden, sind gescheitert und die schweizerischen Abgeordneten in Folge dessen von dort am 10. d. abgereist.

Frankreich. Paris. In der Budget⸗ Commission des gesetzgebenden Körpers bringen 13 gegen 18 Mitglieder Amendements ein, welche auf Beurlaubung von 50,000 Mann, auf Fabrikation von 1,200,000 und nicht von 1,800,000 Chassepots und auf Ersparungen im Kriegs⸗ und Marine⸗ Budget im Belaufe von 50 Mill. gehen.

Die hannover'sche Legion ist von Rheims

nach Amiens verlegt. Der Amnestie-Erlaß des Königs von Preußen, welcher in deutscher und franz. Sprache in dem Courier de la Champagne erschienen war, soll von großer Wirkung gewesen sein. Die Legion besteht gegenwärtig noch aus etwa 2300 Mann.

Großbritannien. London. Eine De⸗ pesche Napier's aus Talanta vom 21. April an den Minister Northeote bringt Details über die Einnahme Magdala's. 30 Kanonen und Mörser Theodor's und die Festungsthore von Magdala wurden zerstört. Jedes Gebäude innerhalb der Festung wurde in die Luft gesprengt, so daß dit Felsenfeste wie vom Pulver geschwärzt erscheint. Die Wittwe und die Söhne Theodor's wurden unter englischen Schutz gestellt. Die Truppen hofften bis am 25. oder am 30. Mai in Zulla wieder einzutreffen. Die Soldaten, welche in dem Kampfe Wunden erhalten, sind wieder alle genesen.

Türkei. Konstantinopel. Die sehr freisinnige Rede des Sultans bei Eröffnung des Staatsraths hat durch die darin ausgesprochene energische Erklärung, daß der Bruch mit dem Althergebrachten und eine aufrichtige Annäherung an die europäische Civilisation nothwendig sei, Sensation gemacht.

Rußland. DieSchles. Ztg. schreibt aus Wilna: Unsere öffentlichen Zustände haben sich bisher wenig oder nichts gebessert. Die Noth steigt eher noch. Raub und Mord füllt in jeder Nummer unseres Lokalblattes, das dreimal wöchentlich erscheint, wenigstens eine, oft auch zwei bis drei lange Spalten. Unsere Kriegs⸗ gerichte, denen neuerdings alle schweren Criminal⸗ fälle zur Aburtheilung überwiesen wurden, arbeiten sehr langsam. Man spricht davon, daß demnächst durch Hängen oder Erschießen einige Exempel statuirt werden sollen. Wichtiger aber als Hängen und Erschießen, als Kriegsgerichte oder Standrecht ist für die Rückkehr größerer Sicherheit der Um⸗ stand, daß der Besitz von Schießwaffen neuerdings außerordentlich erleichtert ist. Auch die Erlangung von Munition, so schwer sie noch sein mag, ist wenigstens heute für ordentliche Leute eine Mög⸗ lichkeit geworden. Bisher konnten die elendesten Feiglinge über den ersten besten Edelhof herfallen. Sie waren sicher, nirgends auf eine Flinte zu stoßen.

Friedberg. Nach zuverlässiger Mittheilung sind dahier in Folge der Aufforderung Großherzoglicher Bür⸗ germeisterei bis jetzt nahezu 40 Malter Maikäfer abge⸗ liefert und per Kumpf mit 12 kr. bezahlt worden. In einigen Gemeinden der Umgegend soll leider in dieser Be⸗ ziehung von Seiten der Bürgermeistereien nichts geschehen sein.

Aus der Wetterau. Der Monat Mai ist da und damit sind wir in der Zeit der Vogelbruten angekommen. Es herrscht nun unter der Jugend vieler Orte eine reine Manie, den Vögeln ihre Nester zu zerstören zu vielfachem größten Schaben. Mit Ausnahme einiger wenigen sind alle Vögel im Haushalte der Natur von großem Nutzen. Die meisten räumen gründlich unter den Insekten auf und wie gerade unsere schönsten Sänger die Raupen ver⸗ tilgen, ist zur Genüge bekannt. Bei diesen ist es also doppelt Schade, ihnen die Nester zu zerstören. Daher wird es namentlich den Eltern dringend empfohlen, der Jugend in Bezug auf das Aus nehmen der Vogelsnester aufzupassen und den Kindern das Unschickliche und Un⸗ natürliche desselben an's Herz zu legen.

Butzbach. Die dießjährige landwirthschaftliche Preisvertheilung des Provinzialvereins von Oberhessen wird im Monat Juli dahier stattfinden. Da man er⸗ wartet, daß diese Preisvertheilung von sehr vielen Land⸗ wirthen besucht werden wird, so hat der Stadt⸗Vorstand von Butzbach und das zur Ausführung gebildete Comite den Beschluß gefaßt, für Räumlichkeiten zur Ausstellung von landwirthschaftlichen Maschinen und Geräthen, sowie von Handelsdünger Sorge tragen zu wollen. Auch wird geeignetes Terrain zur Verfügung gestellt, um alle Arten von landwirthschaftlichen Maschinen in Thätigkeit setzen zu können. Fabrikanten und Händler haben ihre Anmel⸗ dungen, mit Angabe des erforderlichen Ausstellungsraumes, spätestens bis zum 15. Juni d. J. an das hiesige Comits gelangen zu lassen.

Frankfurt. In Frankfurter Blättern werden unter den in Frankfurt ausgestellten Maschinen anerkennend erwähnt die Kartoffelhak⸗ und Kartoffelpflüge von Hch. Baun aus Groß⸗Umstabdt, Pflüge und Eggen von C. Häuser aus Fauerbach bei Friedberg und C. F. Wiegand in Homberg, die Häckselmaschinen von Venulelh in Darmstadt, die Maschinenbacksteine von Schölles und Hauck in Offenbach, die Kochapparate von W. Möser in Darmstadt.

Frankfurt. Ein junger Mann, welcher sich beeilte den abgehenden Eisenbahnzug noch zu erreichen, bekam in

Folge der Anstrengung einen Schlaganfall und blieb dabei tobt.

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