Ausgabe 
13.10.1868
 
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Dienstag den 13. October.

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nzeiger

für

berhessen.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Mathildenstiftung zur Rettung verwahrlofter Kinder aus dem Kreise Friedberg.

Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Das Großherzogliche Kreisamt

Diejenigen von Ihnen, welche mit Erledigung unsers Ausschreibens vom 23. v. Mte. jenig gung

noch im Rückstande sind, werden aufgefordert, solche ohne Verzug eintreten zu lassen.

Betreffend: Die von dem Großherzoglichen Seminar⸗Director Geschichte des evang. Schullehrer⸗Seminars zu Friedberg. Friedberg.

Bindernagel& Schimpff.

Steinberger zu Friedberg herausgegebene Schrift:

Friedberg am 10. October 1868.

in Nr. 114 des Anzeigers für Oberhessen r e.

Friedberg den 11. October 1868.

An die evangel. Ortsschulvorstände des Kreises.

Wer machen Sie auf die obige Schrift, die sich zur Anschaffung für die

Schulbibliotheken eignet, aufmerksam.

Großherzogliche Kreis⸗Schulcommission Friedberg

Ter a pp.

Hessen. Darmstadt. Dem Präsidium des landwirthschaftlichen Vereins ist eine großh. Cabineisordre zugegangen, in welcher der Groß- herzog erklärt, daß er bei seinem Besuch der landwirthschaftlichen Ausstellung wiederholt die erfreuliche Ueberzeugung gewonnen, daß die Land- wirthschaft des Großherzogthums in stetem und gedeihlichem Fortschritt begriffen sei. Das Ver- dienst dessen gebühre wesentlich dem landwirth- schaftlichen Vereine, daher er sich nicht versagen könne, denselben seiner fortdauernden Theilnahme und Fürsorge zu versichern.

DasFr. J. schreibt: Das großherzogl. Ministerium gibt bekannt, daß die Legislatur des Staates Java ein Gesetz angenommen, durch welches die bisherigen Unterschiede zwischen Fremden und Einheimischen in Bezug auf Erwerb, Besitz und Uebertragung von Grundeigenthum aufgehoben wurden. Da die Schwierigkeiten bei Geltendmachung der Ansprüche außerhalb der Vereinigten Staaten wobnhafter Erben auf das zu Verlassenschaften gehörige Grundeigenthum be⸗ seitigt sind, so ist die Aenderung der Gesetzgebung um so mehr für viele Bewohner von Hessen von großem Interesse, da vorzugsweise viele hessische Auswanderer sich nach Java begeben haben und eine größere Anzahl derselben ohne dortige Erben verstorben sind.

Des Großberzogs K. H. hat am 3. d. die in Darmstadt bestehende technische Schule zu einer polytechnischen Schule erhoben. Die organi- schen Bestimmungen für diese neue Lehranstalt werden demnächst im Regierungsblatt veröffentlicht werden.

1 Preußen. Berlin. DieSchlesische Ztg. brachte unlängst ein schon lange coursiren⸗ des Gerücht zur Sprache, das den König von Preußen so zu sagen zum stillen Theilhaber des Krupp'schen Etablissements in Essen machte. Es sollte damit die auffallende Bevorzugung erklärt werden, deren sich die Krupp'schen Geschütze vor den Armstrong'schen bei dem Kriegsministerium erfreuen. DieNordd. Allg. Ztg. dementirt dieses Gerücht nun auf's entschiedenste. Es seien der Krupp'schen Fabrik zu keiner Zeit Vorschüsse von hoher Stelle gemacht worden und die ver⸗ meintliche Bevorzugung bestehe in Wahrheit nur in der gerechten Anerkennung der Vorzüge dieser Geschütze und zwar nach ernster, gründlicher Prüfung. Wir unsererseits sehen auch keine Noth-

wendigkeit ein, gleich an absonderliche Verhältnisse zu denken, wenn es einmal sich zeigt, daß die vater⸗ ländische Industrie der fremdländischen überlegen ist. Im Uebrigen wünschten wir die Krupp'schen sammt den Armstrong'schen Geschützen und allen

DieSpenersche Zeitung theilt nach stehendes militärgerichtliches Urtheil mit, das sehr geeignet ist, Aufsehen zu erregen. Der Soldat, welcher vor einiger Zeit in der Hasenhaide einen Schuhmacher erschoß, weil letzterer auf den dort liegenden Schießständen Kugeln suchte und der Verhaftung durch die Flucht sich entziehen wollte, ist wegen Verlassens des Postens zu 14 Tagen Arrest verurtheilt worden.

DieZeidler'sche Correspondenz hört, daß bei der neuen Redaktion des Strafgesetzbuchs auch die Frage über die Abschaffung der Todes- strafe principiell zur Discussion gestellt werden soll. Sie begleitet diese Mittheilung mit nach stehender Bemerkung, aus welcher der höhere Blödsinn des Kreuzzeitungs⸗Rundschauers spricht: Uns scheint die Beantwortung dieser Frage sehr einsach zu liegen. Ein Staat, welcher die Todes- strafe abschafft, zerschneidet das Band, welches die ditsseitige mit der jenseitigen Gerechtigkeit verbin- det und proclamirt thatsächlich den Grundsatz, daß das Leben der Güter höchstes sei.

Wie man erzählt, sollen die Marinebauten in Kiel und an der Jahde auch nach Eintritt des Herbstes so lange wie möglich mit ungeschwächten Kräften fortgeführt werden; man hofft, Dasjenige, was durch die Einstellungen der Arbeiten in diesem Frühjahr versäumt worden ist, noch vollständig nachzuholen.

Gegen den Berliner Verein zum Schutze deutscher Auswanderer haben sich mehrfache Be- denken und Anklagen erhoben. Dieß hat der preußischen Regierung Anlaß gegeben, die Ver-

hältnisse dieses Vereins einer Prüfung zu unter werfen und zu diesem Zwecke von dessen Vor- stande einen Bericht einzufordern. Die Angelegenheit schwebt noch.

Gotha. Die Nordpol Expedition ist am 10. d. glücklich in die Weser eingelaufen. Das Festcomite fuhr derselben in einem Dampfschiffe entgegen. Alle in dem Hafen liegenden Schiffe hatten geflaggt.

Oesterreich. Wien. Die Schulcommission des Tyroler Landtags hat sich nicht mit den clericalen Bestimmungen des Hasner'schen Gesetz⸗ entwurfs begnügt, sondern sie verlangt, daß die Schulen ganz und gar unter die Herrschaft des Clerus gestellt werden. Im Ortsschulrath, im Bezirksschulrath und im Landesschulrath, überall soll die Geistlichkeit unzweifelhaft dominiren.

Die Ausfälle französischer Regierungs- organe in Betreff auf die Zustände im nördlichen Schleswig werden von der hiesigen unabhängigen Presse dahin beantwortet, daß Oesterreich nicht das geringste Interesse habe, auf die Erfüllung

barbarischen Mord und Zerstörungswerkzeugen zum Kukuk.

der betreffenden Stipulationen im Prager Frieden zu dringen, und es wird hier zugleich die Er-

wartung ausgesprochen, daß Hr. v. Beust in keiner Weise die Ansprüche der Dänen unterstütze.

Man sagt, daß unter den Collegen des Justizministers Dr. Herbst besonders die Minister des Innern, des Handels und der Finanzen mit aller Entschiedenheit auf eine eclatante Genug thuung für den Ersteren dringen, und so wird wohl Baron Kellersperg, obgleich er eine persona gratissima am Hofe ist, seinen Uebermuth durch die Versetzung in den Pensionsstand zu büßen haben.

Prag. Die Casino-Direktion beschloß auf Anregung mehrerer der achtungswerthesten Bürger, eine Deputation unter Führung Schmeykal's an den Bürgermeister zu entsenden, welche diesen auffordert, als Vorstand der Lokal-Polizei Maß⸗ regeln zu treffen, daß hinfürder nicht, wie dieß Sonntag geschah, das Leben und Eigenthum zahlreicher Stadtbewohner bedroht werde, ohne daß dagegen die Sicherheitsorgane einschreiten. Es herrschte in der Judenstadt Angst und Be⸗ sorgniß ob der Dinge, die der nächste Sonntag oder vielleicht schon der nächste Tag(jüdischer Festtag) bringen werde. Die Aufregung war sehr groß und wurden die Drohungen gegen Deutsche und Juden immer lauter. Die Prager Judenstadt ist in topographischer Beziehung für Excesse sehr günstig situirt und der Haß gegen die Juden wird ununterbrochen genährt.

Innsbruck. Nachdem der Tyroler Landtag die Regierungsvorlage des Schulgesetzes verworfen, ließ der Stattbalter im Auftrag des Kaisers den Landtag sofort schließen mit der Erklärung, daß sich die Regierung die geeigneten Maßnahmen vorbehalte, um auch in Tyrol die Grundgesetze des Staates durchzuführen.

Frankreich. Parise. DieFrance, indem sie die Auslassung derProv. Corresp., welche die Stellung Spaniens mit der Deutsch⸗ lands vergleicht, zurückweist, sagt:Es ist leicht begreiflich, daß die Umgestaltung Deutschlands mehr oder weniger complitirte Fragen entstehen lassen kann, während in Spanien keine Eventua⸗ lität vorauszusehen ist, die das Interesse anderer Mächte aufs Spiel setzt.

Auf der preußischen Botschaft hat man mit begreiflichem Mißvergnügen in Erfahrung gebracht, daß die Zahl der auf französischem Boden befindlichen hannoverschen Flüchtlinge von 750 wieder auf 1400 angeschwollen ist.

DieLiberte zieht aus der telegraphisch aus Madrid gemeldeten Ministerliste den Schluß, daß Serrano nur nominell, in Wahrheit aber Prim an der Spitze der neuen Regierung stehe. Wir hören, daß auch bei dem Wochenempfang des Ministeriums des Aeußeren Hr. v. Moustier den fremden Diplomaten zu verstehen gab, er

halte Prim für den Mann der Situation und