Ausgabe 
10.9.1868
 
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Schulbezirke Schauturnen angeordnet, denen die sämmtlichen Lehrer und Schulaufseher des Bezirks beizuwohnen haben. Im Weimarischen wird mit allem Recht die Leistung im Turnen mit zu den Erfordernissen einer guten Volksschule gerechnet.

Bayern. München. Die beabsichtigte Armee ⸗Eintheilung in zwei Armeccorps und die Errichtung zweier Armeecorpscommandos wird dem Vernehmen nach im nächsten Monate ins Leben treten. Die beiden Armeecorpscommandos werden ihren Sitz in München und Würzburg haben.

DieCorrespondenz Hoffmann meldet die Errichtung technischer Mittelschulen zwischen den Gewerbschulen und dem Polytechnikum, mit der BezeichnungIndustrieschulen. Im kommenden Schuljahre beginnen deren zunächst zwei, in München und Nürnberg und zwar mit zwei Jahrescursen. Sie gliedern sich in eine mechanisch⸗ technische, chemisch⸗technische und bau⸗technische Ab⸗ theilung.

Kissingen. DieFrankf. Ztg. meldet: Die Mittheilung, daß bei der Reise des Kaisers von Rußland außergewöhnliche Vorkehrungen für seine persönliche Sicherheit getroffen worden und insbesondere eine eigene Lokomotive dem kaiser⸗ lichen Extrazug vorausgefahren sei, sind wir in Lage, aus authentischer Quelle bestätigen und dahin ergänzen zu können, daß vom russischen Polizeiminister Grafen Schuwoloff unserer Regie- rung die Mittheilung gemacht wurde, ein gewisser Reichhardt, so viel wir wissen ein Pole, beab⸗ sichtige während des Aufenthaltes des Czaren in Jugenheim ein Attentat gegen die Person desselben auszuführen. Hieran war selbstverständlich die Bitte um besondere Vorsichtsmaßregeln geknüpft. In der That ist einem unserer tüchtigsten Polizei- Beamten die Leitung der zur persönlichen Sicher- heit des Kaisers in Jugenheim anzuordnenden Maßregeln übertragen worden. Derselbe wird von jedem Spaziergang und jeder Ausfahrt, die der kaiserliche Gast macht, im Voraus in Kenntniß gesetzt. Polizeibeamte in Civil sind von Strecke zu Strecke postirt, um jede verdächtige Annäherung zu verhindern.

Oesterreich. Wien. Ein offiziöses Organ des Kriegsministeriums kündigt an, daß eine Gesetzesvorlage vorbereitet werde, durch welche die bis jetzt in der gesammten österreichisch⸗ ungarischen Armee noch in Kraft stehenden Be⸗ stimmungen des Concordats über die gemischten Ehen und die confessionelle Erziehung der Kinder aus solchen Ehen aufgehoben werden sollen.

Ein Laibacher Blatt berichtet, daß ein frommer Verein der Hauptstadt Krains eine feier⸗ liche Prozession zu einem Gnadenbilde der Jung- frau Maria veranstaltet habe, um die Himmels⸗ königin anzuflehen, daß sie den Teufelsapostel Johannes Ronge verbindere, in diese Gegend zu kommen.

Schweiz. Am 30. August waren die höheren Gebirge bis auf Sentis, Rigi und Mythen herab mit frischem Schnee bedeckt, daher auch hier zahl- reiche Desertionen unter den Touristen. Ittzt ist aber wieder herrliches Wetter.

Frankreich. Paris. Man meldet aus Chalons, daß der Kaiser seinen Aufenthalt im Lager bis über künftigen Donnerstag verlängern und wahrscheiaglich dort auch den Besuch der Kaiserin empfangen wird. Beide Majestäten sollen nämlich nach der etwas ungemüthlich ausgefallenen Unterredung, welche die Kaiserin kürzlich mit der Königin von England gehabt hat, keine besondere Lust verspüren, die Königin Viktoria auf ihrer Rückreise noch einmal in Paris zu begrüßen.

Wie diePresse vernimmt, lebt Garibaldi in strengster Zurückgezogenheit und mit der Welt zerfallen in Caprera Sehr häufig werden die Fremden, welche, eigens um ihn zu sehen, herbei⸗ gereist sind, gar nicht von ihm empfangen. Er soll beabsichtigen, nach Amerika zu gehen(?) um dort seine Tage zu beschließen, und er wäre wohl bereits fortgereist, wenn er bis jetzt nicht an den Aus bruch eines Krieges geglaubt hätte.

DerConstitutionnel sagt: Die Sprache derNordd. Allg. Ztg. gibt den Beweis, daß man sich jetzt jenseits des Rheines eine richtige

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Idee von der Haltung der französischen Regierung und den nationalen Neigungen zu bilden vermag.

Es wäre wünschenswerth, wenn die deutsche Presse überhaupt eine gleiche Unparteilichkeit zeigte.

Dasselbe Blatt bestätigt, daß der päpstliche Nuntius dem Minister Marquis v. Moustier keine Note übergeben habe. Die kaiserliche Regierung hat keineswegs die Absicht, ihre Truppen aus den päpstlichen Staaten zurückzuziehen. DerEten⸗ dard meldet, Lord Stanley und Marquis von Moustier hätten die friedlichsten Versicherungen betreffs aller wichtigen politischen Fragen aus getauscht.

Eine abermalige Friedensprotestation des Constitutionel hat hier die Börsenwelt in große Aufregung versetzt. Der betreffende Artikel stellt den Prager Frieden als die hauptsächlichste Bürg⸗ schaft der Erhaltung der europäischen Ruhe hin, betont die unerschütterliche Friedensliebe des Kaisers, die bewährte Mäßigung des Königs von Preußen, von dem nicht anzunehmen sei, daß er die Hand des Eroberers auf Süddeutschland lege, dessen Unabhängigkeit er selbst erklärt habe, und schließt mit den Worten: Die Schuld liegt, wenn die Welt noch nicht an den Frieden glaubt, an Jenen, welche jenseits des Rheines mit einer strafbaren Hartnäckigkeit beflissen sind, gefährliche Illusionen zu schmeicheln und unerfüllbare Hoff⸗ nungen aufzumuntern. Damit wäre denn der Eintritt des Broßherzogthums Baden z. B. in den norddeutschen Bund als Kriegsfall bezeichnet, wenn man nicht die feine Unterscheidung gelten lassen will, daß in der Deutung obiger Worte immer noch ein Unterschied zu machen wäre zwischen gewaltsamer Eroberung und Eintritt Badens in den Nordbund etwa in Folge all⸗ gemeiner Abstimmung.

DieFrance bestätigt in demonstrativer Weise die von dem Pariser Correspondenten der Kreuzzeitung einer persona grata im auswär⸗ tigen Amte gegebene Mittheilung, daß der Kaiser kürzlich in einer Unterredung mit Moustier diesem aufs Neue seinen festen Entschluß eröffaet hätte, die guten Beziehungen zwischen Frankreich und allen Mächten aufrecht zu erhalten, und daß er bei dieser Gelegenheit den Minister angewiesen hätte, die Regierungspresse von jeder provocirenden Aeußerung zurückzuhaltenn.

Belgien. Brüssel. Am 6. d. wurde dahier der internationale Arbeitercongreß eröffnet, zu dem sich Arbeiter aus England und Deutsch⸗ land eingefunden haben. Derselbe, discutirte die Frage über Krieg und Frieden. Es wurde be⸗ schlossen, die Arbeiter aufzufordern, durch eine Pression auf die Regierungen den Krieg zu ver⸗ hindern.

Aus Laeken bei Brüssel kommt folgende Depesche vom 8. d., Vormittags Uhr: Der Kronprinz von Belgien ist dem Verscheiden nahe. Derselbe empfing nach der letzten sehr schlecht ver⸗ brachten Nacht die Sterbesakramente.

Großbritannien. London. Ein Tele⸗ gramm derTimes meldet: In Neu M''xico haben die Jadianer einen Wagentrain verbrannt und 16 Schaffner scalpirt.

Die wegen des Eisenbahnunglückes in Norrwales angestellte Leichenschau in Abergele ist endlich geschlossen, und die Geschworenen haben gegen 2 Bremser des Güterzuges, dessen schließende Waggons von der Station Llandulas hinab dem Schnellzuge entgegenrollten, aaf fahrlässige Tödtung erkannt. Dieseiben bleiben bis zu den nächsten Schwurgerichts⸗Sitzungen gegen Bürgschaft auf freiem Fuße.

Amerika. New⸗Nork. Professor Smith wird demnächsl Europa verlassen, um einen Lehr⸗ stuhl an der neuen amerikanischen Cornell-Univer⸗ sität auszufüllen, einer Universität, die so eigen⸗ thümlich ist, daß es sich eines Einblickes in den Prospectus derselben schon verlohnt. Hauptaufgabe des Instituts soll eine Veebindung von körperlicher und geistiger Arbeit sein, um durch die erste die letztere zu ermöglichen. Die Studenten sollen auf einer Farm von 300 Morgen die für den Tisch des Kollegs erforderlichen Vegetabilien selbst anbauen, selbst Butter bereiten, selbst mahlen und

backen. In einer zur Anstalt gehörigen Maschinen⸗ werkstätte sollen die Studirenden zur Anfertigung von Maschinen, Modellen ꝛc. angeleitet werden, sowie auch die später noch nöthig werdenden Ge bäude selbst aufführen. Dit von den Jünglingen verrichteten Arbeiten sollen nach dem gewöhnlichen Lohnsatz bezahlt werden, und der Gründer des Instituis, ein Herr Cornell, meint, wenn sie nur den vierten Theil der Arbeit verrichteten, deren er sich als Knabe unterzogen habe und jetzt im Alter von 60 Jahren noch unterziehe, so würden sie die Koßen ihrer Studien bestreiten können. Wir haben hier einen Mann vor uns, der es sich im Leben hat sauer werden lassen und es zu Etwas gebracht hat. Immer mag er aber den Mangel geistiger Bildung schmerzlich empfunden haben, und nun treibt ihn seine Menschenliebe, Andern die Möglichkeit zu gewähren, sich durch eigene Händearbeit die Mittel zu wissenschaftlicher Ausbildung zu verschaffen. In einem Lande, das ehemalige Zimmerleute und Schneider den Prä⸗ sidentenstuhl hat besteigen sehen, wird sein Unter⸗ nehmen Anklang finden. Man mag Zweifel darüber hegen, ob die Anstalt, wenn sie nicht überreich dotirt ist, für die Dauer wird bestehen können, oder ob die wissenschaftlichen Leistungen der Musensöhne, die vom Hörsaal zum Pfluge eilen, bedeutende sein werden; immerhin drängt sich die Betrachtung auf, daß eine Be⸗ schäftigung, wie sie hier als Pflicht erscheint, für körperliche und moralische Gesundheit heilsamer sein dürfte, als das bramarbasirende Herum⸗ lungern so manches deutschen Studenten in Bier⸗ kneipe und Fechtscheuer.

Darmstadt. Der Verein zur Unterstützung der Invaliden und Hinterbliebenen gefallener Hessischer Sol⸗ daten vom Feldzug des Jahres 1866 wird am 3. Oct. d. J., Nachm. 3 Ühe, im Saale des hiestegen Rathhauses eine ordentliche General-Versammlung abhalten. Gegen⸗ stand der Tagesordnung bilden der von dem Vorstand über die Veieinsthälgkeit in 1866 und 1867 zu erstattende Rechenschaftsbericht, sowie die Beschlußfassung über etwaige weiter gestellt werdende Anträge.

Mainz. Vor einigen Tagen wurde eine sehr statt⸗ lich gekieidete Frau dabei überrascht, als sie in einem Laden am Markte Seidenzeug anncctirte. Sie wurde verhaftet und auf das Polizeibureau verbracht. Nach eiwa einer halben Stunde, während welcher eine andere Person zu Protokoll vernommen wurde, wollte man sie aus dem Gewahrsam vorführen, wurde aber zu nicht geringem Er⸗ staunen der Officianten gewahr, daß die Inhaftirte fich inzwischen erhängt hatte. Obwohl dieselbe sofort abge⸗ schninen wurde, blieben, wie wir hören, die Wiederbe⸗ lebungversuche ohne Erfolg. Das Frauenzimmer war eine gewisse Charlotte Müller aus Marburg.

Worms. Am verflossenen Sonntag wurde die re⸗ staurirte Liebfrauenkirche durch den Bischof v. Kettler von Neuem dem Gottesdienste übergeben. Gehoben wurde die Feier auch noch dadurch, daß eine Deputation des Kölner Männergesargvereins bei den Gesängen mitwirkte.

Mettenheim. Nach derM. Ztg. wird auf ber in diesen Tagen stattfindenden Versammlung deutscher Bienenwirthe in Darmstadt auch die Provinz Rheinhessen mehrfach vertreten sein. So wird u. A. auf die ebenfalls ausgestellten höchst kunstreich gearbeiteten Bienenköcbe des in diesem Fache anerkannten und renommirten Hin. Karl Dörr von Mettenheim besonders ausmerksam gemacht.

Coblenz. Am 6. d. passirte der gesunkene Remor⸗ querMühlheim V. in Begleitung der beiden Hebeschlffe mit dem großartigen Holzgeräthe, geschleppt von dem BoteMühlheim III., unsere Stadt.

Außer Cours gesetzte Münzen. Die Independance erinnert daran, daß am 1. October in Belgien folgende Scheide münzsorten gesetzlich außer Cours gesetzt werden: die 20. und 50 Centimes, die l- und 2⸗Francs- und die 2 Francs 50⸗Cent.⸗Stücke, welche unter der Regierung Leopold's I. ausgegeben worden sind und das Bild dieses Königs tragen. In Frankreich treten außer Gültigkeit: 1) Die 1⸗Franken⸗ und 2⸗Franken Stücke, weiche vor 1866, und 2) die ½,⸗Franken⸗ und 20.Cenumes⸗ Stücke, welche vor 1864 geprägt sind. In der Schweiz treten außer Gülligkeit die 2⸗, 1⸗ und ½⸗Franken⸗Stücke von 1850 und 1851.

% Karl Vogt ist im Augenkick zum Besuch der englischen Wanderversammlung für wissenschafiliche Fort⸗ schrute in Norwich. Von dort schreibt er an dieKöln. Zig. Berichte, in denen sich die Autorilät und Achtung manifesliren, welche den englischen Theüinehmern und Präsidenten der Versammlung der Standpunct der deutschen Naturforschung einflößt. Inieressant ist namentlich, daß einer der letzteren, Frankland, in seiner Eröffnungatede sehr lebhaft über die Bernachlässigung der englischen chemischen Anstalten gezen⸗ über den deuischen Klagen führt.

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