1868. Samstag den 9. Mai. M 55. — * 9 9
Anzeiger fuͤr Oberhessen * d un 0. 5 2 der Cloce 4 * e Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. r—— 4 N Amtlicher Theil.
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Hauptmann Gerlach
Betreffend: Untersuchungssachen gegen Philipp Weber von Butzbach, dermalen wohnhaft in Groß ⸗Karben, wegen Majestätsbeleldigung.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg 8 an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die Großherzogliche Gendarmerie des Kreises Wir beauftragen Sie, auf den Rubrikgten zu fahnden, ihn im Betretungsfalle zu arretiren und uns vorführen zu lassen.
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Friedberg den 7. Mai 1868.
T r a.
Se Nachricht.
Freitag den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, tritt der Bezirksrath des Kreises Friedberg auf dem Rathhause dahier zusammen, was
zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. d. f g f Friedberg am 8. Mai 1868. haft Großherzogliches Kreisamt Friedberg zu i. Trapp. bei
Hessen. Darmstadt.
Die in der grofgevittmeister v. Lepel vom 1., Major v. Busek
herzoglichen Münze im Jahre 1867 stattgehabt!] Jom 2. Reiterregiment.
Ausmünzungen betrugen: g 42572 fl., Sechs⸗Kreuzer⸗Stücke 5995 fl.,, Kreuzer⸗ Stücke 3835 fl., Ein-Kreuzer 4545 fl., Ein⸗Pfennig⸗Stücke 1235 fl., zusa 58182 fl.
— Die„Darmst. Ztg.“ enthält folge Bekanntmachung: Nachdem wir aus besond Rücksichten gestattet haben, daß die in dem Jahre 1848 geborenen, schon einmal geprüften, al er nicht bestanden habenden, Militärpflichtigen noch- mals zu einer Prüfung zur Erlangung der Be- rechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst zugelassen werden sollen, so bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß die erwähnte nach- malige Prüfung im September l. J. vorgenommen werden wird. Zugleich bemerken wir hierbei,, daß diejenigen Militärpflichtigen aus dem Jahre 1848, welche sich einer nochmaligen Prüfung unterwerfen wollen, an der Musterung und Loosziehunt dieses Jahres nicht Theil nehmen können und daß sie, wenn ihnen, nach dem Ergebniß der Prüsung, demnächst die Berechtigung zum einjährig frei⸗ willigen Militärdienst nicht ertheilt werden sollte, als vorzugsweise Einzustellende ehan⸗ delt werden würden. Die betreffenden Mä litär⸗ pflichtigen haben sowohl der einschlägigen kreis- Ersatz⸗Commission, als der Prüfungs⸗Con. iission von ihrem Vorhaben rechtzeitig die erforbverliche Anzeige zu machen. Dermstadt, am 4. Ma- 1868. Großherzogliche Militär ⸗Ersatz⸗Behörde dritter Instanz. zudwig, Prinz von Hessen⸗ von Willich, Provinzial Direktor.*
— Die Mittheilungen der Centralstelle für Landesstatistik geben u. A. seit mehreren Jahren eine Aufstellung über die Einnahmen von Getränke⸗ Abgaben. Hieraus ergibt sich, daß die Trank⸗ steuer und Zapfgebühr für Wein durch hnittlich per Jahr nahezu 400,000 fl. beträgt. Der er⸗ höhte Bierverbrauch zeigte sich durch eine sich stets steigernde Einnahme und betrug in 1866 373,000 fl. Den meisten Schwankungen ist die Einnahme von Obstwein unterworfen, welche in 1864 mehr als 70,000 fl. betrug, dagegen in 1865 nur 20,000 fl. Im Ganzen sind die Einnahmen für Tranksteuer⸗ Abgaben, welche in 1863 auf 1,092,202 fl. sich bezisserten, bis 1866 auf 1,175,069 fl. gestiege n.
— Nach Angabe der„Darmst. Ztg.“ sind zu Dienstleistungen in den preußischen Garnisonen von Berlin und Potsdam auf die Dauer von sechs Wochen commandirt: Major Coulmann vom 1., Hauptmann Lannert vom 2., Hauptmann Otto II. vom 3., Major v. Gründler vom 4. Infanterie⸗Regiment, Hauptmann Daudistel vom 1., vom 2. Jaägerbataillon,
Ein- Thaler Sat N
— Der„Nürnb. K.“ meldet, daß die Abreise des Prinzen Alexander von Hessen nach Peters- burg auf telegraphische Berufung geschehen und und es gehe das Gerücht, er sei zum Gouverneur von Polen bestimmt.
— Oberstabsauditeur Eigenbrodt wurde am 3. d. M. auf sein Nachsuchen, unter Aner⸗ kennung seiner Dienste und Vorbehalt seiner Wiederverwendung, in den Ruhestand versetzt.
— Wie mehrfach berichtet wird, hätte Preußen seine Einwilligung zur Verlegung hessischer Truppen nach Mainz gegeben. Es soll, so heißt es, vor⸗ läufig ein Regiment Infanterie und zwar das dritte dorthin verlegt werden.
— Die„Hess. Edsztg.“ bringt nachstehende Mittheilung: Die hier wohnenden Mitglieder des deutschen Protestantenvereins haben sich endlich entschlossen, vor die Oeffentlichkeit zu treten und sich eine Organisation zu geben, welche allein eine ersprießliche Thätigkeit möglich macht. Zu diesem Zwecke wurde am 6. d. Abends in einer Ver- sammlung im Prinzen Carl ein aus 7 Mitgliedern bestehendes provisorisches Comite gewählt, welches demnächst eine weitere Versammlung berufen und dieser Vorschläge zur definitiven Organisation machen wird. Wir glauben keine Indiskretion zu begehen, wenn wir unsern Mitbürgern die Namen der betreffenden Herren mittheilen. Es sind die Geistlichen Stadtpfarrer Ewald, Diakonus Pfnor und Mitprediger Dr. Wagner und die Laien Direktor Thudichum, Fabrikant Karl Merck und die Hofgerichts Advokaten O. Hofmann I. und Weller.
Worms. Das hiesige Luther⸗-Denkmal, nach Rietschel's genialem Entwurfe, ist nach 12jähriger unausgesetzter Thätigkeit so weit vollendet, daß die feierliche Enthüllung und Ein⸗ weihung desselben auf den 24., 25. und 26. Juni l. J. fesigesetzt werden konnte, Aus ganz Deutsch⸗ land, ja voraussichtlich aus dem Auslande werden an diesen Tagen, ähnlich wie vor mehr als 300 Jahren(am 17. und 18. April 1521) jedoch unter andern Verhältnissen, geistliche und weltliche Festbesucher in die altehrwürdige Kaiserstadt Worms 0 N Damals legte der unerschrockene Mönch vor Kaiser und Reich sein mannhaftes Glaubens bekenntniß ab; heute errichtet ihm die nach geistiger Freiheit strebende Menschheit— gleichsam als Protest gegen die neuerdings wieder hervortretenden orthodox-intoleranten Bestrebungen — ein Denkmal, welches als großartig monu⸗ mentale Kunstschöpfung seines Gleichen auf Erden sucht. Nach dem uns vorliegenden Programme
wird die Feier eine der Würde der Sache an—
gemessene sein und der eigentliche Akt der Ent⸗ hüllung Donnerstag den 25. Juni, Vormittags von 12—2 Uhr vor sich gehen. Zur Erleichterung des Besuches werden an den 3 Festtagen Eisen⸗ bahnzüge in drei Richtungen mit Halt an allen Zwischenstationen Morgens früh und Abends spät von und nach Worms abgehen, so daß es möglich sein wird, auch in den benachbarten Orten Quartier zu nehmen. Jedenfalls dürfte gerathen sein, sich zeitig nach einem solchen umzusehen, da die disponiblen Wohnungen in der Stadt Worms schon größtentheils vergeben sind.
Preußen. Berlin, 5. Mai. Der schon erwähnte Antrag auf motivirte Tagesordnung von Roggenbach und Ujest lautet: In Erwägung, daß die Neugestaltung des Zollvereins durch die Berufung der Vertreter des deutschen Volkes zu gemeinsamer Gesetzgebungs⸗ Thätigkeit das Unter⸗ pfand stetiger Fortentwicklung der nationalen In⸗ stitutionen gewährt und den berechtigten National⸗ ansprüchen auf wirksame Einigung der Staats⸗ kräfte befriedigende Erfüllung sichert; in Erwägung, daß einmüthiges Zusammenwirken für die Auf- gaben des Zollparlaments dieses Ziel am meisten zu fördern geeignet ist, wird über den Adreßantrag die Tagesordnung beantragt.
— 7. Mai. Zollparlament. Berathung des Adreßentwurfs. Von den Referenten der Com- mission ist Bennigsen für, Thüngen gegen die Annahme der Adresse. Präsident Simson schlägt vor, zunächst beide Referenten zu hören. Dieser Antrag wird auf Vorschlag des Abgeordneten v. Forckenbeck unterstützt und trotz des Wider- spruchs Reichenspergers und des württembergischen Ministers v. Mittnacht mit großer Majorität an⸗ genommen. Referent Bennigsen spricht sich den süddeutschen Abgeordneten gegenüber in sehr ent⸗ gegenkommendem Sinne aus. Er hält die gegen⸗ wärtigen Zustände für noch zu unfertige, um eine politische Gesammtverbindung Deutschlands als nahe bevorstehend zu betrachten. Man müsse vorläufig auf dem gegebenen Gebiete wirken, bis größere politische Fragen sich aufwürfen und ihre Lösung erheischten. Redner schließt mit einem Aufrufe zur Versöhnlichkeit und Eintracht. Thüngen entwickelt, daß die Süddeutschen bei einer Gefahr von Außen an der Seite der Norddeutschen kämpfen würden, daß sie aber den Boden der Verträge nicht verlassen könnten, wie ihnen die Adresse zumuthe. Redner schließt mit der Ver- sicherung, auch den Süddeutschen liege die politische Einigung Deutschlands am Herzen. In dem weiteren Verlaufe der Adreßdebatte spricht für einfache Tagesordnung Blankenburg, dagegen Bluntschli. Die Adresse— sagt er— habe die gleiche Berechtigung wie die Thronrede, welche


