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edoch zu keinerlei Conslicten. Nachdem 1 8 5 versucht hatte, sich Eintritt in den Friedhof zu verschaffen, verweilte sie noch eine Zeit lang in der Umgebung desselben; hier und da ließ sich ein Ruf vernehmen, ein Lebehoch auf Baudin oder ein Pereat auf die Polizei; bei eintretender Dunkelheit zersireute sich die Volksmenge.— Mehrere Blätter sprechen von einigen Verhaftungen, welche dennoch stattgefunden
ätten.
6— Das Mißverhältniß zwischen den für den 3. Dec. aufgebotenen Streitkräften und der gleich gültigen Haltung des Publikums gab zu dem Witzwort Anlaß, welches durch ganz Paris läust: Die Armee und die Polizei hätten eine große Demonstration gemacht und das Volk von Paris wäre nicht stark genug gewesen, diese Ruhestörung niederzuhalten.
— Das Begräbniß Berryer's findet Montag den 7. d. in Augerville stakt und des Morgens acht Uhr geht für diesen Zweck ein eigener Zug von Paris ab.
— Der Appellhof von Riom hat das vom Zuchtpolizeigericht in Clermont-Ferrand zu Gunsten des„Independant du Centre“ gefällte Urtheil umgestoßen und den Gerant dieses Blattes, Hrn. Dufour, zu einer Geldbuße von 500 Francs verurtheilt.
— Das Verfahren gegen die ausländische Presse erregt in den letzten Tagen wieder all⸗ gemeine Indignation; die fortwährenden Confis- cationen, die zum größten Theile mit dem gesun— den Menschenverstand nicht zu erklären sind, kommen den Parisern denn doch mit der Zeit gar zu vormundschaftlich vor, und die Klage über die„dürftigen Portionen“, in denen man ihnen das geistige Leben von außerhalb zukommen lasse, wird vernehmlicher.
— In viesen Tagen wird in Aiy der Prozeß der Marseiller Gistmischerinnen verhandelt. Sechs Frauen von 20 bis 45 Jahren stehen unter der Anklage des fortgesetzten Giftnordes. Die Sache verspricht vom pfpchologischen Standpunkte in- teressant zu werden.
— Pariser Blätter melden zur Charakteristik des Königs Francisce Asis de Borbon die fol- gende, wohlverbürgte Geschichte, die auf seine Persönlichleit ein mehr als zweideutiges Licht werfen dürfte. Als der König sich mit Isabella verheirathete, borgte er von einem angesehenen Kausmanne in Madrid 65,000 Realen zu Hoch— zeitszwecken. Nach einiger Zeit erlaubte sich der
läubiger eine kleine Mahnung, da Francisco seine eingegangenen Verbindlichkeiten vergessen zu haben schien. Der König hatte indes offenbar keine Lust, den Kaufmann in irgend einer Weise zu befriedigen und so kam es zum Prozeß. Das Gericht entschied zum Nachtheil des Kaufmanns, da ein mit einen Minderjährigen eingegangener Vertrag nicht rechtskräftig sei, und der Kläger ward nicht nur abgewitsen, sondern obendrein in
die nicht unbeträchtlichen Kosten verurtheilt. Die 65,000 Realen hat er noch heute zu bekommen. — Es ist Aussicht vorhanden, daß der ägyyrtische Zwillingsbruder des Obelisken auf dem Place de la Concorde, der sich bis jetzt bekanntlich vor dem hundertthorigen Theben befand, für Paris acqui— rirt und neben seinem Collegen aufgepflanzt wer— den wird. Die Engländer haben ihn nämlich von Theben(dem heutigen Luxor) nach Alexan— drien geschafft, um ihn nach London zu trans- portiren, sind jedoch so ungeschickt gewesen, ihn ins Meer fallen zu lassen. Er liegt unverletzt auf dem Grund und ist bei stiller See deutlich zu sehen. Ein französischer Speculant hat sich nun die Erlaubniß erkauft, ihn zu heben und nach Paris zu bringen.
— Peyrat, Redakteur und Gerant des„Avenir national“ ist, wegen einer noch unbekannten Ursache wiederum in Anklagezustand versetzt. Der in Auch erscheinende„Avenir“ wurde ebenfalls wegen Veröffentlichung von Listen, in denen die Namen der Deputirten aus dem Departement Gers verzeichnet waren, gerichtlich belangt.
Holland. Haag. Die zweite Kammer hat sich für Beibehaltung der Todesstrafe mit 53 gegen 8 Stimmen ausgesprochen.
Großbritannien. London. Die„Times“ theilt mit, Disraeli habe selbst der Königin vor— geschlagen, den Antragsteller der ersten Resolution über die Aufhebung der irischen Staatskirche so— sort zu berufen. Gladstone hatte in Folge dessen eine zweistündige Audienz, deren Ergebniß war, daß er die Bildung eines Cabinets übernahm.
— Zahlreichen Briefen von Engländern, welche geneigt sind, in die neue Cornell-Univer- sität, Ithaka, einzutreten, und sich dieserhalb an Professor Goldwin Smith um Rathschläge gewandt haben, theilt dieser in einem Eingesandt an die „Daily News“ mit, daß die neue Universität sich in einem noch sehr unvollkommenen Zustande be— finde und daher nur sehr wenigen Studirenden Aufnahme gewähren könne. Sein Rath an Alle, welche den Eintritt in die Universität brabsichtigen, gehe dahin, diesen Gedanken einstweilen fallen zu lassen.
— Wie die„Times“ meldet, will Seward, der amerikanische Minister des Auswärtigen, die Entscheidung der Alabama-Frage nicht dem Könige von Preußen, sondern einigen zu ernennenden Commissarien anheimstellen.
Spanien. Madrid. Es werden bei Ec partero alle möglichen Schritte versucht, um ihn zur Annohme einer Dictatur auf Zeit zu bewegen.
— Eine neue Definition des Begriffs reli— giöse Toleranz gab jüngst der Erzbischof von Santiago, indem er sich dahin aussprach: Wenn man Andersgläubige weder bekehren, noch aus- rotten könne, dann erheische es die Toleranz, sie zu dulden.
Italien. Florenz Der Großherzog und
die Großherzogin von Baden haben in Beglei- tung des badischen Gesandten, Baron v. Schweitzer, über eine Stunde lang den Parlamentsverhand⸗ lungen beigewohnt; das großherzogliche Paar wird nicht, wie ursprünglich beabsichtigt gewesen, nach Rom gehen, sondern nach Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Florenz über den Brenner nach Deutschland zurückkehren.
— Eine Proclamation Mazzini's in der„Unita Italiana“ mahnt entschieden wie früher von allen Versuchen ab, Rom durch Partei-Fractionen be— freien zu wollen; die Befreiung Roms müsse ein Werk nationalen Unternehmens sein.
Türkei. Die„Turquie“ meldet, daß die Pforte die diplomatischen Beziehungen mit Griechenland abzubrechen und ihren Gesandten abzubtrufen ent— schlossen sei. Ferner sollen die griechischen Unter- thanen aus der Türkei ausgewiesen und der Han— del mit Griechenland verboten werden.
— Ein von der Regierung gemiethetes Schiff ist mit Truppen nach den Dardanellen
abgegangen. Die Bestimmung derselben blieb unbekannt. Man erwartet, daß die von der griechiscen Regierung offenkundig geduldeten
Rüstungen Seitens der Pforte ernsthafte Maß- regeln hervorrufen werden.
Darmstadt. Vor einigen Tagen sand man im großen Woog die Leiche eines sein gekleideten Mannes von etwa 20 bis 22 Jahren. Nach Darmstädter Blättern wäre der Gefundene ein Geometergehülfe aus einem Orte des Kreises Friedberg.
Aus Herrieden wird der„Fränk. Zig.“ geschrieben: Fast ganz Europa ist bei winterlicher Temperatur in Wolken und Nebel gehüllt— von 60 Stationen hatten gestern nur 3 heiteren Himmel. Dabei behält ein im Nordwesten befindlicher boher Luftberg mit kaltem Passat seinen Einfluß und schlägt die allerdings nur schüchternen Versuche des warmen Antipassats, vom Süden und Westen her vorzudringen, immer wieder siegreich zurück.
Bern. Unter den im„Bund? neuerdings verzeich⸗ neten Liebes gaben, welche für die Schweizer Wasserde⸗ schädigten von auswärte eingingen, sind: 5000 Fr. von den Schweizern in Vombay, 7724 Fr. von der im Haag durch den franz. resormirten Pfarrer Vust veranstalteten Sammlung, 5000 Fr. aus der k. Freistadt Pest, 1200 Fr. aus Darmstadt(dritte Sendung) ꝛc. ꝛc. Aus London sind gegen 64.000 Fr. eingegangen.
„Die ganze Haltung
2981 des Kalenders(Lahrer hinkender Boten) ist eine edle und freisinnige und dazu maßvolle und in jedem braven Hause und Herzen einen wohl⸗ thuenden Eindruck zurücklassend, wie er ist, den wir empfinden, wenn wir so glücklich waren, eine Stunde mit einem Biedermanne von ächtem Schrot und Korn zugebracht zu haben.“(Heidelb. Zeitung)
Für die Wetterbeschädigten im Vogelsberg sind uns 11 fl. 45., gesammelt in den Gemeinden Münzenberg und Trais- Münzenberg, zur Wellerbesörderung übergeben worden. Der Betcag wurde, wie die früher hier gesammelten Beiträge, den Herrn Pfarrern zu Vobenhausen II., Freienseen, Lardenbach und Sellnrod zu geeigneter Verwendung überwiesen. Für den Vorstand des Hülssvereins Baur.
Brod lieferung.
2926 Donnerstag den 10. Decemder er., Vormittags 11 Uhr, wird die Lieferung des Brodbedarss für die Oarnisoa Friedberg für das 1. Quartal 1869 auf dem Soumissionswege in Accord getzeben. Bedind ungen liegen arf dem Büreau des Zahlmeisters, wosel“ auch die Soumissionsverhandlung stattfinden wird, zur Ein sicht der Interessenten offen.
Friedberg den 30. Novemder 1868.
Groß berzogliches Commando des 4. Jägerbataillo as.
An ssch ü tz, Major und Batatllons-Commandeur.
eirsei gerung. 2020 Die Lleserung des Brennholzbedarsos von 20 Slecken Buchen ⸗Schellbelz erster Klasse zur Heizung des Land gerichtsgefängnisses soll Donnerfliag den 17. Dez. d. J., Miiage 12 Uhr, im Landgerichtslocal an dea Wenigst⸗
nehmenden vergeden werden und werden Steigluflige bierzu eingeladen.
Vilbel am 27. November 1808. f Großherzogliches Landgericht Vilbel .
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Laubach am 4. December 1868.
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Faselochs-Versteigerung. Künftigen Freitag den 11. Dezember d. J., Vor— mittags 10 Ubr, soll ein der Gemeinde Hriedel gehöriger, zum Schlachten geeigneter Faselechse auf dem Gemelndehause öffentlich an den Meestbietenden verkauft werden. Griedel den 5. December 1868. Großberzogliche Bürgermeisterei Griedel N nch e
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Bad Nauheim. Jacob Schimpf.
Verloosung der Schwalheimer Kirchen— Obligationen pro 1868. 3006 Verloost würden die Nr. 26, 29, 117 und 120. Die Beträge derselben sind am Schlusse d. J. bei dem Unterzeichneten in Emosang zu nehmen. Weitere Zinsen lönnen nicht beansprucht werden. Von der Verloosung pro 1867 ist die Nr. 76 noch nicht eingegangen. Schwalbe im den 7. Dezember 1808. Wiederbold, Kirchenrechatr.
1400 fl.
2983 können aus der Kirchenkasse zu Nieder-Florstadt im Ganzen oder auch getrennt ausgelieben werden. Naäberee der dem Lirchenvorstande daselbft
2972 3 Pferde, 2zweispännige Wagen, Ergteleitern, 1 einspännsge Scheere, 1 Schmierbock und Wferdegeschirre, Alles im benen Zustande, läßt Uaterzeichneter Mittwoch den 9 Decemder nd. J., Nachmittags 2 Uhr, öffentlich
versteigern. 8 Friedberg. M Scheibel.
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2957 welches in allen Hausarbeiten erfabren ist, wird auf Weihnachten gesucht. Auskunft durch die Exp. d. Bt.
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