Ausgabe 
8.9.1868
 
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gesetzt werden, so wie auch in Anschlag gebracht werden muß, daß ein Kriegsminister vor seinem

Heere immer mehr oder weniger in den Ton

fallen wird:Wir müssen schlagfertig sein; man kann nicht wissen, wann unsere Tüchtigkeit auf die Probe gestellt wird! Ueberdies, Napoleon führt persönliches Regiment, und die werden noch immer recht haben, die meinen, er sei zu klug, um nicht einzusehen, daß, wle die Verhältnisse gegenwärtig liegen, die Chancen zu ungleich sind. Was kann für ihn gewonnen werden und was setzt er nicht auf's Spiel! Das Freundlichthun mit Spanien dürfte schon deßwegen nicht beunruhigend sein, weil es darauf hinweist, daß man auf Italien nicht sicher rechnen kann, das gegenwärtig mit Spanien nicht an einem Strange zieht.

Preußen. Berlin. Nach den neuesten Nachrichten befand sich die deutsche Nordpolexpedition am 18. Juli unter 80½ n. B. und 50 5. L.

DieN. Stettiner Ztg. schreibt: Das kürzlich erfolgte Ertrinken eines Gefreiten vom 14. Infanterie⸗Regiment in der hiesigen Schwimm- anstalt, welches dadurch erfolgt sein sollte, daß er trotz seiner Ermüdung gezwungen worden sei, seine Fahrt abzuschwimmen, hat zu einer Untersuchung vor einem hiesigen Auditeur geführt, in welcher sämmtliche beim Unglücksfalle anwesende Zeugen vernommen sind. Bei der ärztlichen Obduktion stellte sich heraus, daß ein Lungenschlag den Unglücklichen betroffen hat, als derselbe eben aus dem Wasser zu steigen im Begriff war und er deßhalb auch die ihm hingehaltene Stange nicht mehr zu seiner Rettung benutzen konnte. Hier nach wird wahrscheinlich gegen Niemand eine An- klage als Urheber oder Mitschuldiger an dem Todesfalle erhoben werden.

Das Militärwochenblatt meldet: Die Einstellung der Rekruten erfolgt bei der gesammten Cavallerie und reitenden Artillerie am 15. Oktober, bei den Fußgardetruppen am 3. November l. J., bei den Fußlinientruppen am 2. Januar 1869.

Nach einer Mittheilung derAltonaer Nachrichten hat das Kriegsministerium die Rends- burger Hauptkasse angewiesen, den pensionsberech⸗ tigten schleswig⸗holsteinischen Offizieren den siebenten Theil der festgestellten Unterstützung als lebens- längliche Pension auszuzahlen.

Kiel. Krupp's Riesenkanone hat nun eno⸗ zältig ihre Bestimmung gefunden. Auf dem braunen Berge an dem Kieler Kriegs hafen wird te mit 12 gezogenen 72⸗Pfündern ein Strandfort bilden, um den Eingang in den Hafen unmöglich machen zu helfen. Das Vollgeschoß, von Stahl und 1100 Pfund schwer, wird seine Wirkung nicht verfehlen, wenn's trifft. Denn die Bedienung, obgleich wenig Mannschaft erfordernd, kann nur langsam geschehen, weßhalb ein rasch vorbeisegeln⸗ des Panzerschiff nicht sicher zu treffen ist, sowie es auch nicht zielend verfolgt werden kann, wenn der Hafen foreirt werden sollte. Dies schmälert übrigens kaum die Bedeutung dieser Riesenkanone für die Vertheidigung des Hafeneingangs; sie wird in überlegener Ruhe nach dem Punkt hin⸗ starren, der von dem feindlichen Schiff, das ein⸗ zudringen beabsichtigt, passirt werden muß, und dann im entscheidenden Augenblick Tod und Ver⸗ nichtung ausspeien.

Wiesbaden. Der vom Bischof von Lim⸗ burg erlassene Hirtenbrief verlangt die Sonderung der katholischen und protestantischen Schulen und fordert die Katholiken Nassau's auf, bei der am 13. d. M. zu Limburg stattfindenden Landesver⸗ sammlung gegen die Beibehaltung der confessions⸗ losen Schulen zu protestiren. Ferner droht der Hirtenbrief den Lehrern, welche bei der Landes- versammlung für Beibehaltung des nassauischen Schuledikts stimmen würden, ihnen den Religions. unterricht in den Schulen zu entziehen.

Baden. Karlsruhe. Als Beweis, wie sehr die badische Regierung bemüht sei, alle mög⸗ lichen Ersparnisse für das Land eintreten zu lassen, wird mitgetheilt, daß die preußischen Münzstätten künftig auch die Prägung der badischen Münzen übernehmen sollen und demgemäß die hiesige Münze eingehen wird. Hierdurch würden dem Lande enorme Kosten erspart.

Oesterreich. Wien. des eisleithanischen Ministeriums an die Statt⸗ halter und Landespräsidenten erlassene Circular ist ein rühmliches Zeugniß dafür, wie dasselbe im Geiste der Verfassung vorwärts zu gehen und

Das von Seiten

einem gesunden konstitutionellen Regiment die Bahnen zu ebnen gewillt ist. Das Circular schärft den Oberbehörden nicht nur ein, die durch die Reichsgesetzgebung erweiterte Autonomie der Land⸗ tage, sowie andererseits die der Reichs vertretung zustehenden Competenzen gewissenhaft zu respectiren, sondern macht ihnen auch die Sorge für möglichste Vereinfachung und Beschleunigung des schwerfälligen und complicirten Verwaltungsmechanismus zur Pflicht.Der Staatsbeamte, heißt es in er wähntem Rundschreiben,soll nie meinen, er wahre durch Abgeschlossenheit, Formalismus oder Schwie⸗ rigkeitsmachung seine Autorität. Die wahre Würde wird er behaupten und bewahren, wenn die Bevölkerung ihn in voller Pflichttreue, gehorsam der Verfassung im constitukionellen Geiste wirken sieht. Die heutige Beamtenschaft soll unausgesetzt in dem Bewugtsein arbeiten, daß sie dem Gemein⸗ wohle dient und daß sie am treuesten dem Kaiser gehorcht, wenn sie der von ihm gegebenen Ver fassung in allen Stücken zur fruchtbaren Wirksam⸗ keit zu verhelfen beiträgt.

Bei dem Festbankette der deutschen Land und Forstwirthe begrüßte der Reichskanzler, Herr v. Beust, die Versammlung. Derselbe hofft, die Theilnehmer des Congresses würden die Ueber zeugung mit sich nehmen, daß in Oesterreich ein reges Streben nach vorwärts herrsche, daß Volk und Regierung Hand in Hand gehen und Beide die freiheitliche Entwickelung des Staates als Ziel betrachten. Das Streben der Land- und Forstwirthe sei ein Unterpfand des Friedens und des Fortschrittes.

Frankreich. Paris. Ueber die preußischen Beurlaubungs⸗Maßregeln äußern sich die Blätter noch sehr zurückhaltend; sie wissen offenbar noch nicht, was sie davon zu halten haben. Nur Presse undEpoque erklären die Maßregel bereits für eitel Wind; nach dem letzteren handelte es sich bloß darum, dem Ackerbau für die Ernte zu Hülfe zu kommen.

Der kürzlich am französischen Hofe ein⸗ getroffene Besuch des Grafen und der Gräfin von Girgenti(des Bruders Franz II. und der Tochter der Königin Isabella) bleibt von unseren Politikern nicht unbenützt. Der Gaulois wärmt bei dieser Gelegenheit schon früher in Umlauf gewesene Gerüchte wieder auf. Es soll eine geheime Ueber⸗ einkunft zwischen Frankreich und Spanien abge⸗ schlossen werden, kraft welcher das letztere sich anheischig macht, für den Fall eines Krieges zwischen Frankreich und einem anderen Staate, ein Heer von 40,000 Mann und einen Theil seines Geschwaders nach den päpstlichen Staaten zu senden. Frankreich seinerseits ver⸗ pflichtet sich, Spanien seinen direkten Schutz zu verleihen, wenn die gegenwärtige Dynastie an⸗ gegriffen würde ꝛc.

Der friedliche Trinkspruch des Finanz⸗ Ministers Magne, dem der Moniteur durch Wieder⸗ abdruck höhere Bedeutung verleiht, wird von den Blättern als ein erfreuliches Symptom bezeichnet, aber man hält die vom Admiral Rigault de Genouilly aus Anlaß einer Musterung des Oceans geschwaders gesprochenen Worte entgegen:Ich weiß nicht, ob es Krieg gibt; aber wir müssen fertig sein. Der Marine⸗Minister hat so wenig als der Kriegs⸗Minister seine Anschauungen geändert. Die doppelte Strömung in der Um⸗ gebung des Kaisers dauert noch fort. Daß die immense Majorität des Landes den Frieden will, daß die große Mehrzahl der in Frankreich er⸗ scheinenden Blätter dem Frieden entschieden das Wort redet, kann der Aufmerksamkeit der Regie- rung nicht entgehen, und daß dies nicht der Fall ist, dafür sprechen eben die so bestimmten Zu⸗ sicherungen des Finanz⸗Ministers. Dieses Ver- trauen zu sichern, müßte allerdings mancherlei unterlassen werden.

Großbritannien. London. Nachdem die englische Regierung den verschiedenen Gesanpten

und Consuln mitgetheilt hat, daß sie die Aus- wanderung nach Canada fernerhin nicht mehr aus Staatsmitteln unterstütze, dürfte es am Platze sein, zu erwähnen, daß jetzt nur noch für die Ein⸗ wanderung nach Victoria, Süd⸗Australien, Tas- manien, einige Provinzen Neuseelands und Natal Staatsunterstützung gewährt wird. Das System derselben ist für jede Colonie ein anderes.

Italien. Florenz. DerFigaro bringt einen Brief Mazzini's an Garibaldi, dem wir folgende Stellen entnehmen:General! Die Jahre haben unsere Haare gebleicht, die patriotischen Gluten verglimmen, der Geist verraucht, die Unter- nehmungskraft schwindet: wir werden Greise. In dieser moralischen und physischen Verkommenheit schaue ich mit Schrecken in die Zukunft. Ich frage mich, was denn aus dieser jungen und feurigen Generation werden mag, wenn wir nicht mehr sind, Sie, der Mann der That, ich, der Blasebalg der Revolution. Mein Gemüth erfüllt sich mit Bitterkeit bei dem Gedanken, daß dieselbe nach so vielen unermüdeten Anstrengungen, nach so vielen Kämpfen und Proben sich selbst über⸗ lassen sein wird, ohne Führer und ohne Stütze, und daß wir sterben werden, ohne den Triumph der Guten über die Schlechten erlebt zu haben, des Trostes beraubt, den letzten Sieg beifällig zu begrüßen.... Doch entschlagen wir uns dieser entmuthigenden Bilder, denken wir an unsere Wunden und trotzen wir, wie Marius in den Sümpfen von Minturnum, unserem Schicksal, zeigen wir unsern Feinden, daß die Bestegten da sind, um die Sieger zittern zu machen. General, wachen wir unablässig über die Wohlfahrt der edlen Nation, für die wir seit zwanzig Jahren kämpfen; entreißen wir sie dem Marasmus, in in dem sie sich entnervt und entmannt; wecken wir sie auf aus ihrer Betäubung; entflammen wir ihren Muth, daß sie sich wieder stähle in der lebenweckenden Quelle des Patriotismus.

Nach der Mailänder Zeitung hätte Victor Emmanuel kürzlich auf der Jagd bei Valdieri in großer Lebensgefahr geschwebt. Er war beim Verfolgen eines Wilds auf einen mit Schnee be⸗ deckten Felsen gerathen, von dem er nicht wieder herabkonnte. Da erschien, wie ehemals dem Kaiser Max auf der Martinswand, ein Hirte des Gebirgs, der ihn glücklich wieder zurückbrachte. Der König dankte aufs Herzlichste seinem Retter, schenkte ihm 1000 Scudi und außerdem noch eine lebenslängliche Rente.

Die Eisenbahn über den Mont-Cenis ist für den Betrieb wieder hergestellt. Der regel- mäßige Dienst begann am 5. d. wieder.

Rußland. Petersburg. Am 11. Juni ist der Staatsverbrecher Andreas Krassowski aus den Nertschinski'schen Bergwerken entwichen. Sehr charakteristisch sind die besonderen Kennzeichen, welche dieGouv.⸗Ztg. in dem Signalement des Flüchtlings angibt:Auf der linken Hand hat derselbe fünf Wunden, auf der Schulter und dem Oberarm zwei, auf dem linken Fuße und auf der Hüfte zwei und unter der linken Achsel eine, im Ganzen zehn Wunden. Ob es wohl in der russischen Armee einen zerfetzteren Soldaten gibt, als diesen Staats verbrecher in den Nertschinski'schen Bergwerker?

Amerika. Präsident Johnson hat Befehl gegeben, die feindlichen Indianerstämme aus dem Gebiete von Kansas zu vertreiben. Nachrichten aus Port-au-⸗Prince zufolge hält sich Salnave in der Defensive.

Der CapdampferCambrian bringt Nachrichten vom Cap der guten Hoffnung vom 22. August: Die Goldfelderentdeckungen im Cap⸗ staat werden allseitig bestätigt, Goldquarzproben und Goldstaubproben gehen reichlich ein. Es hat sich eine zahlreiche Goldgräber⸗Expedition gebildet und sind bereits Bestellungen auf Goldquarz⸗Zer⸗ malmungsmaschinen nach England abgegangen. Preußische Reisende schlugen dem Häuptling des Golddistricts die Organisation einer deutschen Einwanderung und die Erstrebung des Protecto- rats des norddeutschen Bundes vor. Der Häupt⸗ ling zicht das Protectorat Englands vor. Die Capcolonie wünscht, daß das Parlament eine

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