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Aus dem Kreise Alsfeld. um 1. Febr. o..
Intte sich zu Köddingen ein hoͤchst beirüüdender Vorfall. Kind von 7 Jahren stand mit einem langen spitzen
sser deschäfügt auf einer Bank in der Wohnstube seiner Hern. Durch die Bewegungen des Kindes fiel die Bank un, der Knabe siel zur Erde, das Messer drang ihm in
Brust, verwundete denselben, wenige Minnen später wr er eine Leiche.
Wrainz. Der Mainzer Carneval-Verein hat 22 de Einladung erlassen: Marsch⸗Ordre. Die veränderten ghältnisse unseres Narrenstaates veranlassen die unter⸗ (nete Behörde, Ihnen bekannt zu geben, daß Sie dem nrentegiment, und zwar dessen lustiger Compagnie, zuietheilt worden sind. Sie haben sich demnach am 7 Februar d. J., Abends 7 Uhr, in Ihrer Garnison zun„Heiligen Geist“ einzufinden und bei Unterzeichnetem u melden. Für die Kopfbedeckung ist durch beifolgende anstmütze gesorgt, welche dem Einberusenen nicht an de Löhnung abgezogen, sondern gleich mit der bekannten Juribution an unsrer Narren-Kriegskasse baar gezahlt weden soll. Es ist im Interesse des Mannes, sich mit de übrigen Montur, wozu namentlich ein volles Porte wnnaie gebört, selbst zu versorgen. Da Sie schon lang— riger Freiwilliger gewesen, so werden wir Sie wohl nt als Einjähriger, hoffentlich aber als Diesjähriger b uns sehen. Indessen ist es Ihnen gestattet, nach Er— Rung Ihrer Einstandsgebühr für Kappe und Extrafahrt, a selbst einen Einsteher zu suchen; es ist nicht gerade ruhwendig, daß derselbe Unteroffizier oder Spielmann i Sollte es Ihnen jedoch nicht möglich sein, einen chen zu finden, so würden wir Ihnen gegen Franco- Ensendung von Sieben Hundert Gulden selbst einen be— tegen.— Den Empfang dieser Ordre werden Sie durch Ausfüllung des Nebenstehenden von unserm närrischen iegstasse-Rendanten C. W. von Schoeppler, sich be⸗ einigen lassen. Mainz, im Narrenmonat 1868. Das utrentegiments-Commando.
In Boppard am Rhein bat die Kub eines dortigen tuwohners ein wunderbares Kalb geworfen: mit auger⸗ wöhnlich breitem gespaltenem Kopf, zwei Zungen, zwei dren und drei Augen, wovon an jeder Seite des Kopfes mes und das dritte in der Sürne steht.
„ Dem„Handels⸗Kourier“ schreibdt ein Correspondent s Thun, daß auch er sich mit der Erfindung von neuen serstörungswaffen beschäftigt und zu folgendem Ziele llangt sei: Ich verfertige, sagt er, einfach kleine Blech⸗ üchsen und fülle sie mit salpetersaurem Glycerin. Eine Ache Büchse losgelassen, fegt weit und breit das Feld md stäubt den Feind auseinander, aufeinander und in r Luft. Ein jeder Schweizer⸗Wehrmann hat neden der bamclle ein solches Brandopfer auf dem Tornister,— »emmt der Moment, herab mit ihm und gelegt!
, Falsche Zebn⸗Thaler⸗Noten. Es ist seit zurzem eine neue Sorte von Nachbildungen der älteren rünen) preußischen Banknoten zu 10 Thaler aus dem uhre 1856 zum Vorschein gekommen, welche durch Litho⸗ gapbie bergestellt sind, namentlich durch dunkleres schmutzi— s Grün und weicheres Papier von den ächten Noten doweichen und sich deßhalb von den Letzteren leicht unter⸗ eiden lassen. Man mag daber im eigenen Inleresse die wanknoten à 10 Thlr. vom Jahr 1856, welche überhaupt dis dem Verkehr gezogen werden, vor der Annahme prüfen ind dergleichen Noten, von welchen bercits frühere Nach⸗ aldungen existiren, bei der nächsten Banklasse gegen andere zolen umtauschen und nicht in weitere Circulation setzen.
„ Eine interessante Erbschaftsgeschichte wird us Böhmen berichtet:„Auna Ring ledie vereinsamt nach um Tobe ihrer zwei Brüder in ihrem Hause auf dem Narkiplatze zu Böhmisch⸗Leipa, betrieb eine Zuckerbäckerei,
q ckung. Ihre Sparsamkeit ging bis ins Lächerliche und doch besaß sie zweit schuldenfreie Päuser in der Stabt, Aeccker und Wiesen und auch sonst noch hübsches Ver⸗ mögen. So hätte sie sichs wohl in ihren alten Tagen behaglich machen können; allein sie kargte und darbte, als reichte es nicht. Da sand man sie am Morgen des 19. Oktober 1867 todt in ihrem Bette. Die Frage, wer ihr Erbe sein werde, da sie ohne alle nähere Verwandte war, beschäftigte die ganze Stadt. Als das Inventar der Nachlassenschaft aufgenommen wurde, fand man Werth sachen und Vorräthe der mannigfachsten Art, ein ganzer Jahrmarki der verschiedenartigsten Dinge aus alter und neuer Zeit war in den Räumen des winkelreichen Hauses auf gespeichert. Da gab es Känen über Käuen, alle gedrängt voll, Massen von Seidenbändern und von Kleidern uralten Schnittes, kostbare Waffen, Schmucksachen, silberbeschlagene Meerschaumpfelfen mit tausenderlei Kram verschiedenen Werthes. In einem Gewölbe zumal fand man vicle vermauerte Sachen. Nachdem man hinter einem großen Kasten daselbst einen Sack mit Kupfergeld hervorgezogen hatte, wurden auch noch zwei Kisichen mit Silbergeld im Werthe von 40,000 fl. und eine Schatulle mit Papiergeld entdeckt. Das Kupfergeld wog beinahe einen Centner. Man schätzt den Werth der ganzen Nachlassenschaft auf 100,000 fl. Und zu all dem Vermögen gab es keinen bestimmten Erben. Unter großem Andrange eines neu— gierigen und kauflustigen Publikums fand die letzten Tage die Auction der hinterlassenen Mobilien statt. Bei dieser Gelegenheit nun erstand eine jüdische Trödlerin für 45 kr. einen Pack alter Lumpen. Aus diesem Packe fiel eine Schrift heraus und das Erstaunen der Trödlerin mag nicht gering gewesen sein, als sie in dem Schriftstücke das Testament der verstorbenen Anna Ning erkannte. Aus ihren Händen kam das auf eine seltsame Weise ans Tages- licht gebrachte Testament an die Behörde, wo es gegen- wärtig zur Prüfung niedergelegt ist. Es ist ein doll⸗ ständiges, eigenhändig geschriebenes Testament der Erb⸗ lasserin, worin diese unter dem Datum vom 20. Juni 1860 ihre Bathe zur Universalerbin mit der Bedingung vestimmt, daß dieselbe um sie ein Jahr Trauer trage.“
Telegraphischer Bericht. Mitgelheilt von Chr. Hechtein Friedberg, Spec.-Agent.
Das Hamburger Posidampfschiff„Cimbria“, Capt. Haack, trat am 5. Februar wiederum eine Reise via Southampton nach New-York an und hatte außer einer starten Brief- und Packet⸗Post 400 Tons Ladung, 51 Passa⸗ giere in der Cajüte und 217 im Zwischendeck an Bord.
Das Bremer Postdampsschiff„Bremen“, Capt. Ney⸗ naber, von der Linie des Norddeutschen Lloyd, welches am 24. Januar New⸗York verließ, ist nach einer sehr schnelen glücklichen Reise von 10 Tagen 8 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und dat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passa⸗ giere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzt. Dasselbe bringt 66 Passagiere und volle Ladung.
Das Bremer Postdampfschiff Deuischland“, Capi. Wessels, von der Linie des Norddeutschen Lloyd, trat am 2. Februgr wiederum eine Reise via Southampton nach New⸗ Vork an und hatte außer einer starken Brief- und Packetpost 341 Passagiere und 1200 Tons Ladung an Bord.
Für die Kothleidenden in Ostpreußen sind weiter eingegangen:
Bei der Unterzeichneten zu den in voriger Nummer descheinigten Gaben: Durch Herrn Lehrer Ramspeck, von Pfarrer P. 1 fl., Ungenannt 24, durch Pfarter Blumhof und Bürgermeister Philippi in der Gemeinde Wohnbach
Aagte sich vom frühesten Morgen bis in die späte Nach! ind gönnte ihrem gebrechlichen Körper kaum eine Er⸗
gesammelt 20 fl. 30, von Bürgermeister Maul in Ossen⸗ heim 2 fl., von G. Schulhof, 2. Gabe, 1 fl., durch
Bürgermeister Vogt in Reichelsheim, daselbst gesammelt 34 fl. 21, zusammen 59 fl. 15 kr. In Summa bis jetzt bei uns eingegangen: 634 fl. 44 kr. Mit herzlichstem Dank bittet um weitere Gaben Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen
316 Unter den vielen Mitteln, die sich dem leidenden Publikum tagtäglich empfeblen, vermißten wir bis jetzt eines, das gerade am meißsen berufen ist, lindernd und heilend Hülfe zu spenden. Wie viele Menschen gibt es, die, oft durch einen unbedeutenden Zufall, sei es dei der
Arbeit, sei kes sonst, sich eine Wunde beibringen, durch Erkältung u. dgl. ein Geschwür ꝛc. zuziehen; wie oft ent⸗ siehen Schwären, die uns durch ihre Schmerzhaftigkeit zur größten Plage werden und für die man wer weiß was ausgeben würde, könnte man bald davon befreit werden. Für diesen Zweck erlauben wir uns, die Auf⸗
merksamkeit des Publikums auf den Universal⸗Balsam von D. Nephuth zu lenken. Derselbe, als Hausmittel schon eine lange Reihe von Jahren im Gebrauch, besteht aus einer Zusammensetzung der anerkannt besten und reinsten Ingredienzien, und hat bei dessen Anwendung bis jetzt überall das glücklichste Resultat gezeigt. Fern von aller Quacksalberei, können wir diesen Balsam nur getrost empfehlen, in der Ueberzeugung, daß derjenige, der Hülse von ihm sucht, diese auch finden wird.
Anwendbar ist dieser Universal⸗Balsam dei allen zußerlichen Wunden, Queitschungen, Geschwüren, als: Schnitt-, Stich⸗, Hau⸗, Brand- und Frostwunden, Frost. beulen, Ausschlag, ausgesprungenen Lippen und Händen ꝛc.
Zur Nachricht und Warnung.
2913 So sehr die Concurrenz im Sinne des Wortes dem Consumenten zu Gute kommt, ebenso verabscheuens⸗ wertb ist dieselbe, wenn sie durch Nachahmung den Käufer zu fäuschen sucht.— Ungeachtet allen gesetzlichen Schutzes werden die Stollwerck schen Brust⸗Bonbons in ihrer äußern Verpackung vielseitig auf das käuschendste nach⸗ geahmt, ja sogar die Firma des Fabrikanten hierzu miß⸗ braucht! Bei dem industriellen Wetikampfe aller Länder in Paris, wo alle nur denkbaren Hausmittel als: Brust⸗ syrups, Pastillen, Pectorinen, Pasten, Elixire, Extracte 2c. 2c. vertreten waren, wurde seitens der internationalen Jury nur den Stollwerck'schen Brust⸗Bonbous die Preis⸗ Medaille zuerkannt, ein Beweis, daß die Composition des Königl. Geb. Pofraths und Universitäts⸗Professors Dr. Har leß noch von keiner Seite erreicht ist!
Möge daber der Leidende sich deim Kaufe von der Richtigkeit der Packung, der vollständigen Firma und dem Vorbandensein des Hof-Lieferanten⸗Siegels des Fabrikanten überzeugen. 5
Bel Bindernagel& Schimpff ist wieder vorrättig:
Winter-
Neuster
Taschen-Fahrplan
für die
Mittel- Rhein gegend,
Hessen, Nassau, Frankfurt, Rhein-Preußen.
circa 300 hessische Fuß oder 75 Meter). An
Zewegung 35, von denen das Gewicht des schwersten 1000 Centner be rägt(das Gewicht des schwersten Borsig'schen Dampfhammers in Moabit
zeläuft sich auf 100 Centner).
Die Ambosgehäuse wiegen 30 000 Centner; die transportirten Dampfhammers betragen Projektirt ist ein Dampfhammer von 25 000 Centner
Thabotten 5000 Centner. 700 000 Thlr. Schwere zum Preise von 1,4 Millionen Thaler.
Die Kosten des
Dampfhämmern sind in 43 Zoll.
Werkzeugmaschinen gibt
Der Durchmesser eines Bronze- 24Pfünders beträgt 13 Zoll, der Seelendurchmesser 5 Zoll, die Länge 113½, das Gewicht 52 Centner. Die Lafetle hat eine Lange von 10½ Fuß und wiegt 300 Centner. Der Rahmen ist 30 Fuß lang und wiegt 1500 Centner.
Daß ein ganzer Mann wie Krupp einer solchen großartigen Fabrik wohl vorsteht, erregt unsere Verwunderung weniger wie das, daß er dieselbe schon mit dem 14. Lebensjahre übernommen hat.
über 6000. Der Laufkrahn mit 70 Fuß Weite transportirt Lasten on 1500 Centner. Oefen zum Schmelzen, Glühen, Cementiren u. s. w. 400, Schmiedessen 110. Die Zahl der Schmelztiegel beträgt 1400. Zeder faßt 60 bis 70 Pfund Gußstahl. Für den Guß eines Blockes von 900 Centner wird der Stahl in den 1400 Tiegeln von 1200 Arbeitern leschmolzen, welche nach der schweren ½stündigen Arbeit 2 Stunden Ruhe genießen. Neunzöller schießen Geschosse von 300 Pfund, Elfzöller zolche von 600 Pfund. Ein Elfzöller wiegt 540 Centner. Der Preis zes Riesengeschützes, welches sür die Pariser Ausstellung bestimmt war, stellt iich auf 130 000 Thlr.; es wurde daran gearbeitet seit dem November 1865. Das innere Rohr, dargestellt aus einem Roheblock von 850 Centner, wiegt 400 Centner, die 4 aufgezogenen Ringe wiegen 600 Centner. Das Geschütz st 14½ Fuß lang und an der schwächsten Stelle 2½ Fuß stark. An der dicksten Stelle ist es 4½ Fuß stark und hat an dieser Stelle einen Umfang von 13½½ Fuß. Der Schildzapfendurchmesser beträgt 16 Zoll, die Seele des Geschützes 14 Zoll. Das Geschoß hat einen Umfang von
Geschwindigkeit des Sturms.
Von Dr. Curtman.
ö Die mittlere Geschwindigkeit des Sturms beträgt etwa 4 Meilen in der Stunde, das Maximum 11 Meilen. Die Breite des durchwütheten Raumes beträgt durchschnittlich 250 Meilen. Die um England der wüthenden Stürme haben meistens ihre Brutstätte im Norden, von Nor- wegen oder Schottland her. Der Admiral Fitz Roy hatte telegrapbische Signale eingeführt, um beim Beginn eines Sturmes sofort die ganze englische Küste zu benachrichtigen, und zur Vorsicht zu ermahnen. Well die Vorausverkündigungen nicht jedesmal eintrafen, batte die Admiralität bei Fitz Roys Tode die Sache vernachlässigt, allein die Schiffer daben dringend um Wiederberstellung der Anstalt gebeten.


